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Forschungslandschaft: Japan
1. Überblick
Seit Jahren liegt Japan hinsichtlich des Verhältnisses der Summe der FuE Aufwendungen zum GDP international mit an vorderster Stelle. Dabei trägt der private Sektor ca. 80% aller FuE Ausgaben Japans. Betrachtet man das staatliche FuE-Budget, so steigerte Japan seinen traditionell niedrigen Anteil in der Fünfjahresperiode seines ersten Science and Technology Basic Plans (1995-2000) gegenüber den vorangegangenen fünf Jahren um fast 40%.
Das Ministry of Education, Culture, Sports Science and Technology (MEXT) stellt die Haushaltmittel zur Förderung von Bildung, Wissenschaft und Technologie, Sport und Kultur zur Verfügung. Darunter fällt auch die Finanzierung der Bildungseinrichtungen, Bezahlung von Schulangestellten sowie die finanzielle Unterstützung von privaten Schulen und Schulstipendien. Laut Kabinettsbeschluss aus dem Jahr 2006 wird sich die Forschungspolitik zunehmend an zwei Leitlinien orientieren: einerseits der Förderung des wissenschaftlichen Humankapitals in Japan und andererseits der Schaffung eines wirtschaftlich konkurrenzfähigen Wirtschaftsraums im Land.
Das 4. FuE-Rahmenprogramm (2011 – 2015) soll dazu beitragen die wirtschaftliche Schwäche Japans sowie drängende gesellschaftliche Probleme zu überwinden. Die staatliche Forschungsförderung soll auf rund 1% (jetzt 0,75%) des BIP steigen und vor allem die Grundlagenforschung vor allem in zwei Bereichen fördern: Green Innovation (Energie-, Umwelttechnologien) und Life Innovation (Gesundheitsforschung und Biowissenschaften). Themenübergreifend soll es mehr Stellen und eine bessere Förderung von Nachwuchswissenschaftlern (Ausbau des Tenure Track Systems) geben und die Frauenquote unter den Wissenschaftlern erhöht werden.
Eine weitere Priorität liegt in der Fortsetzung und Stärkung der Kooperation mit Entwicklungsländern vor allem in Asien zur Lösung globaler Probleme, und das Konzept für eine Science & Innovation Area in Ostasien (China, Süd-Korea) soll weiterverfolgt werden.
Das Budget des MEXT betrug 2010 rund 5,27 Billionen Yen (rund 40,5 Mrd Euro), wobei die FuE-Ausgaben sich auf davon rund 2,32 Billionen Yen (rund 17,7 Mrd Euro) belaufen. Die Gesamtaufwengungen aller öffentlicher Institutionen im FuE-Bereich beliefen sich 2007 auf rund 3,59 Billionen Yen (rund 27 Mrd Euro).
Von den 15 in Wissenschaft und Technologie involvierten Ministerien und Behörden erhält das Ministry of Education and Science (MEXT) zwei Drittel der gesamten staatlichen Forschungsförderung, gefolgt vom Ministry of Economy, Trade and Industry (METI) (14%) und der Defence Agency (JDA, 4%).
Die Mittel des MEXT konzentrierten sich in den Jahren 2008/ 2009 i.w. auf
- (Aus-)Bildung des wissenschaftlichen Nachwuchses
- Ausbau der Grundlagenforschung und Stärkung der Innovationssysteme
- FuE-Projektförderung
- Strategische Förderung internationaler Aktivitäten
- Investitionen in den Schwerpunktbereichen:
- Lebenswissenschaften
- Next Level IT
- Umwelt
- Energie / Kernkraft
- Nano-/Materialwissenschaften
- Produktionstechnologien
- Meeres- und Raumfahrtforschung
2. Forschungsorganisationen

- Entwicklung der verschiedenen Forschungsorganisationen in Japan
In der japanischen Forschungslandschaft gibt es keine mit den deutschen Forschungsorganisationen vergleichbaren Dach- und Trägerorganisationen. Auf der MEXT Homepage finden Sie eine Übersicht über die nationalen Forschungseinrichtungen.
