StartseiteAktuellesNachrichtenBritische Regierung verabschiedet Roadmap für Forschung und Entwicklung

Britische Regierung verabschiedet Roadmap für Forschung und Entwicklung

Berichterstattung weltweit

Mit umfassenden Maßnahmen soll Spitzenforschung gestärkt und wissenschaftliche Talente aus der ganzen Welt für Aufenthalte in Großbritannien gewonnen werden.

Am 1. Juli hat der britische Staatssekretär für Wirtschaft, Energie und Industriestrategie Alok Sharma die neue Research and Development Roadmap des Vereinigten Königreichs vorgestellt. Zusätzlich wurden weitere Investitionen in Höhe von 300 Mio. GBP (330 Mio. EUR) für Forschungsinfrastrukturen angekündigt.

Mit der Roadmap verfolgt die britische Regierung mehrere Ziele: Bürokratische Verfahren sollen verschlankt, Talente aus dem Ausland angeworben und zahlreiche Forschungsfelder im Zusammenhang mit globalen Herausforderungen vorangetrieben werden. Dazu zählen beispielsweise Klimaforschung, Medikamentenentwicklung sowie nationale Sicherheit und die Verbesserung staatlicher Dienstleistungen. Dazu sollen unter anderem Kooperationen zwischen Regierung, Wirtschaft, Forschungseinrichtungen und lokalen Behörden ausgebaut werden.

Des Weiteren ist die Einsetzung einer Expertengruppe für Innovation ("Innovation Expert Group") vorgesehen, die Forschungsförderaktivitäten der Regierung – von der Ideenphase bis zur Produktentwicklung – bewerten und verbessern soll. Der internationalen Zusammenarbeit wird weiterhin eine wichtige Rolle beigemessen: Angestrebt werden enge Beziehungen zu den europäischen Partnern und die Teilnahme an FuE-Programmen der EU. Sollte eine Beteiligung, etwa am kommenden EU-Forschungsprogramm Horizon Europe, nicht zustande kommen, will die Regierung daraus entstehende Finanzierungslücken schließen und alternative Programme zur Unterstützung britischer Forschungsvorhaben einführen.

Mit Blick auf internationale Studierende, Forschende und wissenschaftliche Fachkräfte hat die Regierung die Einrichtung eines neuen Office for Talent angekündigt, das den Zuzug von Spitzenkräften aus Wissenschaft, Forschung und Innovation aus dem Ausland erleichtern und fördern soll. Angesiedelt wird das Office for Talent unmittelbar bei Premierminister Boris Johnson. Als Querschnittseinrichtung wird es in mehreren Ministerien und Regierungsstellen tätig sein, bestehende Einwanderungsregelungen prüfen und als Anlaufstelle für Einwandernde fungieren. Nähere Details sind noch nicht bekannt.

Darüber hinaus können internationale PhD-Absolventinnen und Absolventen, die ab Sommer 2021 in Großbritannien promovieren, im Rahmen eines neuen Graduiertenprogramms bis zu drei Jahre im Land leben und arbeiten. Für Studierende, die einen Bachelor- oder Master-Abschluss erfolgreich absolviert haben, gilt ein Zeitraum von bis zu zwei Jahren. Zur Einführung des neuen punktbasierten Einwanderungssystems ab Herbst sind weitere Reformen im Einwanderungsprozess geplant. Dazu zählen ein erweitertes Zeitfenster zu Visa-Antragstellung von Studieninteressierten und die Abschaffung von Studienzeitbegrenzungen für Postgraduierte. Die Global Talent visa werden auch für EU-Bürgerinnen und Bürger geöffnet, was es hoch qualifizierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ermöglichen soll, auch ohne konkretes Stellenangebot nach Großbritannien zu ziehen.

Insbesondere die Ankündigungen zum Office for Talent und den Einwanderungsreformen haben weitreichende mediale Aufmerksamkeit erzeugt; im akademischen Sektor werden die Pläne begrüßt. Die Direktorin des Hochschulverbandes Universities UK International (UUKi), Vivienne Stern, bezeichnete das Vorhaben, PhD-Studierenden einen dreijährigen Aufenthalt in Großbritannien zu ermöglichen, "The PIE News" gegenüber als "fantastische Entwicklung". Robert Lechler, Präsident der Academy of Medical Sciences, nannte die Ankündigung im Magazin "Science|Business" ein "Willkommenssignal, dass das Vereinigte Königreich offen ist für Forschende aus aller Welt".

Zum Nachlesen

Quelle: GOV.UK / The PIE News / The Guardian / Study International / Sciencemag / Science|Business Redaktion: von Alexander Bullinger, VDI TZ GmbH Länder / Organisationen: Vereinigtes Königreich (Großbritannien) Themen: Fachkräfte Förderung Strategie und Rahmenbedingungen

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Das Schmuckbild zeigt fünf Glühbirnen. Eine Glühbirne leuchtet.

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