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Lebenswissenschaften

Diese Seite zeigt eine Zusammenstellung der fachlichen Aktivitäten aus den Länderberichten zum Thema "Lebenswissenschaften". Die vollständigen Länderberichte finden Sie auf den Seiten der jeweiligen Länder.

1Afrika

1.1 Südafrika

Bio- und Agrarwissenschaften

Im Januar 2014 wurde vom DST die neue nationale Bioökonomie-Strategie nach einer mehr als siebenjährigen Entwicklungsphase vorgestellt. Diese baut auf der National Biotechnology Strategy von 2001 und dem 10-Jahres Innovationsplan von 2008 auf, in dessen Rahmen auch die Initiative "Farmer to Pharma" angesiedelt ist.

Die Strategie zielt auf die Entwicklung biobasierter innovativer Technologien in den Wirtschaftszweigen Landwirtschaft, Gesundheitsversorgung sowie Umwelttechnologien ab. Ein differenzierter Implementierungsplan soll gemeinsam mit anderen Fachministerien entwickelt werden. Bislang wurden sechs CoE im Bereich der Bio-, Gesundheits- und Ernährungswissenschaft eingerichtet: "Birds as Keys to Biodiversity Conservation", "Invasion Biology", "Tree Health Biotechnology", "Food Security", "Biomedical TB Research", sowie "Epidemiological Modelling and Analysis".

Gesundheitsforschung

Schwerpunkte im Bereich Gesundheitsforschung sind HIV/Aids, Tuberkulose und Malaria. Insbesondere das Institut für Diagnostikforschung (IDR) entwickelt neuartige Produkte und Hilfsmittel zur Diagnose und Behandlung dieser Krankheiten. Die Südafrikanische Aids Impfstoff Initiative (SAAVI) arbeitet an der Entwicklung von Impfstoffen gegen Aids.
Südafrika ist Partner der Initiative "European and Developing Countries Clinical Trials Partnership (EDCTP)", welche klinische Versuche für Arzneimittel und Impfstoffe gegen HIV/Aids, Tuberkulose und Malaria durchführt.

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1.2 Ägypten

Gesundheitsforschung

Neben der ausreichenden Verfügbarkeit von Lebensmitteln, der Gewährleistung von sauberem Trinkwasser und einer medizinischen Grundsicherung konzentriert sich die Gesundheitsforschung insbesondere auf die Lebenswissenschaften, d.h. die Kombination aus Biologie, Industrietechnik, Medizin und Pharmazie. Diese Bereiche sollen stärker ausgebaut werden. Explizit wird der Kampf gegen Hepatitis C hervorgehoben, aber auch der Aufbau industrieller Biotechnologie- und pharmazeutischen Zentren wird als mittelfristiges Ziel verfolgt.

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2Amerika

2.1 Argentinien

Bio- und Agrarwissenschaften

1947 legte der spätere Nobelpreisträger Luis Leloir den Grundstein für die nationale biowissenschaftliche Forschung, als er das biochemische Institut, das heute seinen Name trägt, gründete. Seitdem und verstärkt ab den 1980er Jahren wurden mehrere weitere Forschungsinstitute errichtet und die Schwerpunkte der Biowissenschaften systematisch erweitert. Dank dieser Bemühungen wird die biowissenschaftliche Forschung in Argentinien heute nach Meinung internationaler Experten als vielversprechender Forschungsbereich eingeschätzt. Es gibt über 80 Produktionsstätten für biotechnologische Produkte. Mehrere davon führen eigene Forschungstätigkeiten durch. Rund 55% der Produkte werden durch nationale Firmen hergestellt. Das Problem des Kapitalmangels, das in den letzten Jahren das Wachstum des Biotechnologiesektors bremste, soll durch die Verabschiedung eines neuen Gesetzes zu Steueranreizen gelöst werden. 

Die Verband der Biowissenschaftsdozenten Argentiniens (A.D.Bi.A) wurde 1993 durch eine Gruppe Professoren der staatlichen Universität Córdobas gegründet. Der gemeinnützige Verband verfügt über ein Dokumentationszentrum zur Zusammenstellung und Verbreitung der Forschungsergebnisse sowie zahlreiche internationale Beziehungen. Durch insgesamt 18 Zweigstellen ist die Forschungsarbeit über das gesamte Land verteilt.  

