BMBF - Bundesministerium für Bildung und Forschung
Kooperation International
 

FlaggeLänderbericht: USA

1. Allgemeine Landesinformationen

1.1. Bevölkerung/Geografie

Ländername United States of America
Vereinigte Staaten von Amerika
Hauptstadt Washington D.C.
Fläche 9.826.630 km²
Bevölkerungszahl 313,23 Mio. (Schätzung Juli 2011)
Lebenserwartung Männer: 75,92 Jahre,
Frauen: 80,93 Jahre
(Schätzung 2011)
Altersstruktur 0-14 Jahre: 20,1%
15-64 Jahre: 66,8%
65 Jahre und älter: 13,1%
(Schätzung 2011)
Bevölkerungswachstum 0,96% (Schätzung 2011)
Bevölkerungsgruppen ca. 39 Mio. Afro-Amerikaner,
ca. 50,5 Mio. Amerikaner lateinamerikanischer Herkunft,
ca. 14,7 Mio. Amerikaner asiatischer Herkunft, ca. 3,0 Mio. Amerikaner indianischer Herkunft
Sprachen Englisch, lokal auch Spanisch
Religionen 62% der Bevölkerung gehören 238 Religionsgemeinschaften an,
davon 26% der römisch-katholischen Kirche,
27,5% protestantischen Gemeinschaften (Baptisten, Methodisten, Lutheraner, Presbyterianer),
2,6% Juden
Nationaltag 4. Juli - Independence Day
(Unabhängigkeitstag)
Zeitzone Es gibt 6 Zeitzonen:
EST - Eastern Standard Time: MEZ - 6 (UTC - 5)
CST - Central Standard Time: MEZ - 7 (UTC - 6)
MST - Mountain Standard Time: MEZ – 8 (UTC - 7)
PST - Pacific Standard Time: MEZ - 9 (UTC - 8)
Außerdem:
Yukon Time - Alaska-Festland: MEZ -10 (UTC - 9)
Alaska-Hawaii Time - Hawaii und Aleuten-Inseln
westlich von Alaska: MEZ -11 (UTC - 10)
Anmerkung: Vom 2. Sonntag im März bis zum ersten Sonntag im November werden die Uhren eine Stunde vorgestellt (ausgenommen in Hawaii, American Samoa, Guam, Puerto Rico, den Virgin Islands und im Staate Arizona - der Navajo Indian Reservation).
Währung 1 US Dollar (USD) / 100 Cents
Stand: 25.10.2011
1 USD = 0,72023 EUR
1 EUR = 1,38829 USD
Aktueller Wechselkurs unter OANDA.com - Währungskonverter (siehe u.a. Links)
Vorwahl +1

Quellen: Auswärtiges Amt, Spiegel Jahrbuch, CIA World Factbook, www.travelshop.de, www.oanda.com

Politische Karte der USA (bitte klicken für eine vergrößerte Version)
Politische Karte der USA (bitte klicken für eine vergrößerte Version)

Die USA erstrecken sich auf dem nordamerikanischen Kontinent von der Atlantikküste im Osten bis zur Pazifikküste im Westen (ca. 4.500 km) und von der kanadischen Grenze im Norden bis Mexiko und bis an den Golf von Mexiko im Süden (ca. 2.500 km). Die USA lassen sich in sechs geographische Großräume gliedern:

  1. Atlantische Küstenebene
    Von New York bis Florida und weiter bis zur mexikanischen Grenze erstreckt sich ein 200 km breiter Landstreifen. Große Buchten wie Delaware Bay, Chespeake Bay, VA + MD, Albemarle Sound, SC, Tampa Bay, FL, Galveston Bay) sind eben so typisch wie lange Sandstrände und Schwemmlandschaften.

  2. Zentrales Tiefland
    Ein ungefähr 800 km langes Landbecken vom Golf von Mexiko bis zu den großen Seen im Norden. Kennzeichnend ist die ca. 200 km breite Flußlandschaft von Mississippi und Missouri. Es ist der "Mittlere Westen", das Land der Riesenfarmen und endlosen Agrarflächen.

  3. Rocky Mountains
    Von Alaska Über Kanada und den Westen der USA (Montana, Idaho, Wyoming, Utah, Colorado, Arizona, New Mexico) bis Mexiko erstreckt sich das "Felsengebirge". Hier geht es über in die Kordillieren des südamerikanischen Festlandes und bildet so den gewaltigen Felsrücken der den amerikanischen Kontinent durchzieht. Höchste Erhebungen sind der 6.193 m hohe Mount McKinley in Alaska und der 4.396 m hohe Mount Elbert in Colorado.

  4. Great Basin
    Das "große Becken" westlich der Rocky Mountains umfass Hochebenen, Gebirgszüge und Wüsten, wie das Colorado-Plateau mit dem 300 km langen Grand Canyon, die Sierra Nevada, die Salzebene am Great Salt Lake und die Sonora Wüste mit dem Death Valley. Die Beckenlandschaften liegen zwischen 1.300 m und 1.600 m hoch.

  5. Pazifisches Gebirge
    Von Seattle bis San Diego entlang der Pazifikküste verläuft das pazifische Gebirge. Dazwischen das Great Valley, 600 km lang, wird zur Küste hin von der bis zu 2.700 m hohen Coast Range begrenzt

  6. Great Plains
    Das Präriegebiet zwischen Zentraler Tiefebene und den Rocky Mountains und der kanadischen und mexikanischen Grenze ist rund 500 km breit. Von einer durchschnittlichen Höhe von 500 m steigt es bei den Rockys bis auf 1500 m an.

1.2. Politik/Administration

Ländername United States of America
Vereinigte Staaten von Amerika
Regierungsform Präsidiale Bundesrepublik mit balancierter Gewaltenteilung
(Checks and Balances)
Staatsoberhaupt Barack H. OBAMA
44. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika,
Amtsantritt: 20.01.2009
Hauptstadt Washington, D.C.
Regierungschef Der Präsident ist gleichzeitig Regierungschef
Außenminister/in John Forbes Kerry
Secretary of State of the United States of America,
Amtsantritt: 01.02.2013
Bildungsminister/in Arne Duncan
Secretary of Department of the Education
Wissenschaftsminister/in John HOLDREN
kein Minister aber Direktor des:
Office of Science and Technology Policy*, zuständig für die Umsetzung der Politik des Präsidenten in Wissenschaft und Technologie.
Parlament Kongress mit zwei Kammern:
Senat 100 Sitze
Repräsentantenhaus 435 Sitze
Regierungsparteien Dem - Democratic Party / Demokraten
  • Repräsentantenhaus (193 Sitze
  • Senat: (51 Sitze)
Oppositionsparteien
  • Rep - Republican Party / Republikaner: Repräsentantenhaus (242 Sitze), Senat 47 Sitze)
  • Unabhängige 2 Sitze im Senat

Ergebnisse der Wahlen zum 112. Kongress

Weitere Informationen zu Wahlergebnissen und Parteien - Stimmenanteile, Sitzverteilung im Parlament, etc. – unter United States auf der Wikipedia-Website: Elections by country
Landwirtschaftsminister Thomas J. Vilsack
Secretary of Department of Agriculture
Verwaltungsstruktur 50 Bundesstaaten (State / States) und der District Columbia* als Sitz der Bundesregierung:
Alabama, Alaska, Arizona, Arkansas, California, Colorado, Connecticut, D.C.*, Delaware, Florida, Georgia, Hawaii, Idaho, Illinois, Indiana, Iowa, Kansas, Kentucky, Louisiana, Maine, Maryland, Massachusetts, Michigan, Minnesota, Mississippi, Missouri, Montana, Nebraska, Nevada, New Hampshire, New Jersey, New Mexico, New York, North Carolina, North Dakota, Ohio, Oklahoma, Oregon, Pennsylvania, Rhode Island, South Carolina, South Dakota, Tennessee, Texas, Utah, Vermont, Virginia, Washington, West Virginia, Wisconsin, Wyoming

6 US-Territorien außerhalb der Landesgrenzen:
American Samoa, Federated States of Micronesia, Guam Midway, Islands, Puerto Rico, U.S. Virgin Islands.

Die Verfassung der Vereinigten Staaten gibt die Struktur der Bundesregierung vor und spezifiziert ihre Befugnisse und Aufgaben. Alle weiteren Regierungstätigkeiten liegen im Verantwortungsbereich der einzelnen Bundesstaaten, die ihre eigenen Verfassungen und Gesetze haben.

Jeder Bundesstaat untergliedert sich in Counties (entspricht etwa den deutschen Landkreisen), Townships (Kommunalbezirke unterhalb der Counties), Cities (Stadtgemeinden) und Villages (ländlichen Gemeinden) mit ihren eigenen gewählten Verwaltungen.
Unabhängigkeit 4. Juli 1776

Quellen: Auswärtiges Amt, Offizielle US-Regierungsseite, Wikipedia - Elections by country

Regierung der USA

Staatsaufbau

Die Vereinigten Staaten von Amerika sind eine Präsidiale Republik (Bundesstaat). Grundlegende Prinzipien sind Gewaltenteilung und Gewaltenbalance ("Checks and Balances"). Die legislative Gewalt wird auf Bundesebene vom Kongress (Senat und Repräsentantenhaus) ausgeübt.

Jeder Staat entsendet zwei  für sechs Jahre gewählte Senatoren. Alle zwei Jahre (Legislaturperiode) werden ein Drittel der Senatoren und alle 435 Mitglieder des Repräsentantenhauses neu gewählt.

Für die Verabschiedung eines Gesetzes ist die Zustimmung beider Häuser erforderlich. Gegen verabschiedete Gesetze hat der Präsident ein Veto-Recht, das nur mit Zwei-Drittel-Mehrheit beider Häuser überstimmt werden kann.

Der Präsident bedarf der Zustimmung des Senats zur Ratifizierung außenpolitischer Verträge (Zwei-Drittel-Mehrheit) und zur Ernennung der obersten Bundesbeamten und hoher Richter.

Die Rechtsprechung wird von den Gerichten der Einzelstaaten und den Bundesgerichten ausgeübt. Die letzte Instanz liegt beim Obersten Bundesgericht (Supreme Court).

An der Spitze der Exekutive steht der Präsident, der alle vier Jahre vom Volk über ein Kollegium von Wahlmännern ("electoral college") mit einfacher Mehrheit gewählt wird. Er kann nur einmal wiedergewählt werden.

Die Wahlen zum 44. Präsidenten der USA gewann der Demokrat Barack Obama (53% der Stimmen) gegen den Republikaner John McCain (46% der Stimmen). Er wurde am 15.12.2008 formell vom Wahlmännerkollegium gewählt und trat sein Amt am 20. Januar 2009 an.

