BMBF - Bundesministerium für Bildung und Forschung
Kooperation International
 

1. Überblick

Zahlreiche deutsche Organisationen führen wissenschaftliche Kooperationsprogramme mit Argentinien durch. Meistens handelt es sich dabei um Austausch- und Stipendienprogramme, die auf Einzelabkommen zwischen akademischen Einrichtungen beruhen. Die für Argentinien wichtigsten Organisationen und ihre Programme werden im Folgenden vorgestellt.

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2. Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Argentinien zählt, wie Brasilien, Chile und Mexiko zu den Partnerländern Deutschlands in Lateinamerika, mit denen seit vielen Jahren eine bilaterale wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit besteht. Grundlage der Zusammenarbeit mit Argentinien ist das Regierungsabkommen von 1969.

Die Bereiche gemeinsamen Interesses werden durch die Gemischte Kommission für die Wissenschaftlich-Technischen Zusammenarbeit oder in Regierungsgesprächen festgelegt. Aktuelle Themen sind Umweltforschung und -technologie, Meeres- und Antarktisforschung, Biotechnologie, Medizin, Nanotechnologie sowie Informations- und Kommunikationstechnologie.

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3. Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH)

Die Alexander von Humboldt Stiftung (AvH) vergibt Stipendien an junge, hoch qualifizierte ausländische Wissenschaftler, die bereits einen akademischen Grad, äquivalent zum Doktortitel erworben haben, um Forschungsprojekte in Universitäten oder Forschungsinstituten Deutschlands durchzuführen.

Seit 1953 hat die AvH 358 Forschungsstipendiaten aus Argentinien gefördert. Insgesamt wurden bisher neun Forschungspreise an Wissenschaftler aus Argentinien verliehen, allein vier von diesen in den 1990er Jahren. Im Rahmen der Alumni-Förderung kamen insgesamt 142 argentinische Stipendiaten zu einem erneuten Forschungsaufenthalt nach Deutschland.

In den vergangenen fünf Jahren haben die Stipendiaten in Argentinien ein Humboldt-Club-Treffen und zwei Humboldt-Kollegs organisiert. Die Humboldt-Stiftung selbst veranstaltete 2005 ein Kolloquium in Buenos Aires.

Die Alexander-von-Humboldt-Stiftung und die Fritz-Thyssen-Stiftung ermöglichen promovierten Wissenschaftler/-innen aus Lateinamerika – bevorzugt der Recht-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften – ein selbst gewähltes Forschungsvorhaben in Deutschland durchzuführen. Die Thyssen-Humboldt-Kurzstipendien sollen insgesamt sechs Monate dauern und sich auf zwei Aufenthalte á drei Monate innerhalb der vorlesungsfreien Zeit erstrecken. Ziel der Humboldt-Thyssen-Kurzzeitstipendien ist es, die wissenschaftliche Zusammenarbeit im Bereich der Gesellschaftswissenschaften mit den Ländern Lateinamerikas zu intensivieren und die wissenschaftlichen Eliten dieser Länder besser erreichen zu können.

Alexander von Humboldt Stiftung
Jean-Paul-Str. 12
53173 Bonn
select@ahv.de

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4. Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

Forschungs- und Dienstleistungskonzeptionen, Internationale Berufsbildung
In der Abteilung 1 stehen der Serviceaspekt der Arbeit des BIBB sowie die internationale Berufsbildungsforschung und -beratung im Vordergrund. Forschung und Dienstleistung werden sowohl innerhalb des Instituts als auch im nationalen Rahmen und mit internationalen Partnern koordiniert. Die Vermarktung der Arbeitsergebnisse des BIBB, die Vertretung des BIBB in Gremien mit übergreifenden Themen sowie Drittmittelprojekte gehören ebenfalls in das Aufgabenfeld der Abteilung. Neu eingerichtet wurde die "Task Force Berufliche Bildung" zur ad hoc- Beratung der Berufsbildungspraxis und -politik. Zur Abteilung 1 gehören Bibliothek/Dokumentation und die Redaktion der Zeitschrift des BIBB, „Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis“ (BWP).