Das Zentrum für Forschungen im Bereich Bio-Chemie (Ciquibic) an der staatlichen Universität Córdoba wurde 1982 durch einen Vertrag zwischen Hochschule und CONICET geschlossen. Momentan sind in diesem Zentrum 30 Wissenschaftler/-innen und 55 Stipendiat/-innen – größtenteils durch den CONICET finanziert – beschäftigt. Hauptforschungsschwerpunkte liegen neben der Biochemie in der Zell- und Molekularbiologie sowie der Biotechnologie. 

Die Hauptforschungsfelder im Bereich der Biowissenschaften sind Agrartechnologie und Medizin.

Bioagrartechnologien

Die Nationale Kommission für Agrarbiotechnologie (CONABIA), die dem Agrarministerium untergeordnet ist, übernimmt die Koordination des Bereiches und legt die Prioritäten der Forschung fest. 

Der Schwerpunkt der Agrarbiotechnologie liegt auf der genetischen Verbesserung von Pflanzen, insbesondere bei Soja, Mais und Obst. Im Vordergrund steht die angewandte Forschung - experimentelle Forschung und Grundlagenforschung werden jedoch auch betrieben. 

Die Forschung wird in staatlichen und privaten Einrichtungen durchgeführt. Das wichtigste Forschungsinstitut im Bereich sowohl der traditionellen wie auch der biotechnologischen Agrarforschung ist das Nationale Institut für Agrartechnologie (Instituto de Tecnología Agropecuaria, INTA). Zu ihm gehören zahlreiche "Forschungsstationen und drei Forschungszentren mit verschiedenen Instituten (Institute für Biotechnologie, Genetik, Mikrobiologie und Zoologie etc.), ebenso so genannte regionale Zentren, deren Aufgabe es ist, den wissenschaftlichen und produktiven Sektor miteinander zu verbinden. 

Grundlagen- und angewandte Forschung werden auch im Rahmen einer argentinisch-brasilianischen Kooperation durchgeführt. Die Forschungsaktivitäten sowie die Festlegung der Prioritäten liegen bei dem argentinisch-brasilianischen biotechnologischen Zentrum (CABBIO). Aktuelle Schwerpunktthemen sind transgene Pflanzen und Tiere sowie die biologische Bekämpfung von Seuchen. 

Biopharmazie und Biomedizin

Die Darstellung dieser Themen erfolgt im nachfolgenden Kapitel Gesundheitsforschung.

Gesundheitsforschung

Mit rund 14% der Forscher/-innen und knapp 15% der FuE-Ausgaben gehört die Medizin zu den wichtigsten Forschungsgebieten Argentiniens.

Der Nationalrat für die Programme der Gesundheitsforschung (Comisión Nacional de Programas de investigación Sanitaria, CONAPRIS) legt die Prioritäten der Wissenschaft fest. Die Nationale Akademie für Medizin fördert neben dem CONAPRIS  Forschungsprojekte in verschiedenen Bereichen der Medizin.

Die Hauptforschungsfelder im Bereich Medizin sind allgemeine Medizin, Kardiologie, Krebserkrankungen, Stoffwechsel- und Blutkrankheiten sowie neuronale Krankheiten. Die Nuklearmedizin gehört ebenfalls zu den wichtigen Gebieten.

Forschung wird v.a. in staatlichen Krankenhäusern und Universitäten sowie in staatlichen und privaten Forschungsinstituten durchgeführt. Private Krankenhäuser und private Universitäten spielen eine untergeordnete Rolle.  

Das staatliche Krankenhaus Prof. Garrahan führt Grundlagen- und angewandte Forschung von Kinderkrankheiten durch. Viel versprechend sind Forschungsaktivitäten im Bereich der multiplen Sklerose bei Kindern. Seit einigen Jahren bestehen Kooperationen mit Wissenschaftlern aus Toronto, New York und Finnland. 

Die nationale Verwaltung der Gesundheitsinstitute und Labore (ANLIS) ist die Nachfolgeorganisation des renommierten nationalen Instituts für Ansteckungskrankheiten Malbran. Elf untergeordnete Institute führen Forschungstätigkeiten im Bereich der Epidemiologie, Atmungskrankheiten, Parasiten und Viren sowie Hauterkrankungen und Ernährung durch. 

