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ZAFForschungslandschaft: Südafrika

  1. Überblick

    Wissenschaft und Technologie haben in Südafrika einen großen Stellenwert. Für das Budgetjahr 2007/08 lagen die FuE-Ausgaben bei 0,93% des BIP. Die Zielsetzung der südafrikanischen Regierung ist es, bis 2014 die FuE-Ausgaben auf 1,5% des BIP zu steigern.

    16 Universitäten, sechs technische Hochschulen, zahlreiche Forschungseinrichtungen der Wissenschaftsräte (Councils) und viele in der Forschung tätige private Firmen bilden eine gute Infrastruktur für Forschung und Technologie. Historisch erklärt sich die südafrikanische Forschungs- und Technologielandschaft aus der Entwicklung des (Gold-) Bergbaus und der in der Apartheid-Ära betriebenen Autarkiepolitik auf den Gebieten der Energie-, Nuklear-, Bergbau- und Rüstungspolitik. In einigen Bereichen (Bergbautechnologie, Medizin, synthetische Treibstoffe sowie Einzelbereiche der Rüstungshochtechnologie) zählt Südafrika weiterhin zu den weltweit führenden Ländern.

    Was die Humanressourcen im FuE-Bereich betrifft, verfügt Südafrika laut einer Erhebung des Ministeriums für Wissenschaft und Technologie (DST) von 2006/2007 über ca. 31.000 Personen (vgl. ca. 29.000 in 2005/2006) an (Vollzeit)- Personal, davon 18.500 Forscher.  Hierbei kommt ZAF nach den aktuellen Ratingzahlen des NRF von 1.679 bewerteten Forschern auf 68 international führende Forscher und 382 international anerkannte Forscher in verschiedenen Disziplinen. Parallel zum Anstieg des Gesamtpersonals stieg auch der Frauenanteil in FuE von 39,2% (2005) auf 39,7% (2006) an.

    Quelle: Forschungsbericht der Deutschen Botschaft in Pretoria, Mai 2009

    Weitere Informationen
    Einrichtungen

    ADIT-Meldungen zu Forschung und Bildung

    Dokumente

    Bessere Karrieremöglichkeiten und mehr Mobilität: Eine europäische Partnerschaft für die Forscher [23.05.2008]

    Redaktion: 13.07.10, von: Dipl.-Ing. Petra Ruth Mann, IB Internationales Büro des BMBF beim DLR e. V.

     
  2. FuE-Indikatoren
    SüdafrikaStandOECD-GesamtStand
    Nationale FuE-Ausgaben4.358,5 Mio. USD2007935.674,4 Mio. USD2008
    FuE-Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP)0,92 %20072,33 %2008
    FuE-Ausgabenwachstum i. Vgl. zum Vorjahr6,21 %20075,09 %2008
    Anteil öffentlicher FuE-Ausgaben am Bruttoinlandsprodukt0,42 %20070,64 %2008
    Öffentlicher Anteil an den FuE-Ausgaben45,7 %200727,6 %2008
    Anteil der Wirtschaft an den FuE-Ausgaben42,7 %200764,6 %2008
    Ausländischer Anteil an den FuE-Ausgaben10,7 %2007
    FuE-Ausgaben für Universitäten847,6 Mio. USD2007156.926,3 Mio. USD2008
    FuE-Personal (Vollzeitäquivalente)31.352 2007
    Anzahl Forscher (Vollzeitäquivalente)19.320 20074.128.008 2007
    Anzahl Forscher je 1000 Arbeitnehmer1,5 20077,6 2007
    Anzahl Forscher in privaten Unternehmen6.048 20072.600.359 2007
    Anzahl Forscher in privaten Unternehmen in % der Gesamtzahl31,3 %200763,0 %2007
    "Triadische" Patentfamilien28 200847.861 2008
    Anteil der gesamten Triade Patentfamilien0,06 %200896,21 %2008

    Quelle: OECD - Main Science and Technology Indicators, 2010/1

    Redaktion: 24.10.08, von: Helena Lübbers, VDI Technologiezentrum GmbH

     
  3. Forschungsorganisationen

    Südafrika hat zur Unterstützung der Regierung im Bereich von Wissenschaft und Technik acht Wissenschaftsorganisationen (Councils) gebildet, die bis zu 75% aus dem Staatshaushalt finanziert werden:

