1. Überblick

Auf Grundlage vorhergehender Strategien hat der wissenschaftliche und technologische Forschungsrat der Türkei (TÜBITAK) im Jahr 2010 den "Aktionsplan Humanressourcen, Wissenschaft und Technologie 2011-2016" und das Strategiepapier zur "Nationalen Wissenschafts- Technologie und Innovationsstrategie 2011-2016" (WTI-Strategie) finalisiert. 

Damit möchte die Türkei hochgesteckte Ziele im Bereich der Wissenschaft und Technologie (WuT) sowie Forschung und Entwicklung (FuE) erreichen und sich hin zu einer innovationsfreudigen, hochtechnologischen und international wettbewerbsfähigen Industrie mit hohen Wertschöpfungspotenzialen entwickeln. 

Bei den wichtigsten Bewertungsindikatoren wie dem OECD-GERD-Faktor (General Expenses of Research and Development), der Anzahl von Forschern, wissenschaftlichen Publikationen und Patenten hat die Türkei im Vergleich zu anderen Ländern beachtliche Zuwachsraten zu verzeichnen. So ist der GERD-Faktor (FuE-Ausgaben prozentual zum BIP) mit 0,85% in 2009 angestiegen, doch bleibt er unter dem EU-27-Durchschnitt von 1,76%. 

Deutschland nimmt eine herausragende Rolle bei der Kooperation mit der türkischen Wissenschafts- und Forschungslandschaft ein, sowohl als Partner bei bilateralen Projekten wie auch in multilateralen Programmen, wie dem 7. EU-Forschungsrahmenprogramm (FRP). 

Das Managment und die Förderung von Forschung und Entwicklung (F&E) sowie von Wissenschaft und Technologie in der Türkei liegt primär beim Ministerium für Wissenschaft, Industrie und Technolgie (MWIT), sowie als ausführende Organisation beim Wissenschaftlich-Technologischen Forschungsrat der Türkei (TÜBITAK). Regulatorisches Rückgrat des nationalen F&E-Systems ist der im Jahr 1983 eingerichtete Oberste Rat für Wissenschaft und Technologie (BTYK)

Das Erziehungsministerium (MEB), welches primär für schulische Bildung verantwortlich ist, übt in Teilen Kontrollfunktionen über den Türkischen Hochschulrat (YÖK) aus und vergibt Fördermittel für nationale und internationale Stipendienprogramme. Der Türkische Hochschulrat (YÖK) ist gleichzeitig das oberste Organ des türkischen Hochschulsystems und ernennt gemeinsam mit dem Stattpräsidenten die Rektoren der derzeit 125 Universitäten. Forschung findet in der Türkei maßgeblich an stattlichen aber auch zunehmend an privaten Universitäten statt.

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2. FuE-Indikatoren

Indikator Türkei Stand OECD-Gesamt Stand
Nationale FuE-Ausgaben 9.713,4 Mio. USD 2010 995.732,3 Mio. USD 2010
FuE-Ausgabenwachstum i. Vgl. zum Vorjahr 10,16 2010 2,51 % 2010
FuE-Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) 0,84 % 2010 2,38 % 2010
Anteil öffentlicher FuE-Ausgaben am BIP 0,26 % 2010 0,74 % 2010
Öffentlicher Anteil an den FuE-Ausgaben 30,8 % 2010 31,1 % 2010
Anteil der Wirtschaft an den FuE-Ausgaben 45,1 % 2010 60,3 % 2010
Ausländischer Anteil an den FuE-Ausgaben 0,8 % 2010  
FuE-Ausgaben in Universitäten (intramuros) 4.469,1 Mio. USD 2010 196.273,6 Mio. USD 2011
Anteil der FuE-Ausgaben in Universitäten am BIP 0,39 % 2010 0,45 % 2011
FuE-Personal (Vollzeitäquivalente) 81.792 2010  
Anzahl FuE-Personal (VZÄ) je 1000 Arbeitnehmer 3,6 2010  
Anzahl Forscher (Vollzeitäquivalente) 64.341 2010 4.203.260 2007
Anzahl Forscher (VZÄ) je 1000 Arbeitnehmer 2,9 2010 7,5 2007
Anzahl Forscher (VZÄ) in privaten Unternehmen 25.342 2010 2.678.378 2007
Anzahl Forscher (VZÄ) in privaten Unternehmen in % der Gesamtzahl 39,4 % 2010 63,7 % 2007
Anzahl "triadischer" Patentfamilien (nach Prioritätsjahr) 35 2010 48.550 2010
Anteil an der Gesamtheit triadischer Patentfamilien 0,07 % 2010 96,42 % 2010

Quelle: OECD Main Science and Technology Indicators, 2012/2
Redaktion: 19.03.13, von: H. Lübbers und M. Krux, VDI Technologiezentrum GmbH

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3. Forschungsorganisationen

Universitäten sind die zentrale Einrichtungen in denen Forschung betrieben wird. Die nachfolgende Aufstellung gibt Kurzprofile der Universitäten wieder. Die Auswahl erfolgte auf der Basis der Redaktion bekannter Informationen und soll keine Wertung bzw. Priorisierung darstellen. Neben den Universitäten unterhält die TÜBITAK eigene stattliche Forschungseinrichtungen, die ebenfalls aufgeführt sind. 