Es gibt aber keine speziellen Kooperations- oder Förderprogramme des BIBB mit Argentinien.

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5. Deutscher Akademischer Austauschdienst e.V. (DAAD)

Der DAAD förderte im Jahr 2011 den Aufenthalt von 392 deutschen Studierenden und Wissenschaftlern in Argentinien und von 513 Argentiniern in Deutschland. Der DAAD ist in Argentinien durch vier Lektorinnen und Lektoren vertreten, die Lektorate sind in Buenos Aires, Tucumán und Córdoba angesiedelt. Darüber hinaus werden momentan zwei Langzeitdozenturen im Bereich Jura und Architektur sowie eine Herder-Dozentur in Buenos Aires gefördert. In Buenos Aires befindet sich ebenfalls das Informationszentrum des DAAD in Argentinien. (www.daad.org.ar)

Neben verschiedenen Kooperationen deutscher und argentinischer Hochschulen im Rahmen der Programme "Internationale Studien- und Ausbildungspartnerschaften" (ISAP) und "Fachbezogene Hochschulpartnerschaften" fördert der DAAD ebenfalls den Exportstudiengang "International Master Program in Biomedical Sciences" (IMBS) der Albert-Ludwig-Universität Freiburg und der Universität Buenos Aires, der im August 2008 gestartet ist. Es handelt sich um den ersten deutschen Kooperationsstudiengang in Argentinien.

Weiterhin hervorzuheben ist das Deutsch-Argentinische Hochschulzentrum (DAHZ-CUAA), welches 2010 auf Initiative der Wissenschaftsvereinigung der deutschen Wirtschaft in Argentinien gegründet wurde.

Das Deutsch-Argentinische Hochschulzentrum entwickelt und fördert gezielt binationale Postgraduiertenprogramme und Studiengänge sowie gemeinsame Entwicklungsprojekte und leistet so einen wesentlichen Beitrag zur Bildung eines Netzwerkes universitärer sowie wissenschaftlich-technologischer Kooperation zwischen Deutschland und Argentinien (www.cuaa-dahz.org).

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6. Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Die DFG hat seit 1987 eine Rahmenvereinbarung mit dem argentinischen Forschungsrat CONICET.

Im Förderzeitraum 2009 bis 2012 (Oktober) wurden bisher 19 Sachbeihilfeprojekte z.B. in Pflanzenwissenschaften, Molekülchemie, Paläontologie, Neurowissenschaften, Sozialwissenschaften und Virologie; zwei Forschungsstipendien in Zoologie und Neurowissenschaften sowie ein Heisenbergstipendium in Literaturwissenschaften,  27 bilaterale Anbahnungsprojekte und drei bilaterale Symposien bzw. Workshops in Sozialwissenschaften, Literaturwissenschaften und Molekülchemie gemeinsam mit dem CONICET gefördert. Die Gesamtfördersumme der DFG in diesem Zeitraum betrug  3.294.287 €.

Zu der gemeinsamen Ausschreibung für Anbahnungsprojekte im Herbst 2012 sind insgesamt 27 Anträge eigegangen, die sich z.Zt. in Begutachtung befinden.

Zu einer weiteren bilaterale Ausschreibung für Sachbeihilfeprojekte in der Physikalischen Chemie im Sommer 2012 gingen sieben Anträge ein, die sich ebenfalls noch in der bilateralen Begutachtung befinden. 

DFG
Kennedyallee 40
53175 Bonn
postmaster@dfg.de

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7. Deutsche Hochschulrektorenkonferenz (HRK)

Im Oktober 2012 verzeichnet der Hochschulkompass der HRK 150 deutsch-argentinische Kooperationen.

