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Bekanntmachung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Strategie der Bundesregierung zur Internationalisierung von Wissenschaft und Forschung

Stichtag: 31.12.2010

Richtlinien zur Förderung von Anbahnungsmaßnahmen in der wissenschaftlich-technischen Zusammenarbeit (WTZ) mit Russland.

1. Zuwendungszweck und Rechtsgrundlagen

1.1 Zuwendungszweck
Die Zusammenarbeit in Wissenschaft, Technologie und Innovation ("wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit", WTZ) zwischen Deutschland und Russland besitzt eine über zwanzigjährige Tradition, der mit der "Initiative über die strategische Partnerschaft Russlands und Deutschlands auf dem Gebiet der Bildung, Forschung und Innovation" im Jahr 2005 ein zusätzlicher Impuls verliehen wurde. Die enge Kooperation zwischen beiden Ländern gewinnt durch die herausgehobene Rolle Russlands im Rahmen der Nachbarschaftspolitik der Europäischen Union, wie sie in der Strategischen Partnerschaft zwischen der EU und Russland zum Ausdruck kommt, noch mehr an Bedeutung.
Ziele der Fördermaßnahmen sind die Exploration und Anbahnung von Kooperationen im Bereich der angewandten Forschung und Entwicklung. Vorzugsweise werden anwendungsnahe Vorhaben sowie Maßnahmen mit Industriebeteiligung (vor allem Kleiner und Mittlerer Unternehmen) unterstützt. Hiermit soll auch eine Grundlage für weiterführende Projektanträge in aktuellen Förderprogrammen des BMBF, in den thematischen Prioritäten des 7. Forschungsrahmenprogramms der Europäischen Union sowie in anderen forschungsrelevanten EU-Programmen (sowie darüber hinaus in Beteiligungen an Projekten russischer Forschungseinrichtungen, Hochschulen und Unternehmen, die thematisch den russischen Föderalen Zielprogrammen zuzuordnen sind) gelegt werden.

1.2 Rechtsgrundlage
Vorhaben können nach Maßgabe dieser Bekanntmachung, der BMBF-Standardrichtlinien für Zuwendungen auf Ausgaben- bzw. Kostenbasis und der Verwaltungsvorschriften zu den §§ 23, 44 der Bundeshaushaltsordnung (BHO) durch Zuwendungen in Form von privatrechtlichen Zuwendungsverträgen gefördert werden. Ein Rechtsanspruch auf Gewährung einer Zuwendung besteht nicht. Der Zuwendungsgeber entscheidet auf Grund seines pflichtgemäßen Ermessens im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel.

2. Gegenstand der Förderung

Schwerpunkte der Förderung sind  

  • Maßnahmen zur Anbahnung projektbezogener oder institutioneller Kooperationen  
  • Maßnahmen zur Konzeption und Planung von Projekten und Kooperationen, deren Förderung unter einem BMBF-Fachprogramm oder einem Programm der EU beantragt werden soll.

Es werden insbesondere Anträge in folgenden thematischen Schwerpunkten berücksichtigt:

  • Optische Technologien  
  • Informations- und Kommunikationstechnologien (IuK)  
  • Biologische Forschung und Biotechnologien; Lebenswissenschaften  
  • Gesundheitsforschung  
  • Meeres- und Polarforschung  
  • Umwelttechnologien und Nachhaltigkeitsforschung; Gewässerforschung  
  • Nanotechnologien 
  • Geistes- und Sozialwissenschaften

Darüber hinaus können auch Anträge zu anderen thematischen Schwerpunkten der BMBF-Fachprogramme und der EU-Forschungsprogramme unterstützt werden.

Förderfähig sind Ausgaben für Anbahnungsreisen, für den projektbezogenen wissenschaftlichen Expertenaustausch und für Expertentreffen sowie thematische Projektplanungsworkshops. In begründeten Einzelfällen können auch Ausgaben für weitere Sachkosten (z. B. Veranstaltungskosten, besondere Kleingeräte für Machbarkeitsstudien, die nicht der Grundausstattung der Labors zuzurechnen sind) erstattet werden.

