StartseiteThemenDigitaler WandelFranzösische Roadmap für Künstliche Intelligenz im Verteidigungsbereich vorgestellt

Französische Roadmap für Künstliche Intelligenz im Verteidigungsbereich vorgestellt

Berichterstattung weltweit

Eine Ethikkommission, jährlich 100 Millionen Euro Investitionen und deutlich mehr KI-Experten: Frankreich setzt auch im Verteidigungsbereich auf Künstliche Intelligenz.

Die französische Verteidigungsministerin Florence Parly hat im Forschungsinstitut DataIA auf dem Saclay-Campus im Südwesten von Paris die französische Roadmap für Künstliche Intelligenz (KI) im Verteidigungsbereich vorgestellt. Zwischen 2019 und 2025 will das Verteidigungsministerium jährlich 100 Millionen Euro in KI investieren und bis 2023 200 KI-Experten beschäftigen. Aktuell arbeiten im Ministerium 50 Personen in diesem Bereich.

Wie Parly am 5. April 2019 zudem ankündigte, soll eine Ethikkommission für neue Technologien und Verteidigungsfragen gegründet werden. Es wäre die weltweit erste ihrer Art und ihr sollen 20 bis 30 Personen aus den Bereichen Forschung, Recht und Medizin angehören. Die Kommission soll sich in erster Linie mit der Frage beschäftigen, wie im Verteidigungsbereich mit den neuen Technologien und ihren Einsatz durch den Menschen umzugehen sei. Weiterhin wird ein nationales Büro für Verteidigungs-KI geschaffen, in dem etwa zehn pluridisziplinäre Experten die KI-Maßnahmen des Ministeriums koordinieren.

Die angekündigten Mittel werden prioritär investiert in:

  • Entscheidungshilfen
  • Informations- und Nachrichtendienste
  • Die Kommunikation von Flugzeugen, Panzern und Drohnen untereinander bei Kampfhandlungen
  • Robotik, die Soldaten im Einsatz entlasten und beschützen kann
  • Cybersicherheit
  • Logistik und Wartung

Das Institut DataIA stellte anlässlich des Ministerinnen-Besuchs mehrere KI-Forschungsprojekte vor. Darunter Sensoren, die mithilfe magnetischer Trägheitsnavigationssysteme und Bewegungsalgorithmen erlauben, einzelne Personen innerhalb von Gebäuden zu lokalisieren (Sysnav/Inria-DataShape). Diese könnten etwa Feuerwehrleute oder Soldaten bei ihrer Arbeit unterstützen. Ein anderes Projekt arbeitet daran, Spracherkennung auf Basis neuronaler Netze mithilfe von KI für den militärischen Einsatz weiterzuentwickeln (CNRS-LIMSI/Université Paris-Sud). Die bestehenden Systeme funktionieren aufgrund verschiedener Faktoren (Lärm, Stress, Akzente, seltene Sprachen …) in diesem Umfeld bisher nicht zuverlässig.

Das DataIA ist eine gemeinsame Einrichtung der Universität Paris-Saclay und dem Nationalen Forschungsinstitut für Informatik und Automatik INRIA (Institut national de recherche en informatique et en automatique). Zu seinen Gründungsmitgliedern gehören 14 weitere Hochschul- und Forschungseinrichtungen, darunter die Behörde für Atom und erneuerbare Energien CEA (Commissariat à l'énergie atomique et aux énergies alternatives), das Nationale Zentrum für wissenschaftliche Forschung CNRS (Centre national de la recherche scientifique) und die École Polytechnique. Es ist eines von zehn interdisziplinären Instituten für Exzellenzforschung (Instituts Convergences).

Zum Nachlesen (Französisch)

Quelle: INRIA, Usine Nouvelle Redaktion: von Kathleen Schlütter, Deutsch-Französische Hochschule Länder / Organisationen: Frankreich Themen: Information u. Kommunikation Innovation Strategie und Rahmenbedingungen

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