Bedingt v.a. durch das Mehrheitswahlrecht stellen sich in der Regel nur zwei Parteien - die Demokraten und die Republikaner - mit Aussicht auf Erfolg zur Wahl.

Quelle: Auswärtiges Amt (Stand: Oktober 2011)

1.3. Wirtschaftsinformationen

Logo iXPOS fuer Wirtschaftsinformationen; (Klick führt auf eine externe Webseite)

Wirtschaftsinformationen mit Basisdaten zum Außenhandel sowie Informationen zur deutschen Außenwirtschaftsförderung finden Sie bei iXPOS - dem Außenwirtschaftsportal.

USA - Wirtschaftskraft im Ländervergleich - 2010
Länder Bevölkerung in Mio. Gesamt-BIP kaufkraftbereinigt in Mio. internat. $* BIP pro Kopf kaufkraftbereinigt in internat. $*
USA   309,71 14.582.400 47.084
Japan   127,38   4.332.537 34.013
China 1.338,30 10.084.764   7.536
Deutschland     81,64   3.071.282 37.622

*Internationaler $ ist der Wertausdruck der Kaufkraftparität. Es ist die Anzahl von Einheiten einer Landeswährung, die man benötigt, um dieselbe Warenmenge in diesem Land einzukaufen, die man für 1 US$ in den Vereinigten Staaten erhalten könnte.

 

Quelle: Weltbank - World Development Indicators database

USA - Wirtschaftliche Entwicklung - 2008-2010
Kenngröße 2008 2009 2010
Wachstum 0,0% -2,6% 2,9%
Inflation 3,8% -0,3% 1,6%
Arbeitslosenrate 5,8% 9,3% 9,6%

Quelle: Germany Trade & Invest - Wirtschaftsdaten kompakt: USA, Mai 2011

USA - Weitere Eckdaten - 2010
Kenngröße 2010
Haushaltssaldo (% BIP) -10,0%
Staatsverschuldung (% BIP) 62,1%
Exporte (Veränd. z. Vorjahr) 1.278 Mrd. US$ (+20,9%)
Importe (Veränd. z. Vorjahr) 1.912 Mrd. US$ (+22,7%)
Handelsbilanz -634 Mrd. US$

Quelle: Germany Trade & Invest - Wirtschaftsdaten kompakt: USA, Mai 2011

USA - Import-Export weltweit - 2010
Wichtigste Importgüter Anteil am Gesamtimport Wichtigste Exportgüter Anteil am Gesamtexport
Erdöl u. -derivate 17,2% Maschinen 11,7%
Elektronik 14,5% Elektronik 10,7%
KFZ- & KFZ-Teile   9,3% KFZ & KFZ-Teile   7,4%
Maschinen   7,5% Sonstige Transportausrüstungen   6,6%
Bekleidung und Textilien   5,7% Nahrungsmittel   6,5%
Metall & Metallerzeugnisse   5,3% Rohstoffe   6,3%
Elektrotechnik   4,7% Erdöl und -derivate   5,0%
Nahrungsmittel   3,8% Metall & Metallerzeugnisse   4,4%
Arzneimittel   3,3% Elektrotechnik   4,3%
Chemikalien   3,1% Mess und Regeltechnik   4,1%
Mess und Regeltechnik   2,0% Chemikalien   3,9%
Rohstoffe   1,5% Arzneimittel   3,5%
    Kunststoffe   3,4%

Quelle: Germany Trade & Invest - Wirtschaftsdaten kompakt: USA, Mai 2011

USA - Handelspartner - 2010
Hauptlieferländer Anteil am Gesamtimport Hauptabnehmerländer Anteil am Gesamtexport
VR China 19,1% Kanada 19,4%
Kanada 14,5% Mexiko 12,8%
Mexiko 12,0% VR China   7,2%
Japan   6,3% Japan   4,7%
Deutschland   4,3% Großbritannien   3,8%
Großbritannien   2,6% Deutschland   3,8%
Korea (Rep.)   2,6% Niederlande   3,1%
    Korea (Rep.)   3,0%

Quelle: Germany Trade & Invest - Wirtschaftsdaten kompakt: USA, Mai 2011

1.4. Handel mit Deutschland

Hier sind zwei Grafiken mit Tortendiagrammen zu sehen. Das erste Diagramm zeigt den Anteil amerikanischer Exportgüter nach Deutschland im Jahre 2010. Verschiedene Produkte werden ähnlich stark gefragt. Das zweite Diagramm stellt das Verhältnis deutscher Exportgüter nach Amerika 2010 dar. KFZ-Teile und Maschinen haben dabei den größten Anteil.
Quelle: Statistisches Bundesamt

2. Bildungs-, Forschungs- und Innovationslandschaft

2.1. Bildungslandschaft

2.1.1. Überblick

Die Zuständigkeit für den Bildungsbereich liegt in den USA auf der Ebene der Bundesstaaten und Gemeinden. Die Zuständigkeit des auf bundesstaatlicher Ebene 1980 gegründeten U.S. Department of Education beschränkt sich auf folgende übergreifende Aufgaben: 

  • Establishing policies on federal financial aid for education, and distributing as well as monitoring those funds.
  • Collecting data on America's schools and disseminating research.
  • Focusing national attention on key educational issues.
  • Prohibiting discrimination and ensuring equal access to education.

Das Schulsystem ist in den USA eine Angelegenheit der Bundesstaaten, woraus sich eine große Heterogenität ergibt. Von den ca. 4000 US-Hochschulen ist etwa die Hälfte in privater Trägerschaft.

Community Colleges sind öffentliche (kommunale) Bildungseinrichtungen und tragen den Hauptanteil der in den USA stattfindenden beruflichen Bildung. Etwa ein Drittel der High-School-Abgänger beginnen nach der Schule direkt eine Tätigkeit in Betrieben und werden dort angelernt.

Das amerikanische Bildungssystem ist stark dezentralisiert und äußerst vielfältig. Es versteht sich als Anbieter einer Vielfalt von Bildungs- und Ausbildungsmöglichkeiten, für die die Studierenden bezahlen.

Die Grafik bildet die Struktur des Bildungssystems in den USA ab. Es umfasst die Schulformen von der Vorschule, über die Junior High School bis hin zu den Universitätsabschlüssen.
Quelle: U.S. Network for Education Information

2.1.2. Indikatoren für Bildung

Indikator USA Stand OECD-Gesamt Stand
Bildungsanteil am Bruttoinlandsprodukt: primäre und sekundäre Bildung 3,7 % 2011 3,8 % 2011
Bildungsanteil am Bruttoinlandsprodukt: tertiäre Bildung 2,7 % 2011 1,6 % 2011
Bildungsanteil am Bruttoinlandsprodukt: Gesamtbildung 6,9 % 2011 6,1 % 2011
Wachstum des Bildungsanteils am BIP (Differenz i. Vgl. zum Vorjahr in Prozentpunkten) -0,4 2011 -0,2 2011
Anteil öffentlicher Bildungsausgaben an den öffentlichen Gesamtausgaben 13,6 % 2011 12,9 % 2011
Pro-Kopf Ausgaben pro Student/in 26.021 USD 2011 13.958 USD 2011
Anteil tertiär Graduierter an der Gesamtbevölkerung 52 % 2012 50 % 2012
Schülerzahl pro Lehrer, Primarstufe 15 2012 15 2012
Schülerzahl pro Lehrer, Sekundarstufe 15 2012 13 2012
Klassengröße, Primarstufe 21 2012 21 2012
Klassengröße, Sekundarstufe 27 2012 24 2012
PISA-Ergebnisse: Lesen 24. von 65 2012 --- ---
PISA-Ergebnisse: Naturwissenschaften 28. von 65 2012 --- ---
PISA-Ergebnisse: Mathematik 36. von 65 2012 --- ---

Quellen: "OECD - Education at a Glance 2014" und "OECD PISA 2012 – Ergebnisse"
Redaktion: 18.09.14, von: Helena Lübbers, Tim Mörsch und Miguel Krux, VDI Technologiezentrum GmbH

2.1.3. Schulen und Hochschulen

Das Schulsystem ist in den USA eine Angelegenheit der Bundesstaaten, woraus sich eine große Heterogenität ergibt. Wichtige Entscheidungen werden auch auf der Ebene der Schulbezirke gefällt, so dass selbst innerhalb der einzelnen Bundesstaaten erhebliche Unterschiede existieren. Auch die Schulpflicht ist von den Bundesstaaten unterschiedlich geregelt, in einigen Bundesstaaten reicht die Schulpflicht vom vollendeten sechsten bis zum vollendeten achzehnten Lebensjahr, in anderen Bundesstaaten gibt es hingegen nur eine Bildungs- oder Unterichtspflicht, so dass dort keine Schule besucht werden muss. Etwa 3 % der Schüler im schulpflichtigen Alter werden zu Hause unterrichtet.

Die meisten Schüler in den Vereinigten Staaten besuchen staatliche, über Steuergelder finanzierte Schulen. Etwa 10 % der US-Schüler besuchen private Schulen (private schools), für die eine jährliche Gebühr bezahlt werden muss.

Die Kinder werden gewöhnlich mit sechs Jahren eingeschult. Die Junior High Schools und Middle Schools umfassen meist die Klassenstufen 6-8, gelegentlich darüber hinaus auch die Klassenstufe 5 oder 9. Die High School ist für die sekundäre Ausbildung zuständig. Sie umfasst die Klassenstufen 9 bis 12 und wird mit dem High School Diploma abgeschlossen. Die High School ist eine Schule mit Kurssystem, also ohne Klassenverbände.

Die Bildungseinrichtungen/Hochschulen sind höchste Autorität für alle akademischen Fragen: Sie entscheiden autonom über Zulassung, Lehrplan, Anerkennung u.s.w. Berufsqualifizierende Lizenzen für Mediziner, Lehrer u.s.w. werden von den zuständigen (Berufs)verbänden (licensing agencies), in der Regel auf Bundesstaatenebene, vergeben.

Von den ca. 4000 US-Hochschulen sind etwa 50 % in privater (einige davon in konfessioneller) Trägerschaft. Die privaten Hochschulen (private institutions) werden durch Gelder der Bundesstaaten, Gemeinden oder Städte sowie durch Studiengebühren finanziert. In mehreren Staaten gibt es State University Systems, d.h. dass selbständige staatliche Hochschulen an verschiedenen Standorten administrativ zusammengefasst sind, wie z.B. die State University of New York mit mehreren Standorten im Staat New York. Die privaten Hochschulen finanzieren sich primär über Studiengebühren. Beide Hochschultypen erhalten zudem erhebliche Beträge aus privaten Spenden. Die Trägerschaft sagt nichts über die Qualität einer Hochschule aus; sowohl unter den privaten wie unter den öffentlichen Einrichtungen befinden sich Hochschulen mit internationalem Ruf.

