BMBF - Bundesministerium für Bildung und Forschung
Kooperation International
 

1. Kurzprofil

Der rund 710 km² große Stadtstaat Singapur zeichnet sich durch eine hochindustrialisierte und erfolgreiche Marktwirtschaft aus. Sie gilt als weltoffen, korruptionsfrei und international vernetzt. Singapur liegt weltweit auf dem ersten Platz im Geschäftstätigkeitsindex des World Bank Report Doing Business (Jun. 2012). Durch enorme Fördermaßnahmen in allen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereichen hat es Singapurs Regierung geschafft, das Entwicklungsland innerhalb einer Generation zur Industrienation aufsteigen zu lassen. Die weitgehend auf den Export ausgerichteten wichtigsten Wirtschaftssektoren stellen die Elektroindustrie, die ölverarbeitende Industrie, der Maschinenbau, Schiffbau sowie zunehmend die Innovationsfelder Informationstechnologie, Biotechnologie (Life Sciences) und Pharmazie dar. Die Entwicklung der südostasiatischen Staatengemeinschaft (ASEAN) in den letzten Jahrzehnten veranlasste die singapurische Regierung dazu, die nationalen Wirtschaftsstärken neu auszurichten, um wettbewerbsfähig bleiben zu können. Heute strebt Singapur eine Vorreiterrolle auf internationaler Ebene in den Bereichen IT, Halbleiterindustrie sowie Bio- und Gentechnik an. Dies erfordert insbesondere große staatliche Investitionen in Ausbildung, Forschung und Entwicklung.

Das Gesamthandelsvolumen von Singapur betrug 2009 etwa 370 Milliarden Euro. Haupthandelspartner sind die USA, China, Malaysia und die EU. Deutschland rangiert mit einem Handelsvolumen von ca. 8,64 Milliarden Euro im Jahr 2009 an zwölfter Stelle. Damit gilt Singapur als wichtigster deutscher Wirtschaftspartner im Raum der ASEAN-Länder. Ca. 700 deutsche Unternehmen sind im Land ansässig. Die unmittelbaren deutschen Direktinvestitionen beliefen sich 2007 auf 7,496 Milliarden Euro. Es existieren mehrere Einrichtungen zur Wirtschaftsförderung, die sich auf die deutsch-singapurischen Handelsbeziehungen spezialisiert haben (Deutsch-Singapurische Industrie- und HandelskammerGerman Centre Singapore, etc.).

Des Weiteren haben staatliche Programme und Initiativen dazu beigetragen, dass der Mittelpunkt des Clusters Singapur in Hafennähe entstand. Der logistische Dreh- und Angelpunkt galt 2009 mit einem Gesamthandelsvolumen von rund 472 Millionen Tonnen nach Shanghai als zweitgrößter Hafen der Welt. Das Gebiet wird auch inoffiziell als Singapore’s Technology Corridor bezeichnet. Die größten Science Parks mit Forschungsschwerpunkten in den Hoch- und Spitzentechnologien IT und Biotechnologie sind der Singapore Science Park, der Kent Ridge Campus, Tuas Biomedical Park (TBP) sowie Biopolis im one-north-Komplex.

4,9 Millionen Einwohner lebten im Juni 2009 im kleinsten Staat Südostasiens. Das entspricht ca. 6.901 Einwohnern pro km² (Deutschland: 229 Einwohner pro km²). Das Durchschnittsalter beträgt 36,7 Jahre. Im Dezember 2008 waren 2,93 Millionen Singapurer berufstätig. Das Bruttoinlandsprodukt betrug 2009 161.349 Millionen US-Dollar. Singapur liegt auf Platz 23 (0,644) im  Human Development Index 2009. Der Stadtstaat gehört laut Forbes zu den World’s Most Expensive Cities To Live. Offizielle Währung ist der Singapurische Dollar (SGD-Wert: S$ 1 = € 0,5794 / 03.09.2010).