Anadolu Universität 

Als einzige türkische Universität bietet die Anadolu Universität ein Fernstudium in der Türkei an. Die Anadolu Universität nimmt außerdem an den Erasmus- und Leonardo da Vinci - Programmen teil. Im Rahmen von Erasmus bestehen Vereinbarungen mit über 100 europäischen Universitäten. Sämtliche Wissenschaftler der Universität verfügen über Auslandserfahrungen. Kooperationsverträge mit der Uni Köln und dem SUNY Empire Stäte College (USA) ermöglichen den Studierenden das Erlangen von Dualdiplomen. Ein gemeinsames Programm mit der State University of New York College at Cortland (zwei Jahre in Anadolu zwei Jahre in SUNS Cortland) berechtigt die Teilnehmer Absolvent beide Universitäten zu sein. Mit weiteren 16 Universitäten wird auf unterschiedlichen Ebenen kooperiert. Darunter sind aus Deutschland die Uni Hagen, Uni Köln, Kunstakademie in Hagen und Münster.
Drei der zwölf Fakultäten bieten Möglichkeitenzum Fernstudium auch außerhalb der Türkei. Innerhalb der Anadolu Universität gibt es außerdem 27 Forschungs- und Anwendungszentren sowie 15 weitere Forschungs-, Entwicklungs- und Anwendungseinheiten. 
www.anadolu.edu.tr/en/
www.anadolu-uni.de/indexa.htm 

Ankara Universität

Die Ankara Universität ist die erste Universität, die mit der Gründung der türkischen Republik entstanden ist. Damit verbunden haben viele Wissenschaftler, die in den 30er Jahren aus Deutschland geflohen sind, ihre Heimat hier gefunden und haben der Universität viel Aufbauhilfe geleistet. Diese Tradition verbindet die Universität eng mit Deutschland. Die Ankara Universität hat neben der Dokuz Eylül Universität in Izmir zahlenmäßig die meisten Kooperationen mit deutschen Partnern verwirklicht.
Die Ankara Universität mit derzeit 15 Fakultäten zählt zu den Universitäten mit dem breitesten Ausbildungsspektrum (von der Medizin bis zu den Agrarwissenschaften, von den Rechtswissenschaften bis zu den Sprachwissenschaften). Dies ermöglicht besonders hohe interdisziplinäre Zusammenarbeit. Eigenevaluierung ist bereits ein kontinuierlicher Prozess, der universitätsweit vorgenommen wird. Die Fakultäten der Veterinärmedizin und Ingenieurwissenschaften sind auch extern evaluiert und akkreditiert. Es gibt eine traditionell gewachsene Kooperation mit deutschen Forschungseinrichtungen sowie Erfahrung mit RP-6 Projekten. Seit 2003 nimmt die Ankara Universität an SOCRATES-ERASMUS-Programmen teil. Die ersten Zielländer für die Studenten der Ankara Universität waren Deutschland und Italien. Zur Steigerung der Mobilität Ihrer Studenten vergibt die Ankara Universität Stipendien. 
www.ankara.edu.tr/english/ 

Baskent Universität

Die Baskent Universität ist im Jahre 1994 gegründet worden und ist eine Stiftungsuniversität (Stiftung für Organtransplantation und Behandlung der Verbrennungen und Haberal Stiftung für Bildung). Unterrichtssprache ist Türkisch, allerdings ist Englisch eine Pflichtsprache, die den Studierenden in einem separaten Vorbereitungskurs beigebracht wird. Die Universität hat ein Konzept, welches auf angewandter Forschung basiert. 
Fachliche Schwerpunkte der Universität sind die Gesundheitswissenschaften und die Medizin. Die Besonderheit der Universität besteht darin, dass diese selbst innerhalb der Türkei Krankenhäuser, Dialysezentren, Medizinische Forschungseinrichtungen und Rehabilitationszentren betreibt. So hat die Universität die Möglichkeit, Forschung, Lehre und Krankenversorgung optimal miteinander zu verzahnen. Die Dialyseeinrichtungen genießen in der Türkei einen sehr guten Ruf.
An der Universität arbeiten über 1.000 Wissenschaftler. Sie verfügt über ein modernes, eigenes Forschungs- und Produktionszentrum für Versuchstiere in der klinischen und pharmakologischen Forschung und diese werden auch den Wissenschaftlern außerhalb der Universität zur Verfügung gestellt. 
Sie ist mit einem Wirtschaftsunternehmen vergleichbar und verfügt über eigene Hotels, über eine eigene Tischlerei, Produktionsanlagen, eigene TV- Sender etc. Der eigene Sender genießt in der Türkei durch seine wissenschaftlichen Sendungen und seine Seriosität eine erhebliche Reputation. 
www.baskent.edu.tr

Bilkent Universität

Die Bilkent Universität wurde von Prof. Ihsan Dogramaci als erste Stiftungsuniversität im Jahr 1984 gegründet und ist somit die älteste und eine der namhaftesten Privatuniversität mit über 10.000 Studierenden. Die Unterrichtssprache ist englisch.
Die Universität legt großen Wert auf internationale Präsenz, so arbeiten wissenschaftliche Mitarbeiter aus 40 Ländern und Nahezu alle dort tätigen Hochschullehrer haben einen im Ausland erworbenen Abschluss. Studentenaustauschvereinbarungen mit neun Universitäten in den USA, jeweils zwei Universitäten in Italien, Frankreich, Kanada und Holland und jeweils einer Universität in Dänemark, England, Indien, Hong Kong, Israel und Neuseeland ermöglichen den Studenten in allen Fachbereichen eine internationale Perspektive und tragen dazu bei, die Lehrqualität zu steigern. Außerdem gibt es fachspezifische Austauschvereinbarungen mit weiteren 70 Universitäten. Mit Deutschland bestehen Austauschvereinbarungen in ausgewählten Fachrichtungen mit den Universitäten Pforzheim, Dortmund, Münster, Ludwigshafen, Leipzig, Konstanz, Stuttgart, Bad Honnef, TU Berlin, Johann Wolfgang Goethe-Universität / Frankfurt am Main, Otto-von-Guericke-Universität / Magdeburg.
In den Bereichen Computerwissenschaften, Elektrik und Elektronik, Nanotechnologien sowie Molekular-Biologie und Genetik stellt die Universität die Vorreiterin unter den türkischen Universitäten dar. Der Schwerpunkt der Forschung in der Molekularbiologie liegt in der Krebsforschung. Allerdings hat sich Bilkent zum Ziel gesetzt, nicht nur in Lehre, Forschung und Veröffentlichungen, sondern auch in Sachen Kultur und Kunstaktivitäten zu den besten Universitäten der Welt zu gehören. Neben den neun Fakultäten, die ein breites Spektrum an Fachrichtungen abdecken, gibt es auch ein Zentrum für EU-Fragen (eucenter(at)bilkent.edu.tr). 
www.bilkent.edu.tr 

