BMBF - Bundesministerium für Bildung und Forschung
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1. Kurzprofil

Malaysia ist ein Staat in Südostasien und besteht aus zwei durch das Südchinesische Meer getrennten Landesteilen, der malaiischen Halbinsel im Westen und Teilen der Insel Borneo im Osten. Hauptstadt des gut 28 Millionen Einwohner umfassenden Staates ist Kuala Lumpur. Verwaltungszentrum ist die 1995 gegründete Planstadt Putrajaya wenige Kilometer südlich von Kuala Lumpur.

Malaysia hat sich von einem reinen Rohstoffproduzenten in den 1970er Jahren zu einer diversifizierten Volkswirtschaft entwickelt. Seit 2003 werden weitere Anstrengungen unternommen, auch hochwertigere Wertschöpfungsketten in Malaysia anzusiedeln. Hierzu zählen verschiedene Sektoren der Hochtechnologie, Medizin- und Pharmatechnik. Der aktuelle Premierminister, der 2009 gewählte Najib Razak, will diesen Kurs fortsetzen. Die Abhängigkeit vom Staatskonzern Petronas ist allerdings weiterhin enorm. Die Einnahmen des Ölkonzerns machen fast 40 Prozent der Staatseinkünfte aus. Zentrale Clustergebiete sind der Großraum Kuala Lumpur sowie der Bundesstaat Penang im Nordwesten der malaysischen Halbinsel.

Der Großraum Kuala Lumpur umfasst neben dem Gebiet der Hauptstadt auch weite Teile des Bundesstaates Selangor. Das Gebiet erstreckt sich von Kuala Lumpur im Osten bis zu Mündung des Flusses Klang in die Straße von Malakka im Westen. Das häufig auch als Klang Valley bezeichnete Metropolgebiet hat eine geschätzte Population von acht Millionen und ist wirtschaftliches, kulturelles und administratives Zentrum des Landes. Im Einzugsgebiet der Hauptstadt liegen neben dem größten Flughafen Malaysias, dem Kuala Lumpur International Airport (KLIA), auch die Städte Putrajaya und Cyberjaya. Die Planstadt Putrajaya ist seit 1995 Malaysias Regierungssitz und Verwaltungszentrum. Cyberjaya ist das Herzstück des Multimedia Super Corridor (MSC). Die 1999 gegründete Stadt liegt wenige Kilometer südlich von Kuala Lumpur und ist das Zentrum des malaysischen IKT-Sektors.

Penang bezeichnet sowohl die 285 Quadratkilometer große Insel im Nordwesten als auch einen malaysischen Bundesstaat, zu dem neben der Insel auch ein schmaler Küstenstreifen auf dem Festland gehört. Er ist der zweitkleinste malaysische Staat, verfügt allerdings über die drittgrößte Wirtschaftskraft. Für die 1,8 Millionen Einwohner ist die verarbeitende Industrie mit Abstand der wichtigste Wirtschaftssektor. Sie ist für über 40 Prozent des regionalen Bruttoinlandsprodukts und knapp 30 Prozent der Gesamtbeschäftigung verantwortlich. Seit 2005 gehört Penang außerdem offiziell zum MSC und profitiert somit von staatlichen Fördermaßnahmen im Service- und IKT-Sektor.

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2. Internationale Anziehungskraft

Im Zuge der Finanzkrise sind die ausländischen Direktinvestitionen (FDI) 2009 auf 1,4 Milliarden US-Dollar gefallen. 2008 waren es noch 7,3 Milliarden US-Dollar. Um den Zufluss von ausländischen Investitionen zu steigern, hat die Regierung verschiedene Gesetzesänderungen auf den Weg gebracht. So ist es ausländischen Investoren nun erlaubt, 70 Prozent an Versicherungen und Investmentbanken zu halten und der Immobilienkauf für Ausländer wurde weiter dereguliert. Im ersten Quartal 2010 stiegen die ausländischen Direktinvestitionen wieder auf 1,6 Milliarden US-Dollar.

Malaysia ist Mitglied im Verband Südostasiatischer Nationen (ASEAN). Der Verband besteht aktuell aus zehn Nationen, die zusammen eine Population von ca. 575 Millionen und ein Bruttoinlandsprodukt von ungefähr 1.200 Milliarden US-Dollar haben. Der 1967 gegründete Verband fördert erfolgreich die wirtschaftliche, politische und kulturelle Zusammenarbeit. 2009 beschlossen die ASEAN-Staaten, einen gemeinsamen Wirtschaftsraum nach europäischem Vorbild zu gründen.