Singapurs jüngste wirtschaftliche Entwicklung wurde u. a. mit enormen Investitionen in Bildung und Ausbildung von Fachkräften beschleunigt. Daher nimmt die Förderung der Hochschulen und der Hochschulbeziehungen mittlerweile eine zentrale Rolle ein. Der gesamte Bildungsbereich verfügt mit einem Anteil von 20 % über den zweithöchsten Regierungsetat nach dem Verteidigungsressort. Demzufolge erreichen die beiden staatlichen Institutionen für höhere Bildung, die National University of Singapore (NUS) und die Nanyang Technological University (NTU), Top-Platzierungen in den globalen Universitätsrankings. Ihre Stärken liegen vor allem in den Bereichen IT, Biomedizin und Life Sciences sowie Kunst. Weiterhin ist das singapurische Bildungsministerium darum bemüht, mit ausländischen Hochschuleinrichtungen auf der ganzen Welt zusammenzuarbeiten. Die Kooperationen reichen von gemeinsam angebotenen Abschlüssen bis zum eigenen Campus internationaler Hochschulen. Das German Institute of Science and Technology (GIST), ein Joint-Venture der Technischen Hochschule München und der National University of Singapore, ist nur ein Beispiel für eine erfolgreiche internationale Kooperation mit den singapurischen Bildungsinstitutionen.

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2. Internationale Anziehungskraft

Das Bild zeigt eine Nachtaufnahme mit Blick auf das Marina Bay-Gebiet; Klick auf das Bild führt zu einer vergrößerten Ansicht in einem neuen Fenster.
Blick auf das Marina Bay-Gebiet (Quelle: J. Rybach)

Die Insel Singapur setzt sich aus einer kleinen, teilweise zerstückelten Landfläche zusammen, die geringfügig kleiner als Hamburg ist. Es existieren zwei Verbindungen zum malaysischen Festland. Im Norden führt ein künstlicher Damm (Johar-Singpore Causeway) zur Millionenstadt Johor Bahru, während das westliche Singapur durch eine Brücke (Second Link) mit Malaysia verbunden ist. Der Hafen Singapurs im Süden des South West District bildet das Handelstor zur Welt.

Er gilt als der weltweit bedeutendste Umschlagplatz für Container und liegt bezüglich des Gesamthandelsvolumens (472 Millionen Tonnen im Jahr 2009) nur knapp hinter Shanghai. Östlich des Hafens liegt das futuristisch anmutende Hafengebiet Marina Bay. Im Expo und Convention Center des modernen Marina-Bay-Sands-Hotelkomplexes finden regelmäßig Messen statt - im Oktober 2010 erstmals die TECHVENTURE. 

Daneben hat sich in diesem Teil der Insel auch das Gros forschungsaktiver Institutionen und Unternehmen des singapurischen Clusters angesiedelt. Die biotechnologische Forschungsstadt Biopolis auf dem one-north-Komplex liegt bspw. in strategischer Nähe zum Singapore Science Park, dem National University Hospital und dem Kent Ridge Campus mit der National University of Singapore Yong Loo Lin School of Medicine und dem Cancer Science Institute Singapore, das von Professor Daniel Tenen (Harvard Medical School) geleitet wird. 

Im Jahr 2000 startete die Singapore’s Biomedical Sciences (BMS) Initiative zur Etablierung des Innovationsfeldes Biotechnologie als eine von Singapurs Schwerpunktindustrien. Inzwischen erwirtschaftet der gesamte biotechnologische Sektor jährlich rund 4,1 % von Singapurs Bruttoinlandsprodukt, was 2009 etwa 6.615 Millionen US-Dollar entsprach. Die beiden Schlüsselinfrastrukturen zur Förderung von Biotechnologie am Standort waren und sind Biopolis und der Tuas Biomedical Park (TBP). In den staatlich geförderten Institutionen arbeiten Forscher des öffentlichen und privaten Sektors zusammen. Die Forschungsstadt Biopolis kann seit Abschluss der dritten Bauphase Ende 2009 über 260.000 m² Fläche für biotechnologische F&E-Aktivitäten aufweisen. Zudem hat die singapurische Regierung mit dem Tuas Biomedical Park ein über 360 Hektar großes Gelände bereitgestellt, das mit entsprechender Infrastruktur beste Voraussetzungen für Produktionsanlagen von pharmazeutischen und biomedizinischen Produkten bietet. 

