StartseiteLänderAfrikaTunesienFranzösisch-Tunesische Universität startet zum Wintersemester

Französisch-Tunesische Universität startet zum Wintersemester

Berichterstattung weltweit

Nach dem Willen beider Regierungen soll die Französisch-Tunesische Universität im Herbst 2019 ihre Arbeit aufnehmen.

Im Rahmen des Staatsbesuchs des tunesischen Regierungschefs Youssef Chahed in Frankreich haben die Hochschul- und Forschungsminister beider Länder am 14. Februar 2019 eine Übereinkunft über die Französisch-Tunesische Universität für Afrika und den Mittelmeerraum (Université franco-tunisienne pour l'Afrique et la Méditerranée, UFTAM) unterzeichnet. Diese soll zum kommenden Wintersemester ihre Arbeit aufnehmen. Der tunesische Minister für Hochschulbildung und wissenschaftliche Forschung Slim Khalbous und die französische Ministerin für Hochschulbildung, Forschung und Innovation Frédérique Vidal bekräftigten ihre Unterstützung für das Projekt: Für Frankreich entspräche es dem politischen Willen, Zweigstellen der eigenen Hochschul- und Forschungseinrichtungen im Ausland zu unterstützen und für Tunesien, seine Hochschul- und Forschungslandschaft auszubauen. Die Idee zur UFTAM geht auf einen Staatsbesuch des französischen Präsidenten Emmanuel Macron in Tunesien im vergangenen Jahr zurück.

Der Lenkungsausschuss der UFTAM hatte zuvor am 13. und 14. Februar 2019 unter Vorsitz der beiden Minister erstmals getagt und über das zukünftigen Studienangebot beraten. Geplant sind demnach grundständige und weiterführende Studiengänge in den Bereichen Recht, Wirtschaft, Naturwissenschaften, Ingenieurwissenschaften und Umweltwissenschaften, jeweils mit Fokus auf den Mittelmeerraum. Die UFTAM wird voraussichtlich in Tunis oder Umgebung angesiedelt. Über ihre konkrete Ausgestaltung und Finanzierung ist bisher nichts bekannt.

Auf französischer Seite gehören dem Lenkungsausschuss sechs Hochschulen aus Paris und Südfrankreich an (Universität Paris 1 Panthéon Sorbonne, Universität Paris Dauphine, Universität Aix-Marseille, Universität Côte d’Azur, die Grande École ENS Paris-Saclay, die Ingenieurhochschule ENSTA Paris Tech), auf tunesischer Seite fünf Hochschuleinrichtungen aus Tunis und Umgebung (Universität El Manar und die zugehörige Fakultät für Rechts- und Politikwissenschaften IHEC, Universität Carthage, Hochschule für Kommunikationswissenschaften SUPCOM, die Ingenieurhochschule ENIT). Den weiteren Vorsitz des Lenkungsausschusses für die Startphase der UFTAM übernahmen Habib Sidhom, Präsident der Universität Tunis und Gilles Pécout, Recteur (oberster Staatsvertreter im Bereich Bildung innerhalb einer Region) der Akademie Paris.

Anlass des Staatsbesuchs Chaheds war der Zweite Französisch-Tunesische Rat für Zusammenarbeit (Haut Conseil de coopération), in dessen Rahmen fünf Regierungsabkommen unterzeichnet wurden. Im Bereich Innovationsförderung wurde zudem bekannt gegeben, dass in Tunis ein Inkubator nach dem Vorbild des Pariser Startup-Campus Station F entstehen soll. Chahed und der französische Premierminister Edouard Philippe besprachen weiterhin die kürzlich von Frankreich angekündigte deutliche Erhöhung der Immatrikulationsgebühren für außereuropäische Studierende zum kommenden Wintersemester.

Zum Nachlesen (Französisch)

Quelle: MESRI Redaktion: von Kathleen Schlütter, Deutsch-Französische Hochschule Länder / Organisationen: Tunesien Frankreich Themen: Bildung und Hochschulen Infrastruktur Innovation

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