  • Die Association of American Colleges and Universities (AACU) repräsentiert über 670 postsekundäre Einrichtungen, die dem Konzept der liberal arts-Ausbildung verbunden sind. Die Mitgliedsinstitutionen (in alphabetischer Reihefolge und nach Bundesstaat gegliedert) sind mit Links zu den einzelnen Homepages aufgeführt. 

  • Zur Association of American Universities (AAU) gehören derzeit 60 Universitäten (research universities). Teil der AAC ist die Association of Graduate Schools (AGS), die eine Anzahl von graduate programs beschreibt. 

  • Beim American Council on Education (ACE) findet man über 1.800 postsekundäre Einrichtungen jeglichen Typs. 

  • Die American Association of Community Colleges (AACC) informiert über community colleges, ermöglicht die Suche nach Regionen gegliedert und bietet links zu den einzelnen Einrichtungen. 

  • Der Council of Independent Colleges (CIC) enthält Namen und Adressen von über 460 liberal arts colleges und universities. 

  • Der Council of Graduate Schools nennt Institutionen mit Studienprogrammen auf Graduierten-Niveau und bietet links zu allen Mitgliedshochschulen. 

Die Websites der jeweiligen Hochschulen bieten hervorragende Kontaktmöglichkeiten über E-Mail sowie detaillierte Information zu allen Bereichen, die für ausländische Bewerber von Interesse sind: Zulassung, Bewerbung, Fristen, Gebühren, Studieninhalte, Unterkunft und Stipendien. 

Hochschul-Rankings in den USA 

Obwohl die Rankings in amerikanischen Hochschulkreisen kritisch beurteilt werden, werden die vielen jährlich erscheinenden Publikationen zum Thema nicht nur von Studienbewerbern beachtet. Ranking - die Beurteilung amerikanischer Hochschulen bzw. Fakultäten und Aufstellung einer Rangfolge - ist aus dem amerikanischen Hochschulwesen nicht mehr wegzudenken. Je nach begutachtender Organisation und Kriterienkatalog können sich die Ergebnisse unterscheiden. Rankings haben einen kommerziellen Aspekt und werden hauptsächlich von privaten Einrichtungen oder den Medien durchgeführt, nicht von einer allgemein anerkannten staatlichen Autorität. 

2.1.4. Berufliche Bildung

In den USA gibt es keine mit Deutschland vergleichbare Kultur der Berufsausbildung. Etwa ein Drittel der High-School-Abgänger beginnen nach der Schule direkt eine Tätigkeit in Betrieben und werden dort angelernt. In der verarbeitenden Industrie können auch deshalb nach offiziellen Schätzungen etwa 600.000 Stellen nicht besetzt werden, da ausgebildete Fachkräfte fehlen. Dies wurde auch von der politischen Ebene als Problem erkannt.

Lebenslanges Lernen ist in den USA bildungspolitisches Programm. Da Ausbildung überwiegend in staatlichen (z.T. auch privaten, staatlich anerkannten) Colleges und Universitäten stattfindet, werden die Ausbildungsaktivitäten dem "post- secondary" Bildungsbereich zugeordnet. Ausbildung während der High School gilt als Grundausbildung. 93% aller staatlichen High Schools bieten berufsbildende Kurse an. Jugendliche, die solche Kurse über mehrere Schuljahre besuchen, können sich die erworbenen Noten und Credits sowohl auf den Schulabschluss als auch auf die nachfolgende Berufsausbildung auf einem Community College anrechnen lassen. Eine Differenzierung zwischen Erstausbildung und Weiterbildung wird deshalb nicht vorgenommen. Betriebliche und berufliche Erfahrungen werden auf diese Bildungsgänge angerechnet.

Community Colleges

Community Colleges sind öffentliche (kommunale) Bildungseinrichtungen und tragen den Hauptanteil der in den USA stattfindenden Berufsbildung. Betriebe bilden in den USA in der Regel nicht aus. Ergänzend zu einer Ausbildung auf dem Community College bieten die Betriebe Praktikumsplätze an.

  • Die zweijährige Ausbildung auf den Community Colleges bereitet auf einen Berufseinstieg und auf die Fortsetzung der Ausbildung auf einem vierjährigen College vor. Sie richtet sich einerseits stark am Qualifikationsbedarf der örtlichen Wirtschaft aus, zum anderen sind allgemeinbildende Fächer verpflichtender Bestandteil der Curricula und der Abschlussprüfung. Idealtypisch soll für alle die Möglichkeit erhalten bleiben, entweder unmittelbar oder später auf einem vierjährigen College bzw. einer Universität die Ausbildung fortzusetzen. Auszubildenden, die keine zweijährige Ausbildung durchlaufen wollen oder können ist es möglich, nach einem Jahr vom Community College ein berufliches Zertifikat zu erhalten, das bei Wiederaufnahme der Ausbildung angerechnet wird. 
  • Ausbildungsgänge werden überwiegend nach beruflichen Handlungsfeldern, den Career Clustern, und nicht nach einzelnen Berufen konstruiert. Von den Einzelstaaten und/oder von Industrie- und Branchenverbänden anerkannte Skill Standards (Tätigkeitsmerkmale) geben die Grundlage für die beruflichen Inhalte und Lernziele. 
  • Die Curricula für die Ausbildung auf den Community Colleges werden von den einzelstaatlichen Bildungsbehörden genehmigt. Meist werden hier auch die Lernziele für den allgemeinbildenden Bereich festgelegt. In kommunalen Konsortien zusammenarbeitende Vertreter der gesellschaftlichen Gruppen und örtlichen Industrie wirken an Entscheidungen zur beruflichen Orientierung des Lehrangebots der Community Colleges mit. Die Ausbildung selbst wird vom Lehr- und Ausbildungspersonal der Colleges durchgeführt. Diese nehmen auch die Prüfungen ab. Praktikumsplätze in einzelnen Betrieben werden meist von dafür ausgewähltem betrieblichen Fachpersonal auf freiwilliger Basis betreut. 
  • An der Finanzierung der Ausbildung auf den Community Colleges sind die Kommune, der jeweilige Einzelstaat sowie mit Programm- und Projektförderung die US- Bundesregierung beteiligt. Außerdem müssen die Auszubildenden Studiengebühren bezahlen. Zur Verfügung stehende staatliche und private Stipendien erleichtern den Zugang von sozial schwachen Auszubildenden. Die Stipendien werden nach Leistungskriterien erteilt. Die Betriebe beteiligen sich z.T. indirekt an der Finanzierung, indem sie zur materiellen Ausstattung des Colleges beitragen.

Es gibt drei Arten von anerkannten Abschlüssen, die auf dem Arbeitsmarkt anerkannt werden: 

  1. College- und/oder Universitätsabschluss
    Der in einem beruflichen Schwerpunktbereich auf einem Community College zu erzielende Associate Degree ist der erste berufliche Abschluss. Das College nimmt nach zweijähriger Ausbildung die Prüfung ab. Für eine Reihe von beruflichen Tätigkeiten ist der Bachelor Degree nach vierjährigem College- bzw. Universitätsbesuch notwendig. Alle Collegeabschlüsse werden national anerkannt. 
  2. Zertifikate
    Nach einjähriger Ausbildung auf einem Community College kann diese mit einem Zertifikat testiert werden. Ein solches Zertifikat wird im Ausbildungskontext als Zwischenprüfung verstanden. Auf dem Arbeitsmarkt erlaubt es den Berufseinstieg. 
  3. Berufliche Lizenz
    Hierbei handelt es sich um staatliche Anerkennung zur Ausübung eines speziellen Berufes und/oder zur selbstständigen Erwerbsarbeit. Für die Lizenz muss je nach Beruf eine vorgegebene Ausbildung nachgewiesen werden. Diese Lizenzen müssen in mehrjährigen Abständen und unter Nachweis der Teilnahme an Fortbildung erneuert werden.

Obwohl es staatliche Programme zur Unterstützung betrieblicher bzw. betriebsnaher Ausbildung gibt, gehört diese in den USA nach wie vor zur Ausnahme. Dagegen nimmt die Anzahl der Betriebe zu, die Auszubildende als Praktikanten aufnimmt. Damit sie auf den Collegeabschluss anrechenbar sind, stimmen die Betriebe die Inhalte und Ziele der Praktika mit den Colleges ab. 

Seit einigen Jahren gibt es für 16 Berufsfelder bundeseinheitliche, wenn auch nicht gesetzlich verankerte Career Cluster. Diese zeichnen auf der Grundlage von gesicherten Tätigkeitsmerkmalen, den Skill Standards, berufliche Entwicklungsgänge vor. Im Wechsel zwischen Berufsarbeit und Lernaktivitäten, können die verschiedenen Abschlüsse im öffentlichen Bildungssystem erreicht werden. Einzelne Berufe werden von den Betrieben definiert. 

Immer mehr private Unternehmen treten mit Zertifzierungsangeboten auf den Bildungsmarkt, insbesondere im IT- Ausbildungsbereich. Diese Zertifizierungen werden von den Betrieben als Zusatzqualifikation anerkannt, z.T. sogar gefordert. 

Insgesamt hat berufliche Bildung in den USA während der vergangenen Dekade an gesellschaftlicher und bildungspolitischer Bedeutung zugenommen. Dies ist erkennbar am hohen finanziellen Volumen, das die US- Bundesregierung und die Einzelstaaten für Berufsausbildung zur Verfügung stellen, an der erhöhten Partizipation der Betriebe an der Curriculumentwicklung und an einer wachsenden Anzahl junger Erwachsener, die vor dem Berufseinstieg eine Ausbildung auf einem Community College absolvieren. Unverändert geblieben ist hingegen die traditionell hohe gesellschaftliche Bewertung von Collegeabschlüssen z.B. gegenüber einer betrieblichen Ausbildung, wenn diese einen solchen Abschluss nicht beinhaltet.