    • Council for Scientific and Industrial Research (CSIR)
      Der CSIR wurde im Jahre 1945 gegründet. Er ist einer der größten Forschungseinrichtungen Afrikas und arbeitet weitgehend auf kommerzieller Basis. Der CSIR verfügt über 26 Forschungsinstitute.Sie beschäftigen sich mit marktorientierter Forschung und Entwicklung im Bereich der Natur- und Ingenieurwissenschaften.Grundlagenforschung spielt nur eine untergeordnete Rolle. Der CSIR importiert und adaptiert vielmehr die Ergebnisse ausländischer Grundlagenforschung. Mit der Fraunhofer- Gesellschaft hat der CSIR ein Kooperationsabkommen geschlossen, in dessen Folge im Mai 2001 das "Automotive Industry Development Centre" gegründet wurde. Im Wirtschaftsjahr 2007 hatte der CSIR Gesamteinnahmen von entspricht 1.123 Mrd. Rand (ZAR),  entspricht ca. 88 Mio. Euro.
    • Agricultural Research Council (ARC)
      Dem ARC untersteht die gesamte Agrarforschung des Landes. Der ARC verfügte 2006/2007 über einen Haushalt von 705 Mio. ZAR (ca. 55 Mio. Euro)und unterhielt 11 landwirtschaftliche Forschungseinrichtungen.
    • South African Bureau Of Standards (SABS)
      Der SABS ist der kleinste der acht Wissenschaftsräte und trägt durch Standardisierung und Qualitätskontrolle zur Verbesserung des F&T Bereichs bei. Das SABS verfügte 2007 über einen Etat von knapp 600 Mio. ZAR (ca. 47 Mio.  Euro). Davon erwirtschafte es ca. 75% selbst.
    • Council for Mineral Technology (Mintek)
      M
      intek forscht in den Bereichen des Bergbaus, der Metallurgie und Chemie. Sein Haushalt betrug im Jahre 2007/2008 350 Mio. ZAR (ca. 27 Mio. Euro). Ziel ist die Förderung des Mineralienexports und die Steigerung der Wertschöpfung durch die Veredelung von Mineralien.
    • Medical Research Council (MRC)
      Der MRC fördert, koordiniert und finanziert die medizinische Forschung. Sein Etat belief sich im Fiskaljahr 2007 auf rd. 255 Mio. ZAR (ca. 20 Mio. Euro) Die Forschungsschwerpunkte sind HIV / AIDS, Tuberkulose, Malaria und Krebs.
    • National Research Foundation (NRF)
      Die 1999 gegründete NRF dient der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und koordiniert die internationale Zusammenarbeit im F&T Bereich. Die Stiftung finanziert sich fast ausschließlich aus dem Staatshaushalt und verfügte 2007 über einen Etat von 249 Mio. ZAR (ca. 19 Mio. Euro). Die NRF betreibt sechs nationale Forschungseinrichtungen: Das iThemba Laboratory for Accelerator Based Sciences, das South African Astronomical Observatory, das Hartebeesthoek Radio Astronomy Observatory, das South African Institute for Aquatic Biodiversity (früher JLB Smith Institute of Ichtyology), die National Zoological Gardens of South Africa und das Hermanus Magnetic Observatory.
    • Council for Geoscience (CGS)
      Der Council in seiner jetzigen Form existiert seit 1993. Er blickt aber auf eine bis 1895 zurückreichende Tradition. Der Council befasst sich mit der geologischen Erforschung Südafrikas und seiner reichhaltigen Bodenschätze. Mit der genauen Kenntnis geologischer Gegebenheiten trägt der CGS auch zur Minimierung von Investitionsrisiken für Bergbauunternehmen bei und berät Behörden bei der Stadt- und allgemeinen Infrastrukturentwicklung. Der CGS ist auch im Ausland, vor allem aber auf dem afrikanischen Kontinent, tätig. Der Etat des CGS belief sich 2007 auf 194 Mio. ZAR (ca. 15 Mio. Euro).
    • Human Sciences Research Council (HSRC)
      Der HSRC ist eine sozialwissenschaftliche Forschungseinrichtung.
      Er unterhält fünf Forschungsprogramme zu folgenden Themen:
      Kinder, Jugend, Familie und soziale Entwicklung, Demokratie und Staatsführung, Erziehung, Wissenschaft und Ausbildung, soziale Aspekte von HIV, AIDS und Gesundheit sowie die wirtschaftliche Entwicklung in Stadt und Land. Der HSRC führt darüber hinaus Auftragsforschung für Ministerien, parastaatliche und private Organisationen sowie Entwicklungshilfeorganisationen durch und betreibt Politikbeobachtung.