Die im Jahre 1975 gegründete private Stiftung Favarolo ist eines der wichtigsten kardiologischen Institute Lateinamerikas. Zurzeit wird dort mit Erfolg und weltweiter Resonanz an der Anwendung von Impfstoffen gearbeitet, um Herzkrankheiten zu bekämpfen.

Die ebenfalls private Stiftung für die Bekämpfung neurologischer Kinderkrankheiten (Instituto Fleni) führt nicht nur Grundlagen- und angewandte Forschung im Bereich der Neurologie durch, sondern befasst sich auch mit der Entwicklung neuer Techniken für Gefäßchirurgie.

Die Schwerpunkte des Instituts Leloir, eines der bedeutendsten nationalen biotechnologischen Institute, liegen heute nicht nur auf der biochemischen Grundlagenorschung, sondern auch in den Bereichen der genetischen und molekularen Medizin sowie der Immunologie.  

Das nach dem argentinischen Nobelpreisträger Milstein benannte Exzellenzzentrum (Centro de Investigación Milstein) bringt unter einem Dach Wissenschaftler des CONICET und der Stiftung Pablo Cassará zusammen. Mehr als 100 Gesundheitsforscher beschäftigen sich dort mit  Biotechnologie und molekularer Genetik. Im Vordergrund steht Grundlagenforschung auf den Gebieten Proteine, Immunologie, Peptiden, Molecular framing und Bioreaktoren.

Einige der wichtigsten Forschungsinstitute des Landes sind an der Medizinfakultät der Universität Buenos Aires angesiedelt. Darunter: das Institut für Zellforschung und angewandte Neurowissenschaften sowie die Institute für Morphologie, Biomembrane und Endokrinologie. Ebenfalls abhängig von der Universität ist das experimentelle Forschungszentrum (Instituto de Biología y Medicina experimental, IBYME), das der Nobelpreisträger Alberto Houssay 1943 gründete.

Die Schule für Nuklearmedizin (FUESMEN) wurde 1986 gegründet, und hat sich mitlerweile zu einem der führenden Zentren für Nuklearmedizin in Lateinamerika entwickelt. Durch die Stiftung für nukleare Diagnostik der Universität Buenos Aires (CEDIN) werden angewandte Forschungstätigkeiten von diversen Nuklearzentren in Argentinien unterstützt. Bereits abgeschlossen sind Verträge mit arabischen Ländern, um die Kooperation in diesem Bereich zu fördern. 

Das argentinische Forum für die Forschungen im Gesundheitssektor (FISA) arbeitet seit fast zehn Jahren im Bereich der Forschungsförderung im Gesundheitssektor. Generell versucht FISA den Austausch der medizinischen Forscher bzw. der privaten und öffentlichen Institutionen zu stärken, um das System in diesem Bereich effizienter zu gestalten.

In Argentinien werden fünf medizinische Zeitschriften publiziert. Die Forschungsartikel, die dort veröffentlicht werden, können durch die beiden nationalen Datenbanken Medline und Lilacs konsultiert werden.

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2.2 Brasilien

Bio- und Agrarwissenschaften

Landwirtschaft

Wichtigste Institution in diesem Bereich ist das Netzwerk der brasilianischen Agrarforschungszentren EMBRAPA (Empresa Brasileira de Pesquisa Agropecuária). Die 1973 gegründete Einrichtung ist dem Landwirtschaftsministerium nachgeordnet und besteht aus 41 landesweit verteilten Forschungszentren mit jeweils thematischem Fokus. In den EMBRAPA-Zentren betreiben mehr als 2000 Wissenschaftler Forschung und Entwicklung auf den Gebieten der Landwirtschaft, Viehzucht und Ernährung. Die intensive internationale Zusammenarbeit hat zur Effizienz und Anerkennung von EMBRAPA beigetragen. Es bestehen Kooperationsabkommen mit 56 Ländern und 155 internationalen Forschungseinrichtungen. So promovieren an deutschen Universitäten regelmäßig Brasilianer in landwirtschaftlichen und verwandten Themen mit Unterstützung von EMBRAPA.