Bogazici Universität

Das ehemalige, amerikanische Robert College (erste amerikanische Hochschule ausserhalb der US-Grenzen gegründet in 1869) wurde 1971 in die Bogazici Universität umgewandelt. Die Ausbildungssprache ist Englisch. Die Universität hat einen sehr guten Ruf in der Türkei. Sie ist, bis auf wenige Bereiche, immer noch stark an die USA orientiert. Bogazici Universität hat Partnerschaften mit verschiedenen Universitäten aus USA, Kanada, Australien, Japan und Europa zum Studentenaustausch. Austauschprogramme mit den 25 Universitäten aus den USA haben keine fachspezifische Begrenzung. Die mit den 89 Europäischen Universitäten sind dagegen überwiegend fachspezifisch. Mit 25 zum Teil sehr renommierten Universitäten wie der Uni Aachen, TU Berlin, FU Berlin, TU Darmstadt TU Kaiserslautern aus Deutschland bestehen überwiegend im Bereich Ingenieurwissenschaften und Wirtschaftwissenschaften Austauschvereinbarungen. In den 19 Forschungszentren wird sowohl grundlagen- als auch anwengundsorientiert geforscht. Die Bogazici Universität ist in Erasmus und Sokrates Programmen und im Bereich des 6 und 7. RP aktiv beteiligt.
Sämtliche Fachbereiche der Ingenieurwissenschaften der Bogazici Universität sind seit 1998 durch ABET und seit 1999 durch EUA akkreditiert. ABET (Accreditation Board for Engineering and Technology) untersucht und akkreditiert ebenfalls die Studiengänge der Ingenieurwissenschaften in der USA. Gemäß der Akkreditierungsbedingungen EC2000 wurde die Bewertung in 2004 erfolgreich wiederholt. 
www.boun.edu.tr/index_eng.html 

Çukurova-Universität

Die Çukurova-Universität ist eine staatliche Universität die im Jahr 173 in der südtürkischen Stadt Adana gegründet wurde. Die Universität liegt am Seyhan Stausee und ist ca. zehn Kilometer vom Stadtzentrum entfernt und ist mit ca. 32.700 Studenten eine der größten Universitäten der Türkei. Die Çukurova-Universität gliedert sich heute in zehn Fakultäten (Medizin, Architektur, Literatur, Agrarwissenschaften, staatliches Konservatorium, Kunst, Zahnmedizin, Architektur und  BWL). Seit 1990 besteht eine Wissenschaftliche Partnerschaft mit der TU Berlin in den Fachgebieten Agrarwissenschaften und Germanistik. 
www.cu.edu.tr/Content/Asp/English/ 

Dokuz Eylül Üniversitesi

Die Dokuz Eylül Üniversitesi (Universität des 9. September) ist mit über 40.000 Studenten und 3.000 wissenschaftlichen Angestellten eine der renommiertesten Universitäten der Türkei. Die in Izmir gelegene Universität entstand 1982 aus einer Abspaltung der Ägäis-Universität und ist für ihre analytischen Forschungsarbeit im Bereich der Sozialwissenschaften sehr bekannt und ist nach ISO 9001: 2000 Quality Management System zertifiziert. 
Die Universität des 9. September gliedert sich in 10 Fakultäten (Erziehungswissenschaft, Architektur, Bildende Künste, Ingenieurswissenschaft, Naturwissenschaft, Jura, Medizin, Theologie, Betriebswirtschaft und Volkswirtschaft). 
www.deu.edu.tr/DEUWeb/English/ 

Kandilli Observatorium und Institut für Erdbebenforschung (KOERI)

Die Kandilli Observatorium und Institut für Erdbebenforschung wurde als solche per Kabinettbeschluß in 1983 ein "Annex" zu Bogazici Universität und hat ein Sonderstatus in der Türkei. Sie wurde in 1868 hauptsächlich als eine meteorologische Einrichtung gegründet. Schwerpunkt seiner Aktivitäten stellen seit 1983 Erdbebenforschung, -Lehre und Überwachung. KOERI hat sich zu einen multidiziplinären Erbebenforschungszentrum entwickelt. Graduierten-Programme werden in den Bereichen Ingenieurwesen für Erdbebenlehre, Geophysik und Geodesy angeboten. Die in Ihrem Profil integrierten Erdbebenforschung, Überwachung, Lehre und Anwendungen machen KOERI zu einer für die Türkei einzigartige Institution. KOERI führt seismologische Überwachungen durch und bietet diese Dienstleistungen kontinuierlich Türkeiweit an. Das Netzwerk der Überwachungsstationen ist für die Annahme, Analyse und Weitergabe der Informationen an die entsprechenden Stellen verantwortlich. 
KOERI kooperiert mit den Universitäten Karlsruhe, Kiel, Darmstadt, Aachen, Berlin und GFZ-Potsdam. Mit der Uni Karlsruhe, Kiel und GFZ-Potsdam gibt es gemeinsame Grundlagen- und anwendungsorientierte Forschungsprojekte. Doktoranden aus Deutschland haben die Möglichkeit an Postgraduierten Programmen und Laboratorien der KOERI teilzunehmen. Doktoranden der Uni Karlsruhe nehmen an diesen Programmen teil. 
www.koeri.boun.edu.tr/eng/topeng.htm 

