Indikatoren für Bildung

Indikator

Kanada

Deutschland

OECD-Gesamt

Stand

Bildungsanteil am Bruttoinlandsprodukt: Bildung insgesamt [Prozent]

5,9

4,2

5,0

2016

Wachstum des Bildungsanteils am BIP (Differenz des BIP-Bildungsanteils zu dem des Vorjahres in Prozentpunkten) [Prozent]

-0,1

0,0

0,0

2016

Bildungsanteil am Bruttoinlandsprodukt: tertiäre Bildung [Prozent]

2,3

1,2

1,5

2016

Öffentlicher Anteil an den Ausgaben für tertiäre Bildung [Prozent]

53

83

66

2016

Anteil internationaler abschlussorientierter Studierender aus dem Land [Prozent]*

3

4

2

2017

Anzahl Studierender im Tertiärbereich insgesamt [Mio.]

1,626

3,092

k.A.

2017

Anteil internationaler abschlussorientierter Studierender im Land [Prozent]**

13

8

6

2017

Anzahl Promovierender insgesamt

52.917

198.300

k.A.

2017

Anteil internationaler abschlussorientierter Promovierender im Land [Prozent]**

33

10

22

2017

Anteil 25- bis 34-Jähriger mit einem Abschluss im Tertiärbereich [Prozent]

62

32

44

2018

Anteil an neuen Studienabschlüssen in Mathematik, Statistik und Naturwissenschaften (Ingenieurwissenschaften) [Prozent]

6 (13)

9 (22)

6 (14)

2017

PISA-Ergebnisse: Lesen [Punktzahl (Platzierung)]

520 (6)

498 (20)

487

2018

PISA-Ergebnisse: Mathematik [Punktzahl (Platzierung)]

512 (12)

500 (20)

489

2018

PISA-Ergebnisse: Naturwissenschaften [Punktzahl (Platzierung)]

518 (8)

503 (15)

489

2018

Tabelle 3: Bildungsindikatoren

Quelle: OECD - Education at a Glance 2019, UNESCO Institute for Statistics und "OECD - PISA 2018: Ergebnisse"

* OECD (UNESCO) registrieren nur diejenigen internationalen Studierenden, bei denen aufgrund der Aufenthaltsdauer davon auszugehen ist, dass sie einen Abschluss im Ausland anstreben.

** OECD (UNESCO) registrieren nur diejenigen internationalen Studierenden bzw. Promovierenden, bei denen aufgrund der Aufenthaltsdauer davon auszugehen ist, dass sie einen Abschluss in dem jeweiligen Land anstreben.

       

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Schulen und Hochschulen

In einigen Provinzen können Vierjährige den Kindergarten besuchen und werden im Alter von sechs Jahren eingeschult. Bei der OECD PISA („Programme on International Student Assessment“) Studie hat Kanada einen der führenden Plätze im internationalen Vergleich belegt. Kanadas öffentliches Schulsystem ist koedukativ. Der Schulbesuch ist bis zum Abschluss der höheren Schule kostenlos. Allgemeine Schulpflicht besteht ab dem sechsten bzw. siebten Lebensjahr bis zum 15. bzw. 16. Lebensjahr. Höhere Schulen haben in der Regel zwei Bildungsgänge. Der eine bereitet die Schüler auf ein Hochschulstudium vor, der andere auf den Besuch eines „Community College“, einer technischen Fachschule oder auch direkt auf die Berufsarbeit.

Die Hochschulen liegen in Kanada im Verantwortungsbereich der kanadischen Provinzen und Territorien. Auch öffentliche Hochschulen erheben auch für einheimische Studierende relativ hohe Studiengebühren. Kanada gehört damit innerhalb der OECD zur Spitzengruppe. Im Vergleich zu den USA sind die Studiengebühren in Kanada allerdings deutlich günstiger (OECD Education at a Glance (2019), Daten und Grafik).

