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Frankreich: Gesetzentwurf zur Forschung an menschlichen embryonalen Stammzellen vom Senat angenommen

Der französische Senat hat in der Nacht vom 4. auf 5. Dezember dem Entwurf eines Gesetzes zugestimmt, das in Zukunft in einem bestimmten Rahmen die Forschung an menschlichen embryonalen Stammzellen zulassen soll. Das französische Parlament wird den Entwurf in 2013 beraten.

Das Gesetz korrigiert einige Aspekte des Bioethik-Gesetzes aus 2011 und erlaubt, von einem prinzipiellen Verbot der Forschung, die seither nur unter Ausnahmeregelung erlaubt ist, auf eine Genehmigung unter strengen Auflagen und Kontrolle der Agentur für Biomedizin (agence de la biomédicine) überzugehen. Die Forschung wird gegebenenfalls an überzähligen Embryonen aus in vitro Befruchtungen zugelassen, die nicht mehr für eine Elternschaft vorgesehen sind, nachdem die Eltern informiert wurden und zugestimmt haben; sie muss an medizinische Finalität ausgerichtet sein.

Das Gesetz erlaube, gemäß der Presseerklärung der französischen Ministerin für Bildung und Forschung, Genevève Fioraso, die den Entwurf unterstützt, Ethik und Freiheit der Forschung in Einklang zu bringen. Es kläre den juristischen Rahmen für die Forschung in Frankreich und erlaube, den Rückstand in der Forschung zu anderen Ländern aufzuholen. Bei diesem Gesetz handele es um einen bedeutenden Fortschritt, auf den Forscher seit zwanzig Jahren warteten; es wecke zahlreiche Hoffnungen auf medizinische Fortschritte und Partnerschaften zwischen französischen, europäischen und internationalen Forscherteams.

Der Entwurf war von der politischen Gruppierung Rassemblement démocratique et social européen (RDSE) eingebracht worden, der ältesten parlamentarischen Gruppierung Frankreichs. Die RDSE umfasst zurzeit 18 Senatoren, von denen 12 der radikalen Linkspartei angehören. Dem Textentwurf schlossen sich auch Senatoren der UMP und der Zentristen an: 203 Senatoren stimmten für die Annahme des Entwurfes, 59 dagegen – bei 16 Stimmenthaltungen und 36 Abwesenheiten. 

Quelle: MESR; Le Monde
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