In Japan wurden 2003 70% der Ausgaben für Forschung privaten Forschungseinrichtungen zugeschrieben. 19,4% der Forschung wurde an Universitäten und Colleges, 8,7% in öffentlichen Forschungsinstitutionen und 1,9% in privaten Forschungsinstitutionen durchgeführt. Dabei ist der Industrieanteil der Forschung in den letzten 20 Jahren erheblich gestiegen, während der Anteil der privaten und der öffentlichen Forschungsinstitutionen stagniert.
Das National Institute of Advanced Industrial Science and Technology (AIST) wurde 2001 als Forschungsorganisation mit Geschäftsstellen in Tsukuba und Tokyo etabliert. AIST hat mehr als 50 autonome Forschungseinheiten in neun Forschungsbasen und einer Reihe von Standorten überall in Japan. Ungefähr 2.500 Wissenschaftler arbeiten beim AIST, dazu kommen mehr als 3.000 Gastwissenschaftler, Postdocs und Studenten, sowie 700 Mitarbeiter der Administration. Die Forschungsgebiete des AIST sind: Life Sciences, Informationstechnologie, Nanotechnologie und Materialforschung, Umwelt und Energie, Geologie und Geowissenschaften, Metorologie und Messtechnik.
RIKEN wurde 1917 als private Forschungseinrichtung gegründet und 2003 als unabhängige administrative Institution unter dem MEXT neu organisiert. Die Aufgabe des RIKEN ist die Durchführung umfangreicher Forschung und Technologie. Dabei sind nur die Geisteswissenschaften und die Sozialwissenschaften ausgenommen. Die Forschungen des RIKEN reichen von der Grundlagenforschung bis zur angewandten Forschung in Bereichen wie Physik, Chemie, Medizin, Biologie und Ingenieurwesen.
Im Bereich der Kernfusion hat das National Institute for Fusion Science (NIFS) das Large Helical Device (LHD) mit superleitenden Magneten gebaut und damit den weltbesten Plasmaeinschluss in einem Stellarator erreicht.
Weiterhin ist auch das Japan Atomic Energy Research Institute (JAERI) führend im Bereich der Plasmaforschung, das mit einem Tokamak JT-60 bei verbessertem Plasmaeinschluss eine konstant gute Betriebsleistung zu erreichen versucht.
Die High Energy Accelerator Research Organization (KEK) nimmt eine Spitzenposition Japans im Bereich der Plasmaforschung ein. Mit dem B-Factory Project am KEK ist die Teilchenphysik in eine neue Phase gestartet, in der die Verletzung der Grundsymmetrie von Teilchen gemessen wird (CP-Verletzung).
Japan nimmt außerdem am Large Hadron Collider (LHC) Project der European Organization for Nuclear Research (CERN) in der Entwicklungsstufe nicht nur mit einem finanziellen Beitrag teil, sondern trägt auch einen Beobachterstatus für den CERN Council und leistet einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der Messgeräte.
Das National Astronomical Observatory of Japan (NAOJ) ist die zentrale Organisation für Japans astronomische Forschung. Weiterhin hat das Institute for Cosmic Ray Research der Tokyo University (ICRR) den weltgrößten unterirdischen Detektor für atmosphärische Neutrinos, Super-Kamiokande, gebaut.
In Zusammenarbeit mit Universitäten spielt das Institute of Space and Astronautical Science (ISAS) die zentrale Rolle in Japans Weltraumwissenschaft. Das Institut hat zahlreiche Satelliten in Umlauf gebracht.
Das National Institute for Materials Science (NIMS) und das Institute for Materials Research (IMR) der Tohoku University leisten bedeutende Forschungsarbeit im Bereich der Nanotechnologie.