Koc Universität

Als eine der bekanntesten Privatuniversitäten, der Türkei wurde sie in 1993 gegründet und wird immer noch finanziell durch die Vehbi Koc Stiftung unterstützt. Nur die obersten 1% der Studienanwärter werden in der Koc Universität aufgenommen. Das Studium wird in Englisch durchgeführt. Als zweite Fremdspache können die Studenten unter Französisch, Deutsch, Italienisch oder Russisch wählen. Wie die anderen Stiftungsuniversitäten gewährt auch die Koc Universität Stipendien. Es gibt Austauschvereinbarungen mit 21 Universitäten im Rahmen von Erasmus und weiteren 23 überwiegend mit der USA. Dozenten und Absolventen amerikanischer Elite-Universitäten überwiegend türkischer Abstammung finden als Lehrkräfte schnell den Weg zu Koc Universität. Kooperationen mit weltweit anerkannten Hochschulen wie der London Business School, Harvard, Insead oder SDA Bocconi in Italien, aber auch mit der European Business School in Oestrich-Winkel oder der HHL Graduate School of Management in Leipzig verdeutlichen ihre globale Ausrichtung und Vernetzung. Das Aufnahmeverfahren in das sogenannte European Quality Improved System (Equis) ist eingeleitet. Dies strebt die Universität an, um in die großen internationalen MBA-Ranglisten zu gelangen. 
www.ku.edu.tr/main.php?lang=en 

Marmara Research Centre (MRC)

Das Marmara Research Center MRC ist mit über 130 Laboratorien die größte zu TÜBITAK gehörende Forschungseinrichtung und damit auch die größte außeruniversitäre Forschungsstätte in der Türkei. Es wurde 1972 auf einem weiträumigen Gelände in Gebze bei Istanbul errichtet und beschäftigt derzeit (2007) ca. 1.000 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen. Die Forschungsthemen sind breit gefächert und es gliedert sich in sieben wissenschaftliche Institute. Diese umfassen Gebiete wie Energie, Chemie- und Umweltwissenschaften, Geo- und Meereswissenschaften, Informationstechnologie, Materialforschung, Lebensmittelwissenschaften sowie das Genetik- und Biotechnologische Institut. Dazu kommt auf dem MRC-Gelände die, nach eigenen Angaben erste sog. "Technological Free Zone" (TEKSEB) in der Türkei (siehe unten) MRC hat das Ziel, in der angewandten Forschung und technologischen Entwicklung zu den weltweit führenden Einrichtungen aufzuschließen, um die weltweite Konkurrenzfähigkeit der Türkei bzw. der türkischen Institute zu verbessern. Die MRC-Grundfinanzierung erfolgt durch TÜBITAK. Forschungsaufträge bzw. Drittmittel kommen vorrangig von der Regierung und dem Militär sowie von der türkischen Industrie (viele Kontakte auch mit KMU's der Region), von anderen öffentlichen Auftraggebern und ausländischen Programmen (z. B. NATO, Weltbank, FP7). Dem Qualitätsmanagement wird besondere Bedeutung gegeben und vom MRC angebotenen Dienstleistungen sind entsprechend zertifiziert, hierzu zählen ISO9001:2000, ISO14001:2004, EN ISO/IEC 17025:2000.  
www.mam.gov.tr/eng/ 

Marmara Universität

Die deutschsprachigen Abteilungen für Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftinformatik der Marmara Universität sind hier besonders zu erwähnen. Sie wurden auf Basis eines Regierungsabkommens vom 21.03.1991 zwischen der Türkischen Republik und der Bundesrepublik Deutschland in Zusammenarbeit mit dem DAAD (Deutscher Akademischer Austausch Dienst) und der Marmara Universität im Jahre 1991 eingerichtet. Bis auf wenige Ausnahmen wird auf Deutsch unterrichtet. Die Lehrpläne entsprechen den Lehrinhalten deutscher Universitäten. Das ermöglicht den Studentenaustausch und die gegenseitige Anerkennung von Prüfungsleistungen.
Außer dem DAAD bestehen akademische Kooperationsabkommen mit den Universitäten Lüneburg und Münster sowie mit der Johannes Kepler Universität. Die Studenten der deutschsprachigen Abteilungen für Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik können, beispielsweise an der Universität Lüneburg für ein Semester studieren, und dasselbe gilt in umgekehrter Richtung auch für die Studenten der Universität Lüneburg. Die besuchten Vorlesungen und abgelegten Prüfungen werden an den beiden Universitäten gegenseitig anerkannt. Eine ähnliche Studienrichtung mit jeweils zwei Jahre Studium in FH Münster und Marmara Universität soll zum Wintersemester 2007/2008 starten. Das Studium soll mit einem Doppel-Abschluss enden.
Mit der Industrie gibt es eine enge Zusammenarbeit. Kooperierende Firmen sind BASF, BOSCH, BSH, Deutsche Bank A.G, Hannover Messe, Mercedez Benz Türk A.S., Metro AG, Praktiker, Reahu Polimer Kimya San. AS, SAP, Siemens AS., TÜV SÜD. 
www.marmara.edu.tr/en 

