Französisches Forschungsministerium veröffentlicht Vorlage zu dem Warum einer "Stratégie nationale de recherche et d' innovation"
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Die für die Sitzung des Ministerrates vom 3.9.2008 bestimmte Vorlage des Forschungsministeriums schließt ausdrücklich an den 235 Seiten umfassenden Bericht "Recherche et innovation en France: surmonter nos handicaps au service de la croissance" an, den die Senatoren Joseph Kergueris und Claude Saunier dem Senat am 11.6.2008 vorgelegt haben.
Die Vorlage erkennt an, dass jede einzelne Forschungseinrichtung schon bisher längerfristig angelegte Planungsüberlegungen angestellt hat; diese seien jedoch in ihrem Verhältnis zueinander Stückwerk geblieben; sie seien von den großen gesellschaftlich-wirtschaftlichen Aufgaben zu entfernt und unzureichend koordiniert gewesen. Sie seien nie Gegenstand eines zusammenfassenden Dokuments gewesen, das den Bürgern die Leitlinien der Forschungspolitik vermittelt und es erlaubt hätte, die nationalen Prioritäten einer politischen Prioritätenfolge zuzuordnen. Im Vergleich zu allen anderen vergleichbaren Ländern befinde sich Frankreich insoweit sehr im Rückstand.
Auf diesem Hintergrund habe - so die Vorlage - das Komitee für die Modernisierung von Regierung und Verwaltung am 11.6.2008 beschlossen, alle 4 Jahre unter der Federführung des Forschungsministeriums, bei Einbeziehung aller Beteiligten, eine strategische Definition der Prioritäten in den Bereichen Forschung und Innovation für erforderlich zu halten.
Die so entwickelte Strategie soll jeweils dem Ministerrat zur Billigung vorgelegt werden.
Es ist vorgesehen, den beim Staatspräsidenten angesiedelten "Haut Conseil de la recherche et de la technologie" (HCST) in seiner Zusammensetzung und Funktionsweise zu reformieren. Dies soll mit dem Ziel geschehen, den HCST zu einem beratenden Kollegium ("collège de conseil") mit der Aufgabe zu machen, seine Stellungnahme ("avis") abzugeben und die Umsetzung der Strategie zu verfolgen.
Die Strategie wird in parallel tagenden Arbeitsgruppen - möglichst im Konsens - ausgearbeitet werden. Dabei können insbesondere ganz oder teilweise die Arbeiten und Analysen des "Comité opérationnel recherche" des "Grenelle de l' environnement", des "Plan Alzheimer", des "Plan cancer" und einschlägige Empfehlungen des "Livre blan sur la défense" aufgegriffen werden.
In der Vorlage werden 4 "Familien von Aufgaben" ("familles de défis") umrissen, denen die nationale Strategie Rechnng tragen muss:
- die gesellschaftspolitischen Aufgaben (alternde Gesellschaft; Ernährung; Wasser)
- die Aufgaben, die die Wissensgesellschaft stellt
- die Identifizierung und Beherrschung der Schüsseltechnologien, die geeignet sind, die privatwirtschaftliche Forschung und Entwicklung in den Stand zu setzen, ihren unverzichtbaren Beitrag zu Innovation der französischen Wirtschaft zu leisten (z.B. Biotechnologien; Nanotechnologien; Informations- und Kommunikationstechnologien; saubere Technologien im Dienste nachhaltiger Entwicklung).
Der Abstimmung der nationalen Politik mit den einschlägigen Aktivitäten der EU und der Regionen misst die Vorlage besondere Bedeutung bei; u.a. auch hinsichtlich Entscheidungen über wissenschaftliche Großgeräte in Verbindung mit der "feuille de route européenne" (ESFRI).
Ein besonderer Abschnitt der Vorlage ist dem Verfahren der Ausarbeitung und dem Zeitplan der ersten "Stratégie nationale de recherche et d' innovation" (2009 - 2012) gewidmet.
Quelle: www.recherche.gouv.fr
Redaktion: 09.09.08, von: Dr. Hermann Schmitz-Wenzel, DFGWT
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