Abbott, Alcon, CIBA Vison, Genetech, GlaxoSmithKline Biologicals, Lonza, Merck Sharp & Dohme, Novartis, Pfizer and Wyeth sind nur einige international führende Unternehmen, die diese Angebote bereits nutzen. Start-ups bzw. Unternehmen in der Seed- und Early-stage-Phase erhalten Zugang zu Risikodarlehen u.a. durch die Venture-Capital-Unternehmen Bio*One CapitalSPRING Singapore sowie Exploit Technologies der Agency for Science, Technology and Research

Außerhalb des Innovationsfeldes Biotechnologie ist in den hafennahen Forschungsparks vor allem die Informationstechnologie stark vertreten. Der Singapore Science Park stellt exklusiv zur Förderung von Unternehmen und Start-ups in diesem Segment eigene Büro- und Laborkomplexe zur Verfügung. Insgesamt haben mehr als 80 der 100 führenden Software und IT-Service-Unternehmen eine regionale Dependance im Cluster etabliert, darunter IBM, Hewlett Packard, Oracle und Siemens. Für viele dieser Akteure hat sich der Standort Singapur zu ihrem asiatisch-pazifischen Hauptsitz entwickelt. Die vor Ort tätigen Unternehmen sind insbesondere mit der Forschung & Entwicklung von innovativen Technologien beschäftigt (s. 3. Thematische Stärkefelder). 

Der Personentransfer zwischen den Clusterakteuren Singapurs wird durch die insgesamt modern ausgebaute Infrastruktur gewährleistet. Seit 2008 baut die Regierung im Rahmen des Land Transport Masterplans Singapurs Schienennetz aus. Derzeit wird an der Kapazität der North-South/East-West Line (NSEWL) gearbeitet. Singapurs Hauptbahnhof liegt im südlichen Teil der Insel und bildet den Mittelpunkt des Schienenverkehrs. U-Bahnen (MRT) und Busse ergänzen das als gut erschlossen, hochgetaktet und preiswert geltende ÖPNV-System. Der Flughafen Changi Airport gehört zu den wichtigsten in ganz Asien. In vier Terminals werden 80 internationale Airlines abgewickelt, die Singapur mit ca. 200 Städten in 60 Ländern verbinden. 

Der private Autobesitz gilt als Luxus, da auf Kfz-Importe bis zu 200 % Steuern erhoben werden. Dabei ist Singapur eigentlich für sehr niedrige Zölle bekannt, etwa 96 % aller Importe sind zollfrei (Ausnahmen: Zigaretten, Alkohol, Autos, Benzin). 

Weitere regionale und nationale Landesinformationen können auf den Seiten der Regierung Singapore e-Government (Smart-City-Initiative) eingeholt werden. Die Regierung setzt mit diesem Programm auf reduzierte Behördenvorgänge, eine bestmögliche Transparenz und maximale Beteiligung der Einwohner.

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3. Thematische Stärkefelder

In einigen Dienstleistungsbereichen wie Transport, Logistik oder Finanzen ist Singapur einer der überregionalen Dreh- und Angelpunkte. Weitere Bereiche, wie z. B. Bildung, Medien, Gesundheit und Rechtsschutz (Schutz geistigen Eigentums, Schiedsgerichtswesen) sollen ausgebaut werden.

