StartseiteLänderEuropaUkraineEuropa und die Ukraine im 20. Jahrhundert - sowjetische Herrschaft, deutsche Okkupation und konflikthafte Erinnerungen

Europa und die Ukraine im 20. Jahrhundert - sowjetische Herrschaft, deutsche Okkupation und konflikthafte Erinnerungen

Laufzeit: 01.11.2021 - 30.04.2023 Förderkennzeichen: 01DK21005
Koordinator: Ludwig-Maximilians-Universität München - Fakultät für Geschichts- und Kunstwissenschaften - Historisches Seminar

Das Vorhaben strebt an, ein Zentrum für die Erforschung der Geschichte der Ukraine im Kontext der europäischen Geschichte des 20. Jahrhunderts an der Ukrainischen Katholischen Universität in Lemberg in Zusammenarbeit mit der Ludwig-Maximilians-Universität München aufzubauen. Das Zentrum stellt sowjetische Massenverbrechen in den 1930er Jahren, insbesondere den Holodomor, und die deutsche Okkupation der Ukraine im Zweiten Weltkrieg sowie damit verbundene Erinnerungskonflikte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in den Mittelpunkt der Forschung. Die Ukraine hat mehr unter den beiden großen verbrecherischen Regimen der europäischen Geschichte des 20. Jahrhunderts, der stalinistischen Sowjetunion und dem nationalsozialistischen Deutschland, gelitten als andere Teile Europas. Dadurch stellen sich auch die großen erinnerungspolitischen Fragen nach ihrem Verhältnis und ihrer Bewertung, die den zentralen erinnerungspolitischen Konflikt in der europäischen Öffentlichkeit bis in die Gegenwart bilden, im ukrainischen Fall in besonderer Weise. Das geplante Zentrum soll Forschungen zu umstrittenen Fragen der Gewaltgeschichte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts mit Forschungen zur Geschichte ihrer Erinnerung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, insbesondere in der Zeit des Kalten Kriegs, verbinden. Zu den Zielen des Vorhabens gehört es, mit Hilfe historischer Grundlagenforschung zur Orientierung in den umstrittenen erinnerungspolitischen Fragen beizutragen. Das Vorhaben knüpft an die Zusammenarbeit ukrainischer und deutscher Historiker in der seit 2015 bestehenden Deutsch-Ukrainischen Historikerkommission an und greift Themen auf, die in der Arbeit der Kommission als Fragen identifiziert wurden, die mit einem beträchtlichen Mehrwert für beide Seiten gemeinsam erforscht werden sollten. Das Vorhaben strebt damit auch eine Verstetigung und stärkere Institutionalisierung der Zusammenarbeit ukrainischer und deutscher Historiker an.

Quelle: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) Redaktion: DLR Projektträger Länder / Organisationen: Ukraine Themen: Förderung Geistes- und Sozialwiss.

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