Überblick

Die UNESCO hat als Sonderorganisation der Vereinten Nationen die Aufgabe, durch Förderung der internationalen Zusammenarbeit in Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation zur Erhaltung des Friedens und der Sicherheit beizutragen. Sie wurde am 16. November 1945 als zwischenstaatliche Organisation gegründet. Derzeit sind 195 Staaten Mitglied der UNESCO (Stand 2018). Die Bundesrepublik Deutschland ist im Juli 1951 der UNESCO beigetreten.

Die Leitidee der UNESCO ist Friedensgestaltung durch Abbau von Feindbildern und Vertrauensbildung durch friedliche Zusammenarbeit in Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation: „Da Kriege im Geist der Menschen entstehen, muss auch der Frieden im Geist der Menschen verankert werden“ (Präambel der UNESCO-Verfassung).

Zielsetzung

Als Forum zur globalen intellektuellen Zusammenarbeit hat die UNESCO das wohl breiteste Programmspektrum aller UN-Sonderorganisationen. Dieses umfasst die Bereiche Bildung, Wissenschaft, Kultur sowie Kommunikation und Information. Die konkreten Ziele in den einzelnen Programmbereichen werden alle zwei Jahre von der UNESCO-Generalkonferenz neu festgelegt. Mittelfristige Strategien legen übergreifende Programmziele fest.

Die aktuelle Mittelfristige Strategie 2014-21 nennt neun strategische Prioritäten der UNESCO:

  1. Entwicklung von Bildungssystemen zur Förderung hochwertiger Möglichkeiten für Lebenslanges Lernen für alle
  2. Lernenden die Chance geben, zu kreativen und verantwortungsvollen Weltbürgern zu werden
  3. Gestaltung der Bildungsagenda der Zukunft
  4. Förderung der Schnittstellen zwischen Wissenschaft, Politik und Gesellschaft und einer ethischen und inklusiven Politik für nachhaltige Entwicklung
  5. Stärkung der internationalen Wissenschaftskooperation für Frieden, Nachhaltigkeit und soziale Inklusion
  6. Unterstützung einer inklusiven sozialen Entwicklung und Förderung des interkulturellen Dialogs und der Annäherung der Kulturen
  7. Schutz, Förderung und Weitergabe des Erbes
  8. Förderung von Kreativität und der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen
  9. Förderung der freien Meinungsäußerung, Entwicklung der Medien und eines universellen Zugangs zu Informationen und Wissen

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Mitgliedsländer und Finanzierung

Eine Liste der 195 Mitgliedstaaten der UNESCO und ihre Beitrittsdaten finden sich hier.

Die UNESCO verfügt für die Jahre 2018 und 2019 über ein Gesamtbudget von 1,2 Milliarden US-Dollar, davon sind 595,2 Millionen US-Dollar durch Mitgliedsbeiträge finanziert. Deutschland ist nach Japan und China der drittgrößte Beitragszahler der UNESCO. Die Finanzsituation ist seit den ausbleibenden Beitragszahlungen der USA seit 2011 – bis dahin größter Beitragszahler – angespannt. Diese schwierige Lage wird mittelfristig weiterhin bestehen bleiben: Im Oktober 2017 hat die USA ihren Austritt aus der UNESCO bekanntgegeben und ist Ende 2018 ausgetreten.

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Struktur und Arbeitsweise

Die UNESCO besitzt gemäß ihrer Verfassung drei Organe:

  • Generalkonferenz,
  • Exekutivrat und
  • das Sekretariat

Die Generalkonferenz ist die Versammlung aller Mitgliedstaaten, die alle zwei Jahre tagt. In der Generalkonferenz besitzt jeder Mitgliedstaat eine Stimme. Sie ist das oberste Entscheidungs- und Kontrollorgan der UNESCO. Die Generalkonferenz legt die Zielsetzung und die allgemeinen Richtlinien der Arbeit der UNESCO fest. Sie beruft Staatenkonferenzen ein und verabschiedet Empfehlungen oder Übereinkommen. Die Generalkonferenz wählt die Mitglieder des Exekutivrats und beruft auf dessen Vorschlag den Generaldirektor / die Generaldirektorin.

Der Exekutivrat besteht aus 58 Mitgliedsstaaten und tagt fünf Mal im Biennium. Er prüft das Arbeitsprogramm der UNESCO und unterbreitet der Generalkonferenz Empfehlungen.

Das Sekretariat setzt das UNESCO-Programm operativ um. Im November 2017 wurde die Französin Audrey Azoulay als Generaldirektorin an die Spitze des Sekretariats gewählt. Als zweite Frau in dieser Funktion folgt sie der Bulgarin Irina Bokova, die seit 2009 dieses Amt innehatte. Das Sekretariat hat seinen Hauptsitz in Paris und verfügt weltweit über mehr als 50 Außenstellen.

Die UNESCO ist ein Forum für die internationale Zusammenarbeit und für den Austausch von Informationen, Erfahrungen und Ideen. Sie ist keine Entwicklungshilfeorganisation oder Agentur zur Projektförderung. Sie baut Modellprojekte auf, berät Regierungen durch Expertenmissionen sowie Ministerkonferenzen und fördert den Wissensaustausch durch mehr als 250 größere und unzählige kleinere Expertennetzwerke. Dauereinrichtungen sind die zwischenstaatlichen Programme, z.B. das Internationale Hydrologische Programm.

Eine wichtige Funktion der UNESCO ist die Erarbeitung normativer Instrumente auf zwischenstaatlicher Ebene. Sie hat zahlreiche internationale Konventionen, Empfehlungen und Deklarationen verabschiedet, am bekanntesten ist die Konvention zum Schutz des Kultur- und Naturerbes von 1972.

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