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Indische Hochschulkonferenz verabschiedet 10-Punkte-Programm für Spitzenforschung

Berichterstattung weltweit

Unter dem Vorsitz von Bildungsminister Javadekar haben Vizekanzler von Universitäten aus ganz Indien ein 10-Punkte-Programm zur Verbesserung der Qualität indischer Hochschulen beschlossen. Die Zentralregierung startet weitere Initiativen zur Förderung von Hochschul- und Forschungsarbeit.

Konferenz und 10-Punkte-Plan

Zum Ende einer dreitägigen Konferenz zu Forschung und Innovation unter dem Vorsitz des indischen Bildungsministers Prakash Javadekar, an der Vizekanzler von Universitäten aus dem ganzen Land teilnahmen, bekräftigten die Teilnehmer ihre Absicht, die Qualität der Hochschulen in Indien zu verbessern – insbesondere mit Blick auf Lern- und Lehrprozesse. So sollen etwa alle Universitäten und daran angeschlossene Einrichtungen bis 2020 dem Qualitätsmandat der University Grants Commission (UGC) genügen und sämtliche Bildungsinstitutionen bis 2022 eine Akkreditierung des National Assessment and Accreditation Council (NAAC) erreichen. Sowohl öffentlich als auch privat finanzierte Universitäten verpflichten sich gemäß dem 10-Punkte-Plan zu einer Weiterentwicklung hin zur Spitzenforschung, ergänzt durch qualitativ hochwertige Lehre. Konkret sieht die Resolution Folgendes vor:

  • Erfüllung des UGC-Qualitätsmandats bis 2020 und Erreichung der NAAC-Akkreditierung für sämtliche Einrichtungen bis 2022
  • Übernahme und Umsetzung des sogenannten Learning Outcome Based Curriculum Framework (LOCF) an Hochschulen durch Aktualisierung der Lehrpläne ab 2019/2020
  • Jährliche Teilnahme aller Lehrkräfte an Einführungsschulungen bzw. Fortbildungen zum SWAYAM-Programm (eine Online-Plattform mit Lernmaterialien und Kursen, die von landesweit 1.000 ausgewählten Dozentinnen und Dozenten vorbereitet und kostenfrei angeboten werden)
  • Steigerung der Forschungsproduktivität, indem Lehrkräfte sowie Studierende für die Teilnahme an wettbewerbsorientierten Forschungsförderprogrammen motiviert werden
  • Schaffung einer Innovationskultur und eines Ökosystems, das akademische Freiheiten und Flexibilität fördert, etwa die Teilnahme am Smart India Hackathon oder die Gründung von Start-ups durch Studierende
  • Sensibilisierung von Studierenden für eine aktive Verbesserung der sozialen und wirtschaftlichen Lage der Gemeinschaft; dazu Aufnahme von mindestens fünf Dörfern in das Programm Unnat Bharat Abhiyan, ein Förderprogramm des Bildungsministeriums für ländliche Gebiete in Indien
  • Auf die Bedürfnisse von Hochschulabsolventinnen und -absolventen abgestimmte Anpassung in der Berufsausbildung durch die Teilnahme an Kursen des Nationalen Ausbildungsförderungsprogramms (National Apprenticeship Promotion Scheme NAPS) sowie Schaffung von Verknüpfungen zur Industrie
  • Förderung der Nutzung digitaler Lernmaterialien und Genehmigung der Anrechnung von SWAYAM-Kursen; Rückgriff auf Online-Archive des e-ShodhSindhu-Konsortiums, das Zugang zu über 15.000 teils peer-reviewten Zeitschriften bietet, und der National Digital Library of India
  • Schaffung eines Bewusstseins für Ethik in der Forschung; Plagiatskontrolle
  • Unterstützung von Bildungseinrichtungen rund um Universitäten und angeschlossene Fakultäten, um sowohl Lehrkräfte als auch Studierende zu motivieren, nach akademischer Exzellenz zu streben

An der Konferenz nahmen über 600 Vertreterinnen und Vertreter aus der universitären und außeruniversitären Forschung teil; vertreten waren alle großen indischen Bildungs- und Forschungseinrichtungen, darunter die Indian Institutes of Technology (IITs), die Indian Institutes of Management (IIMs), das Indian Institute of Science (IISc), die National Institutes of Technology (NITs), die Indian Institutes of Information Technology (IIITs) und die Indian Institutes of Science Education and Research (IISERs).

Bestehende Initiativen zur Hochschul- und Forschungsförderung

Die Konferenz und der 10-Punkte-Plan stehen im Kontext der in den letzten Jahren verstärkten Reformierung der Hochschullandschaft. In einer schriftlichen Antwort auf eine parlamentarische Anfrage aus dem Unterhaus gab der Minister für Hochschulbildung, Satyapal Singh, am Montag einen Überblick zu den von der indischen Regierung durchgeführten Initiativen. Dazu zählen das National Institutional Ranking Framework (NIRF), Impacting Research, Innovation & Technology (IMPRINT), Uchchtar Avishkar Yojna (UAY) sowie die Global Initiative of Academic Networks (GIAN).

Im Rahmen des NIRF werden Bildungseinrichtungen von einer unabhängigen Ranking-Agentur bewertet. Die IMPRINT-Initiative zielt darauf ab, durch die Zusammenarbeit der IITs und des IISc technische Herausforderungen in zehn Technologiebereichen anzugehen. Die Ziele des UAY-Programms sind die Förderung von Innovationen in den IITs, die sich mit Fragen der verarbeitenden Industrie befassen, die Förderung innovativer Denkweisen, die Koordinierung von Maßnahmen zwischen Wissenschaft und Industrie sowie die Stärkung von Laboren und Forschungseinrichtungen. Im Rahmen des GIAN-Programms werden ausgezeichnete Akademikerinnen und Akademiker aus der ganzen Welt eingeladen, einen ein- oder zweiwöchigen Kurs an indischen Einrichtungen durchzuführen.

Des Weiteren startet die UGC mit dem Special Assistance Programme (SAP), der Initiative Basic Scientific Research (BSR) und dem Junior Research Fellowship (JRF) drei Förderrahmen, die alle Fächer umfassen und auch interdisziplinäre Vorhaben unterstützen sollen.

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Quelle: Ministry of Human Resource Development / Government of India Redaktion: von Alexander Bullinger, VDI Technologiezentrum GmbH Länder / Organisationen: Indien Themen: Bildung und Hochschulen Strategie und Rahmenbedingungen

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