    Weitere bedeutende Forschungsorganisationen, deren Forschungsausgaben hauptsächlich aus dem Staatshaushalt getragen werden, sind das Africa Institute, die Nuclear Energy Corporation of South Africa (NECSA), der National Nuclear Regulator (NNR), die Water Research Commission, das South African Weather Bureau und das Sea Fisheries Institute.

    Quellen:
    South Africa Yearbook 2007/2008
    ARC- Annual Report 2006/2007
    CGS – Annual Report 2006/2007
    MINTEK – Annual Report 2007
    NRF – Annual Report 2007
    MRC - Annual Financial Statements 2007
    SABS – Financial Review 2007

    Weitere Informationen
    Einrichtungen

    Forschungsrat für Humanwissenschaften (HSRC)

    Landwirtschaftlicher Forschungsrat (ARC)

    Medizinischer Forschungsrat (MRC)

    Mintek - Council_for Mineral Technology

    Rat für Geowissenschaften (CGO)

    Rat für Wissenschafts- und Industrieforschung (CSIR)

    Südafrikanisches Büro für Standardisierung (SABS)

    Dokumente

    Nationale südafrikanische F&E Strategie [01.08.2002]

    Redaktion: 10.07.10, von: Dipl.-Ing. Petra Ruth Mann, IB Internationales Büro des BMBF beim DLR e. V.

     
  4. Förderorganisationen

    Das Ministerium für Wissenschaft und Technologie (DST) und das Ministerium für Handel und Industrie (DTI) finanzieren Programme zur Förderung von FuE in südafrikanischen Unternehmen mit folgenden Programmen.

    Innovation Fund
    Der Innovation Fund wurde 1996 zur Umsetzung der im „Weißbuch zu Wissenschaft und Technologie“ des DST anvisierten Innovationspolitik gegründet und wird von der NRF verwaltet. Der Fund fördert Verbundprojekte in FuT, multidisziplinäre Ansätze der Problemlösung und anwendungsorientierte Forschungsprogramme.
    Ein Schwerpunkt liegt bei der Förderung marktnaher Forschung, die geistiges Eigentum produziert und zur Gründung neuer und Ausbau bestehender Unternehmen führt.
    Außerdem haben südafrikanische Unternehmen über DST/National Treasury die Möglichkeit, Investitionen im FuE-Bereich steuerlich abzusetzen.

    SPII Fund (Support Program for Industrial Innovation)
    Das Förderprogramm für industrielle Innovation (SPII) wurde im April 1993 vom DST aufgelegt. Es ist auf die Förderung der verschiedensten südafrikanischen Unternehmen für Technologieentwicklung ausgerichtet. Dazu wird finanzielle Unterstützung für die Entwicklung von innovativen, wettbewerbsfähigen Produkten und Verfahren bereitgestellt. Das SPII bietet drei Fördermodelle:

    • Das SPII-Matching-Modell (Matching Scheme): nicht rückzahlbare Zuschüsse zu Entwicklungsprojekten, Höchstbetrag 1,5 Mio. ZAR (ca.116.000 Euro).
    • Das SPII-Partnerschaftsmodell (Partnership Scheme): Rückzahlbarer Zuschuss,  Mindestzuschuss 1,5 Millionen ZAR.
    • Das Modell zur Produkt- oder Prozessentwicklung (PPD): Nicht rückzahlbare Zuschüsse für spezifische, vorwettbewerbliche Entwicklungsvorhaben kleiner und Kleinstunternehmen, Höchstbetrag 500.000 ZAR (ca. 4.000 Euro)

    Der Gesamthaushalt des SPII-Funds betrug 2007 15 Milliarden ZAR (ca. 1,1 Mrd. Euro).

    Technology and Human Resource for Industry Programme (THRIP)
    Das 1996 gegründete und von der NFR im Auftrag des DTI verwaltete Programm unterstützt die südafrikanische Industrie bei FuE-Projekten und bei der Ausbildung von qualifiziertem Personal.

    THRIP ist ein Partnerschaftsprogramm von Industrie und DTI, die Kosten werden zwischen Unternehmen und DTI geteilt. Ziel ist die Förderung der Innovation und damit die Steigerung von Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum der südafrikanischen Wirtschaft. THRIP verfügte im Haushaltsjahr 2007 über ein Budget von 152 Mio. ZAR (ca. 11 Mio Euro).

    Technology for Women in Business (TWIB)

    Bei TWIB handelt es sich um ein vom DTI ins Leben gerufenes und von CSIR verwaltetes Programm mit dem Ziel, Unternehmerinnen den Zugang zu Wissenschaft und Technologie zu erleichtern.

