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China holt die USA bei der Erforschung künstlicher Intelligenz ein

Berichterstattung weltweit

In einem Artikel in "The Conversation" befasst sich Thomas H. Davenport, Professor für Informationstechnologie und Management, mit den in den USA als Wettlauf vor allem mit China wahrgenommenen Entwicklungen bei der Erforschung und Nutzung künstlicher Intelligenz (KI) und warnt davor, dass die USA infolge unzureichender Investitionen in diesem Bereich möglicherweise die bislang gewohnte technologische Dominanz verlieren könne.

In den USA gäbe es bislang in erster Linie White Papers wie der 2016 von Präsident Obama gegen Ende seiner zweiten Amtszeit veröffentlichte „Administration’s Report on the Future of Artificial Intelligence“, oder die Anfang Februar veröffentlichte „Executive Order on Maintaining American Leadership in Artificial Intelligence“ von Präsident Trump. Öffentliche Mittel würden in den USA derzeit vor allem über das Verteidigungsministerium ausgegeben und seien mit dem 2 Mrd. USD umfassenden „AI Next“ Fonds angesichts der Herausforderungen noch sehr überschaubar.

China hingegen täte weit mehr, als nur über KI zu reden. Im Jahr 2017 habe die nationale Regierung des Landes angekündigt, seine Industrien bis 2030 zum Weltmarktführer in KI-Technologien machen zu wollen. Der jüngste Risikokapitalfonds der Regierung wolle mehr als 30 Mrd USD in KI und verwandte Technologien innerhalb staatlicher Unternehmen investieren und dieser Fonds schließt sich noch größeren staatlich finanzierten Venture Capital-Fonds an.

Weiter hätten die USA einen starken privaten Sektor in KI Technologie. So gäbe es beispielsweise in den USA viel mehr KI-Firmen als in China und auch die amerikanischen Investitionen in die Ki-Forschung seien stark. In China jedoch sei der Privatsektor viel enger an die Regierungspläne gebunden als in den USA. Die chinesische Regierung habe vier große KI-orientierte Unternehmen in China gebeten, KI-Hard- und Softwaresysteme für autonomes Fahren und Sprachverarbeitung zu entwickeln, damit andere Unternehmen auf diesen Fähigkeiten aufbauen können.

China könnte den amerikanischen historischen Vorteil bei Risikokapitalinvestitionen übertroffen haben. Im Jahr 2018 erhielten US-KI-Startups 9,3 MRD USD an Risikokapital - ein Rekordbetrag, aber die Zahl der Deals ging gegenüber 2017 zurück. Ein Bericht aus China lege jedoch nahe, dass in der ersten Jahreshälfte 2018 die chinesischen Risikokapitalinvestitionen - von denen viele KI betrafen - höher waren als in den USA. Daten aus dem Jahr 2017 deuteten darauf hin, dass chinesische KI-Firmen mehr Risikokapitalfinanzierung erhielten als US-Unternehmen, obwohl die amerikanische Finanzierung an viel mehr Unternehmen ging.

Außerdem gäbe es andere Faktoren als Investitionen, die die langfristige Wettbewerbsfähigkeit eines Landes in der KI bestimmen. Talent sei ein wichtiger Faktor. Die USA hätten in dieser Hinsicht bislang einen historischen Vorteil gehabt, mit starken technischen Universitäten, vielen Arbeitgebern im Technologiesektor und einer relativ offenen Einwanderungspolitik. Doch China schließe die Lücke schnell, denn bereits in der Grundschule beginnt eine Vielzahl von Bildungs- und Ausbildungsprogrammen. In diesem Zusammenhanb berichtet die chinesische Global Times über eine Ankündigung des chinesischen Bildungsministeriums Ende Februar, dass China 2019 rund 400 Studienhauptfächer eröffnen wird, die sich mit großen Datenmengen, künstlicher Intelligenz und Robotik befassen.

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Quelle: The Conversation Redaktion: von Mirjam Buse, VDI TZ GmbH Länder / Organisationen: USA China Themen: Information u. Kommunikation Innovation Wirtschaft, Märkte

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