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Wichtiger Fortschritt bei Tsunami-Frühwarnsystem

Forscher, die an dem deutsch-indonesischen Tsunami-Frühwarnsystem GITEWS (German-Indonesian Tsunami Early Warning System) arbeiten, haben eine neue Methode erfolgreich getestet, die die verlässliche Kommunikation von Daten der Detektoren auf dem Meeresboden an die Warnzentralen sicherstellen sollen.

Um das Problem des Datentransfers zu lösen - dem für diesen Bereich des GITEWS verantwortlichen Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung zufolge eine der größten Herausforderungen -, haben die Wissenschaftler ein akustisches Modem in die Bodeneinheit des Systems installiert. Dieses Modem nutzt eine Folge von Tönen, um Informationen an ein zweites Modem zu übertragen, das nahe an der Oberfläche mit einer Boje verbunden ist. Von hier aus werden die Daten per Satellit an das Warnzentrum weitergeleitet.

 

Für die am Meeresboden platzierten Einheiten werden Bodendrucksensoren verwendet, die Veränderungen des Meeresspiegels vor der Küste im tiefen Ozean in Echtzeit messen. Wenn der Tsunami - der zu diesem Zeitpunkt schwer als solcher zu erkennen ist - über die Drucksensoren rollt, erhöht sich das Gewicht des zusätzlichen Wassers am Meeresboden leicht, was von den Sensoren aufgezeichnet wird. Dies sei der einzige Weg, sich über Tsunamis "Klarheit zu verschaffen und um nervenzehrende und kostspielige Fehlalarme zu vermeiden", sagt Dr. Olaf Boebel vom Alfred-Wegener-Institut, Projektleiter des Teams, das die sogenannten PACT-Bodendrucksensoren (pressure-based acoustically coupled tsunami detectors) entwickelt.

 

Im tiefen Ozean, bei Wassertiefen von mehreren Tausend Metern, beschränkt sich die Meeresspiegelveränderung durch eine Tsunamiwelle auf weniger als einige zehn Zentimeter. Erst an der Küste oder im Flachwasserbereich türmt sich die Tsunamiwelle zu einer meterhohen Wasserfront auf.

 

Nach dem erfolgreichen Abschluss der Tests, die mit einer Testverankerung ein wenig nördlich vor den Kanarischen Inseln durchgeführt wurden, wird die neue Übertragungsmethode jetzt in GITEWS integriert. Weitere Tests im Mittelmeer Anfang nächsten Jahres sollen den Einfluss verschiedener Wetterbedingungen auf die Zuverlässigkeit der Übertragungen untersuchen. "Die kommenden Winterstürme werden uns sicherlich Gelegenheit geben, die Grenzen des Systems kennen zu lernen", so Boebel.

Quelle: CORDIS
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