Quelle: White Paper on Science and Technology 2009, AIST, RIKEN, JSPS
3. Förderorganisationen
Forschungsförderung wird in Japan vor allem durch die halbstaatlichen Förderorganisationen Japan Science and Technology Corporation (JST), Japan Society for the Promotion of Science (JSPS) und New Energy and Industrial Technology Development Organization (NEDO) organisiert.
Die finanzielle Subvention von Bildungsinstitutionen ist Aufgabe des MEXT unter der Trägerschaft von Präfekturen, Gemeinden und privaten Anbietern.
Die Japan Science and Technology Corporation (JST) fördert Grundlagenforschung, wie auch Kommerzialisierung von Forschungsergebnissen mit einem Schwerpunkt auf neue Technologien. Die Organisation verschreibt sich weiterhin der Verbreitung von wissenschaftlicher und technologischer Erkenntnis und dem Wissenschaftleraustausch.
Die Japan Society for the Promotion of Science (JSPS) ist eine Selbstverwaltungskörperschaft, die per Gesetzeserlass mit dem Ziel gegründet worden ist, zum Fortschritt in allen Bereichen der Natur-, Geistes- und Sozialwissenschaften beizutragen. In Japan übernimmt die JSPS eine zentrale Rolle in der Verwaltung der weit reichenden wissenschaftlichen und akademischen Programme. Die Förderprogramme werden entsprechend dem regierungspolitischen Rahmen zur Förderung der Wissenschaften und in Anpassung an die Bedürfnisse der Wissenschaftler durchgeführt.
Die JSPS finanziert sich zum größten Teil aus jährlichen Zuweisungen der japanischen Regierung. Die Hauptaufgaben der JSPS sind:
- Unterstützung des wissenschaftlichen Nachwuchses
- Förderung internationaler wissenschaftlicher Kooperationen
- Vergabe von 'Grants-in-Aid for Scientific Research'
- Durchführung von 'Research for the Future'-Projekten
- Unterstützung von Kooperationen zwischen Wissenschaft und Industrie
- Zusammenstellung und Vermittlung von Informationen über wissenschaftliche Forschungsaktivitäten
Die Japan Foundation wurde 1972 mit dem Ziel des internationalen kulturellen Austauschs gegründet, und wurde 2003 eine Selbstverwaltungskörperschaft. Im Jahr 2005 bekam die Japan Foundation eine neue Organisationsstruktur und stellte die folgenden Förderziele auf:
- Förderung kulturellen und künstlerischen Austausches.
- Förderung der japanischen Sprachlehre außerhalb Japans und des intellektuellen Austausches.
- Förderung der Japanwissenschaften außerhalb Japans und des intellektuellen Austausches.
- Unterstützung des internationalen Austausches durch Information und Ressourcen.
Die New Energy and Industrial Technology Development Organization (NEDO) wurde 1980 durch die japanische Regierung gegründet, mit dem Ziel der Entwicklung neuer Energietechnologien als Alternative zum Öl. 1988 wurde das Themengebiet der NEDO auf Forschung und Entwicklung im Bereich der industriellen Technologie erweitert. 1990 kam die Umwelttechnologie hinzu, erneuerbare Energien 1993. Seit 2003 ist NEDO auch für Projektplanung und –bildung, Projektmanagement und Technologieevaluation verantwortlich.