Singapurs wichtigste Wirtschaftssektoren (pillar industries) sind die Elektronikindustrie, ölverarbeitende Industrie, Maschinen und Ausrüstungsgegenstände (insbesondere für den Ölbohrbereich), Schiffsreparatur – sowie zunehmend basierend auf der wirtschaftlichen Neuausrichtung auf wissensbasierte Bereiche die Biotechnologie (Life Sciences) und Pharmazie. Ein weiteres Innovationsfeld mit hohen Wachstumsraten stellt die Informationstechnologie dar.

Das Land strebt eine Vorreiterrolle auf internationaler Ebene in den Bereichen IT, Halbleiterindustrie sowie Bio- und Gentechnik an. Dies erfordert insbesondere große staatliche Investitionen in Ausbildung, Forschung und Entwicklung. Ein Beispiel für Singapurs Bedeutung im Innovationsfeld Informationstechnologie ist die Niederlassung des Soft- und Hardware Hersteller Hewlett-Packard. Der IT-Konzern eröffnete im Februar 2010 ein Forschungszentrum im Cluster. Das Labor ist HPs dritte Forschungseinrichtung im asiatisch-pazifischen Raum und die siebte weltweit. Im Fokus der Wissenschaftler werden aktuelle Innovationsthemen wie Rechenzentren, Cloud-Computing sowie Nachhaltigkeit stehen. Lösungsansätze in diesem Bereich sollen von anderen HP-Stützpunkten übernommen werden.

Initiativen zum Ausbau der IT-Infrastruktur ließen einen weiteren IT-Subbereich entstehen: Interactive and Digital Media. Internationale Größen der digitalen Unterhaltung wie Lucasfilm oder Electronic Arts sind heute im Cluster ansässig. Das China-Singapore Institute of Digital Media der Chinese Academy of Sciences sowie das Keio-NUS Connective Ubiquitous Technology for Embodiments (CUTE) Centre der Keio University (Japan) repräsentieren ergänzende F&E-Zentren in diesem Metier.

Im Innovationsfeld Biotechnologie (Life Sciences) und Pharmazie konzentrieren sich Unternehmen und Forschungsinstitutionen auf Forschungsprojekte in den Bereichen Arzneimittel, Genetik, Zell- und Molekularbiologie, Bioprocessing, Bioinformatik und biologische Verfahrenstechnik. Singapurs Ziel, bis 2015 asiatischer Spitzenstandort im Bereich Biotechnologie zu werden, ist ambitioniert, aber nicht unrealistisch.

Multinationale Firmen und einige große regierungsnahe singapurische Firmen, sogenannte 'Government-Linked Companies (GLCs)', dominieren weitgehend den industriellen Bereich. Die GLCs operieren insbesondere in den Sektoren Energieversorgung, Telekommunikation, Medien, Transport und in einigen Produktionsbereichen (z.B., Schiffsbau, Rüstung).

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4. Akteure und Netzwerke

Die National Research Foundation hat über 290 Millionen Euro über die nächsten fünf Jahre für strategische Forschungsprogramme im Bereich Interactive and Digital Media (IDM) zur Verfügung gestellt. Darunter fallen auch der Aufbau eines IDM R&D Programme Office sowie die gezielte Förderung von Forschungsnetzwerken und -Kooperationen in diesem Bereich. Momentan arbeitet die singapurische Regierung mit dem Massachusetts Institute of Technology (MIT) am Projekt GAMBIT GameLab zusammen. Auch die National University of Singapore lässt aktuell ein neues IDM-Institut für 6,4 Millionen Euro bauen. Es soll die Ausbildung von derzeit enorm gefragten Fachkräften speziell für die digitale Unterhaltungsindustrie fördern.