Vor dem Hintergrund der Bedeutung brasilianischer Agrarexporte und der landwirtschaftlichen Produktion fördert das brasilianische Landwirtschaftsministerium Forschungsprogramme für eine nachhaltige, bodenschonende Landnutzung in verschiedenen Bewirtschaftungssystemen. Agrarforschung ist einer der wichtigsten Bereiche des Landes. Brasilien trägt mit 3,7% zur weltweiten Wissensproduktion in der landwirtschaftlichen Forschung bei. 

Biotechnologie

Biotechnologische Forschung findet in Brasilien insbesondere in den Bereichen Landwirtschaft, Tierzucht, Gesundheit und zunehmend im Bereich Umwelt und Energie statt. In der Nationalen Strategie für Wissenschaft, Technologie und Innovation 2012 - 2015 wird der Bereich Biotechnologie als ein Technologiefeld genannt, dessen Innovationsfähigkeit von besonderer Wichtigkeit für die Entwicklung Brasiliens ist. 

Verschiedene Programme zielen darauf ab, die Zusammenarbeit zwischen Forschung und Industrie in diesem Technologiefeld zu verstärken und regionale Verbünde zu schaffen. Als Beispiel kann das "Programa Rede Nordeste de Biotecnologia" - RENORBIO genannt werden, das sich auf die nordöstlichen Bundesstaaten Brasiliens konzentriert und, gefördert durch das Forschungsministerium MCTI, den Aufbau biotechnologische Innovationscluster unterstützt. 

In Brasilien gibt es etwa 250 Unternehmen, die sich mit biotechnologischer Forschung beschäftigen. Der größte Teil davon befindet sich in den Bundesstaaten Sao Paulo und Minas Gerais. Es handelt sich überwiegend um junge Unternehmen kleiner und mittlerer Größe. Etwa 40% der Unternehmen sind im Bereich (humane) Gesundheitsforschung aktiv. Daneben sind die Bereiche Veterinärmedizin und Bioenergie bedeutende Geschäftsfelder der Unternehmen.
Neben der Privatwirtschaft und Universitäten sind vor allem die Zentren der landwirtschaftlichen Forschungseinrichtung EMBRAPA mit Biotechnologie beschäftigt. Sie untersuchen Fragestellungen mit Schnittstellen zu agrarwissenschaftlichen Themen, wie z.B. genetische Ressourcen, biologische Schädlingsbekämpfung oder biologische Sicherheit.

Zur Erforschung der biologischen Vielfalt des Amazonasgebietes wurde das Zentrum für Biotechnologie in Amazonien (CBA) gegründet, das den Schutz und die Nutzung der Biodiversität des tropischen Regenwaldes in der Amazonasregion zum Ziel hat.

Gesundheitsforschung

Brasilien hat seine Kapazität in der Gesundheitsforschung in den letzten Jahren konsequent ausgebaut. Die Zahl international veröffentlichter Publikationen auf diesem Gebiet hat sich zwischen 2000 und 2010 vervierfacht. In einzelnen Forschungsbereichen, wie Tropenmedizin oder Parasitologie, ist Brasilien weltweit führend in der wissenschaftlichen Produktion. Das Gesundheitsministerium fördert strategische Forschungsbereiche mit spezifischen Förderprogrammen. Dazu zählen u.a. Pharmazie, Biomaterialien, Diagnostik und Impfstoffe.

Die dem Gesundheitsministerium nachgeordnete Stiftung Fiocruz ist eine auch international herausragende Institution der Gesundheitsforschung. FIOCRUZ ist in der Grundlagenforschung bis hin zur Entwicklung und Produktion von Impfstoffen, Wirkstoffen und Medikamenten tätig. FIOCRUZ unterstützt darüber hinaus die strategische Forschung im Gesundheitsbereich (z.B. an Universitäten) mit Programmen zum Aufbau von Forschungsnetzwerken, z.T. in Kooperation mit der Weltgesundheitsorganisation.

Weitere wichtige Akteuere in der Gesundheitsforschung Brasiliens sind die staatlichen Universitätskliniken, wie die Medizinische Fakultät "Riberião Preto" der Universität São Paulo.