Quelle: JST, JSPS, Japan Foundation, NEDO
4. FuE-Indikatoren
| Indikator | Japan | Stand | OECD-Gesamt | Stand |
|---|---|---|---|---|
| Nationale FuE-Ausgaben | 140.958,5 Mio. USD | 2010 | 995.732,3 Mio. USD | 2010 |
| FuE-Ausgabenwachstum i. Vgl. zum Vorjahr | 2,70 % | 2010 | 2,51 % | 2010 |
| FuE-Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) | 3,26 % | 2010 | 2,38 % | 2010 |
| Anteil öffentlicher FuE-Ausgaben am BIP | 0,56 % | 2010 | 0,74 % | 2010 |
| Öffentlicher Anteil an den FuE-Ausgaben | 17,2 % | 2010 | 31,1 % | 2010 |
| Anteil der Wirtschaft an den FuE-Ausgaben | 75,9 % | 2010 | 60,3 % | 2010 |
| Ausländischer Anteil an den FuE-Ausgaben | 0,4 % | 2010 | ||
| FuE-Ausgaben in Universitäten (intramuros) | 18.144,7 Mio. USD | 2010 | 196.273,6 Mio. USD | 2011 |
| Anteil der FuE-Ausgaben in Universitäten am BIP | 0,42 % | 2010 | 0,45 % | 2011 |
| FuE-Personal (Vollzeitäquivalente) | 877.928 | 2010 | ||
| Anzahl FuE-Personal (VZÄ) je 1000 Arbeitnehmer | 13,9 | 2010 | ||
| Anzahl Forscher (Vollzeitäquivalente) | 656.032 | 2010 | 4.203.260 | 2007 |
| Anzahl Forscher (VZÄ) je 1000 Arbeitnehmer | 10,4 | 2010 | 7,5 | 2007 |
| Anzahl Forscher (VZÄ) in privaten Unternehmen | 490.538 | 2010 | 2.678.378 | 2007 |
| Anzahl Forscher (VZÄ) in privaten Unternehmen in % der Gesamtzahl | 74,8 % | 2010 | 63,7 % | 2007 |
| Anzahl "triadischer" Patentfamilien (nach Prioritätsjahr) | 15.713 | 2010 | 48.550 | 2010 |
| Anteil an der Gesamtheit triadischer Patentfamilien | 31,21 % | 2010 | 96,42 % | 2010 |
Quelle: OECD Main Science and Technology Indicators, 2012/2
Redaktion: 19.03.13, von: H. Lübbers und M. Krux, VDI Technologiezentrum GmbH
5. FuE im öffentlichen Sektor
Universitäten, an denen Wissenschaftler unabhängig forschen und die Ergebnisse ihrer Arbeit in Lehre und Ausbildung einbringen können, spielen eine zentrale Rolle im Wissenschaftssystem und bei der Technologieentwicklung. Forschung an Universitäten findet in Japan in verschiedenen Einrichtungen statt, z.B. an Fakultäten, universitären Aufbaustudiengängen (Graduate Schools), Forschungsinstituten und fakultätszugehörigen Zentren sowie universitätsangegliederten Forschungsinstituten. Eine Liste der japanischen Universitäten und Colleges finden sie beim MEXT.
Universitätsübergreifende Forschungseinrichtungen ("Inter-University Research Institutes, IUI") bieten Wissenschaftlern Gelegenheit zur Zusammenarbeit mit anderen nationalen, öffentlichen und privaten Universitäten und zur internationalen Kooperation. Diese Institutionen erlauben mit ihrer großzügigen Ausstattung Kooperationen mit hohen Anforderungen an technischen Einrichtungen und über die Universitätsgrenzen hinaus. Sie haben universitären Status und stehen allen Wissenschaftlern offen. Eine Beschreibung dieser Einrichtungen findet sich ebenfalls beim MEXT.
Im April 2001 haben sich aus ehemals staatlichen Forschungseinrichtungen 57 weitgehend selbständige Körperschaften gegründet, davon etwa 30 im Bereich der experimentellen Forschung und 14 mit Hauptsitz in Tsukuba Science City. Als Körperschaften besitzen die Institute größere Freiheit in der Verwaltungsebene - freie Verfügung über die von den zuständigen Behörden gezahlten Staatszuschüsse -, bei der Zusammenarbeit mit Wirtschaft und Industrie sowie bei Umstrukturierungen und sind somit flexibler als vorher. Andererseits müssen sie ihre Planung auf die drei- bis fünfjährige mittelfristige Zielsetzung von Seiten der Behörden ausrichten. Eine strenge, externe Evaluation entscheidet zudem über ihr Fortbestehen.