Weiterhin ist die singapurische Regierung sehr daran interessiert, den Bereich biomedizinische Forschung auszubauen, etablierte Forscher auf diesem Gebiet anzuwerben sowie gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsprojekte zu fördern. Die Regierung hat in den letzten Jahren Finanzierungen im Milliardenbereich für F&E im Sektor Lebenswissenschaften zugestimmt. Von 2000-2005 wurde in einer ersten Phase der Singapore`s Biomedical Sciences (BMS) Initiative hauptsächlich in den Aufbau der benötigten Infrastruktur sowie in die Anwerbung von qualifizierten Arbeitskräften und führenden Unternehmen investiert. Die zweite Phase (2006-2010) soll die Etablierung und den Ausbau der Kernkompetenzen sicherstellen. Translationale und klinische Forschung sollen jetzt die Kommerzialisierung von Produkten fördern, um einen spürbaren Fortschritt im singapurischen Gesundheitssektor zu erreichen.

Zentrale Bedeutung für beide Phasen der Initiative hatte der Ausbau des Biotechnologieparks Biopolis. In diesem Wissenschaftspark, der über 700.000 m² Arbeitsfläche bietet, forschen über 2.000 Wissenschaftler gemeinsam in öffentlichen und privaten Forschungseinrichtungen. Europäische und amerikanische Pharmaunternehmen haben Niederlassungen eingerichtet. In direkter Nähe liegt Fusionopolis, wo Singapurs öffentliche Forschungszentren aus den Bereichen Informationstechnologie, Physik und Chemie angesiedelt sind. Beide Anlagen gelten unter Wissenschaftlern als state-of-the-art. Ausgestattet mit modernster Infrastruktur bilden sie den Kern des Clusters Singapur und grenzen an die Universitätsklinik Singapur.

Die räumliche Nähe der Akteure hat bereits mehrere Kooperationen von öffentlichen und privaten Partnern gefördert. Führende Pharma- und Biotechnologieunternehmen greifen auf Singapurs integriertes Netz öffentlicher und akademischer Institute zurück, um ihre Produktivität in der Forschung und Entwicklung zu steigern, akademische Erkenntnisse zu nutzen und Risiken zu diversifizieren. Singapur bietet als Stadtstaat im Herzen Asiens mit einer Bevölkerung, in der wichtige ethnische Gruppen Asiens repräsentativ vertreten sind, ein Zentrum der Innovation, in dem Unternehmen neue Lösungen für Asien und die Welt testen und entwickeln können.

Beispiele bekannt gegebener öffentlich-privater Partnerschaften (ÖPP) beinhalten die Bereitstellung von 1,3 Mio. US-Dollar durch GlaxoSmithKline Biologicals für die Impfstoff- und Verfahrensentwicklung mit Singapore´s Bioprocessing Technology Institute (BTI) und die Zusammenarbeit zwischen dem Singapors National Neuroscience Institute (NNI) und dem Singapore Singapore Institute for Clinical Sciences (SICS) zur Förderung der Pharmaforschung mit Hilfe von Stammzellen aus Gehirntumoren Erwachsener.

AstraZeneca gab eine Zusammenarbeit mit dem  National Cancer Centre Singapore (NCCS) und dem National University Hospital (NUH) bezüglich präklinischer und klinischer Entwicklungsaktivitäten im Zusammenhang mit krebsbekämpfenden Verbindungen bekannt, um so die Kapazitäten in der Arzneimittelentwicklung in Asien zu erweitern. Das  Singapore Immunology Network (SIgN) hat mit den europäischen Biotechnologieunternehmen Humalys SAS und Cytos Biotechnology Ltd Partnerschaften gebildet, um Antikörper für die Bekämpfung und das Management häufig auftretender Viren in Asien zu entwickeln, darunter die Hand-Fuß-Mund-Krankheit.

Auch FORMA Therapeutics, ein Biotechnologieunternehmen mit Sitz in Massachusetts, hat sein erstes Labor im Ausland bei Singapurs Nanyang Technological University (NTU) errichtet. Als aufstrebendes Biotechnologieunternehmen möchte FORMA wichtige Fortschritte in der Biologie und Chemie integrieren, um von den besten Zielvorgaben und Möglichkeiten zu profitieren, die in der Genom-Medizin bislang bekannt sind. FORMA wird mit dem  Experimental Therapeutics Centre (ETC) bei der Entwicklung neuartiger Therapeutika zusammenarbeiten.

