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ZAFPolitische Zielsetzungen für Forschung und Bildung: Südafrika

  1. Forschungspolitische Ziele

    Südafrika hält innerhalb des afrikanischen Kontinents eine absolute Spitzenstellung im Bereich Forschung und Entwicklung.
    Es gibt ca. 1% des BIP für FuE aus. So verfügte das DST 2008/2009 über ein Gesamtbudget von ZAR 3,7 Mrd. Für das Budgetjahr 2009/2010 ist ein Anstieg auf ZAR 4,2 Mrd. geplant.

    10-Jahres-Innovationsplan                                                                                  Zur Förderung der Innovationen hat die Regierung den 10-Jahres-Innovationsplan 2008-2018 aufgestellt. In diesem ressortübergreifenden Plan werden sieben prioritäre Forschungsbereiche (Grand Challenges) definiert: Biotechnologie und Gesundheitsforschung, Weltraumforschung und Astronomie, Energiesicherheit, Globaler Klimawandel sowie Human- und Sozialentwicklung. (siehe auch Kapitel 2.3).

    Zur Umsetzung des Innovationsplanes sind folgende Maßnahmen vorgesehen:

    • Schaffung einer Technologie Innovationsagentur (Technology Innovation Agency- TIA). Sie soll eine Brücke zwischen formalem Wissen und der realen Wirtschaft bilden und die Entwicklung von technologiebasierten Produkten und Dienstleistungen fördern. Die bereits bestehenden Einheiten; Biotechnology Regional Centres (BRICs),  Innovation Fund, Advanced Manufacturing Technology Strategy (AMTS) und Tshumisano Trust werden in die TIA integriert. Ab September 2009 soll die neue Agentur voll einsatzfähig sein.
    • die Errichtung einer Nationalen Raumfahrtagentur („Sansa“- siehe unten)
    • Stärkung internationaler Beziehungen in Wissenschaft und Technik 
    • Entwicklung einer besseren qualitativen und quantitativen Basis von Humanressourcen. In diesem Zusammenhang versucht die Regierung, die Studentenzahlen zu erhöhen, den Anteil der Studienabbrecher zu reduzieren, die Zahl der promovierten Akademiker zu erhöhen und die Abwanderung junger wissenschaftlicher Potentialträger in die Wirtschaft zu verhindern.

    Folgende wichtige Gesetzesinitiativen bilden die Grundlage für die Umsetzung des 10 Jahres-Innovationsplans:

    Nationale Strategie Weltraumforschung und-technologie
    Ein ressortübergreifendes Regierungskomittee hat den Entwurf für eine Nationale Strategie Weltraumforschung und-technologie erarbeitet. Ziel der Regierung ist es, Südafrika unter den führenden Nationen für den innovativen Gebrauch von Weltraumforschung und-technologie zu platzieren. Am 01. April 2009 wurde die südafrikanischen Weltraumagentur („South African National Space Ageny-Sansa“) gegründet. In dieser Agentur sollen alle weltraumbezogenen Aktivitäten, unter anderem Aktivitäten bezüglich des Square Kilomtre Aray (SKA), des Southern African Large Telescope und der Start von Südafrikas Satelliten SumbandilaSat in der Sansa, organisiert werden. Zudem wurde im Juli 2008 die Astronomy Geographic Advantage Bill unterzeichnet. Durch dieses Gesetz können bestimmte Regionen als astronomisch vorteilhaft (z.B. wegen hoher atmosphärischer Durchlässigkeit oder geringer Lichtverschmutzung) erklärt werden, um groß angelegte und wichtige astronomische Einrichtungen vor jeglichen Einflüssen zu schützen, die die Forschungsaktivitäten behindern könnten.

    Steuervergünstigungen für FuE
    Um weitere FuE Investitionen anzustoßen hatte DST  in enger Zusammenarbeit mit der National Treasury und dem South African Revenue Services (SARS) mit  Wirkung ab 02.11.2006 Steuervergünstigungen für FuE eingeführt. Für zuschussfähige Investitionen sind bis zu 150% steuerlich abzugsfähig.

    Intellectual Property Rights from Publicly Financed Research (IPR)
    Am 14.01.2009 ist das Gesetz zu den geistigen Eigentumsrechten aus öffentlich finanzierter Forschung in Kraft getreten. Die sinnvolle Nutzung geistigen Eigentums aus öffentlich finanzierter FuE soll durch dieses Gesetz sichergestellt werden. Ein nationales Büro für das Management von geistigem Eigentum soll die gesamten Aktivitäten organisieren.

    Technology Innovation Bill (TIA Act)
    Nach In -Kraft-Treten des TIA- Acts im Dezember 2008 wurde die TIA im Juli 2009 offiziell eröffnet.  Die Agentur verfolgt das Ziel, Erfindungen und deren kommerzielle Nutzung zu fördern und technologische Innovationen voranzutreiben. Im Jahr 2010 konzentriert sich die TIA auf die Bereiche HIV/AIDS- und Tuberkuloseforschung, Bildung und ländliche Entwicklung.