2.1.5. Weiterbildung

Studie zum Weiterbildungsbedarf
iMOVE hat eine Studie zum Weiterbildungsbedarf des Landes veröffentlicht. Die Studie ist auf der Webseite von iMOVE abrufbar. iMOVE – International Marketing of Vocational Education

iMOVE
beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)
Robert-Schuman-Platz 3
53175 Bonn
Tel.: 0228/ 107-1745
Fax: 0228/ 107-2895
info(at)imove-germany.de
www.imove-germany.de

2.2. Forschungs- und Innovationslandschaft

2.2.1. Überblick

Die USA sind weiterhin das weltweit führende Land bei der Förderung von Forschung und Entwicklung. Die inneramerikanische Diskussion um die technologische Wettbewerbsfähigkeit der USA ist jedoch von der Wahrnehmung geprägt, dass die jahrzehntelange amerikanische Dominanz in Wissenschaft, Forschung und Entwicklung zunehmend schwindet und große Anstrengungen erforderlich sind, um die Stellung Amerikas zu behaupten. Insgesamt ist zwischen 1999 und 2009 der U.S.-Anteil an den globalen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung von 38 % auf 31 % gesunken.

Die USA haben die Notwendigkeit und den Wert internationaler Kooperation in Wissenschaft und Technik seit jeher erkannt. Wissenschafts- und Technologieabkommen wurden mit zahlreichen Ländern sowohl auf Regierungs- wie auf Ministeriumsebene entwickelt. 

Die nationalen Gesamtausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE) liegen bei ca. 450.000 Mio. $. Der weitaus größte Anteil der Forschungsausgaben wird mit ca. 60 % von der Industrie aufgewendet, die öffentlichen Ausgaben für Forschung und Entwicklung liegen bei etwa 30 %.

Zwei Anfang 2009 verabschiedete Gesetze, der 2009 Omnibus Appropriation Act und der American Recovery and Reinvestment Act, die primär der Wirtschaftskrise entgegenwirken sollen, lassen die gesteigerte Bedeutung von Forschung und Entwicklung unter der neuen US-Regierung deutlich werden. Die Gesetze spiegeln u.a. die strategischen Prioritäten der USA in FuE: Investionen in FuE in den Kernbereichen Grundlagenforschung (als Basis für Technologien der Zukunft), Saubere Energie, Gesundheit und Sicherheit werden als strategische Investitionen in die Zukunft der USA dargestellt.

In den letzten 30 Jahren wurde mindestens die Hälfte der bundesstaatlichen Mittel für Forschung und Entwicklung bei verteidigungsrelevanten Aktivitäten aufgewendet. Die Gesundheitsforschung steht nach der Verteidigungsforschung bei den bundesstaatlichen Ausgaben an zweiter Stelle. 

2.2.2. FuE-Indikatoren

Indikator USA Stand OECD-Gesamt Stand
Nationale FuE-Ausgaben 453.544 Mio. USD 2012 1.106.506,4 Mio. USD 2012
FuE-Ausgabenwachstum i. Vgl. zum Vorjahr 5,7 % 2012 4,76 % 2012
FuE-Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2,79 % 2012 2,40 % 2012
Anteil öffentlicher FuE-Ausgaben am BIP 0,86 % 2012 0,71 % 2011
Öffentlicher Anteil an den FuE-Ausgaben 30,8 % 2012 29,8 % 2011
Anteil der Wirtschaft an den FuE-Ausgaben 59,1 % 2012 59,9 % 2011
Ausländischer Anteil an den FuE-Ausgaben 3,8 % 2012 5,2 % 2011
FuE-Ausgaben in Universitäten (intramuros) 62.723 Mio. USD 2012 201.566,8 Mio. USD 2012
Anteil der FuE-Ausgaben in Universitäten am BIP 0,39 % 2012 0,44 % 2012
Anzahl Forscher (Vollzeitäquivalente) 1.252.948 2011 4.296.736 2011
Anzahl Forscher (VZÄ) je 1000 Arbeitnehmer 8,8 2011 7,7 2011
Anzahl Forscher (VZÄ) in privaten Unternehmen 853.000 2011 2.556.190 2011
Anzahl Forscher (VZÄ) in privaten Unternehmen in % der Gesamtzahl 68,1 % 2011 59,5 % 2011
Anzahl "triadischer" Patentfamilien (nach Prioritätsjahr) 12.722 2012 41.041 2011
Anteil an der Gesamtheit triadischer Patentfamilien 29,74 % 2012 96,33 % 2011

Quelle: OECD Main Science and Technology Indicators, 2014/1
Redaktion: 18.08.14, von: R. Glitz und M. Krux, VDI Technologiezentrum GmbH

2.2.3. Forschungsorganisationen

NAS - National Academy of Sciences
Die National Academy of Sciences (NAS) ist eine private, nicht profitorientierte Gesellschaft von ausgewählten Forschern, die sich für die Verbreitung von Forschung und Wissenschaft zum Nutzen der Allgemeinheit einsetzen. Seit 1863 hat die Academy ein Mandat zur Beratung der Bundesregierung und des Kongresses in wissenschaftlichen und technischen Angelegenheiten.

Zurzeit gibt es ungefähr 2000 in- und 300 ausländische Mitglieder, von denen mehr als 180 einen Nobelpreis erhalten haben. Nobelpreisträger Ralph J. Cicerone ist Präsident der the National Academy of Sciences.

American Association for the Advancement of Science (AAAS)

Die American Association for the Advancement of Science ist die weltweit größte wissenschaftliche Gesellschaft, auch bekannt durch die Herausgabe der zeitschrift "Science". Ziel der Gesellschaft ist die Förderung der Wissenschaft zum Nutzen der Menschen. Sie wurde 1848 gegründet, jeder kann der AAAS  beitreten.

National Academies

Die 1863 gegründeten National Academies setzen sich zusammen aus der National Academy of Sciences (NAS), der National Academy of Engineering (NAE), dem Institute of Medicine (IOM), und dem National Research Council (NRC). Ihre Aufgabe ist die Politikberatung im wissenschaftlichen Bereich. 

2.2.4. Förderorganisationen

NIH - National Institutes of Health
Das NIH ist dem Ministerium "Department of Health and Human Services" zugeordnet. Der Recovery Act der Obama-Regierung sieht einen Anstieg der finanziellen Mittel des NIH vor: Das für 2010 festgelegte Budget beträgt 30,8 Mrd. $. Während der bei weitem größte Teil der Mittel für Projekte an über 3.000 Universitäten, medizinischen Hochschulen und sonstigen Forschungseinrichtungen aufgewendet werden, fließenzehn Prozent des Budgets in Projekte der 27 NIH-Institute.
Aufgabe der NIH ist die medizinische Forschung mit dem Ziel der Gesundheitsverbesserung. Dies wird erreicht durch:

  • Forschung in eigenen Labors
  • Förderung der Forschung an Universitäten un Kliniken im ganzen Land
  • Weiterbildung von Forschern
  • Förderung der Kommunikation medizinischer Informationen.

NSF - National Science Foundation
Die National Science Foundation wurde 1950 gegründet und ist die größte Forschungsförderorganisation der USA in nichtmedizinischen Bereichen. Stand der NSF im Haushaltsjahr 2007 noch ein Jahresbudget von 5,92 Mrd. $ zur Verfügung, stieg das Budget bis 2010 auf 6,9 Mrd $ an. Bereits jetzt werden etwa 20 % der gesamten Grundlagenforschung an Universitäten außerhalb der Lebenswissenschaften werden durch NSF-Mittel finanziert. In Bereichen wie Mathematik, Computerwissenschaften und Sozialwissenschaften ist die NSF damit die wichtigeste Förderorganisation des Landes.

Die NSF gliedert sich in sieben Direktorate

  • Biological Sciences
  • Computer and Information Science and Engineering
  • Engineering
  • Geosciences
  • Mathematical and Physical Sciences
  • Social, Behavioral and Economic Sciences
  • Education and Human Resources

2.2.5. FuE im öffentlichen Sektor

Die nationalen Gesamtausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE) liegen bei ca. 450.000 Mio. $. Der weitaus größte Anteil der Forschungsausgaben wird mit ca. 60 % von der Industrie aufgewendet, die öffentlichen Ausgaben für Forschung und Entwicklung liegen bei etwa 30 %.

Die bundesstaatlichen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung haben sich in den letzten 20 Jahren mehr als verdoppelt, Grundlagenforschung und angewandte Forschung machen im Vergleich zu Entwicklungsaktivitäten zusammen mehr als die Hälfte der Mittel aus.

Auf bundesstaatlicher Ebene werden vor allem die nationalen Forschungs- und Technologiezentren im Verantworungsbereich des Departments of Energy finanziert. Im Zuständigkeitsbereich des Department of Health and Human Sercives werden die medizinischen Forschugnsinstitute der Forschungs- und Förderorganisation National Institutes of Health betrieben. Auch weitere bundesstaatliche Ressorts, z.B. das Department of Defence, das Department of Homeland Security und die NASA, führen Forschung durch.

Zusätzlich werden von bundesstaatlicher Seite den beiden wichtigsten Förderorganisationen, der National Science Foundation und den National Institutes of Health Mittel zur Verfügung gestellt, um vor allem auch universitäre Forschungsprojekte zu fördern.

Die Universitäten liegen im Verantwortungsbereich der einzelnen Bundesstaaten, und auch der größte Teil der Mittel für Forschungsaufgaben der Universitäten werden von den Bundesstaaten zur Verfügung gestellt. Auf Grund der unterschiedlichen finanziellen Möglichkeiten der Bundesstaaten und der Auswirkungen der Krise seit dem Jahr 2008 haben diese Aktivitäten in den letzten Jahren zum Teil erhebliche Kürzungen hinnehmen müssen.

2.2.6. FuE im privaten Sektor

Der überwiegende Teil, in etwa zwei Drittel der Gesamtausgaben für Forschung und Entwicklung in den USA, wird von der Industrie finanziert. Multinationale Firmen sind die größten Investoren, hier sind Firmen wie Microsoft, IBM und Intel beispielhaft zu nennen. 

Der starke Risikokapitalmarkt stellte bis zum Einsetzen der Wirtschaftskrise einen wichtigen Erfolgsfaktor dar. Es bleibt abzuwarten, ob sich die derzeitigen Wirtschaftsförderprogramme positiv auf FuE im privaten Sektor auswirken und der Trend zur forschungsintensiven High-Tech-Produktion anhält.

Ein wichtiges Instrument für die Förderung der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im privaten Sektor ist die steuerliche Absetzbarkeit der hierfür eingesetzten Kosten. Ein erstes Tax Credit-Programm wurde 1981 eingeführt. Erklärtes Ziel ist es, verstärkt Anreize für private FuEAufwendungen zu setzen. Ein bundesstaatliches Tax Credit-Programm wurde mittlerweile permanent etabliert.

2.2.7. Öffentlich-private Zusammenarbeit in FuE

Eine rege Interaktion zwischen Wirtschaft und Universitäten findet z.B. durch privat finanzierte universitäre Forschung und durch Zusammenarbeit in Exzellenzzentren und -clustern statt.