3. Zuwendungsempfänger

Antragsberechtigt im Verbund mit Einrichtungen aus Russland sind deutsche Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, forschungsaktive medizinische Kliniken sowie Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft mit Sitz in Deutschland. Anträge mit Beteiligung von Kleinen und Mittleren Unternehmen 
(KMU)* werden bei gleicher Qualität bevorzugt.

Forschungseinrichtungen, die gemeinsam von Bund und Ländern grundfinanziert werden, kann nur unter bestimmten Voraussetzungen eine Projektförderung für ihren zusätzlichen Aufwand bewilligt werden.

4. Zuwendungsvoraussetzungen / Art, Umfang und Höhe der Zuwendung

Die Zuwendungen können im Wege der Projektförderung als nicht rückzahlbare Zuschüsse für folgende Aufwendungen gewährt werden:

  • Reisekosten deutscher Expertinnen/Experten nach Russland (Bereitstellung von Flugtickets (Economy Class) inklusive Erstattung von Ausgaben im Zusammenhang mit der Erteilung von notwendigen Visa) 
  • Kosten für Gastaufenthalte russischer Expertinnen/Experten in Deutschland (derzeit: € 104 pro Tag, Monatspauschale ab dem 23. Tag € 2.300, Tagespauschale für einzelne Tage eines Folgemonats € 77). Beiträge zur Krankenversicherung und ggf. anderen Versicherungen sind durch diese Pauschale bereits abgedeckt und von den Zuwendungsempfängern selbst zu entrichten. 
  • Workshops mit bereits bekannten Partnern oder zur Erschließung neuer Kooperationspotenziale können wie folgt unterstützt werden: Für die Durchführung von bilateralen Workshops in Deutschland werden Kosten z. B. der Unterbringung der ausländischen Gäste, des Transfers in Deutschland, der inhaltlichen Vorbereitung, Bewirtung und der Anmietung von Räumlichkeiten bezuschusst. Die Höhe des Zuschusses ist abhängig vom Umfang der Veranstaltung und der Anzahl der ausländischen Gäste. In diesen Fällen wird kein Tagegeld (vgl. a.) gezahlt. 
  • Nur in besonders begründeten Fällen können Sachmittelzuschüsse in begrenztem Umfang gewährt werden. Förderfähig sind zudem keine Sachmittel, die der Grundausstattung der beantragenden Einrichtung zuzurechnen sind (Rechnerausstattung, übliche Verbrauchsmittel etc.).  
  • Grundsätzlich nicht übernommen oder bezuschusst werden Personalkosten.

5. Verfahren

5.1 Einschaltung des Internationalen Büros und Anforderung von Unterlagen
Mit der Abwicklung der Fördermaßnahme hat das BMBF das Internationale Büro beauftragt:

Internationales Büro des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (IB) 
im Projektträger 
beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR)
Heinrich-Konen-Str. 1
53227 Bonn
Internet: http://www.internationales-buero.de/

Fachliche Ansprechpartner (thematische Verantwortungsbereiche siehe unter http://www.internationales-buero.de/de/2205.php):
Maria Josten
(Bereiche: Meeres- und Polarforschung, IKT, Geowissenschaften, Bildung) 
Tel.: +49-228-3821 415
E-Mail: maria.josten(at)dlr.de

Dr. Anja Köhler
(Bereiche: Biotechnologie, Optische Technologien, Nanotechnologie (inkl. Materialforschung), Gesundheitsforschung, Produktionstechnologien, physikalisch-chemische Technologien)
Tel.: +49-228-3821 458
E-Mail: anja.koehler(at)dlr.de 

Dr. Marion Mienert
(Bereiche: Physikalische Grundlagenforschung (z.B. Beschleunigerbasierte Photonenquellen), Umwelttechnologien / Nachhaltigkeit, Erneuerbare Energien, Geistes- und Sozialwissenschaften, 
Tel.: +49-228-3821 469
E-Mail: marion.mienert(at)dlr.de

Administrative Ansprechpartnerin: 
Andrea Kröll 
Telefon:  +49-228-3821 413 
E-Mail: andrea.kroell(at)dlr.de

5.2 Vorlage förmlicher Förderanträge und Entscheidungsverfahren
Anträge werden laufend entgegengenommen und bearbeitet. Die Bekanntmachung läuft bis zum 31. Dezember 2010.