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8. Fraunhofer-Gesellschaft (FhG)

In der Vergangenheit haben die Institute der Fraunhofer-Gesellschaft kooperative Forschungsvorhaben mit argentinischen Partnern bearbeitet. Beispielsweise arbeitete das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS zwischen Februar 2010 und Februar 2012 mit der Universidad Nacional de Rio Cuarto an der Entwicklung von mikro- und nanostrukturierter Materialien zur Herstellung biofunktionaler Bauteile und Oberflächen. Jüngst findet ein kurzfristiger Wissenschaftleraustausch zwischen dem Fraunhofer-Institut für Zerstörungsfreie Prüfverfahren IZFP und der Comisión Nacional de Energía Atómica (CNEA) statt.  

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9. Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GmbH (GIZ)

Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GmbH - GIZ (formals Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit - GTZ) arbeitete über mehr als 30 Jahre mit argentinischen Institutionen und Organisationen zusammen. Seit Beginn des Jahres 2007 ist Argentinien jedoch kein Partnerland der deutschen bilateralen Entwicklungszusammenarbeit mehr.
Im Januar 2011 ist InWEnt mit dem DED und der GTZ zur Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) fusioniert.

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10. Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren

Die Kooperation der HGF mit Argentinien zeichnet sich insbesondere durch die enge bilaterale Zusammenarbeit in der Antarktisforschung aus. An dem Betrieb des deutschen Dallmann-Labors innerhalb der argentinischen Antarktisstation Jubany ist das Alfred Wegener Institut maßgeblich beteiligt. Am 5. April 2006 wurde auf King George Island der Folgevertrag über die wissenschaftliche Zusammenarbeit am Dallmann-Labor unterzeichnet. Die Direktoren der beiden Forschungsinstitute, Prof. Dr. Jörn Thiede vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven, und Dr. Mariano Memolli von der Direccíon Nacional del Antartico Buenos Aires, verlängerten damit die seit zwölf Jahren bestehende Kooperation.

Das im Jahre 2005 eingeweihte Pierre-Auger-Observatorium in Argentinien ist – zumindest was die Ausdehnung betrifft – das größte Forschungsprojekt an dem die HGF beteiligt ist. Das in der argentinischen Pampa liegende Observatorium ist ebenfalls weltweit die größte Anlage für die Messung von kosmischer Strahlung höchster Energien.

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11. Max-Planck-Gesellschaft (MPG)

Seit 2007 gibt es vom argentinischen Forschungsministerium in Zusammenarbeit mit der MPG eine spezielle Förderung für argentinische Forschungsgruppen, wenn sie mit MPG-Arbeitsgruppen kooperieren.

Im Jahr 2011 hielten sich 65 Gastwissenschaftler aus Argentinien an Instituten
der Max-Planck-Gesellschaft auf (2010: 68, 2009: 48, 2008: 50).
Es arbeitet ein argentinischer Max-Planck-Forschungsgruppenleiter an einem
Max-Planck-Institut (Dr. Refojo, MPI für Psychiatrie).

Im Ergebnis des Berichtsjahrs 2011 meldeten Max-Planck-Institute
insgesamt 26 Kooperationsprojekte mit Argentinien, wovon 4 EUgefördert
sind. Elf Kooperationsprojekte entfallen auf die Chemisch-Physikalisch-Technische Sektion, sechs auf die Biologisch-Medizinische Sektion und neun auf die Geistes-, Sozial- und Humanwissenschaftliche Sektion.


MPG
Hofgartenstraße 8
80539 München
post@gv.mpg.de

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12. Weitere

Zahlreiche private sowie politische Stiftungen unterstützen Aktivitäten mit Argentinien. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte den jeweiligen Webseiten der Stiftungen.

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Redaktion: 07.11.12, von: Jonas Kliesow, IB Internationales Büro des BMBF beim DLR e. V.
Politische Karte von Argentinien (Klick auf die Karte führt zur Darstellung in voller Größe in einem neuen Fenster)