Die U.S. Economic Development Administration unterstützt die Entwicklung und das Wachstum regionaler Innovationscluster. Auch die U.S. Small Business Administration hat das Ziel, Innovationscluster zu unterstützen.

Im Verantwortungsbereich der Departments of Defense existieren Technologiecluster zu den Themen Robotiks, Energie und Cyber-Security.

2.3. Stärken des Forschungssystems (Auswahl)

2.3.1. Überblick

Die Vereinigten Staaten von Amerika sind ein starker Forschungs- und Entwicklungsstandort. Forschung auf Spitzenniveau wird im gesamten Fächerspekturm durchgeführt, exzellente Forschungsinfrastruktur und Kooperationspartner findet man in den USA zu jedem Themenfeld.

2.3.2. Bio- und Agrarwissenschaften

Ein erheblicher Anteil der bundesstaatlichen Forschung und Forschungsförderung im Bereich der Biowissenschaften erfolgt durch das „Office of Science“ des „Department of Energy“ (DoE).

Das „Office of Science“ des DoE eröffnet seit über 50 Jahren mit dem “Biological and Environmental Research (BER) Program” nicht nur Möglichkeiten zur Forschung und Entwicklung von langfristigen Folgen der Energieerzeugung auf Gesundheit und Umwelt, sondern es spielt auch eine wichtige Runde in der biotechnologischen Forschung sowie in der Grundlagenforschung in Bezug auf den Klimawandel und die Umwelt.

Im April 2012 wurde die nationale Bioökonomie-Strategie („U.S. National Bioeconomy Blueprint“) veröffentlicht. Fünf strategische Handlungsfelder werden hier definiert: 

  • Support R&D investments that will provide the foundation for the future bioeconomy.
  • Facilitate the transition of bioinventions from research lab to market, including an increased focus on translational and regulatory sciences.
  • Develop and reform regulations to reduce barriers, increase the speed and predictability of regulatory processes, and reduce costs while protecting human and environmental health.
  • Update training programs and align academic institution incentives with student training for national workforce needs.
  • Identify and support opportunities for the development of public-private partnerships and precompetitive collaborations—where competitors pool resources, knowledge, and expertise to learn from successes and failures.

2.3.3. Energieforschung

Im Energiebereich standen in den USA bisher vor allem die effizientere Nutzung herkömmlicher Energien sowie der Ausbau der Kernenergie im Vordergrund. Die Obama-Administration hat im Mai 2009 „A clean Energy Future“ – insbesondere durch Energieeffizienz und erneuerbare Energien – als ein prioritäres Forschungsgebiet festgelegt.
 
Hauptförderer für die erneuerbaren Energien ist das „Office of Energy Efficiency and Renewable Energy“ des DoE, dessen Budget in den letzten Jahren starke Zuwächse verzeichnen konnte. Forschungsthemen sind hier vor allem Biomasse inklusive Biokraftstoffe, Sonnenenergie, Wasserstofftechnologien und Windenergie. An mehr als 10 der nationalen Forschungszentren des DoE wird Forschung zu den erneuerbaren Energien durchgeführt, eines dieser Zentren, das „National Renewable Energy Laboratory“ konzentriert sich ausschließlich auf diesen Bereich.

Im Bereich der Elektromobilität hat Präsident Obama am 19. März 2010 folgende politischen Ziele formuliert:

  • Bis 2015 sollen 1 Mio. Plug-in Hybridfahrzeuge auf den Straßen der USA fahren.
  • Es werden 2,4 Mrd. $ Fördergelder für die Entwicklung von einer neuen Generation von Plug-in Hybridfahrzeugen und entsprechenden Batteriekomponenten zur Verfügung gestellt.
  • Für die Käufer von Plug-in Fahrzeugen wird ein steuerlicher Anreiz von bis zu 7.500 $ in Aussicht gestellt.
  • Das Department of Energy (DoE) stellt den Herstellern in den USA  bis zu 1,5 Mrd. $ Fördergelder zur Produktion effektiver Batterien und ihrer Komponenten zur Verfügung.
  • Das DoE fördert Hersteller in den USA mit bis zu 500 Mio. $ bei der Herstellung von anderen Komponenten elektrischer Fahrzeuge, z.B. elektrische Motoren.
  • Das DoE stellt bis zu 400 Mio. $ für die Demonstration und Evaluation von Plug-in Fahrzeugen und Konzepten für die entsprechende Infrastruktur (z.B. Ladestationen) zur Verfügung.

Als ein Element der Umsetzung der Ziele der Obama-Regierung werden vom DoE Energy Innovation Hubs aufgebaut. Ein Batteries and Energy Storage Hub soll ab dem Haushaltsjahr 2011 mit insgesamt 34 Mio. $ gefördert werden.

Im Bereich der Brennstoffzellen-Technologien haben die Vereinigten Staaten und die EU im Juni 2003 ein Partnerschaftsabkommen über unterzeichnet, mit dem Ziel, Kooperationsprojekte zu starten, um doppelte Anstrengungen zu minimieren, technische Hindernisse zu überwinden und gemeinsame Normen und Codes zur Stimulierung des Marktes zu schaffen. Die Vereinbarung wurde in den Anhang zum Abkommen über wissenschaftliche Zusammenarbeit im Bereich der nichtnuklearen Energie zwischen der EU und den USA aufgenommen, welches am 16. Juni 2003 unterzeichnet wurde.

2.3.4. Gesundheitsforschung

Die Zuständigkeit für den Sektor Gesundheit liegt beim Ministerium „U.S. Department of Health and Human Services“. Die Obama-Regierung betont die Bedeutung der Gesundheitsforschung und hebt das öffentliche Budget in diesem Bereich weiter an. Ziele und Maßnahmen der gesundheitsrelevanten Forschung und Entwicklung sind:

  • Erhöhung der Anzahl qualifizierter Forscher
  • Vergrößerung des grundlegenden medizinischen Wissens
  • Durchführung angewandter Forschung
  • Transfer von Forschungsergebnissen in die Anwendung

An der Umsetzung dieser Ziele sind unter anderem die Agency for Healthcare Research and Quality (AHRQ), die Centers for Disease Control and Prevention (CDC), die Food and Drug Administration (FDA) und vor allem die National Institutes of Health (NIH) beteiligt.
 
Themen, die in besonderem Fokus stehen, sind: Gehirnforschung, Alzheimer, (Lungen-) Krebsforschung, Asthma, Grippe-Pandemie, antimikrobielle Resistenzen, Fettleibigkeit, menschlichen Entwicklung, Herz-Kreislauferkrankungen, Sicherheit von Lebensmitteln, Medikamenten und Geräten, Behandlung von Drogenmissbrauch.

Eine forschungspolitische Neuerung im Bereich der Gesundheitsforschung ist die im März 2009 verkündete Executive Order, die die unter der Bush-Administration angeordneten Beschränkungen zur Stammzellenforschung aufhebt. Allerdings steht die gerichtliche Klärung der Zulässigkeit der Förderung durch die U.S.-Bundesregierung weiterhin aus. 

Hauptträger der biomedizinischen Forschung sind die zum Department of Health and Human Services (DHHS) gehörenden National Institutes of Health (NIH) mit 27 Instituten und  Zentren, die mehr als 80% ihres Budgets für externe Forschung an über 3.000 Universitäten und anderen Wissenschaftseinrichtungen weltweit ausgeben. Ca. 6.000 Wissenschaftler arbeiten in eigenen NIH-Laboratorien, die sich überwiegend auf dem NIH-Hauptcampus in Bethesda (Maryland) befinden. Dort hat auch das NIH Clinical Center seinen Standort – das weltweit größte Krankenhaus, das ausschließlich der klinischen Forschung gewidmet ist.

Als Grundlage der Zusammenarbeit zwischen deutschen und US-amerikanischen Forschern wurde 1998 ein bilaterales Abkommen zur Gesundheitsforschung erneuert, das die seit über 20 Jahren bestehende Zusammenarbeit zwischen dem BMBF und dem Department of Health and Human Services (DHHS) sowie dem ihm angeschlossenen weltweit größten Forschungsinstitut in der Gesundheitsforschung, dem National Institute of Health (NIH), fortschreibt.

2.3.5. Grundlagenforschung

Die physikalische Grundlagenforschung ist seit Jahren ein Schwerpunkt der U.S.-amerikanischen Forschungsförderung. Die Obama-Administration strebt weiterhin an, die Forschungsmittel der drei Schlüsseleinrichtungen der Grundlagenforschung – NSF, Department of Energy (DOE) Office of Science (DOE-OS) und National Institute of Standards and Technology (NIST)-Laboratorien –zu verdoppeln. Das Budget des DOE-OS, aus dem die physikalische Grundlagenforschung und die Nationallaboratorien gefördert werden, soll erheblich aufgestockt werden. Diese Mittel sollen hauptsächlich für Forschung zur Deckung des langfristigen Energiebedarfs eingesetzt werden.

Die Forschungsaktivitäten in der physikalischen Grundlagenforschung finden vor allem in den folgenden nationalen Laboratorien statt.

  • Ames Laboratory
  • Argonne National Laboratory
  • Brookhaven National Laboratory
  • Fermi National Accelerator Laboratory
  • Idaho National Laboratory
  • Lawrence Berkeley National Laboratory
  • Lawrence Livermore National Laboratory
  • Los Alamos National Laboratory
  • National Energy Technology Laboratory
  • National Renewable Energy Laboratory
  • Oak Ridge National Laboratory
  • Pacific Northwest National Laboratory
  • Princeton Plasma Physics Laboratory
  • Sandia National Laboratory
  • Savannah River National Laboratory
  • SLAC National Accelerator Laboratory
  • Thomas Jefferson National Accelerator Facility

Thematisch liegen die Schwerpunket der Pysikalischen Grundlagenforschung in vier Forschungsgebieten:

  • Das Office of High Energy Physics unterstützt in seinem breit und langfristig ausgerichteten Programm Aktivitäten in drei Bereichen der Teilchenphysik. Die fundamentalen Bestandteile und die Architektur des Universums werden durch die Erzeugung und Kollision von Hochenergiepartikeln, die in Beschleunigern generiert werden, untersucht. Die Kombination von dichten Teilchenstrahlen und hochsensiblen Detektoren eröffnet eine Möglichkeit zur Erforschung von Neutrinos. Des weiteren steht die Erforschung von Dunkler Materie und Dunkler Energie im Fokus.
  • Das Office of Nuclear Physics führt Aktivitäten durch zur Entdeckung und Erforschung aller Formen nuklearer Materie. Dieses Programm wird in Abstimmung mit dem Nuclear Physics Program der NSF durchgeführt. Das DOE und die NSF fördern fast die gesamte Grundlagenforschung im Gebiet der Nuklearphysik in den USA
  • Das Fusion Energy Program Office hat das Ziel, die Kenntnisse über Materie bei sehr hohen Temperaturen und Dichten zu erweitern. Dies stellt die wissenschaftliche Grundlage zur Entwicklung einer Quelle für Fusionsenergie dar.
  • Das Basic Energy Sciences Programm unterstützt Grundlagenforschung im Bereich des Verständnisses und der Kontrolle von Materie und Energie auf dem Niveau von Elektronen, Atomen und Molekülen. Langfristiges Ziel ist es, die Grundlage für neue Energietechnologien zu legen. Außerdem sollen Grundlagen für andere Forschungsbereiche wie Umwelt und gelegt werden. Das Basic Energy Sciences Program fördert mehr als 160 Forschungsinstitute in drei Bereichen: Material- und Ingenieurswissenschaften; Chemie, Geo- und Biowissenschaften sowie Wissenschaftliche Infrastruktur.