Die Westküste Malaysias profitiert von der strategisch günstigen Lage an der Straße von Malakka. Die Wasserstraße hat eine Länge von etwa 800 km und ist überwiegend zwischen 50 und 300 km, an ihrer engsten Stelle jedoch nur 2,8 Kilometer breit. Nach Angabe der U.S. Energy Information werden täglich 15 Millionen Barrel Öl durch die Meerenge befördert. 50.000 Handelsschiffe - sechsmal so viele wie im Sueskanal - durchfahren die Straße von Malakka jährlich und befördern so etwa 40 Prozent der im Welthandel verschifften Güter hindurch. 90 Prozent der japanischen und 80 Prozent der chinesischen Öleinfuhren werden durch die Meerenge transportiert, außerdem 30 Prozent der chinesischen Eisenerzimporte.

Kuala Lumpur International Airport (KLIA) und Bayan Lepas International Airport, auch bekannt als Penang International Airport, sind die wichtigsten internationalen Flughäfen Malaysias. KLIA befördert fast 20 Millionen internationale Fluggäste pro Jahr. Hinzu kommen weitere 10 Millionen aus dem Inland. KLIA ist außerdem mit großem Abstand der wichtigste Lufthandelsplatz Malaysias. 2009 wurden insgesamt gut 800.000 Tonnen Luftfracht an malaysischen Flughäfen umgeschlagen. 585.000 Tonnen wurden dabei über KLIA verschickt.
Penang ist mit 1,5 Millionen Passagieren aus dem Ausland der zweitwichtigste internationale Flughafen. Im Zuge der Finanzkrise ist das Luftfrachtgeschäft des Bayan Lepas Airport eingebrochen. 2009 wurden lediglich 138.000 Tonnen befördert. Im Vergleich zum Vorjahr (193.000 Tonnen) ist das ein Rückgang von fast 29 Prozent.

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3. Thematische Stärkefelder

Malaysia hat sich seit seiner endgültigen Unabhängigkeit von Großbritannien im Jahr 1963 von einem Rohstofflieferanten zu einer der wichtigsten Handelsnationen im Bereich der elektronischen und IT-Güter entwickelt. So hat Malaysia in relativ kurzer Zeit den Status eines Schwellenlandes erreicht. Durch den Ausbau der Wissensgesellschaft und die Stärkung des Dienstleistungssektors soll diese Entwicklung fortgesetzt und der Status einer bedeutsamen industrialisierten und entwickelnden Ökonomie erreicht werden. Neben traditionellen Stärkefeldern wie Erdöl und -gas, Palmöl, Tourismus und elektrische bzw. elektronische Produkte sollen zukünftig IKT, Life Sciences, Erneuerbare Energien, Finanz- und Geschäftsdienstleistungen sowie private Gesundheitspflege prominente Positionen einnehmen.

Die Insel Penang im Nordwesten ist das Zentrum der verarbeitenden Industrie und der Elektronikbranche. Im stark industrialisierten Süden der Insel sitzen einige der bekanntesten Hersteller von elektronischen Produkten: Dell, Intel, AMD, Motorola, Hitachi, Seagate, Plexus, Altera und Agilent. Auch die deutschen Unternehmen OSRAM Opto Semiconductors und Bosch produzieren auf der Insel. Bosch fertigt in Malaysia Elektrowerkzeuge, Lenkgetriebekomponenten und Audiosysteme für Autos in Joint Venture mit den Firmen BSH Home Appliances und FMP Automotive. Weitere Informationen über den Standort Penang sind über die Seite der regionalen Wirtschaftsförderungsagentur erhältlich.

Die malaysische Ölproduktion ist in der Hand des Staatskonzerns Petronas (Petroliam Nasional Berhad). Petronas gehört zu den 500 größten Unternehmen der Welt (Fortune Global 500). Seit der Gründung 1974 wuchs das Unternehmen kontinuierlich zu einem internationalen Öl- und Gas-Konzern mit Vertretungen in 31 Ländern und mehr als 100 Tochtergesellschaften. Petronas beschäftigt weltweit 40.000 Mitarbeiter und gilt als profitabelstes Unternehmen in Asien. Die Dividenden des Konzerns sind ein wichtiges finanzielles Standbein für den nationalen Haushalt. Allein 2008 erhielt die Regierung eine Sonderdividende von umgerechnet 2 Milliarden US-Dollar.

