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Rolle der Türkei als Partner Großbritanniens und Deutschlands in Wissenschaft und Technologie

Der Beitrag der Türkei zu Wissenschaft, Innovation und Forschung in Europa war Thema einer Vortragsveranstaltung mit dem Titel „Triangle of Knowledge“, die am 13. März 2012 in der Britischen Botschaft Berlin stattfand. Kooperationspartner waren die Alexander-von-Humboldt-Stiftung, das Britische Generalkonsulat in Istanbul und die Türkische Botschaft.

Einführende Worte sprachen der türkische Botschafter in Deutschland Hüseyin Avni Karslıoğlu, der britische Bot­schafter Simon McDonald und der Generalsekretär der Alexander von Humboldt-Stiftung Enno Aufderheide.

Simon McDonald sagte: “Gute Forschungsleistungen kommen nicht innerhalb der Grenzen eines einzigen Landes zustande. Für wissenschaftliche Exzellenz ist weltweite Zusammenarbeit von entscheidender Bedeutung. Aus der Erkenntnis heraus, dass Forschung und Innovation zunehmend globale Züge tragen, bemüht sich Großbritannien darum, neue Formate internationaler Partnerschaften zu entwickeln und zu fördern.“

In ihren Vorträgen sprachen der renommierte Physiker Prof. Nihat Berker (Präsident der Universität Sabancı und Humboldt-Preisträger 2008) und der Politikwissenschaftler Prof. Murat Erdoğan über die Herausforderungen und Chancen für weltweite und europäische Koopera­tionen, wobei sie beson­ders auf die Belange der Wissen­schaftler und Förder­organisationen eingingen. Besonders Prof. Berker betonte die engen Verbindungen zwischen der Türkei, Großbritannien und Deutschland im Bereich Wissenschaft und Bildung.

Hauptredner von britischer Seite war Baroness Meral Hussein-Ece, die einzige türkischstämmige Abgeordnete im britischen Parlament. Sie hielt eine Grundsatzrede über Großbritanniens Erfahrungen mit der türkischstämmigen Bevölkerung. Im Anschluss an die Konferenz besuchte sie die Rütli-Schule im Stadteil Neukölln, die einst für gescheiterte Integration in Deutschland stand, inzwischen aber erfolgreich neue Wege geht. Bei ihrem Besuch griff Baroness Ece, die als Kind von Einwanderern in London aufgewachsen ist, auf ihre eigene Lebenserfahrung zurück und betonte, wie wichtig Bildung für den sozialen Aufstieg ist. Im Gespräch mit Schülerinnen mit Migrationshintergrund fragte sie die jungen Mädchen nach ihren Lebenszielen und machte am Beispiel ihrer eigenen Geschichte deutlich, dass auch ehrgeizige Ziele durchaus erreichbar sind, wenn man sich anstrengt und konsequent dafür arbeitet.

Begleitend zur Veranstaltung war im Wintergarten der Botschaft die vom British Council organisierte Ausstellung Book of Travels zu sehen. Sie ist Teil des British-Council-Programms „Our Shared Europe“ und befasst sich mit dem Lebenswerk des osmani­schen Gelehrten und Reiseschriftstellers Evliya Çelebi.

Triangle of Knowledge Hintergrund:
Die Türkei leistet seit ihrem Beitritt zu den EU-Rahmenprogrammen als Drittstaaten-Teilnehmer einen bedeutenden Beitrag zur Forschung in der EU. So wurden bereits 147 Forschungs­kooperationen mit türkischer, deutscher und briti­scher Beteiligung realisiert. Das britische Außenministerium hat vor kurzem eine neue Stelle für einen Refe­renten für Forschung und Innovation in der Türkei einge­richtet und 2011 ein Partnerschafts­abkommen zur Förderung der britisch-türkischen Zusammenarbeit in Wissenschaft, Forschung und Innovation unter­zeichnet. Auch Deutschland unterhält zahlreiche bilaterale Programme mit der Türkei.

Die Alexander von Humboldt-Stiftung fördert internationale Wissenschaftskoopera­tionen mit Deutsch­land durch Vergabe von Stipendien und Preisen an hoch qualifi­zierte Forsche­rinnen und Forscher. Seit ihrer Gründung im Jahr 1954 förderte die Stiftung mehr als 400 türkische Stipendiaten und Preisträger – ein Fünftel davon waren Frauen. Die Stipen­diaten kommen nach Deutschland, um hier ein Forschungs­vorhaben in Kooperation mit einem deutschen Gastgeber zu verwirklichen. Rund 50% der türkischen Humboldtianer forschten in den Naturwissen­schaften, 35% in den Geisteswissenschaften und 15% in den Ingenieurwissen­schaften.

Quelle: UK in Germany
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