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Innovationsanzeiger: EU-Innovation gut, aber keinesfalls Spitze

Knallharte Einschätzung der ersten Ausgabe des neuen Leistungsanzeigers der Innovationsunion (IUS): Dank der Fortschritte in vielen Mitgliedstaaten nimmt die Innovationsleistung in der EU weiterhin an Intensität zu, aber wir liegen immer noch hinter Japan und den USA zurück. Die EU muss noch an vielen Innovations-Schwachpunkten durchstarten, um den Anschluss an die weltweite Konkurrenz zu finden und den Vorsprung zu wahren, den wir gegenüber anderen Wettbewerbern - darunter Brasilien, China, Indien und Russland - noch haben. Während die EU-27 ihre Führung vor Indien und Russland ausbauen konnte, fühlt sie jedoch den heißen Atem Brasiliens und Chinas im Nacken, da diese beiden Länder der EU dicht auf den Fersen sind.

Eine Intensivierung dieser Bemühungen soll auf effektive Weise die Nutzung von Innovationserfolgen erleichtern und dem privaten Sektor einen kräftigen Anschub geben, unterstreicht der Bericht. Der IUS 2010 soll innerhalb der Initiative "Innovationsunion", die die Stärkung des privaten Sektors und das Hinführen von Ideen zur Marktreife zum Ziel hat, die Mitgliedstaaten dabei unterstützen, ihre Innovationsleistung zu erhöhen sowie Stärken und Schwächen festzustellen.

Der Leistungsanzeiger der Innovationsunion (IUS) wurde auf der Grundlage von 25 Indikatoren im Zusammenhang mit Forschung und Innovation zusammengestellt und deckt sämtliche 27 EU-Mitgliedstaaten sowie Kroatien, Serbien, die Türkei, Island, die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien, Norwegen und die Schweiz ab. Er ersetzt den ehemaligen Europäischen Innovationsanzeiger (EIS).

Die EU-Innovationsführer gruppieren sich im Norden, mit Schweden an der Spitze, gefolgt von Dänemark und Finnland: Eine starke Top drei. Deutschland liegt an vierter Stelle, dahinter das Vereinigte Königreich, Belgien, Österreich, Irland, Luxemburg, Frankreich, Zypern, Slowenien und Estland.

Europas mäßige Innovatoren sind Kroatien, die Tschechische Republik, Griechenland, Ungarn, Italien, Malta, Polen, Portugal, die Slowakei und Spanien. Deren Leistung liegt unter dem Durchschnitt der EU-27.

Alle 27 Mitgliedstaaten konnten bemerkenswerterweise die USA in zwei zentralen Bereichen übertreffen: Bei den Ausfuhren wissensintensiver Dienstleistungen und den öffentlichen FuE-Ausgaben. Der IUS-Bericht weist darauf hin, dass die europäischen Forschungssysteme, die als offen und hervorragend bezeichnet werden, und das intellektuelle Kapital Eigentum (wie etwa Gemeinschaftshandelsmarken und Gemeinschaftsgeschmacksmuster) für den Anstoß des stärksten Wachstums aller Innovationsindikatoren der EU-27 verantwortlich seien.

Gemäß IUS ist der größte Abstand in der Kategorie "Tätigkeit der Unternehmen" festzustellen - dort muss die EU handeln. Da die EU bei den öffentlich-privaten Kopublikationen und den FuE-Ausgaben der Unternehmen zurückliegt, müssen regulatorische und andere Rahmenbedingungen geschaffen werden, die den privaten Sektor zu mehr Investitionen bewegen und die Nutzung von Forschungsergebnissen durch die Wirtschaft erleichtern. Letzteres ist besonders für die Gewährleistung eines effizienten Patentsystems von großer Wichtigkeit.

Die EU muss außerdem an der Überbrückung der Lücke arbeiten, die bei den Lizenz- und Patenteinkünften aus dem Ausland besteht. Der IUS bezeichnet diesen Bereich als maßgeblich für die Förderung von Veränderungen in einem Wirtschaftssystem über die Zeit, wobei besonderes Augenmerk auf dem Verhalten von Unternehmen, Märkten und der allgemeinen Wirtschaft liege.

"Der Anzeiger macht deutlich, dass wir unsere Anstrengungen, Europa innovativer zu machen, verstärken müssen, damit wir unsere wichtigsten Konkurrenten einholen und wieder den Weg zu einem soliden und nachhaltigen Wachstum einschlagen können", betonte der Vizepräsident der Kommission und Kommissar für Unternehmen und Industrie, Antonio Tajani.

Máire Geoghegan-Quinn, Kommissarin für Forschung, Innovation und Wissenschaft, wiederholte erneut, wie wichtig Innovation für den Aufbau und den Erhalt einer erfolgreichen modernen Wirtschaft sei. "Sie steht im Zentrum der Gestaltung der Wirtschaftspolitik und ist die wichtigste Möglichkeit der Volkswirtschaften, um Arbeitsplätze zu schaffen", sagt sie. Der heute vorgelegte Anzeiger ist also ein wesentlicher Baustein der Strategie Europa 2020. Wir wollen, dass die Mitgliedstaaten ihn umfassend nutzen, damit sie auf ihre Stärken aufbauen und ihre Schwächen angehen können."

Europa 2020 ist die Wachstumsstrategie der EU, die eine intelligente, nachhaltige und integrative Wirtschaft zum Ziel hat. Dieses Ziel innerhalb der nächsten neun Jahre zu erreichen, steht letztlich für ein hohes Maß an Beschäftigung, Produktivität und sozialem Zusammenhalt in der EU und ihren Mitgliedstaaten.

Den kompletten Bericht finden Sie hier.

Gestützt auf die Pressemitteilung IP/11/114 der Europäischen Kommission

Quelle: CORDIS
Redaktion: 07.02.2011 von Aynur Sirin, VDI Technologiezentrum
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