Das Förderverfahren ist einstufig. Zur Erstellung von förmlichen Förderanträgen ist das elektronische, webbasierte Antragssystem "ewa" des IB zu verwenden, das unter folgender Internetadresse aufgerufen werden kann: http://www.ewa.internationales-buero.de/?project_cat=WTZ .

Zusätzlich zur elektronischen Antragstellung ist eine vom deutschen und ausländischen Partner unterschriebene Version des endgültigen (in der elektronischen Antragstellung finalisierten) Antrags per Post an das Internationale Büro an folgende Adresse zu senden:

Internationales Büro des BMBF 
beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. (DLR) 
Andrea Kröll 
Heinrich-Konen-Straße 1
53227 Bonn

Bei technischen Fragen zur internetbasierten Antragstellung wenden Sie sich bitte an:
Martina Lauterbach

Internationales Büro des BMBF 
beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. (DLR) 
Heinrich-Konen-Straße 1
53227 Bonn
E-Mail: martina.lauterbach(at)dlr.de
Telefon: +49-228-3821 734

Die Anträge sollen die Ziele und die erforderlichen Maßnahmen zur Projektvorbereitung möglichst konkret beschreiben und die folgende Strukturierung aufweisen:

  • Thema  
  • Koordinator  
  • Beteiligte Partner  
  • Zusammenfassung (optional mit Angabe des BMBF-Fachprogramms oder des EU-Förderprogramms, auf das die Maßnahme bzw. Projektvorbereitung abzielt)  
  • Strukturierter Finanzierungsplan mit Angaben zu eingesetzten Eigenmitteln sowie Angabe zu Gesamtvolumen und Fördervolumen des beabsichtigten Projekts  
  • orhabenbeschreibung: 
    • wissenschaftliche Zielsetzung (optional mit Angabe des BMBF-Fachprogramms oder des EU-Förderprogramms, auf das die Maßnahme bzw. Projektvorbereitung abzielt 
    • Art und Umfang der geplanten Zusammenarbeit 
    • Methoden
  • Arbeitsplan:  
    • Geplante Vorbereitungsmaßnahmen und vorgesehene Arbeitsschritte 
    • Aufteilung der Arbeitspakete auf die Partner 
    • Zeitplanung
  • Gründe für die Kooperation: 
    • Vorangegangene Zusammenarbeit 
    • Qualität der angestrebten Zusammenarbeit und erkennbarer Mehrwert der Zusammenarbeit für beide Partner
    • Verwertbarkeit der angestrebten Projektergebnisse 
  • Qualifikation des Projektkoordinators sowie der Projektpartner: 
    • Schwerpunkte der bisherigen einschlägigen Arbeiten 
    • Wichtigste einschlägige Publikationen/Patente
  • Beteiligung junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler

Die eingegangenen Förderanträge werden unter Beteiligung externer Gutachter und Gutachterinnen anhand der folgenden Kriterien beurteilt:

  • Relevanz des Vorhabens aus der Perspektive forschungspolitischer Ziele des BMBF - hier vor allem der Beitrag zur Umsetzung der Fachprogramme und ggf. der EU-Förderprogramme  
  • Qualität und Originalität der gewählten Herangehensweise / des angestrebten Forschungsansatzes  
  • Qualifikation der Projektpartner  
  • Qualität der angestrebten Zusammenarbeit und erkennbarer Mehrwert für die deutsche(n) Partnereinrichtung(en)  
  • Erfolgsaussichten und Nachhaltigkeit der Projektanbahnungen bzw. Pilotmaßnahmen  
  • Verwertbarkeit der angestrebten Ergebnisse des Vorhabens 
  • Beteiligung von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern  
  • Wirtschaftlichkeit und Effizienz der Maßnahme.