Bis 2001 waren die nationalen Forschungseinrichtungen (National Research Institutes, NRI) jeweils einzelnen Ministerien zugeordnet. Diese wurden im Rahmen der Regierungsreform ebenfalls in Körperschaften umgewandelt. So schlossen sich z.B. im April 2001 das National Research Institute for Metals (NRIM) und das National Institute for Research in Inorganic Materials (NIRIM) zum National Institute for Materials Science (NIMS) zusammen. In einem Jahr hat das NIMS acht Forschungsorganisationen gegründet, die sich thematisch an den Bedürfnissen der Wirtschaft orientieren und nach und nach auch mit Forschungsinstituten im Ausland kooperieren. Die Agency of Industrial Science and Technology, die im METI angesiedelt war, wurde aufgelöst und stattdessen wurde - ebenfalls als Körperschaft- das National Institute of Advanced Industrial Science and Technology (AIST) gegründet.
Im April 2004 wurden die japanischen Universitäten in „Selbstverwaltungskörperschaften“ umgewandelt. Dies geschah auf der Grundlage des „National University Corporation Law“ und war die einschneidendste Universitätsreform seit der Meiji Zeit. Durch die Reform sollten Universitäten ihre Aufgaben in Bildung und Forschung weiterentwickeln, indem ihre Unabhängigkeit und Verwaltungsautonomie gestärkt wurde. Die wichtigsten Punkte der Strukturreform waren:
- Lossagung von einer durch die Regierung begleitete Unterstützung von Universitäten, sowie Deregulierung von Haushalts- und Personalangelegenheiten.
- Einführung von Verwaltungsmaßnahmen auf der Grundlage privatwirtschaftlicher Konzepte.
- Einbindung universitätsfremder Personen in die Hochschulverwaltungen.
- Verbesserung des Auswahlverfahrens zur Besetzung von Präsidentenämtern.
- Einführung eines umfangreichen und flexiblen Personalsystems auf der Grundlage von Fähigkeiten und Leistungen.
- Gründliche Offenlegung von Informationen, sowie Evaluation.
Seit dem Jahr 2000 werden die japanischen Universitäten und Forschungseinrichtungen kontinuierlich und systematisch durch Maßnahmen der Basispläne für Forschung und Technologie reformiert. Die Ziele dieser Reformen sind:
- Verbesserung der Infrastruktur
- Unterstützung herausragender Wissenschaftler
- Priorisierung von Grundlagenforschung
- Einrichtung von Exzellenzzentren
- Evaluationen
- Erhöhung der Unabhängigkeit in den Bereichen Budget, Organisation und Personal
- Unterstützung von universitätsübergreifender Forschung
- Einrichtung von Forschungslaboratorien für spezialisierte Forschung (59 bis 2004)
Auch der dritte Science and Technology Basic Plan (2006 - 2010) sieht eine Fortführung dieser Reformen vor, da die Ziele noch nicht in allen Bereichen erreicht sind.
Der dritte Science and Technology Basic Plan (2006 - 2010) setzt auf eine Förderung und Reformierung
- der Wissenschaftler durch die Einführung des Tenure-Track-Systems, Unterstützung der Mobilität, Berücksichtigung unterschiedlicher Karrierewege, Unterstützung von Frauen in der Wissenschaft und einer Verbesserung der Immigrationsbedingungen,
- der Ausbildung durch Verbesserung der Qualität der Lehre, Graduiertenausbildung, Stipendien und der Kooperation zwischen Hochschulen und Industrie,
- der Institutionen mit einer Kombination von institutioneller Förderung und Wettbewerbsfinanzierung, Investitionen in die Ausstattung und der Einrichtung von Exzellenzzentren,
- der Evaluation durch die Einrichtung eines fairen und transparenten Selektionssystems,
- der Kooperation zwischen Industrie und Hochschulen durch Technology Licensing Organizations, die Unterstützung von universitären Ausgründungen und regionaler Cluster und
- der internationalen Aktivitäten.´
Quelle: JSPS Rundschreiben 04/2002, White Paper on Science and Technology 2005, Wissenschaft und Technologie in Japan – Monatsblatt der Botschaft von Japan in Deutschland (April 2004), Third Science and Technology Basic Plan (2006 - 2010).