Die International Researchers Clubs helfen ausländischen Forschern und ihren Familien bei ihrer Integration in die Gesellschaft Singapurs. Die Clubmitgliedern können an Bildungs-, Kultur- und Freizeitprogrammen teilnehmen. Es handelt sich um eine seit 2001 von der Agency for Science, Technology and Research (A*STAR) geförderte Maßnahme.

Contact Singapore fördert ebenfalls Arbeiten und Leben in Singapur. Es handelt sich um ein Netzwerk von Partnern aus Wirtschaft, Berufsorganisationen und Bildungseinrichtungen mit Büros in China, London, Indien und Boston. Das Ziel ist, im Ausland um Talente für Singapur zu werben. Das Singapore Economic Development Board (EDB) ist als führende staatliche Stelle mit der Planung und Umsetzung von Strategien zur Förderung der Position Singapurs als globales Wirtschaftszentrum und des Wirtschaftswachstums dieses Stadtstaats betraut. EDB konzipiert, entwickelt und implementiert Lösungen, die für Anleger und Unternehmen in Singapur Werte erzeugen.

Weitere Kontakte zum Cluster mit Fokus auf die Deutsch-Singapurischen Beziehungen:

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5. Bildung, Qualifikation und Fachkräfte

4,9 Millionen Einwohner mit einem Durchschnittsalter von 36,7 Jahren lebten im Juni 2009 im kleinsten Staat Südostasiens. Das entspricht ca. 6.901 Einwohnern pro km². Im Dezember 2008 waren 2,93 Millionen Menschen davon berufstätig. Die Lebenserwartung liegt bei etwa 81 Jahren. Singapurs Bevölkerung wächst um etwa 1,7 % pro Jahr (Prognose für 2010 0,86 %) und setzt sich aus 76,8 % Chinesen, 13,9 % Malaysiern, 7,9 % Indern sowie 1,4 % Angehörigen anderer Ethnien zusammen. Im Land sind hauptsächlich folgende Religionen vertreten: Buddhismus, Islam, Christentum, Taoismus, Hinduismus.

Malaiisch gilt als offizielle Landessprache, jedoch wird Englisch in der singapurischen Gesellschaft weit verbreitet gesprochen und dient nicht nur als Wirtschaftssprache. Vielmehr ist Englisch die dominierende Amts-, Geschäfts- sowie Unterrichtssprache in Singapurs Bildungseinrichtungen. Ein Großteil der singapurischen Einwohner wächst weiterhin bilingual auf. Neben Englisch und der „Nationalsprache“ Malaiisch werden je nach ethnischer Zugehörigkeit Tamilisch und Hochchinesisch (Mandarin) gesprochen. Aber auch südchinesische Dialekte wie Kantonesisch und Hokkien finden noch gesellschaftliche Verbreitung. Die Alphabetisierungsrate liegt bei über 90 % der über 15-Jährigen. Bei der Wahl einer weiteren Fremdsprache rangiert Deutsch hinter Japanisch und Französisch an dritter Stelle.

Bei den Bemühungen Singapurs, durch die verstärkte Nutzung von Wissenschaft und Hochtechnologie einen Spitzenplatz in der Weltwirtschaft zu bewahren, nimmt die Förderung der Hochschulen und der Hochschulbeziehungen mittlerweile eine zentrale Rolle ein. Derzeit bieten drei private sowie zwei staatliche Bildungsinstitutionen Studiengänge in Singapur an.