Hacettepe Universität

Die Hacettepe Universität wurde wie die Bilkent Universität durch Prof. Dr. Ihsan Dogramaci gegründet. Die Hacettepe Universität verfügt über eine hausinterne Koordinierungseinheit für Qualitätskontrolle. Zusammen mit sieben weiteren öffentlichen Stellen wurde die Hacettepe Universität von DPT (staatliche Planungsorganisation) für die Anwendung von strategischer Planung als Pilotinstitution ausgewählt. In diesem Zusammenhang ist das bereits existierende Qualitätsmanagement-System ein fester Bestandteil des strategischen Planungsablaufs geworden. Die Hacettepe Universität hat sich als Benchmark die Stanford Uni-versität ausgewählt; ein Vergleich auf Indizbasis ist als PowerPoint-Präsentation auf der Homepage der Universität verfügbar.
Mit 13 Fakultäten, 13 Institute, 35 Anwendungs- und Forschungszentren, einer Musikhochschule, neun Hochschulen ist die eine der größten und bekanntesten Universitäten der Türkei.
Als eine der wenigen Universitäten in der Türkei verfügt die Hacettepe Universität über einen Fachbereich, der dreisprachig angelegt ist. Hervorzuheben sich Universität auf ihrer Website in vier Sprachen (neben türkisch, deutsch, englisch und französisch) präsentiert. Neben Kenntnissen der türkischen und englischen Sprache, ist Deutsch Voraussetzung für das Studium im Fachbereich Ingenieurwissenschaft für Kraftfahrzeugbau. Dieser Fachbereich wurde in Zusammenarbeit mit der Firma Mercedes-Benz Türkei A.S. und der Universität Esslingen gegründet. 
www.hacettepe.edu.tr/english/index.php 

Technische Universität Istanbul (ITÜ)

Die älteste und bekannteste technische Universität der Türkei. Ursprünglich in 1773 - gegründet mit dem Namen "Königliche Schule für Marineingenieure" - ist die Universität heute bekannt für Architektur und Ingenieurbildung in der Türkei. Es besteht eine traditionell gewachsene Kooperation zwischen ITÜ und der ODTÜ in Ankara. Unter den staatlich technischen Universitäten sind ITÜ und ODTÜ die renommiertesten.
Integriert in der Fakultät für Ingenieurbau, ist der Bereich "Umweltwissenschaften und Biotechnologie der Umwelt" sowohl national als auch international besonders aktiv. Er ist als eine der 22 Fachbereiche durch ABET (Accreditation Board for Engineering and Technology) akkreditiert. Das "Forschungszentrum für Umweltbiotechnologie" (EBRC) wurde als eine der zehn nationalen interdisziplinäre Exzellenz-Zentren in Zusammenarbeit mit TÜBITAK gegründet. 
Die Ingenieurwissenschaften Fakultät der Chemie und Metallurgie wendet "Total Quality Management System in engineering education" seit 1998 an. Die Fakultät ist durch ABET akkreditiert. Es besteht ein gemeinsames "Post-graduierten-Programm" mit der TU Berlin. 
Außer einem Büro für internationale Angelegenheiten hat ITÜ ein Büro für die Zusammenarbeit mit der EU. 
www.itu.edu.tr/e/ 

Technische Universität des Mittelostens (METU)

Als eine der stärksten Universitäten der Türkei im Bereich Ingenieurwissenschaften bemühte sich die METU um internationale Bewertung und Akkreditierung lange vor dem Bologna-Prozess. Schon im Jahr 1991 wurde das Langzeit-Programm der Akkreditierung durch ABET für sämtliche ingenieurwissenschaftlichen Programme der Universität initiiert. Alle 13 ingenieurwissenschaftlichen Programme von METU sind mittlerweile durch ABET als äquivalent zu den akkreditierten Programmen der USA bescheinigt. Im Jahr 2002 wurde der Prozess der EUA (European University Association) abgeschlossen. Im Bereich Betriebswirtschaftslehre liegt eine Akkreditierung durch die International Advertising Association vor.
Mit zahlreichen Institutionen aus 55 Ländern bestehen Kooperationsvereinbarungen. Aus Deutschland wurden mit folgenden Universitäten Kooperationsvereinbarungen geschlossen: Universität Osnabrück, FH Aachen, TU Darmstadt, FH Coburg, Universität Kaiserslautern, Universität Paderborn, Humboldt Universität zu Berlin. Mit der TU Darmstadt gibt es eine Vereinbarung über die gegenseitige Anerkennung des Abschlussgrades. Im Rahmen von ERASMUS bestehen weitere Vereinbarungen mit 31 Universitäten aus Deutschland.
Seit 2003 praktiziert METU co-PhD Programme mit der Université Louis Pasteur-Strasbourg I, INSA of Lyon and ENSMA, Frankreich; zwei weitere Co-Studien Programme wurden im Jahr 2003 mit der State University of New York, USA, initiiert. Die University of California Davies, Delft University und Eindhoven University haben seit 2004 mit der METU eine Vereinbarung zur Erteilung von Dual-Diploma im postgraduierten Bereich abgeschlossen. Die Dual-Diploma werden mit Fördermitteln aus den jeweils beteiligten Ländern bzw. Universitäten finanziert. Für Mobilität und Intensivierung von bilateraler Kooperation hat sich lt. METU das Konzept der Dual-Diploma bewährt. 
Ein Masterprogramm über europäische Studien im Bereich der Sozialwissenschaften ermöglicht Studenten aus verschiedenen Disziplinen, sich in europäischen Themen zu spezialisieren und als Bindeglied zwischen der Türkei und den anderen Staaten der EU zu fungieren. 
www.metu.edu.tr/ 