6. FuE im privaten Sektor
Der Anteil der Investitionen in Forschung und Entwicklung der Industrie beträgt in Japan gegenwärtig rund 77% (Stand: 2008). Dabei ist der Industrieanteil in den letzten 20 Jahren (mit einer Stagnation Anfang der 90er Jahre) erheblich gestiegen, während der Anteil der privaten und der öffentlichen Forschungsinstitutionen stagniert (siehe auch unter 3).
2007 arbeiteten 58,5% der Wissenschaftler in der Industrie, 36,4% an Universitäten und Colleges, 5,1% in öffentlichen und privaten Forschungseinrichtungen und 1.3% in privaten Forschungseinrichtungen. In Deutschland betrug der Anteil der Wissenschaftler in der Industrie 58,5%, an Universitäten und Colleges 26,8% und in öffentlichen Forschungseinrichtungen 14,7%, so dass man für den Vergleich folgern kann, dass die öffentlichen Forschungseinrichtungen in Japan eine geringere Rolle spielen als in Deutschland, da diese zudem fast ausschließlich im Bereich der Grundlagenforschung tätig sind und anwendungsnahe Forschung direkt in den Unternehmen stattfindet. Die FuE im privaten Sektor wird vom Staat durch Steuervorteile, Investitionen und Kredite und Fördermittel unterstützt.
Die Wirtschaft investiert im Vergleich zu westlichen Ländern nur einen geringen Anteil (1,3%) ihres FuE-Budgets in Forschungsprojekte öffentlicher Forschungseinrichtungen. (In Deutschland liegt dieser Anteil bei ca. 3,5%, Stand: 2005)
Quelle: White Paper on Science and Technology 2005
7. Öffentlich-private Zusammenarbeit in FuE
Japan hat in den letzten Jahren Anstrengungen unternommen, die Kooperation zwischen Industrie, Hochschulen und Regierung zu unterstützen und zu verstärken. Dies hat zum Beispiel dazu geführt, dass die Anzahl der gemeinsamen Forschungsprojekte von nationalen Universitäten und der Industrie sich in den letzten fünf Jahren verdoppelt hat. Die Ministerien haben eine große Anzahl von Maßnahmen aufgelegt, die Kooperationsprojekte unterstützen.
Das MEXT unterstützt Wissenschaftler an Universitäten, die Grundlagenforschung mit der Forschung für Produktentwicklung verbinden, mit Förderprogrammen. Weiterhin wurden bis 2005 110 Koordinatoren in 82 Hochschulen platziert, wo sie als Brücke zwischen Universitäten und Unternehmen dienen. Spezielle Ausbildungsprogramme an den Hochschulen für Technologie und Management, wie auch Schutz von Urheberrechten (Management of Technology) wurden eingerichtet. Auch andere Ministerien, wie zum Beispiel das METI, haben Programme aufgelegt, die einen Transfer von wissenschaftlichen Ergebnissen in die Industrie fördern.
Im März 2004 gab es 1.236 Patente, die von den „Technology Licensing Organizations“ (TLO), den Organisationen für den Transfer von universitärer Forschung in die Industrie, angemeldet wurden. Im August 2004 gab es 916 Unternehmen, die als Ausgründungen von Universitäten entstanden waren.
