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EU-Innovationsprojekt AeroSolfd zur Verbesserung der Luftqualität in Städten gestartet

Internationalisierung Deutschlands, Bi-/Multilaterales

Die Europäische Kommission und das Schweizer Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation vergeben Fördermittel in Höhe von 8,2 Millionen Euro an das Innovationsprojekt AeroSolfd zur Verringerung der Abgas- und Bremsenemissionen und Verbesserung der Luftqualität in Städten. Das vom deutschen Unternehmen MANN+HUMMEL geleitete Konsortium hat es sich zum Ziel gesetzt, Nachrüstungslösungen zur Verringerung der Abgas- und Bremsenemissionen sowie der Umweltverschmutzung in (halb-)geschlossenen Umgebungen zu entwickeln.

Während Nachrüstfilter für Dieselpartikelemissionen bereits innerhalb der letzten 20 Jahre zum Einsatz gekommen sind, fährt die weltweit vor 2018 produzierte Benzinflotte derzeit ohne jegliche Filtertechnologie – ungeachtet der sehr hohen Toxizität von Benzinpartikeln. Im Gegensatz zu Abgasemissionen unterliegen toxische Partikeln aus Bremsen, Reifen und dem Rad-Schiene-Kontakt bisher keiner Beschränkung durch den Gesetzgeber. Diese Partikeln tragen - insbesondere in halboffenen und geschlossenen Umgebungen wie Bushaltestellen, Tunneln, Bahnhöfen und U-Bahnstationen – zu einer schlechten lokalen Luft-, Boden- und Wasserqualität bei, was die menschliche Gesundheit gefährdet. Basierend auf den jüngsten epidemiologischen Forschungsdaten der Universität Harvard (2021) sterben weltweit jährlich 10,2 Millionen Menschen vorzeitig infolge von verkehrsbedingten Emissionen.

AeroSolfd ist eine konzertierte Innovationsmaßnahme, mit der Lösungen zur Verringerung dieser Emissionen entwickelt werden sollen. Im Mai 2022 fand dazu in Ludwigsburg (Deutschland) die Auftaktveranstaltung des Innovationsprojekts statt. Das von MANN+HUMMEL geleitete AeroSolfd-Konsortium hat es sich zum Ziel gesetzt, kostengünstige, skalierbare und umweltfreundliche Nachrüstungslösungen zur Verringerung der Abgas- und Bremsenemissionen sowie der Umweltverschmutzung in (halb-)geschlossenen Umgebungen zu entwickeln. So soll ein schnellerer Übergang hin zu einer saubereren Mobilität und einer gesünderen Umgebungsluft ermöglicht werden. Das Konsortium – bestehend aus großen Industrieunternehmen, renommierten wissenschaftlichen Instituten und wegweisenden Demonstrationsprojekten aus acht Ländern – hat sich zusammengeschlossen, um die rasche Einführung von drei kostengünstigen Nachrüstungslösungen zu ermöglichen, damit die Menschen in Europa und darüber hinaus bereits 2025 von einer saubereren Mobilität und einer gesünderen Umwelt profitieren können.

Dr. Martin Lehmann,  Koordinator des Projekts AeroSolfd sagte: 

"Nachrüstungen sind Schlüsseltechnologien während des Übergangs zu abgasfreien elektrifizierten Fahrzeugen und bis zur Umsetzung von Maßnahmen zur Verringerung der Feinstaubemissionen. Auch darüber hinaus werden Nachrüstungslösungen für Bremsen und für geschlossene Bereiche weiterhin eine wesentliche Rolle für die elektrifizierten Straßen- und Schienenflotten spielen. Mit unseren drei Nachrüstungen für Auspuff, Bremse und (halb-)geschlossene Räume lassen sich schnelle Erfolge bei der Verringerung der Gesundheits- und Umweltbelastung durch die bestehenden Fahrzeugflotten erzielen." 

Bei Benzinverbrennungsmotoren sollen Feinstaub und toxische Sekundäremissionen durch einen innovativen Partikelfilter reduziert und NOx-Abgasemissionen durch den Austausch des Drei-Wege-Katalysators durch ein neues System minimiert werden. Darüber hinaus werden bei Straßenfahrzeugen mit langer Nutzungsdauer die Bremsstaubpartikeln durch einen weiterentwickelten Bremsstaubpartikelfilter reduziert und in geschlossenen Umgebungen (Bushaltestellen, Tunnels, U-Bahnstationen) Feinstaubpartikeln durch eigens hierfür konstruierte und optimierte stationäre Luftfilter reduziert. Ein weiterer Schwerpunkt von AeroSolfd wird die Sensibilisierung der Öffentlichkeit und der Politik für die schädlichen Auswirkungen von Abgas- und Bremsenemissionen auf die Umwelt und die Gesundheit der Menschen sein. 

Während des dreijährigen Innovationsprojekts wird die Wirksamkeit der Lösungen von AeroSolfd in der Praxis und unter realen Fahrbedingungen an ausgewählten Demonstrationsstandorten in ganz Europa aufgezeigt: Valladolid (Spanien), Sofia (Bulgarien), Ancona und Fermo (Italien), Lissabon (Portugal), Rovaniemi (Finnland), Haifa (Israel), und Biel (Schweiz). 

Quelle: Steinbeis Europa Zentrum via idw Nachrichten Redaktion: von Felix Kessinger, VDI Technologiezentrum GmbH Länder / Organisationen: Israel Bulgarien Finnland Italien Portugal Schweiz Spanien EU Themen: Innovation Mobilität Umwelt u. Nachhaltigkeit

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