Um die Abhängigkeit von der Öl- und Gasbranche zu verringern, hat die malaysische Regierung 2010 ein neues Energie-Einspeisegesetz verabschiedet. Dadurch soll die Quote erneuerbarer Energien bei der Stromerzeugung gestärkt werden. Bisher ist Gas mit 40 Prozent die wichtigste Energiequelle.

In Bezug auf die Fertigung von Solarzellen ist Malaysia bereits einer der wichtigsten Standorte weltweit. Das Land ist drittgrößter Hersteller hinter China und Deutschland und hat einen globalen Marktanteil von 11 Prozent. In den letzten drei Jahren wurden fünf Milliarden US-Dollar investiert und 10.000 neue Jobs geschaffen. Die deutsche Q-Cells produziert mittlerweile die Hälfte ihrer Solarzellen und -module in Malaysia und hat so die Produktionskosten um ein Viertel gesenkt. Mittlerweile haben drei der sechs größten Hersteller ein Werk in Malaysia.

Im Rahmen des neuen Gesetzesentwurfs rückt auch die nukleare Energiegewinnung in den Vordergrund. Die Regierung sucht bereits nach geeigneten Standorten und hat ein nationales Wissenschaftsteam zusammengestellt.

Durch die Lage an einer der meist befahrenen Wasserstraßen der Welt ist die Westküste Malaysias ein wichtiger Standort für Logistikunternehmen. DHL betreibt in Penang beispielsweise auf knapp zwei Hektar ein neuartiges Distributionszentrum, welches als Vorbild für weitere Standorte des Unternehmens im asiatisch-pazifischen Raum gilt. Neben der geografischen Lage und qualifizierten Arbeiternehmern lobt DHL die sprachliche Vielfalt in Malaysia. Durch die verschiedenen ethnischen Gruppen ist es möglich, im Servicezentrum in Penang Anfragen in vielen asiatischen Sprachen zu beantworten. DHL Malaysia beschäftigt über 1.800 Mitarbeiter und führt jährlich 4,8 Millionen Verschiffungen durch. Hinzu kommen durchschnittlich 35 kommerzielle Flüge pro Tag.

Der Faktor Tourismus ist im Clustergebiet ebenfalls nicht zu unterschätzen. Kuala Lumpur liegt laut Euromonitor International mit rund 9 Millionen internationalen Besuchern hinter Paris, London, Bangkok und Singapur auf Rang fünf der meistbesuchten Städte der Welt. Auch die Insel Penang ist ein beliebtes internationales Reiseziel.

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4. Akteure und Netzwerke

Da das ehrgeizige Ziel, Malaysia bis 2020 zu einer Industrienation zu machen, nur über Hochtechnologien zu erreichen ist, sind die Sektoren IKT und Biotechnologie in den Fokus der malaysischen Regierung gerückt. Durch Investitionen im Rahmen der letzten drei Malaysia Pläne (1996-2009) wurden diese Branchen gezielt gefördert. Dabei standen Verbesserungen der Infrastruktur, Technologieparks und der Ausbau von Netzwerken im Vordergrund. 

Zentraler Akteur für den IKT-Sektor ist MSC Malaysia. Diese staatliche Institution organisiert den sogenannten Multimedia Super Corridor, eine Sonderwirtschaftszone, die sich von den Petronas Twin Towers bis zum Kuala Lumpur International Airport erstreckt. Das ca. 15 km breite und 50 km lange Gebiet umfasst außerdem das nationale Verwaltungszentrum Putrajaya und Cyberjaya. Das 1996 gestartete Projekt orientiert sich am Vorbild Silicon Valley und soll Malaysias Transformation zur Wissensgesellschaft katalysieren. Der MSC ist zentraler Teil der Vision 2020 (Wawasan 2020), nach der Malaysia im Jahr 2020 den Status einer vollständig entwickelten Industrienation erreichen soll. Beratend steht dem MSC ein hochkarätig besetzter International Advisory Panel (IAP) zur Seite. Dieser trifft sich regelmäßig und diskutiert über die Entwicklung des IKT-Sektors. Der IAP setzt sich aus Vertretern von Politik, Bildung und Wirtschaft zusammen. Hierzu gehören bspw. der malaysische Premierminister, der Minister für Wissenschaft, Technologie und Innovation sowie prominente Vertreter von IBM, Microsoft, DHL, Forbes und der Universität Stanford

Der Kulim Hi-Tech Park, rund 25 Kilometer östlich von George Town, hat in der zweiten Projektphase des MSC ebenfalls den Status einer Cybercity erhalten. Auf einer Fläche von 17 Quadratkilometern finden Unternehmen neben einer gut ausgebauten Infrastruktur auch unterstützende Einrichtungen. Hierzu zählen Zweigstellen des Malaysian Institute Of Microelectronic Systems und des  Standards and Industrial Research Institute of Malaysia (SIRIM). Durch verschiedene Anreize wurden v.a. Unternehmen aus den Bereichen Elektronik, Biotechnologie und moderne Werkstoffe für den Standort gewonnen. Die prominentesten sind Intel, Infineon und BASF. 