Um diesen Trend weiter zu unterstützen, hat die „Japan Science and Technology Corporation“ (JST) eine Reihe von Programmen aufgelegt. So werden die Patentanstrengungen der Universitäten und TLOs unterstützt. Technology Transfer Support Centers wurden eingerichtet, die für Consulting von Technologietransfer und für Ausbildung verantwortlich sind. Konzepte für neue Technologien für Klein- und Mittelständische Unternehmen (KMU), sowie universitäre Ausgründungen werden unterstützt, in einigen Fällen mit Risikoübernahme-Fonds. In Zusammenarbeit mit Universitäten, öffentlichen Forschungseinrichtungen und TLOs gibt die JST Empfehlungen für die Lizenzierung von Forschungsergebnissen. Um den Schutz des geistigen Eigentums an wissenschaftlichen Ergebnissen zu ermöglichen und um Kontakte zwischen Hochschulen und Industrie herzustellen, organisiert die Patentagentur des Ministry of Economy, Trade and Industry (METI) regelmäßig Messen und unterstützt Seminare über internationales Patentrecht.
Die Ôsaka Universität hat im Frühjahr 2003 mit ca. 100 Dozenten aller Fakultäten die Japanweit größte Einrichtung für universitäre Industriekooperation an einer Hochschule gegründet. Damit ging sie als erste ihrer Art den staatlichen Universitäten, die am 1. April 2004 in Körperschaften umgewandelt wurden, als Beispiel voraus. Sie ist darauf ausgerichtet, auf neue Aktivitäten in allen Fachgebieten zu reagieren und gemeinsame Forschung von Industrie und Universität voranzutreiben. Die neue Einrichtung entstand durch den Zusammenschluss dreier bereits existierender Einrichtungen (Research Center for Advanced Science and Technology, Venture Business Laboratory, Offenes Zentrum für führende Forschung) unter dem vorläufigen Namen "Innovationszentrum für hervorragende Wissenschaft und Technologie".
Datenbanken, wie die „JST Science and Technology Research Result Database for Enterprise Development (J-STORE)“ wurden vom MEXT in Auftrag gegeben, um den Informationsfluss über Forschungsergebnisse zu gewährleisten.
Der Personalaustausch zwischen Hochschulen und Industrie wird durch Programme wie das „Program for Multidisciplinary Exchange“ des JST gefördert. Einrichtungen der Hochschulen werden der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, indem Einrichtungen und Ausstattungen der Industrie zur Verfügung stehen.
Die Cluster-Initiativen des MEXT und des METI, „Knowledge Cluster Initiative“ und „Industrial Cluster Project“, dienen der regionalen Vernetzung von Forschungseinrichtungen, Universitäten und Unternehmen. Das MEXT startete die „Knowledge Cluster Initiative“ im Jahr 2002. Im Jahr 2004 gab es Knowledge Clusters in 18 Regionen. Die Regionen richten eine Hauptgeschäftsstelle ein und statten diese mit Koordinatoren für Wissenschaft und Technologie aus. Sie involvieren Ratgeber, wie zum Beispiel Patentanwälte, und führen kooperative Forschungsprojekte zwischen Industrie und Hochschulen durch. An den 19 Industrial Clusters waren 2005 5.800 KMUs und 220 Universitäten beteiligt. Sie sind Netzwerke von Industrie, Hochschulen und Regierung unter der Führung des METI, die sich zum Ziel setzen, an den Weltmärkten zu partizipieren und die lokale Ökonomie zu unterstützen. Die Projekte sollen den Informationsfluss zwischen Technologie, Businessmanagement und Marketing gewährleisten, Technologieentwicklungen mit lokalem Charakter unterstützen, und Umgebungen für Unternehmen schaffen. Technologieentwicklung, die zu praktischen Anwendungen führt, steht hier im Vordergrund. Auch zukünftig soll, zur Förderung der Innovation im Produktionssektor, der Ausbau der Cluster vorangetrieben werden, indem die regionale Kooperation der KMUs mit öffentlichen und privaten Forschungseinrichtungen gefördert wird.
Quelle: White Paper on Science and Technology 2005 und 2009