Das National Institute of Standards and Technology (NIST) wurde im Jahr 1901 gegründet und ist heute in Zuständigkeit des U.S. Department of Commerce. Das NIST mit rund 2.900 Angestellten verteilt sich auf zwei Standorte in Gaithersburg (Maryland) und in Boulder (Colorado). Das Institut ist für Standardisierungsprozesse zuständig und trägt damit zum Abbau von Handelshemmnissen bei. Im Haushaltsjahr 2012 verfügt das NIST über ein Budget von 750,8 Mio. $ zuzüglich 62,7 Mio. $ eingenommener Servicegebühren und 128,9 Mio. $ von Seiten anderer Behörden.

2.3.6. Information und Kommunikation

Das Programm „Networking and Information Technology Research & Development” (NITRD) bildet einen Rahmen, in dem viele bundesstaatliche Stellen zusammenkommen, um ihre Aktivitäten in der Forschung und Entwicklung in den Informationstechnologien zu koordinieren. Die Zusammenarbeit der bundesstaatlichen Stellen in NITRD fördert die Effizienz und Produktivität der bundesstaatlichen Investitionen in die IT-Forschung.

Das NITRD-Programm umfasst folgende Gebiete:

  • Big Data (BD)
  • Cyber Physical Systems (CPS)
  • Cyber Security and Information Assurance (CSIA)
  • Health Information Technology Research and Development (Health IT R&D)
  • Human Computer Interaction and Information Management (HCI&IM)
  • High Confidence Software and Systems (HCSS)
  • High End Computing (HEC)
  • Large Scale Networking (LSN)
  • Software Design and Productivity (SDP)
  • Social, Economic, and Workforce Implications of IT and IT Workforce Development (SEW)
  • Wireless Spectrum Research and Development (WSRD)

Das Office of Advanced Scientific Computing Research (ASCR) des Department of Energy unterstützt Forschung und Entwicklung in angewandter Mathematik, Computerwissenschaften und integrierten Netzwerkumgebungen. Dieses Programm stellt die umfangreichste Initiative in den Informationswissenschaften in den USA dar.

Das ASCR verfügt über folgende Einrichtungen im Bereich Supercomputing:

  • Oak Ridge Leadership Computing Facility
  • Argonne Leadership Computing Facility
  • NERSC (National Energy Research Scientific Computing Center (NERSC) am Lawrence Berkeley National Laboratory)
  • ESnet (Energy Sciences Network)
  • INCITE (The Innovative & Novel Computational Impact on Theory and Experiment)
  • ALCC (ASCR Leadership Computing Challenge)

2.3.7. Mobilität und Raumfahrt

In der Raumfahrtpolitik wurde mit der im Juni 2010 vorgestellten neuen nationalen Weltraumstrategie sowie dem Ende September 2010 vom Kongress mit parteiübergreifender Unterstützung verabschiedeten und im Oktober 2010 von Präsident Obama unterzeichneten NASA Authorization Act 2010 eine Kehrtwende eingeleitet. Die Internationale Weltraumstation (ISS) soll mindestens bis 2020 genutzt werden. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Entwicklung kommerzieller Transportkapazitäten für die bemannte Raumfahrt im erdnahen Weltraum sowie einer neuen Schwerlast-Trägerrakete für die Erforschung des Weltalls. 

Raumfahrtaktivitäten werden vielfach im internationalen Kontext durchgeführt. Kooperationspartner in Deutschland ist das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt, das in Washington auch über ein eigenes Verbindungsbüro verfügt. Am 8. Dezember 2010 wurde zwischen DLR und NASA ein Rahmenabkommen über die Zusammenarbeit beider Organisationen in der Luft- und Raumfahrtforschung abgeschlossen.

Ein Beispiel der Zusammenarbeit mit der NASA ist das deutsch-amerikanisches Stratosphären-Observatorium für Infrarot-Astronomie – SOFIA. Das Stratosphären-Observatorium für Infrarot-Astronomie (SOFIA) ist ein gemeinsames deutsch-amerikanisches Vorhaben zur Erforschung des Weltalls.

2.3.8. Sicherheitsforschung

Die Sicherheitsforschung ist für die USA ein zentrales Thema, die in dem 2002 gegründeten Ministerium U.S. Department of Homeland Security gebündelt wurden.

Neben vielen anderen Abteilungen ist diesem Ministerium auch ein Science and Technology Directorate untergeordnet, in dem die forschungs- und entwicklungsrelevanten Themen bearbeitet werden.

Neben dem Department of Homeland Security sind auch andere Ministerien für relevante Teilaspekte verantwortlich.
 
Schwerpunkte der Forschung sind:

  • Abwehr von chemischen und biologischen Bedrohungen, insbesonders durch Detektionssysteme
  • Verteidigung gegen nukleare Bedrohungen und nichtnukleare Explosivstoffe
  • Medizinische Maßnahmen
  • Technologien zur Sicherung der Grenzen
  • IT-Sicherheit
  • Sicherung von Infrastruktur
  • Maßnahmen gegen Tierkrankheiten

 
In den Homeland Security Centers of Excellence (HS-Centers) werden Experten und Forscher zusammengebracht, die bei verschiedenen sicherheitsrelevanten Forschungsthemen zusammenarbeiten. Jedes dieser Zentren bzw. Netzwerke wird von einer Universität geleitet, die mit verschiedenen Partnern anderer wissenschaftlicher Institutionen und aus dem privaten Sektor zusammen auf dem jeweiligen Gebiet arbeitet.

Die von der Obama-Administration im Mai 2010 vorgelegte nationale Sicherheitsstrategie erläutert die generellen politischen Zielsetzungen der USA im Sicherheitsbereich und betont insbesondere die Notwendigkeit, im Interesse der Sicherheit der USA die internationale Kooperation in Wissenschaft und Technologie auszuweiten. Zur Umsetzung dieser Schwerpunktsetzung hat die U.S.-Regierung unter Federführung des Department of Homeland Security (DHS) eine Reihe von bilateralen Kooperationsabkommen im Bereich der Sicherheitsforschung mit anderen Ländern geschlossen, zuletzt im Juni 2011 mit Spanien (ähnliche Vereinbarungen bestehen mit elf anderen Ländern, darunter Australien, Deutschland (2009), Frankreich, Großbritannien, Israel, Kanada und Neuseeland).

2.3.9. Umwelt- und Klimaforschung

Die Environment Protection Agency (EPA), im Umweltbereich zuständig für Wissenschaft, Forschung und Ausbildung, umfasst etwa 17.000 Beschäftigte in Washington DC, zehn regionalen Büros sowie in mehr als einem Dutzend Forschungseinrichtungen. Die von EPA durchgeführten Aktivitäten konzentrieren sich auf folgende Bereiche:

  • Senkung der Emissionen an Treibhausgasen
  • Verbesserung der Luftqualität
  • Bewältigung der Risiken durch Chemikalien
  • Säuberung von mit Sondermüll kontaminierter Flächen
  • Wasserschutz

Ein wichtiges politisches Ziel der USA ist es, Energieunabhängigkeit insbesondere von Ölimporten zu erlangen, womit auch ein Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz verbunden ist. Neben der Energiesicherheit stehen auch die Sauberkeit der Technologien und der Klimawandel im Fokus. 


Die USA sind schon seit langer Zeit mit verschiedenen Programmen und einer Vielzahl von Einrichtungen in der Klimaforschung aktiv. Der "National Global Change Research Plan 2012–2021: A Strategic Plan for the U.S. Global Change Research Program"

Grundlage der amerikanischen Klimaforschung ist das U.S. Global Change Research Program (USGCRP), das 1989 ins Leben gerufen und vom Kongress 1990 durch den „Global Change Research Act“ bestätigt wurde. Maßgeblich beteiligt daran sind neben verschiedenen Ministerien und Behörden. Der "National Global Change Research Plan 2012–2021: A Strategic Plan for the U.S. Global Change Research Program" formuliet die derzeitigen Ziele der US-amerikanischen Aktivitäten. Das USGCPR verfolgt folgende langfristig angelegte Forschungsziele:

  • Beschaffenheit der Atmosphäre
  • Klimaveränderung
  • Globaler Karbonzyklus
  • Globaler Wasserzyklus
  • Ökosysteme
  • Landnutzung/Oberflächenveränderungen
  • Einflüsse der Menschheit auf das Klima

 

Das Climate Change Technology Program (CCTP), das ressortübergreifend für die Forschung und Entwicklung von Technologien für den Klimabereich verantwortlich zeichnet, wurde im Jahr 2002 initiiert. Die Koordinierung liegt beim Department of Energy.


3. Bildungs-, Forschungs- und Innovationspolitik

3.1. Ministerien und Gremien

3.1.1. Überblick

Im Bereich der Bundesadministration wird die Gestaltung der Wissenschaftspolitik und öffentlichen Förderung von Forschung und Entwicklung von einem breiten Spektrum von Behörden, Fachministerien, Agenturen und Gremien getragen. Im Gegensatz zu Deutschland gibt es in den USA weder ein Wissenschafts- bzw. Forschungsministerium noch einen gemeinsamen Forschungsetat.

Die vielfältigen Aktivitäten der verschiedenen Fachministerien und anderen staatlichen Einrichtungen werden formal im Weißen Haus durch das Office of Science and Technology Policy (OSTP), das Office of Management and Budget (OMB), den National Science and Technology Council (NSTC) und den President’s Council of Advisors on Science and Technology (PCAST) koordiniert.