Sabanci Universität (SU)

Die Sabanci Universität ist eine der bevorzugtesten Privatuniversitäten in der Türkei. 36% der Studierenden erhalten Vollstipendien. In der Sabanci Universität gibt es innerhalb der Fakultäten keine Abteilungen, dies soll die interdiziplinäre Zusammenarbeit fördern. Aus diesem Grund sind die Fachrichtungen Natur- und Ingenieurwissenschaften nicht in getrennten Fakultäten untergebracht. 
Als Teil seiner Philosophie fokusiert die SU seine Forschungtätigeit in erster Linie auf die angewandten Forschung. Der Standort Tuzla ist haupsächlich ein Industriegebiet und die SU bietet viele Möglichkeiten für kooperative Forschung mit der Industrie und den KMUs. Die SU hat sich zum Ziel gesetzt als ein kommerzielles "outlet" für neue Technologien zu fungieren.
Wie die meisten Stiftungsuniversitäten verfügt Sabanci Universität über eigene Mittel für F&E. Außerdem stehen, für die Bearbeitung und Abwicklung von Angeboten und Anträgen, den Wissenschaftlern administrative Einheiten zur Verfügung. Weiterhin gibt es eine Abteilung "Innovent" eigens für die Vermarktung der eigenen Patente. Die finanzielle und technische Ausstattung der Universität zieht Wissenschaftler aus dem In- und Ausland an und ermöglicht damit eine hohe Qualität in Lehre und Forschung. Die Mehrheit der Wissenschaftler haben in Ausland promoviert. 
Bilaterale Kooperationsvereinbarungen wurden mit Universitäten aus Japan, Polen und der USA abgeschlossen. Sabanci partizipiert an Erasmus, Sokrates und Leonardo da Vinci Programme. 
www.sabanciuniv.edu.tr/eng/ 

Yeditepe-Universität

Die Yeditepe-Universität wurde im Jahre 1996 in Istanbul gegründet und gehört zusammen mit einigen Grundschulen und Gymnasien der Istek-Stiftung an. Die Yeditepe-Universität besteht aus zehn Fakultäten und einer Fachhochschule für Sprachen. 
Unterichtssprache ist generell englisch, ferner werden Vorlesungen zusätzlich in Deutsch, Französisch oder Italienisch gehalten. Die Yeditepe-Universität zeichnet sich unter anderem durch internationale Studiengänge, wie zum Beispiel Betriebswirtschaftslehre (auf Deutsch) oder Politikwissenschaften (auf Französisch) aus. 
www.yeditepe.edu.tr/ 

Unter Dokumente ist eine Tabelle mit weiteren Informationen zu Hochschulen in der Türkei hinterlegt. Die Angaben beinhalten zu jeder Universität u.a. Gründungsjahr, Schwerpunkte, Anzahl der Studierenden/ Akademiker, Anzahl der Institute/ Einrichtungen sowie ergänzende Bemerkungen.

Quellen: BMBF (M. Göben 2005 und Nur Bopp 2007, unveröffentl.), Auswärtiges Amt 

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4. Förderorganisationen

TÜBITAK (Wissenschaftliche und technologische Forschungsrat)

TÜBITAK untersteht direkt dem Ministerpräsidialamt, das von Rat für Wissenschaft und Technologie beraten wird. TÜBITAK berät die Regierung in wissenschaftspolitischen Fragen und übernimmt die Vergabe von öffentlichen Fördermitteln, Stipendien und Preisen. Sie ist ferner für die Koordination internationaler Aktivitäten und als Nationale Kontaktstelle zu den Forschungsrahmenprogrammen der EU zuständig. Seit 1995 ist auch die Umsetzung von Fördermaßnahmen zur Entwicklung der industriellen Forschung und Technologie bei der TÜBITAK angesiedelt.

Hervorzuheben ist, dass TÜBITAK mit eigenen Forschungseinrichtungen (Marmara Research Centre) und neun weiteren Instituten und Forschungseinheiten selbst forschend tätig ist. Seit Gründung und Eingliederung dieser Forschungsinstituten ab dem Jahr 1971 gehören grundlagen- und anwendungsbezogene Forschung zum Aufgabenbereich von TÜBITAK. Ungefähr 1.000 Forscher/innen arbeiten in 15 verschiedenen Forschungseinrichtungen.
www.tubitak.gov.tr

Weitere Ministerien

Neben der TÜBITAK besitzen die meisten türkischen Ministerien eigene Fördermittel zur Forschungsförderung innerhalb ihres Zuständigkeitsbereichs. Nennenswert ist hier vor allem das Erziehungsministerium (siehe Ministerien und Gremien), welches neben seinem politischen Einfluss und der Zuständigkeit auch ein Stipendienprogramm zur Förderung von Forschungsvorhaben türkischer Wissenschaftler im Ausland unterhält.