    Quelle:
    Forschungsbericht der Deutschen Botschaft in Pretoria, April 2010

     

    Weitere Informationen
    Dokumente

    CORPORATE STRATEGY 2008/2009 [03.10.2008]

    National Survey of Research and Experimental Development (R&D) (2007/08 Fiscal Year)[April 2005]

    Nationale südafrikanische F&E Strategie [01.08.2002]

    Strategic Plan (2002-2005) [01.01.2002]

    Redaktion: 10.07.10, von: Dipl.-Ing. Petra Ruth Mann, IB Internationales Büro des BMBF beim DLR e. V.

     
  2. Bildungspolitische Ziele

    Die Reorganisation bzw. Transformation des staatlichen Erziehungswesens ist und bleibt Priorität Nummer 1 der südafrikanischen Kulturpolitik, da dem Erziehungssektor im Hinblick auf eine wirtschaftliche Entwicklung des Landes und die Ausbildung der dafür benötigten gut ausgebildeten Arbeits- und Führungskräfte eine Schlüsselaufgabe zufällt.
    Wichtige Ziele sind dabei die Verbesserung der Qualität öffentlicher Schulen, die Stärkung der Mathematik und der Naturwissenschaften an Schulen und Hochschulen, die Steigerung der Absolventenzahlen in der höheren Bildung (die Einschreibungsrate in Institutionen der höheren Bildung der Altergruppe 20-24 Jahre beträgt derzeit lediglich 16%) sowie die stärkere Teilhabe farbiger und schwarzer Bevölkerungsgruppen an der höheren Bildung.

    Folgende Maßnahmen wurden zu Erreichung dieser Ziele u.a. ergriffen:

    National Student Financial Scheme (NSFAS)
    Das NSFAS unterstützt junge Menschen aus einkommensschwachen Familien bei der Finanzierung ihres Studiums. Mit  höheren Einschreibungsraten hat sich auch der Bedarf an finanzieller Unterstützung erhöht. Es ist ein Anstieg von ZAR 200 Mio. in 1997/1998 zu ZAR 1,5 Mrd. in 2008 zu verzeichnen.

    Youth into Science Strategy (YiSS)
    YiSS ist eine gemeinsame Initiative von DST und DoE, deren Implementierung 2007 startete. Ziel ist es die Bildung junger Menschen in Naturwissenschaften und Technologie zu fördern.

    Joint Initiative für Priority Skills Acquisition (JIPSA)
    Ziel der JIPSA ist es, 2.500 Ingenieure pro Jahr auszubilden. Zusätzlich zu den ZAR 48 Mio., die 2006 zur Verfügung gestellt wurden, hat die Regierung zwischen 2007-2009 ZAR 439 Mio. investiert, um die Lehr-und Lerninfrastruktur des Landes zu verbessern.

    Quelle:
    Forschungsbericht der Deutschen Botschaft in Pretoria, Mai 2009

    Weitere Informationen
    Einrichtungen

    Framework for Regional Cooperation in Science and Technology

    Dokumente

    Europäischer Strategierahmen für die internationale wissenschaftliche und technologische Zusammenarbeit [24.09.2008]

    SüdafriKa - Jahrbuch 2004 / 05 - Bildungsteil [01.01.2004]

    Redaktion: 10.07.10, von: Dipl.-Ing. Petra Ruth Mann, IB Internationales Büro des BMBF beim DLR e. V.

     
  3. Zusammenarbeit mit anderen Ländern

    Das Ende der Apartheid und die Wiederaufnahme Südafrikas in die internationale Staatengemeinschaft haben zu einer erheblichen Ausweitung der wissenschaftlichen Kontakte mit anderen Ländern geführt. Heute unterhält Südafrika ca. 40 bilaterale WTZ Abkommen, hinzu kommen noch multilaterale Abkommen.

    2006/2007 wurden fünf neue Abkommen mit Australien, Argentinien, der Slowakischen Republik, dem Sultanat von Oman sowie mit Griechenland unterzeichnet.
    Besonders intensive WTZ - Beziehungen bestehen zu Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Spanien, Flandern, Norwegen, Schweden, Japan, USA, Russland, Ungarn, Polen, Indien und Israel.

    Weitere Informationen
    Einrichtungen

    Framework for Regional Cooperation in Science and Technology

    Overview of Bilateral Intergovernmental Co-operation in the fields

    Dokumente

    Südafrika Jahrbuch 2004 / 05 - Teil Forschung und Technologie [01.01.2004]

    Redaktion: 05.06.09, von: Dipl.-Ing. Petra Ruth Mann, IB Internationales Büro des BMBF beim DLR e. V.

     

 

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