3.1.2. Für Bildung und Forschung zuständige Ministerien

Der Bildungsbereich wird auf bundesstaatlicher Ebene vom 1980 gegründeten U.S. Department of Education vertreten. Da die Zuständigkeit für den Bildungsbereich in den USA dezentral organisiert ist, hat das Department of Education einen nur sehr eingeschränkten Verantwortungsbereich. Die Aufgaben beschränken sich im Wesentlichen auf Gestaltung des übergeordneten juristisch-administrativen Rahmens, die Verwaltung von bundesstaatlichen Stipendienprgrammen und die Sammlung und Auswertung bildungsrelevanter Daten.

In den USA gibt es kein Ministerium für Forschung und Entwicklung, dieser Bereich wird hingegen von einem breiten Spektrum von Ministerien (Departments) und Bundesagenturen gefördert. Die bugetmäßig größten Fördergeber sind:

  • Department of Defense
  • Department of Heath and Human Services
  • NASA
  • Department of Energy

Folgende Bundesbehörden spielen im Kontext der FuE-Förderung eine prominente Rolle:

  • National Science Foundation –NSF
  • Department of Energy –DoE
  • Laboratorien des National Instititute of Standards and Technology –NIST
  • National Institutes of Health –NIH
  • National Aeronautics and Space Administration –NASA
  • National Oceanic and Atmospheric Administration –NOAA
  • Department of Homeland Security –DHS
  • Department of Defense –DoD
  • Environmental Protection Agency –EPA
  • Department of the Interior -DOI 
  • United States Geological Survey –USGS
  • Department of Agriculture –USDA
  • Department of Education –ED
  • Department of Transportation –DOT

Das Department of State (DOS) hat kein eigenes, signifikantes FuE-Budget und auch keinen direkten Zugriff auf die (Forschungs-) Aktivitäten anderer Ressorts oder von Wissenschaftseinrichtungen. Es spielt aber in der internationalen Kooperation aber auf dem Gebiet der Wissenschaftsaußenpolitik bzw. -diplomatie u. a. über die Abkommen im Bereich der wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit (WTZ) eine Rolle.

3.1.3. Beratungsgremien für Forschungs- und Bildungspolitik

Großen Einflus auf die Gestaltung der U.S.-Wissenschaftspolitik haben ferner regierungsnahe Einrichtungen und Nichtregierungsorganisationen.

Der President´s Council of Advisors on Science and Technology (PCAST) war ursprünglich vom damaligen Präsidenten George Bush im Jahr 1990 eingesetzt worden, um den Präsidenten seitens der Wirtschaft und der akademischen Forschung in Fragen der technologischen Entwicklung, der Forschungsprioritäten sowie der naturwissenschaftlichen Ausbildung zu beraten. PCAST besteht zur Zeit aus 20 Mitgliedern. Zu den Vorsitzenden von PCAST wurden Dr. John P.  Holdren, Dr. Harold Varmus und Dr. Eric Lander berufen. Die weiteren Mitglieder des Rates sind ausgewiesene Persönlichkeiten aus Industrie, Bildung und Forschungsorganisationen, die vom Präsidenten ernannt werden.

Daneben füllt die National Academy of Sciences (NAS) ihre seinerzeit bei ihrer Gründung von Präsident Jefferson zugewiesene Rolle aus, die Regierung in Schlüsselfragen der Wissenschaftspolitik zu beraten. Sowohl PCAST als auch NAS betrachten aktuell die Rolle der Wissenschaft und Technik bei der Bekämpfung des Terrorismus als vordringliches Thema. Ihre Empfehlungen finden Niederschlag in der differenzierten Ausgestaltung einer zentralen Einheit zur Prävention und Bekämpfung von Terror mit Mitteln der Wissenschaft im US Department of Homeland Security (DHS). Die Benennung von John Holdren unterstreicht hingegen die besondere Bedeutung der Klima- und Energiepolitik in der neuen Regierung von Präsident Obama.

Das National Science Board (NSB) wurde 1950 vom Kongress als Politkberatungsorgan und als Steuerungsgremium für die National Science Foundation (NSF) installiert. Das NSB besteht aus 24 Mitgliedern, die vom US-Präsidenten ernannt und vom US-Senat bestätigt werden. Der Direktor der NSF ist von Amts wegen Mitglied. Die auf sechs Jahre ernannten Mitglieder kommen aus Industrie und Universitäten und repräsentieren die Breite der Wissenschaftsdisziplinen. Das NSB bestätigt die neuen Programme der NSF und führt Evaluationen durch. Es initiiert Studien und Berichte zu einem breiten politischen Themenspektrum. Hierzu gehört die zweijährliche Veröffentlichung der "Science and Engineering Indicators".

Eine besondere Bedeutung kommt der American Association for the Advancement of Science (AAAS) zu, die als größte und sämtliche Disziplinen abdeckende Wissenschaftsorganisation übergreifende Interessen der Science Community gegenüber Regierung und Kongress vertritt und auch auf internationaler Ebene als Stimme der U.S.-Wissenschaft wirkt.

Auch wissenschaftliche Fachgesellschaften und Vereinigungen wie die American Physical Society (APS), die American Chemical Society (ACS), die Society for Neuroscience (SfN) sowie im Hochschulbereich z. B. die Association of American Universities (AAU) oder der Council of Graduate Schools (CGS) sind einflussreiche Akteure im komplexen  wissenschaftspolitischen Entscheidungsprozess.

3.2. Politische Zielsetzungen

3.2.1. Überblick

Die USA sind weiterhin das weltweit führende Land bei der Förderung von Forschung und Entwicklung. Die inneramerikanische Diskussion um die technologische Wettbewerbsfähigkeit der USA ist jedoch von der Wahrnehmung geprägt, dass die jahrzehntelange amerikanische Dominanz in Wissenschaft, Forschung und Entwicklung zunehmend schwindet und große Anstrengungen erforderlich sind, um die Stellung Amerikas zu behaupten.

Darüber hinaus wird auch Kritik am U.S.-Innovationssystem geäußert, das – in der Breite – bei der Umsetzung von Forschungsergebnissen in neue, innovative Produkte, Verfahren und Dienstleistungen leistungsfähiger werden müsse. Staatlich geförderte Grundlagenforschung auf der einen und Technologieentwicklung durch Wirtschaft / Industrie auf der anderen Seite sei zu stark getrennt. Dies erschwere den raschen Transfer von Ideen und Wissen hin zu (welt-)marktfähigen Anwendungen. Zunehmend setzt sich auch die Einsicht durch, dass die Kompetenz der USA in Forschung und Innovation nur bei einer entsprechenden industriellen Basis mit einem starken produzierenden Sektor und einer erstklassigen Infrastruktur erhalten werden kann.

3.2.2. Bildungspolitische Ziele

In der Bildungspolitik und Bildungsplanung liegen die Verantwortlichkeiten in erster Linie bei den Gemeinden und Bildungsinstitutionen selber sowie bei den einzelnen Bundesstaaten. Das Bildungswesen ist dementsprechend komplex und zersplittert.
 
Trotz der nur eingeschränkten bundesstaatlichen Zuständigkeit wurde 1980 das U.S. Department of Education mit folgenden übergeordneten Zielen im Fokus gegründet:

  • Sicherstellung gleicher Bildungschancen für alle
  • Ergänzung der Bildungsangebote der Bundesstaaten bzw. Gemeinden zur Verbesserung der Qualität der Ausbildung
  • Verbesserung der Ausbildung durch Forschung, Evaluation und Bereitstellung von Material

Diese Ziele werden in verschiedenen bundesstaatlichen Programmen der letzten Jahre weiter konkretisiert.
 
Das Programm No Child Left Behind zielt vor allem auf die Verbesserung der Lese- und Mathematikfähigkeiten von Schülern, die Qualifizierung von Lehren und die Vergrößerung der Verantwortlichkeit der Schulen.
 
Im September 2006 wurde vom U.S. Department of Education ein Aktionsplan zur Verbesserung der der tertiären Bildung vorgestellt.
 
Mehrere Programme des U.S. Department of Education haben die Förderung der Lesefähigkeit von Schülern im Fokus. Dies erstreckt sich von der Phase des Lesenlernens bis hin zu Leseschwierigkeiten bei High School-Schülern.
 
Ein Programm im High School Bereich stellt besondere Unterstützungen für Schulen mit einem hohen Anteil von Schülern aus armen Familien zur Verfügung.
 
Das 2006 etablierte National Mathematics Advisory Panel ist beratend zur Verbesserung der Lehre und des Lernens von Mathematik tätig.
 
Das Center for Rural Education kümmert sich um die besonderen Belange von Schülern und Studenten in ländlichen Bezirken.

3.2.3. Forschungspolitische Ziele

Generell sind die wissenschaftspolitischen Strukturen in den USA stark dezentralisiert, durch eine Vielzahl von Akteuren gekennzeichnet und dementsprechend komplex.

Wesentliche Elemente der Regierungsstrategie sind:

  • die perspektivische Verdopplung der Forschungsbudgets der drei Schlüsseleinrichtungen
  • der Grundlagenforschung (National Science Foundation – NSF, Office of Science des Department of Energy – DOE-SC, Laboratorien des National Institute of Standards and Technology – NIST),
  • Verstärkung der FuE-Aktivitäten bei „sauberen“ Energien,
  • Förderung der Schaffung neuer Arbeitsplätze in der verarbeitenden Industrie u. a. durch Ausweitung der FuE-Bemühungen im Bereich fortschrittlicher Produktionssysteme und -technologien,
  • vermehrte Anstrengungen bei der Ausbildung in Mathematik, natur- und ingenieurwissenschaftlichen Fächern sowie
  • verschiedene innovationspolitische Initiativen.

Letztere sind auch Bestandteil des Anfang Februar 2011 in aktualisierter Fassung vorgelegten Strategieberichts des Weißen Hauses „Strategy for American Innovation: Securing Our Economic Growth and Prosperity“. Dabei werden insbesonders folgende Zielsetzungen verfolgt: Ausweitung der Kommerzialisierung von Forschungsergebnissen, Stärkung des Technologietransfers sowie der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten von kleinen und mittleren Unternehmen, Förderung von Unternehmertum und Gründergeist, Unterstützung regionaler Innovationscluster sowie Verbesserung der rechtlichen Rahmenbedingungen für Forschung und Innovation. In diesem Zusammenhang zu nennen ist auch der Vorschlag der Obama-Administration, verstärkte Anreize für private FuE-Investitionen mittels Wiedereinführung der Ende 2011 ausgelaufenen  entsprechenden steuerlichen Förderung (Research and Experimentation Tax Credit) in ausgeweiteter, vereinfachter und auf Dauer angelegter Form zu schaffen.