Förderagentur für KMU (KOSGEB)

KOSGEB ist beim Ministerium für Industrie und Handel angesiedelt und verfügt über eine ganze Reihe von Außenstellen. Sie bietet neben Beratung und Schulung in einer Vielzahl von Bereichen auch kostenlosen Analysen, Prüfung und Qualitätsmessungen von Produkten an, unterstützt Forschungsvorhaben durch diverse Projekte und vermittelt Geschäftspartner. KOSGEB ist auch Vertragspartner der EU zur Durchführung verschiedener Entwicklungsvorhaben für lokale KMU. KOSGEB hat zudem ein Zuschussprogramm für KMU aufgelegt. Die Zuschussangebote beziehen sich v.a. auf den Bedarf kleiner türkischer Unternehmen (bis 150 Mitarbeiter).
www.kosgeb.gov.tr

Türkische Stiftung für Technologie-Entwicklung (TTGV) 

Die TTGV wurde im Jahre 1991 gegründet, um die von der Weltbank erhaltenen Mittel für die Entwicklung der Technologie in der Türkei zweckmäßig einzusetzen und um vor allem das Bewusstsein für Forschung und Entwicklung auf dem privaten Sektor zu wecken und zu intensivieren. Im Jahre 1999 wurden die Mittel durch die Weltbank aufgestockt. Die TTGV wurde in Zusammenarbeit des staatlichen und des privaten Sektors gegründet, ist eine non-profit-Organisation und in jeder Hinsicht unabhängig. Sie ist Mitglied der TAFTIE (The Association for Technology Implementation in Europe). 
Die TTGV bekommt Mittel über das Staatssekretariat für die Schatzkammer. Das erste Weltbankprojekt über die Technologieentwicklung in der Türkei ist bereits im Jahre 1998 abgeschlossen worden und in einer zweite Phase bis 2005 verlängert worden. Im Rahmen des Projektes "Industrielle Technologie" hat die TTGV die Gründungen der Technoparks der Universitäten Bilkent (Bilkent Cyberpark) und Technische Universität Istanbul (Technopark Ari) unterstützt. Technoparks sind Plätze, in denen Universität, Forschungslabore sowie Betriebe durch die räumliche Enge intensiv zusammenarbeiten und neue Projekte entwickeln und durchführen können und weitergehend staatliche Unterstützungen in Form von Steuervorteilen erhalten. 
Die Hauptaktivitäten der TTGV sind derzeit

  • die Finanzierung der Technologieentwicklungsprojektes
  • der Betrieb von Technoparks und Technologiezentren
  • die Bewilligung von Risikokapital

Projekte der industriellen Einrichtungen, die eine technologische Neuheit und Entwicklung beinhalten und als Produkte am Markt positioniert werden können, werden mit einen 50%tigen zinsfreien Kredit unterstützt:

TTGV bewertet die Bedürfnisse, Erwartungen und Prioritäten des öffentlichen und privaten Sektor, und entwickelt so neue Mechanismen für die sich ständig verändernden Bedingungen. 
www.ttgv.org.tr/en/ 

Erziehungsministerium (MEB)

Der Erziehungsminister kann bei Versammlungen des türkschen Hochschulrates (YÖK) die Leitung übernehmen, hat aber kein Stimmrecht. Die Hauptaufgabe des Erziehungsministerium (MEB) besteht darin eine einheitliche nationale Bildungspolitik zu gewährleisten uns ist zuständig für alle Fragen der schulischen Bildung. Das MEB ist auch Unterzeichner der Bologna Erklärung im Jahre 2001. Zusätzlich wird das Hochschulwesen in der großen Nationalversammlung der Türkei durch den Minister für Erziehung vertreten.

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5. FuE im öffentlichen Sektor

Ein chronologischer Vergleich der F&E-Ausgaben zwischen 1990 und 2005 zeigt eine Verdoppelung des GERD-Anteils (Gross Domestic Expenditure on Research and Development) und fast eine Verdoppelung der F&E-Ausgaben des Privatsektors. Lt. TÜBITAK beträgt der gegenwärtige GERD-Indikator 0,79% (PPP-bereinigt: 0,76%) und soll bis 2010 auf 1% erhöht werden. Nach Angaben des staatlichen Türkischen Statistischen Instituts (TUIK) verteilen sich 2006 die F&E-Gesamtausgaben in Höhe von 4.883 Mrd. US$ oder 0,76% des BSP  wie folgt: Universität: 51,3%, Privatsektor: 37%, Öffentlicher Sektor: 11,7%. Die Gesamtzahl des vollzeitbeschäftigten F&E-Personals konnte lt. TÜBITAK in kürzester Zeit von ca. 26-28.000 (2005) auf 54.444 Personen (2008), davon 43.000 Forscher/innen, deutlich erhöht werden und teilt sich auf in: Universität: 49,1%, Privatsektor: 33,1% , Öffentlicher Sektor: 17,8%. Gründe für diesen Anstieg sind eine erhöhte Nachfrage aus dem öffentlichen Sektor (u.a. Fachministerien, öffentliche Forschungsinstitute), erfolgreiche Rückführung türkischer Wissenschaftler aus dem Ausland, verbesserte internationale Beziehungen sowie die Attraktivität der Akademischen Forschungsprojekte und der Ph.D.-Stipendien für Graduierte. Das Planziel für 2010 (40.000) ist damit vorzeitig erreicht worden.

Gleichzeitig haben sich aber auch die Anzahl der von TÜBITAK geförderten universitären F&E-Projekte um das 1,5-fache erhöht, das Finanzbudget für laufende Projekte von 30,2 Mio. YTL (2004) auf 360,5 Mio. YTL (2007) und die Zahl der abgeschlossenen Projekte von 337 (2004) auf 907 (2007). Die Anzahl der Patentanträge stieg nach Angaben des Türkischen Patentamtes von 2.262 (2004) - davon 685 türkische Patentanmeldungen - auf 5.175 (2006) - davon 1.100 türkische Patentanmeldungen - und fiel dann wieder auf 3.216 (2007) - davon 930 türkische Patentanmeldungen. Der Anteil des vollbeschäftigten wissenschaftlichen Personals an der insgesamt beschäftigten Arbeitskraft ist 2,6 pro 1000.