SIRIM Berhad ist ein Forschungsinstitut der malaysischen Regierung unter Leitung des Finanzministeriums. SIRIM agiert in Malaysia als Amt für Qualitätsüberwachung und Standardisierung. Außerdem fördert es den Technologietransfer und entwickelt im Auftrag der Regierung die institutionelle und technische Infrastruktur. Durch diese Aufgaben ist SIRIM einer der wichtigsten Akteure in der malaysischen F&E-Landschaft. Das Amt ist in seiner Funktion international stark vernetzt. Es ist Gründungsmitglied der Global Research Alliance (GRA), zu der u.a. auch die Fraunhofer-Gesellschaft gehört. Außerdem fungiert SIRIM als Sekretariat für die World Association of Industrial and Technological Organizations (WAITRO)

Die Malaysian Biotechnology Corporation (BiotechCorp) ist die Entwicklungsagentur der Biotechnologie und Life Sciences in Malaysia. Sie arbeitet eng mit der malaysischen Regierung und den zuständigen Ministerien zusammen. Seit der Gründung 2005 wurden 450 Millionen US-Dollar an Unternehmen vergeben. 185 Unternehmen (Stand: August 2010) haben von BiotechCorp den sogenannten BioNexus-Status erhalten. Dadurch profitieren sie von steuerlichen Anreizen sowie Bezuschussungen und dürfen als Mitglied des BioNexus-Netzwerks auf diverse Ressourcen zurückgreifen. Akademisches Rückgrat des Netzwerks sind drei Exzellenzzentren: das Centre of Excellence for Agro-biotechnology an der Universiti Putra Malaysia, das Centre of Excellence for Genomic & Molecular Biology an der Universiti Kebangsaan Malaysia sowie das Centre of Excellence for Pharmaceuticals & Nutraceuticals in der Nähe von Dengkil. 

Die Malaysia Medical Device Association (MMDA) ist der malaysische Verband der Medizingerätetechnik. MMDA hat 180 Mitgliedsunternehmen und deckt alle Akteure entlang der Wertschöpfungskette ab. Der Verband vertritt die Interessen der Branche vor der Politik und bietet seinen Mitgliedern Unterstützung und regelmäßige Schulungen, z.B. im Bereich Regulierung oder Wissenstransfer, an. 

Das Malaysian Biotechnology Information Center (MABIC) ist eine Tochterinstitution des internationalen Netzwerks International Service for the Acquisition of Agri-biotech Applications (ISAAA). ISAAA ist eine Non-Profit-Organisation, die weltweit landwirtschaftliches und biotechnologisches Wissen weitergibt. Im Fokus stehen dabei Entwicklungsländer. MABIC liegt auf dem Campus der Monash University Malaysia in Bandar Sunway, wenige Kilometer südwestlich von Kuala Lumpur. Neben den Aufgaben der Technologietransfers fördert das Biotechnologiezentrum Kooperationen, Austauschprogramme und Informationsaustausch zwischen verschiedenen Gesellschaftsgruppen, z.B. Studenten, Risikokapitalgebern, Landwirten oder Medien. 

Ein wichtiger Akteur im islamischen Malaysia ist das Penang International HALAL Hub (PIHH). Die staatliche Institution unterstützt das malaysische Vorhaben, ein weltweit führender Standort für Halal-Produkte zu werden. Halal bezeichnet im Islam alle Dinge und Taten, die nach islamischem Recht erlaubt oder zulässig sind. Die Verwaltung des PIHH setzt sich aus Vertretern von Politik, Wissenschaft und Wirtschaft zusammen. PIHH unterstützt interessierte Investoren und Unternehmen mit dem Ziel, islamkonforme Wertschöpfungsketten bzw. Dienstleistungen in verschiedenen Bereichen aufzubauen: verarbeitende Industrie, Agro-Industrie, Life Sciences, Logistik, F&E, Tourismus und Finanzwirtschaft. 