96 öffentliche und gemeinnützige private Hochschulen und Colleges sind in dem Hochschulverband Universities Canada (UC) zusammengeschlossen. Die Aufgabe von UC ist es, die Interessen der universitären Ausbildung und Forschung zu vertreten. Fast alle Bildungseinrichtungen - Hochschulen eingeschlossen - bieten die Möglichkeit eines Vollzeit- oder eines Teilzeitbesuchs. Es gibt im tertiären Bereich etwa 1,4 Mio. Voll- und Teilzeitstudierende. Von ihnen sind 40 Prozent vollzeitlich an einer Universität immatrikuliert. Alljährlich werden 600.000 College-Diplome und 180.000 Universitätsdiplome verliehen. Über 27.000 Absolventen schließen ihr Studium mit einem Master- oder Doktorgrad ab.

Die Präferenz für Tertiärbildung ist in Kanada schon lange ausgeprägt: In der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter (25-64 Jahre) liegt der Anteil mit Abschlüssen im Tertiärbereich bei 58 Prozent. Bei dem Anteil der 25-34jährigen, die einen tertiären Bildungsgang abgeschlossen haben, erreichte Kanada 2018 mit 62 Prozent Spitzenwerte. Damit weist Kanada fast das Doppelte des deutschen Anteils auf und lag 18 Prozentpunkte über dem OECD-Durchschnitt (siehe Bildungsindikatoren). Das kanadische Profil unterscheidet sich dabei von dem OECD-Profil: Der Anteil der Abschlüsse von Kurzzeitstudien („short-cycle tertiary“) ist mehr als drei Mal so hoch wie der Anteil im OECD-Durchschnitt, der Anteil der Bachelor-Abschlüsse ist um 2 Prozentpunkte höher, der der Master-Abschlüsse aber um 3 Prozentpunkte niedriger (siehe OECD Education at a Glance (2019), Abbildung A1.3, Daten und Grafik).

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Berufliche Bildung

Landesweit gibt es rund 190 öffentlich finanzierte Community Colleges, Technische Institute und „Collège d’einseignement général et professionnel“ (Cégep). Die Mehrzahl davon hat sich in der Interessenvertretung Colleges and Institutes Canada (CICan, Nachfolger der „Association of Canadian Community Colleges“ - ACCC) zusammen geschlossen . Für industrielle und handwerkliche Berufe bieten sie korporativ strukturierte Ausbildungsgänge an, die als „apprenticeship“ bezeichnet werden Etwa 80% der Ausbildungszeit, die je nach Programm zwei bis fünf Jahre dauert, verbringen die Studierenden im Betrieb, mit dem sie einen entsprechenden Vertrag geschlossen haben. Die Studierenden erhalten während ihrer Schulphase einen Ausbildungszuschuss, während des on-the-job-trainings einen Lohn ihres Unternehmens. Jedoch spielt die korporative Ausbildung in Kanada eine eher untergeordnete Rolle und deckt nur rund 50 Berufe ab. Wichtigster Ausbildungszweig ist die vollzeitschulische Collegeausbildung. In Kanada liegt infolgedessen die jährliche Einmündungsquote in eine „apprenticeship“ bei nur ca. elf Prozent (Quelle: BIBB (2011): Leistungsfeststellung in Kanadas Berufsbildung. BWP 5/2011).

Durch das “Interprovincial Standards Red Seal Program”, eine Partnerschaft des kanadischen Bundesstaates und der Provinzen und Territorien, werden gemeinsame nationale Standards in der beruflichen Bildung und bei den Fähigkeiten der unterschiedlichen Berufe gesetzt. Firmen sind in diesen Prozess eng eingebunden.

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Weiterbildung

Das kanadische Bildungssystem eröffnet im postsekundären Bereich durch seine Bildungseinrichtungen, die eine Vielzahl von Bildungsprogrammen anbieten, attraktive Chancen und Möglichkeiten, Abschlüsse zu erwerben. Es werden u.a. neben den Programmen für die berufliche Erstausbildung, solche für Weiterbildung, Transferprogramme für den Übergang in den universitären Bereich, Fort- und Erwachsenenbildung, Umschulung und Workshops angeboten. Auch das sehr gute Angebot and Fernkursen trägt zum vielfältigen Weiterbildungsangebot in Kanada bei.

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Eine Initiative vom

Projektträger