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6. FuE im privaten Sektor

Zwischen 2004 und 2006 haben sich die F&E-Ausgaben des Privatsektors um das 1,5-fache gesteigert und im Öffentlichen Sektor mehr als verdoppelt , die öffentliche finanzielle Unterstützung für Wissenschaft, Technologie und Innovationen hat sich von 543 Mio. YTL auf 1.259,2 Mio. YTL erhöht. Die Anzahl der geförderten Wissenschaftler/innen im Privatsektor hat sich zu Lasten der Quote der universitären wissenschaftlichen Personalförderung fast verdoppelt, die Zahl der geförderten Firmen hat sich um ein Drittel erhöht und die finanzielle Unterstützung industrieller F&E-Projekte wurde fast verdreifacht. Die sektorale Verteilung sieht wie folgt aus: 30% Maschinenbau, 23% Informationstechnologien, 16% Elektronik, 10% Materialien und Metallurgie, 10% Chemie, 3% Nahrungsmittel und 8% sonstige. Im Vergleich zur EU ist der Abstand allerdings noch beträchtlich, sowohl bei GERD   als auch beim Beitrag des Privatsektors.

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7. Öffentlich-private Zusammenarbeit in FuE

Um positive Auswirkungen der universitären F&E-Aktivitäten auf die technologische Entwicklung im Privatsektor zu erhöhen und umgekehrt die privatwirtschaftliche Nachfrage nach universitärer F&E zu decken, wurde das Modell der Technoparks als ein modernes Beispiel der Zusammenarbeit von Universitäten und Privatwirtschaft entwickelt und gefördert. Mit einem Gesetz im Jahr 2001 für Technologie Entwicklungszonen (Teknoloji Gelistirme Bölgeleri Kanunu) wurde die rechtliche Grundlage zur Förderung und steuerlichen Begünstigung von Technologie-Centern (bis 2013) geschaffen. Derzeit gibt es insgesamt 20 Technologie-Center in der Türkei. Synergie-Effekte für universitäre F&E als auch für privatwirtschaftliche W&T sind möglich, soweit F&E-Transfers zu marktfähigen und gewinnorientierten Produkten führen. Die Transferbeziehungen müssen daher reziprok und nachhaltig sein, d.h. Erhöhung des F&E-Bedarfs durch F&E-Tätigkeiten, die zu marktfähigen Produkten führen, und Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit durch Vertiefung der F&E-Tätigkeiten (in und außerhalb der Universitäten). Der universitätseigene Technopark wirkt als Schiene, Verstärker und Rückkoppler für F&E und W&T-Kapazitäten (Innovationskapazitäten) in Privatfirmen und im universitären F&E-Bereich. Steuerbefreiungen (Lohn- und Ertragssteuern) für Firmen in Technoparks und Einstellungserleichterungen für Wissenschaftler aus Universitäten sollen diese Strukturen belastbarer machen und marktwirtschaftliche Risiken verringern. Leistungsüberprüfungen der Firmen sollen Nachhaltigkeit und Steuerbefreiung gewährleisten, und künftig sollen bereits Studierende für die Förderung betrieblicher W&T-Projekte und „start-ups“ gewonnen werden.

  • Ankara Cyberpark TGB (Bilkent Uni.,Ankara, Ziel: Nanotech.Cyberpark)
  • Antalya Technokent A.S. (Akdeniz Uni, Antalya. Richtung: Dienstleist.)
  • Ari Teknokent (TU Istanbul, Richtung: Ingenieurwissenschaften)
  • Ata Tecknokent AS (Atatürk Uni., Erzurum. Richtung: Medizin)
  • Cukurova TGB (Cukurova Uni., Adana)
  • Erciyes Teknopark (Erciyes Uni., Erciyes)
  • Eskisehir TGB (Anadolu Uni., Eskisehir)
  • Gazi Magusa TGB (Dogu Akdeniz Uni, KKTC)
  • GOSP Teknopark (Sabanci Uni. und Kocaeli Uni., Gebze)
  • Göller Bölgesi Teknokenti (Süleyman Demirel Uni, Isparta)
  • Hacettepe TGB (Hacettepe Uni., Ankara Uni. Richtung: Medizin,  Pharmakologie, Biotechnologie, Genetik, Maschinenbau, Automobilbau)
  • Izmir TGB (Izmir Technologie Inst., Ege Uni., Dokuz Eylül Uni., Izmir)
  • Kocaeli Universität TGB (Kocaeli Uni., Gebze. Richtung: Materials)
  • Konya Teknokent AS (Selcuk Uni., Konya)
  • Mersin Teknopark (Mersin Uni., und METU Technopark, Mersin. Richtung: Agrartechn., Nahrungsqualität, Medizintechn., Chemie und neue Materialien)
  • ODTÜ/METU Teknopark (METU Ankara. Richtung: Ingenieurwiss.)
  • Trabzon TGB (TU Karadeniz, Trabzon. Richtung: Biotechnologie, Gesundheitswesen)
  • TÜBITAK MAM Teknokent (Tübitak Forschungszentrum, Gebze)
  • ULUTEK TGB (Uludag Uni., Bursa. Richtung: Ingenieurwiss.)
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Redaktion: 23.01.12, von: Dr. Akin Akkoyun, IB Internationales Büro des BMBF beim DLR e. V.
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