Folgende staatliche Einrichtungen erfüllen eine wichtige wirtschaftliche Funktion:

  • Die Malaysian Industrial Development Authority (MIDA) ist die staatliche Promotionsagentur für die verarbeitende Industrie und den Servicesektor. Sie berät potenzielle Investoren, fördert Public Private Partnerships und unterstützt malaysische Firmen bei der Expansion ins Ausland. Außerdem ist MIDA Ansprechpartner für Produktionslizenzen, Steuererleichterungen sowie Abgabenbefreiung.
  • Die Malaysian Technology Development Corporation (MTDC) wurde 1992 als staatlicher Risikokapitalgeber für Unternehmen der Hochtechnologie gegründet. Seit die nationalen und internationalen Investitionen im Bereich Hochtechnologie gestiegen sind, versteht sich die Agentur als "Integrated Venture Capital Solutions Provider". Im Rahmen der Förderung der Life Sciences wurde kürzlich ein entsprechender Venture-Capital-Fonds eingerichtet. Durch die zunehmende Internationalisierung der malaysischen Hochtechnologie hält MTDC mittlerweile auch Anteile an Unternehmen in Europa und den USA.
  • Die Malaysian External Trade Development Corporation (MATRADE) ist die malaysische Außenhandelskammer. Sie fördert den Export von einheimischen Produkten und vermittelt internationale Kontakte. Die deutsche Zweigstelle von MATRADE ist in Frankfurt

Weitere wichtige Forschungsakteure im Clustergebiet sind:

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    5. Bildung, Qualifikation und Fachkräfte

    Die Standorte Kuala Lumpur und Penang sind die Ausbildungszentren Malaysias. Sie profitieren von einer hohen Dichte an staatlichen und privaten Universitäten, die den Arbeitsmarkt mit qualifizierten Fachkräften versorgen. 

    Die Universiti Teknologi Mara (UiTM) ist mit über 100.000 Studenten eine der größten Hochschulen Malaysias. Der Hauptcampus mit der Verwaltung und 40.000 Studenten befindet sich in Shah Alam. 23 weitere Campus und 19 angegliederten Colleges sind über beide malaysischen Inseln verteilt. Der Fokus des Studienangebots liegt auf den Ingenieurwissenschaften. Die Universität besitzt allerdings auch ein umfangreiches Angebot an sozial-, geistes- und naturwissenschaftlichen Studiengängen. Die über 100 Partneruniversitäten verschaffen der UiTM ein hohes Maß an Internationalität. Es bestehen außerdem enge Kooperationen mit der nationalen Industrie und Wirtschaft. Die Studiengänge sind dadurch interdisziplinär, praxisnah und international ausgerichtet. In Deutschland kooperiert die UiTM u.a mit der TU Clausthal.

    Die University of Kuala Lumpur gehört zu den führenden technischen Hochschulen des Landes. Über 15.000 Studierende genießen eine praxisorientierte, wissenschaftlich-technische Lehre, bei der allerdings Wert auf eine unternehmerische Ausbildung gelegt wird. Das soll das Gründertum anregen und die Kommerzialisierung von Wissen unterstützen. Die University of Kuala Lumpur kooperiert mit vielen nationalen und internationalen Universitäten. Sie arbeitet u.a. eng mit dem deutschen Universitätsnetzwerk Greater Munich Area zusammen. Die Kooperation wird in Zukunft durch ein bayrisch-malaysisches Technologiezentrum ausgeweitet. Angestrebt ist ein Austausch von Wissenschaftlern, Personal sowie Studierenden unterschiedlicher Fachrichtungen.

    Weitere bedeutende Universitäten im Clustergebiet sind:

    In Malaysia sind außerdem einige australische Bildungseinrichtungen vertreten:

    • Die Monash University ist eine der renommiertesten Hochschulen Australiens. Der malaysische Campus entstand 1998 in Kooperation mit der Sunway Group in Bandar Sunway und war der erste ausländische Campus in Malaysia. 2007 wurde ein neuer, rund 65 Millionen US-Dollar teurer Campus bezogen. Die Studierendenanzahl soll durch die neuen Gebäude von 4.500 auf 6.000 steigen.
    • Das SAE Institute hat eine Dependance in Kuala Lumpur. SAE ist nach eigener Aussage der größte internationale Hochschulverbund für Tontechnik, digitale Filmproduktion, interaktive Animation, Spieleprogrammierung und Multimedia.
    • Die Swineburn University of Technology und die Curtin University of Technology liegen auf dem zu Borneo gehörenden Teil von Malaysia.