    Quellen:
    THRIP – Annual Report 2006/2007
    SPII – Annual Report 2007
    South Africa Yearbook 2007/2008

     

    Weitere Informationen
    Einrichtungen

    Department of Trade and Industry Republik South Africa

    Department: Science and Technology, South Africa

    Support Program for Industrial Innovation (SPII)

    Technology for Women in Business (TWIB)

    Redaktion: 12.07.10, von: Dipl.-Ing. Petra Ruth Mann, IB Internationales Büro des BMBF beim DLR e. V.

     
  5. FuE im öffentlichen Sektor

    Der Anteil des Regierungssektors inklusive der Wissenschaftsräte (Councils) an den FuE-Gesamtausgaben beträgt derzeit 45,7% und liegt damit über dem OECD-Durchschnitt. Insgesamt zeigen die Forschungsausgaben seit Jahren eine steigende Tendenz. So beliefen sich die Aufwendungen des DST 2008/2009 auf ca. 3,7 Mrd.  ZAR; 2003/4 hatte der Betrag erst bei 1.3 Mrd. ZAR (ca. 102 Mio. Euro) gelegen. Für 2009/2010 wurde das Budget auf ZAR 4,2 Mrd. festgelegt, bis 2011 soll es auf ZAR 4,5 Mrd. anwachsen.

    Quelle:
    Forschungsbericht der Deutschen Botschaft in Pretoria, April 2010

    Weitere Informationen
    Einrichtungen

    Council tor Scientific and Industrial Research (CSIR)

    Hartebeesthoek Radio Astronomy Observatory (HartRAO)

    National Advisory Council on Innovation (NACI)

    National Nuclear Regulator

    National Science and Technology Forum (NSTF)

    Nuclear Energy Corporation of South Africa

    SA Journal of Science

    Satellite Application Centre

    South African Weather Bureau

    Southern African Association of Science and Technology Centres

    The National Accelerator Centre (NAC)

    The South African Astronomical Observatory (SAAO)

    The System-wide Review of Public Sector Science, Engineering and Technology Institutions

    Water Research Commission

    Redaktion: 13.07.10, von: Dipl.-Ing. Petra Ruth Mann, IB Internationales Büro des BMBF beim DLR e. V.

     
  6. FuE im privaten Sektor

    Die Wirtschaft ist seit dem Budgetjahr 2008/2009 mit 42,7% zweitgrößter Geldgeber für Forschungsaufwendungen in Südafrika (zuvor 44,8%), wobei die Human- bzw. Sozialwissenschaften und die Grundlagenforschung praktisch keine Rolle spielen. Die großen Konzerne (zum Teil noch in Staatsbesitz) unterhalten z.T. auch eigene Forschungseinrichtungen.
    In dieser Hinsicht bedeutende Unternehmen sind:

    • Eskom – PBMR (Energie- und Materialforschung, Umwelttechnologie, neue Atomreaktoren)
    • SASOL (Kohleverflüssigung)
    • Anglo American Corporation (Metallurgie- und Kohleforschung)
    • Denel (Rüstungstechnik)
    • TransNet (Transport und Logistik)

    Insgesamt betrugen die Ausgaben Südafrikas für FuE (öffentlicher und privater Sektor) 2007/2008 ca. ZAR 18,6 Mrd. (0,93% des BIP) und sind damit im Vergleich zum Vorjahr um 0,02% zurückgegangen.  In 2005/2006 waren es noch ca. 14,1 Mrd. (0,91 % des BIP) und in  2004/2005 lediglich ca. ZAR 12 Mrd. (0,87% des BIP).

    Quelle:
    Forschungsbericht der Deutschen Botschaft in Pretoria, April 2010

     

    Weitere Informationen
    Dokumente

    Nationale südafrikanische F&E Strategie [01.08.2002]

    South African Science and Technology - Key Facts and Figures 2002 [01.08.2002]

    Redaktion: 10.07.10, von: Dipl.-Ing. Petra Ruth Mann, IB Internationales Büro des BMBF beim DLR e. V.

     
  7. Öffentlich-private Zusammenarbeit in FuE

    Im Rahmen spezieller Programme fördert die Regierung private F &T -Aktivitäten. Das bekannteste ist das Technology and Human Resources for Industry Programme (THRIP). Siehe Kapitel 4 (Förderorganisationen)

    Redaktion: 13.07.10, von: Dipl.-Ing. Petra Ruth Mann, IB Internationales Büro des BMBF beim DLR e. V.

     
 Nächstes Kapitel: Bildungslandschaft

 

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