StartseiteAktuellesNachrichtenBericht zur Zukunft des europäischen Forschungs-, Innovations- und Hochschulsystems im Jahr 2050

Bericht zur Zukunft des europäischen Forschungs-, Innovations- und Hochschulsystems im Jahr 2050

Berichterstattung weltweit

Anfang Dezember hat eine Expertengruppe der Europäischen Kommission einen Bericht zur Zukunft des europäischen Forschungs-, Innovations- und Hochschulsystems im Jahr 2050 veröffentlicht. Darin werden mögliche Zukunftsszenarien geschildert und Empfehlungen für politische Entscheidungen ausgesprochen. Auf Science|Business stellt Richard L. Hudson, Vorsitzender der Expertengruppe, diesen Bericht vor.

Die Expertengruppe "Foresight on Key Long-Term Transformations of European systems: Research, Innovation and Higher Education" (KT2050) hat der Generaldirektion Forschung und Innovation der Europäischen Kommission Anfang Dezember den Bericht "The Knowledge Future: Intelligent policy choices for Europe 2050" zur Zukunft der europäischen Wissensgesellschaft vorgelegt. Auf Science|Business beschreibt Richard L. Hudson das Vorgehen der von ihm geleiteten 18-köpfigen Expertengruppe, die sich aus EU-Befürwortern und -Skeptikern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik zusammensetzt. Die Gruppe hat seit dem Jahr 2014 auf Grundlage von Studien zu globalen "mega trends" - Globalisierung, demografischer und technologischer Wandel - zwei Zukunftsszenarien für das europäische Forschungs-, Innovations- und Hochschulsystem im Jahr 2050 entworfen.

Diese Szenarien beschreiben zwei mögliche Extreme: Zum einen ein Europa, das auf Grund von Bildung, Forschung und Innovation ein weltweites Erfolgsmodell für eine offene Wissensgesellschaft geworden ist; zum anderen das Scheitern des europäischen Gedankens und der Zerfall der EU, mit Bildung als Dienstleistung für Reiche in einer verarmten, von Massenarbeitslosigkeit geplagten Gesellschaft. Ausgehend von diesen beiden Modellen haben die Experten politische Entscheidungen erarbeitet, die eine erfolgreiche Zukunft ermöglichen beziehungswiese dem Scheitern entgegenwirken.

Die Expertengruppe KT2050 kommt zu dem Schluss, dass eine massive öffentliche Förderung von Bildung, Forschung und Innovation sowie der freie Zugang zu Bildung und Wissenschaft notwendig sei, um eine offene Wissensgesellschaft zu erreichen. Darüber hinaus müsse ein Innovationsklima, mit starken regionalen Innovationssystemen und autonom agierenden Universitäten, in Europa geschaffen werden, das wirtschaftliches und nachhaltiges Wachstum generiert. Zudem sei es erforderlich, die europaweite Zusammenarbeit und den Austausch von Ideen und Fachkräften auszubauen, etwa durch die Schaffung des gemeinsamen europäischen Forschungsraumes. Außerhalb von Wissenschaft, Bildung und Innovation müsse die Flucht von Großkonzernen und Reichen aus den Steuersystemen verhindert werden, um die Finanzierung der angestrebten Wissensgesellschaft gewährleisten zu können.

Den vollständigen Artikel "Will Europe be smart in 2050? (Or not?)" von Richard L. Hudson finden Sie in englischer Sprache auf den Seiten von Science|Business.

Quelle: Science|Business / VDI TZ Redaktion: von Tim Mörsch, VDI Technologiezentrum GmbH Länder / Organisationen: EU Themen: Innovation Bildung und Hochschulen Ethik, Recht, Gesellschaft Strategie und Rahmenbedingungen

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