    Um die Qualität der Hochschulbildung zu verbessern und transparenter zu machen, wurde 2007 ein nationales Bewertungssystem für Universitäten (Setara) eingeführt. Setara beurteilt dabei Reputation der wissenschaftlichen Angestellten, Auswahl der Studenten, Forschung, Ausbildungsprogramme, Ressourcen und Management.
    Bei der Ausarbeitung von Setara wurden einige renommierte ausländische Universitäten besucht und als Benchmark benutzt. Hierzu zählten u.a. die Universitäten zu Singapore, Melbourne und Sydney sowie das Indian Institute of Technology. Das junge System gilt allerdings noch als unausgereift und wird von einigen Gesellschaftsteilen kritisiert. So fehlen Kritikern beispielsweise Regularien zur Ernennung des Prüfungsausschusses und sie befürchten eine potenzielle Zwei-Klassen-Bildung durch Erhöhungen von Studiengebühren oder durch unterschiedliche Besoldung von wissenschaftlichen Angestellten. Außerdem besteht die Gefahr der Benachteiligung junger Universitäten, da es ihnen an Reputation fehlt.

    Ein wichtiger Ausbildungspartner speziell für die verarbeitende Industrie ist das German-Malaysian Institute (GMI). Das Institut wurde 1991 von der deutschen und der malaysischen Regierung gegründet. Aufsichtsratsvorsitzender des Instituts ist der deutsche Botschafter in Malaysia. Der neue Campus des GMI liegt in Kajang, wenige Kilometer südöstlich von Kuala Lumpur. Das neue Gelände ist 72.000 Quadratmeter groß. Der Aufstieg des Instituts zu einer staatlich anerkannten Universität ist von der malaysischen Regierung geplant. Im Zentrum der Ausbildung stehen die Bereiche Produktionstechnologie und industrielle Elektronik. Die Ausbildung erfolgt mit einem hohen praktischen Anteil und in Kooperation mit ansässigen Unternehmen. Hierzu zählen u.a. Siemens, Bosch, Wittmann, Vietz und Feinmechanik Michael Deckel.

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    6. Entwicklungsdynamik

    Die allgemeinen wirtschaftlichen Standortfaktoren in Malaysia haben sich trotz der Weltwirtschaftskrise in den letzten Jahren stetig verbessert. In der Rangliste des IMD World Competitivness Yearbook stieg Malaysia von Position 26 im Jahr 2005 auf den zehnten Rang 2010. Im 2011er Ranking des World Economy Forum (WEF) hat Malaysia zwei Plätze verloren und belegt den 26. Platz. Das WEF bescheinigt Malaysia allerdings weiterhin die nötige Qualität in den Bereichen Entwicklungsstand der Wirtschaft und Innovation. Der Abwärtstrend bei der Qualität der Institutionen und Behörden wurde gestoppt. Als negativ wird nach wie vor die Sicherheitslage beurteilt. Hier belegt das Land lediglich den 80. Platz.

    Um im Jahr 2020 den Entwicklungsstand einer Industrienation zu erreichen (Vision 2020), muss die malaysische Wirtschaft bis 2015 um sechs Prozent jährlich wachsen. Grundlage für dieses Wachstum soll der 10th Malaysia Plan bilden.

    Doch auch Malaysia hat mit den typischen Problemen einer boomenden Wirtschaft zu kämpfen. Auf einem Treffen mit dem malaysischen Handels- und Industrieministerium (Miti) im April 2010 kommunizierten sechs multinationale Konzerne ihre Sorge über einen aufkommenden Facharbeitermangel. Western Digital, Infineon, Motorola, Jabil, Plexus und AMD beklagen, dass einheimische Fachkräfte zunehmend vom Ausland abgeworben werden. Als Arbeitgeber von über 30.000 Beschäftigten im Norden Malaysias versuchen die sechs Unternehmen politischen Druck aufzubauen, um eine liberale Gesetzgebung im Bezug auf ausländische Fachkräfte zu erwirken. Die Befürchtungen eines potenziellen Fachkräftemangels decken sich mit der Analyse des WEF, welches Malaysia eine zu geringe Studentenquote attestiert.

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    Redaktion: 29.10.10, von: Stefan Führt / Miguel Krux, VDI Technologiezentrum GmbH