Die National University of Singapore (NUS) ist mit ca. 32.000 Studierenden und 14 Fakultäten die älteste und größte Universität des Landes. 1905 als ehemalige Medizinhochschule gegründet, wurde sie 1980 mit der Nanyang Universität zur heutigen NUS vereint, deren technologisches Institut sich im weiteren Verlauf zur eigenständigen Nanyang Technology University entwickelte. Die NUS ist heute die führende Bildungsinstitution in Südostasien und gilt als globales Wissensunternehmen. Sie gehört u.a. dem Hochschulverband International Alliance of Research Universities an und belegt in den verschiedenen (allgemeinen und fachspezifischen) Times Higher Education-QS World University Rankings 2009 Plätze unter den Top 30.

Die Regierung unternimmt große Anstrengungen, das Niveau von Ausbildung und Forschung an den Universitäten zu erhöhen, und lässt sich dabei durch ausländische Experten unterstützen. Ein Schwerpunkt ist das Werben um renommierte ausländische Hochschuleinrichtungen und Forscher auf der ganzen Welt. Hochqualifizierte Ausländer können eine ständige Aufenthaltsgenehmigung erhalten, die in Bezug auf die meisten Rechte und Pflichten der Staatsbürgerschaft entspricht. Abhängig von der Branche und der Qualifikation gibt es eine Reihe von Programmen. Singapur wirbt mit einer offenen Einwanderungspolitik und der schnellen Erteilung von Visa.

Die National Research Foundation (NRF) Singapurs lädt mit dem Programm Singapore NRF Fellowship exzellente junge Forscher aus der ganzen Welt ein, ihre erste unabhängige Forschungsarbeit in Singapur durchzuführen.

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6. Entwicklungsdynamik

Singapurs wirtschaftlicher Aufstieg verdeutlicht sich am Beispiel der Biotechnologie: Biopolis, der Forschungscampus im Süden der Insel, symbolisiert Singapurs Erfolg in der biomedizinischen Wissenschaft. Die Ansiedlung der Forschungsbetriebe globaler Unternehmen neben öffentlich finanzierten Forschungsinstituten verleiht Biopolis einen universitären Geist der Förderung der Wissenschaften und der medizinischen Versorgung von Menschen mithilfe Disziplin überschreitender öffentlich-privater Partnerschaften.

Eine Vielzahl von Unternehmen hat diesen signifikanten Vorteil erkannt und sich dafür entschieden, ihre F&E-Aktivitäten in Asien im Cluster Singapur anzusiedeln. Aufstrebende Biotechnologieunternehmen haben ihre Standorte direkt neben führenden Pharmaunternehmen. Der Cluster Singapur bietet einen bestimmten Vorteil gegenüber seinen asiatischen Konkurrenten: Die verschiedenen Märkte Asiens bieten zwar alle enorme Chancen, doch stellt der Umgang mit den Komplexitäten der Region und die Nutzung ihrer Chancen weiterhin eine Herausforderung dar. Singapur ist einer der besten Standorte Asiens, an dem gezielte Forschungsaktivitäten mit öffentlichen Instituten möglich sind und regionale Kapazitäten genutzt werden können. Die hochmoderne Forschungsinfrastruktur sowie der Stamm von über 2.800 Forschern im öffentlichen Sektor und die unternehmensfreundliche Wirtschaftspolitik des Stadtstaates fungieren als treibende Kräfte.

Diese erfolgreiche Entwicklung möchte das Land auch auf weitere Innovationsfelder wie die Informationstechnologie ausweiten. Mit Etablierung der IT als einer der neuen singapurischen Wirtschaftssäulen dürften auch alle anderen Wirtschaftszweige vom wachsenden Know-how vor Ort profitieren. Vor allem in der Umgebung von Biopolis, Fusionopolis und der  National University of Singapore (NUS) sowie den zahlreichen Forschungseinrichtungen kann der Zusammenhang von räumlicher Nähe der Akteure und wissenschaftlicher Synergien beobachtet werden.

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Redaktion: 28.09.10, von: Philipp Clemens, VDI Technologiezentrum GmbH