Auf der Grundlage der Bewertung wird nach abschließender Antragsprüfung über eine Förderung entschieden. 
Mit den ausgewählten Antragstellern wird das IB im Auftrag des BMBF einen privatrechtlichen Zuwendungsvertrag abschließen. Für die Bewilligung, Auszahlung und Abrechnung der Zuwendung sowie für den Nachweis und die Prüfung der Verwendung und die ggf. erforderliche Kündigung des Zuwendungsvertrages und die Rückforderung der gewährten Zuwendung gelten die Verwaltungsvorschriften zu § 44 BHO. 

6. Fachliche Information und Beratung

Unter Pkt. 5.1 dieser Bekanntmachung sind die fachlichen und administrativen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner beim Internationalen Büro des BMBF benannt.

Für Beratungen zu den Förderprogrammen des BMBF geben darüber hinaus die Projektträger Auskunft. Information, Adressen und Ansprechpartner:

Förderberatung "Forschung und Innovation" des Bundes
Projektträger Jülich (PtJ)
Zimmerstraße 26-27
10969 Berlin
E-Mail: beratung(at)foerderinfo.bund.de
Internet: http://www.foerderinfo.bund.de/

Gebührenfreie Hotlines:
Forschungsförderung: 0800-2623 008 
Lotsendienst für Unternehmen: 0800-2623 009

Über die EU-Förderprogramme informieren und beraten die Nationalen Kontaktstellen der Bundesregierung. Das deutsche Portal zum 7. Forschungsrahmenprogramm der EU unter http://www.forschungsrahmenprogramm.de/  bietet Erstinformationen, Adressen und Ansprechpartner der Nationalen Kontaktstellen. Vor Antragstellung beim Internationalen Büro empfiehlt sich in jedem Fall eine Kontaktaufnahme mit der zuständigen Nationalen Kontaktstelle. 

7. Inkrafttreten

Diese Bekanntmachung tritt mit dem Tage der Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft.

Bonn, den 16. Februar 2010

Bundesministerium für Bildung und Forschung

Im Auftrag 

Michael Schlicht 
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* Gemäß der EU-Definition zu KMU: Die Kategorie der Kleinstunternehmen, kleinen Unternehmen und mittleren Unternehmen umfasst jene Unternehmen, die weniger als 250 Personen beschäftigen und die entweder einen Jahresumsatz von höchstens 50 Mio. EUR erzielen oder deren Jahresbilanzsumme sich auf höchstens 43 Mio. EUR beläuft. Innerhalb dieser Kategorie gilt Folgendes: Kleine Unternehmen werden definiert als Unternehmen, die weniger als 50 Personen beschäftigen und deren Jahresumsatz bzw. Jahresbilanzsumme höchstens 10 Mio. EUR beträgt. Kleinstunternehmen werden definiert als Unternehmen, die weniger als zehn Personen beschäftigen und deren Jahresumsatz bzw. Jahresbilanzsumme höchstens 2 Mio. EUR beträgt In der Regel sind die meisten KMU eigenständig, d. h., sie sind entweder völlig unabhängig, oder es bestehen Partnerschaften mit anderen Unternehmen mit einer oder mehreren Minderheitsbeteiligungen (von jeweils unter 25 %) (siehe Abschnitt 2.3.1, S. 16). Wenn der gehaltene Anteil höher ist, aber 50 % nicht überschreitet, handelt es sich um eine Beziehung zwischen Partnerunternehmen (siehe Abschnitt 2.3.2, S. 20). Liegt er über diesem Schwellenwert, sind die Unternehmen miteinander verbunden (siehe Abschnitt 2.3.3, S. 23)
Quelle: http://ec.europa.eu/enterprise/enterprise_policy/sme_definition/sme_user_guide_de.pdf 

Quelle: BMBF / IB des BMBF
Redaktion: 19.02.2010 von Bjanka Bozic, Projektträger im DLR, Europäische und Internationale Zusammenarbeit
Länder: Russland
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