Die zentrale Herausforderung des U.S.-Wissenschaftssystems in den nächsten Jahren wird aufgrund der Sparzwänge vor allem darin bestehen, mit knapperen finanziellen Ressourcen das hohe wissenschaftliche und technologische Leistungsniveau sowie die damit verbundene Attraktivität der USA als führender Forschungsnation in der Welt zu halten.

Für das Jahr 2013 wurden folgende Ziele im Bereich Forschung und Entwicklung formuliert:

  • Festhalten am Ziel, die Budgets der drei U.S.-Schlüsseleinrichtungen der Grundlagenforschung perspektivisch zu verdoppeln
  • Verstärkung der FuE-Aktivitäten bei "sauberen" Energien
  • Förderung der Schaffung neuer Arbeitsplätze in der verarbeitenden Industrie durch verstärkte FuE-Förderung im Bereich fortschrittlicher Produktionssysteme und -technologien
  • Vermehrte Anstrengungen bei der Ausbildung in Mathematik, natur- und ingenieurwissenschaftlichen Fächern (STEM Education –Science, Technology, Engineering, and Mathematics)

3.3. Initiativen und Programme

3.3.1. Programme in der Bildung

Wie sein Vorgänger betont Präsident Obama die Bedeutung von Bildung für die Zukunft der USA.

Strategisch wird in die sogenannte STEM education investiert - Bildung für Wissenschaft, Technologie Ingenieurwissenschaften und Mathematik. Zu den Programmen in diesem Bereich gehört z.B. das Mathematics and Science Partnerships Program, ein Programm, das insbesondere auf die Verbesserung der schulischen Ausbildung in Naturwissenschaften und Mathematik ausgerichtet ist. Lehrer sollen durch Fort- und Weiterbildung zu einem besseren Unterricht befähigt werden.

Auch das Programm "No Child Left Behind" zielt auf die Verbesserung des Schulunterichts für alle Kinder.

Die US-Staaten fördern ebenfalls eine Vielzahl von Aktivitäten zur Zertifizierung, Einstellung, Personalentwicklung und Unterstützung von Lehrkräften und Lehradministration. Weitere Themen sind die Lehrevaluation und die Einführung leistungsgerechter Vergütungssysteme.

3.3.2. Programme in der Forschung

Das Office of Science and Technology Policy (OSTP) setzt auf eine starke Grundlagenforschung als Basis für eine hohe Wettbewerbsfähigkeit, für erhöhte Lebensqualität und für innere Sicherheit. Das OSTP hat hierbei die Funktion, ressortübergreifende FuE für strategische Ziele zu organisieren.

Neben den Programmen, die von den einzelnen Ressorts umgesetzt werden, existieren verschiedene ressortübergreifende Programme. Hier sind u.a. zu nennen:

Networking an Information Technology R&D Program (NITRD): Zusammen mit dem National Coordination Office for Information Technology Research and Development wird die Netzwerk- und Informationstechnikstrategie zusammen mit zahlreichen Kooperationspartnern durchgeführt. Das NITRD-Progrmm hat seinen Ursprung im „High-Performance Computing (HPC) Act” aus dem Jahr 1991 und dem „Next Generation Internet Research Act“ von 1998. Insbesondere im Bereich höchstleistungsfähiger Großrechner, mit deren Entwicklung die USA wieder die zurzeit von Japan eingenommene Weltspitze erreichen wollen, suchen die USA weltweit Kooperationspartner. Folgende Bereiche stehen im Mittelpunkt der Initiative:

  • HCI&IM Human Computer Interaction and Information Management
  • HCSS High Confidence Software and Systems
  • HEC High End Computing
  • LSN Large Scale Networking
  • SDP Software Design and Productivity
  • SEW Social, Economic, and Workforce Implications of IT

Nanotechnology Initiative (NNI): Die „National Nanotechnology Initiative (NNI)” ist ein bundesstaatliches Forschungs- und Entwicklungsprogramm zur Koordinierung der Aktivitäten im Nanobereich, die in den insgesamt 26 bundesstaatlichen Forschungseinrichtungen durchgeführt werden. In den Jahren 2006 und 2007 wurden durch die NNI je etwa 1,4 Mrd. $ aufgewendet.


Hinweis: fachspezifische Initiativen und Programmen finden Sie auch im Kapitel "Stärken des Forschungssystems" unter "Forschungs-/Bildungslandschaft".

3.3.3. Innovationsprogramme

Unter dem Dach des National Institute of Standards and Technology (NIST) werden Innovation und Wettbewerbsfähigkeit z.B. durch das Technology Innovation Program (TIP) unterstützt. Hier wird risikoreiche aber potentiell lohnenswerte Forschung in wichtigen Schwerpunktbereichen finanziell unterstützt.

4. Internationale Kooperation des Landes in Bildung, Forschung und Innovation

4.1. Überblick

4.1.1. Strategien und Programme der internationalen Bildungs-, Forschungs- und Innovationszusammenarbeit

Die USA haben die Notwendigkeit und den Wert internationaler Kooperation in Wissenschaft und Technik seit jeher erkannt. Wissenschafts- und Technologieabkommen wurden mit zahlreichen Ländern sowohl auf Regierungs- wie auf Ministeriumsebene entwickelt. Die USA nimmt auch als Mitglied in zahlreichen internationalen Organisationen eine prominente Rolle ein.

4.2. Bi- und multilaterale Kooperationen

4.2.1. Überblick

Die USA haben die Notwendigkeit und den Wert internationaler Kooperation in Wissenschaft und Technik seit jeher erkannt. Bi- und multilaterals Wissenschafts- und Technologieabkommen wurden mit zahlreichen Ländern sowohl auf Regierungs- wie auf Ministeriumsebene entwickelt. Die Zusammenarbeit in Bildung und Forschung wird auch als ein Mittel gesehen, US-amerikanische politische Ziele umzusetzen.

4.2.2. Regierungs- und Ressortabkommen mit Partnerländern

Für die bilateralen und multilateralen Wissenschafts- und Technologieabkommen zwischen den USA und Partnern im Ausland ist das Bureau of Oceans and International Environmental and Scientific Affairs, Office of Science and Technology Cooperation des Department of State zuständig. Dort werden derzeit die Aktvitäten zu mehr als 50 Vereinbarungen verwaltet. 

4.2.3. Teilnahme an europäischen Programmen und Initiativen

Seit 1998 bildet das WTZ-Abkommen (Science & Technology Cooperation Agreement, S&T Agreement) zwischen der Europäischen Union und den USA die Grundlage für eine gemeinsam gestaltete Zusammenarbeit in FuE. Das Abkommen identifiziert gemeinsam festgelegte Prioritäten sowie mögliche Instrumente zur Durchführung der Kooperation und bildet den Rahmen für einen regelmäßigen politischen Dialog. Seit seinem Abschluss 1998 wurde das EU-US WTZ-Abkommen bisher drei Mal erneuert, 2004, 2009 und 2013.

Die USA sind an insgesamt 331 Projekten beteiligt, die im Rahmen des 7. EU-Forschungsrahmenprogramms gefördert werden, darunter 245 Projekte mit deutschen Partnern. Thematisch liegt der Schwerpunkt bei der Gesundheitsforschung und den Informations- und Kommunikationswissenschaften.

4.2.4. Mitgliedschaften in internationalen Regierungsorganisationen

Die USA sind Gründungsmitglied der Vereinten Nationen (UN), die ihren Sitz in New York hat. Die Universität der Vereinten Nationen ist ebenfalls mit einer Nebenstelle in New York vertreten.

Die Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) hat die Förderung von Erziehung, Wissenschaft, Kultur, Kommunikation und Information zum Ziel. Nach der Aufnahme der Palästinensischen Autonomiegebiete als Mitglied im Jahr 2011 haben die USA hre Beitragszahlungen eingestellt. Dies stellt die UNESCO vor erhebliche finanzielle Probleme, da die USA bisher über ein Fünftel des Gesamtbudgets der Organisation bestritten hat. Die USA haben deshalb im Jahr 2013 das Stimmrecht verloren.

Die USA sind Mitglied der G8/G7, dem Zusammenschluss einiger der weltweit wichtigsten Industriestaaten. Dem Gremium gehörten die USA, das Vereinigte Königreich, Kanada, Japan, Frankreich, Deutschland und Italien (G7) an, bis 2014 war auch Russland Mitglied (G8). Die Europäische Kommission hat einen Beobachterstatus.

Die Wissenschaftsminister bzw. die Wissenschaftsberater (Science Advisors) der G8-Staaten bilden die Carnegie Group, die 1991 gegründet wurde und  jährlich zu informellen Gesprächen zusammentritt.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) fördert eine Politik, die das Leben der Menschen weltweit in wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht verbessert. Das Gründungsmitglied USA ist hier der größte Beitragszahler. Ein Verbindungsbüro der OECD wurde in Washington D.C. eingerichtet. Zahlreiche US-Amerikaner arbeiten im OECD-Wissenschaftsdirektorat. Im OECD-Wissenschaftsausschuss und seinen Arbeitsgruppen gehören die USA aufgrund ihrer Bedeutung zu den Haupttreibern im Vorder- wie im Hintergrund. Die USA haben einen Sitz im Vorstand der meisten Arbeitsgruppen inne.

4.2.5. Teilnahme an multilateralen Programmen und Initiativen

Die USA hat an dem OECD-Programm zur Kompetenzmessung von Schülern (PISA-Programm) teilgenommen.

4.2.6. Sitzland für Einrichtungen multilateraler Trägerschaft

Der Sitz der Vereinten Nationen (UN) ist New York. Die Universität der Vereinten Nationen ist ebenfalls mit einer Nebenstelle in New York vertreten.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat ein Verbindungsbüro in Washington DC eingerichtet.

5. Ansprechpartner

5.1. Weitere Informationen

Nähere Informationen zur bilateralen Kooperation zwischen Deutschland und USA sowie Beteiligungsmöglichkeiten an Programmen und Fördermaßnahmen erteilt im Auftrag des BMBF das Internationale Büro des BMBF.

Fachlicher Ansprechpartner für USA:

Dr. Barbara Hellebrandt

Internationales Büro des BMBF beim DLR (IB)
Heinrich-Konen-Str. 1
53227 Bonn
Deutschland
Tel: +49 228 3821-1433
Fax: +49 228 3821-1400
E-Mail: barbara.hellebrandt(at)dlr.de

www.internationales-buero.de

Zurück zur Übersicht
Redaktion: 15.12.14, von: Dr. Barbara Hellebrandt, Projektträger im DLR
Politische Karte von den USA (Klick auf die Karte führt zur Darstellung in voller Größe in einem neuen Fenster)