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2.3 Kanada

Agrar- und Biowissenschaften

Bereits 1983 hat Kanada seine erste Biotechnologie-Strategie („National Biotechnology Strategy“) verabschiedet, um die Aktivitäten in diesem Themenfeld über die beteiligten Ressorts zu bündeln. Fachlich liegt der Schwerpunkt vor allem im Bereich menschliche Gesundheit (52%) sowie Landwirtschaft und Ernährung (30%). Die Stadt Saskatoon hat sich zum kanadischen Zentrum der landwirtschaftlichen Biotechnologie entwickelt hat. Dort arbeiten zwei bundesstaatliche Forschungsinstitute (Saskatoon Research and Development Centre und ein Institut des National Research Council) eng mit der University of Saskatchewan zusammen. Insgesamt 13 Universitäten, unter ihne die University of Guelph, bieten in Kanada einen Master-Abschluss in der Landwirtschaft an. Seit dem Jahr 2000 hat Kanada mit Genome Canada eine eigene Fördereinrichtung für Genomforschung, die von der kanadischen Regierung finanziert wird. Bis zum Jahr 2015 wurden 1,1 Mrd. CAD an (Ko-)Fördermitteln vergeben. Die Anwendungsgebiete sind weit gestreut: Landwirtschaft, Energie, Umwelt, Fischerei, Forsten und Gesundheit. Weitere Förderschwerpunkte sind die Kommerzialisierung von Anwendungen und gesellschaftliche Auswirkungen.

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Gesundheitsforschung

Das Gesundheitsministerium „Health Canada“ ist nicht nur für die Gesundheitspolitik zuständig sondern verfügt auch über eigene Forschungseinrichtungen, in denen insgesamt 4.000 Beschäftigte, 160 davon Wissenschaftler, an 15 Orten in Kanada arbeiten. Die „Health Canada“ zugeordneten Institute verfügen auch über zwei Stipendienprogramme, das „Visiting Fellowships Program“ und das „Postdoctoral Fellowship Program“. Der größte Teil der medizinischen Forschung wird an den Universitäten und Universitätskliniken durchgeführt. Die bundesstaatliche Förderorganisation für die Gesundheitsforschung sind die Canadian Institutes of Health Research (CIHR). Neben Projekten werden 13 virtuelle Institute gefördert, bei denen es sich um Netzwerke handelt, deren Mitglieder über ganz Kanada verstreut sind. Auch durch die strategischen Programme „Networks of Centers of Excellence“ und Genome Canada werden Projekte in der Gesundheitsforschung gefördert.

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2.4 Mexiko

Bio- und Agrarwissenschaften

Biowissenschaftliche Forschung findet in Mexiko in allen relevanten Bereichen, z.B. Landwirtschaft, Gesundheit und Umwelt auf internationalem Niveau statt. Es existieren über 40 Einrichtungen, Institute und Hochschulen, die Forschung auf dem Gebiet der Biotechnologie betreiben. Die am stärksten ausgeprägten Forschungseinrichtungen beschäftigen sich u.a. mit Lebensmitteln, Industrieprozessen, Umwelt- und Pflanzen-Biotechnologie, Mikrobiologie und Medizin/Genetik. Auf Meeresorganismen (Mikroalgen, Aquakultur usw.) spezialisierte Richtungen befinden sich großenteils in Küstengebieten (wie Sonora, Sinaloa, Veracruz und Baja California).

Zu den wichtigsten Forschungszentren in diesem Bereich gehören vier Institutionen in Mexiko. Die Nationale Universität von Mexiko (UNAM), die Autonome Universität Metropolitana (UAM), das Zentrum für Höhere Studien des Nationalen Polytechnischen Instituts das Forschungszentrum CINVESTAV und das Nationale Polytechnische Institut (IPN) bilden zusammen die bedeutendste Biotechnologie-Plattform in Mexiko. UNAM und UAM sowie die Hauptsitze von CINVESTAV und IPN sind im Bundesdistrikt (Mexiko-Stadt) angesiedelt, die beiden Letzteren verfügen jedoch über Zweigstellen in anderen Städten des Landes: das IPN über elf und das CINVESTAV über zehn.

Weitere für Forschung und Entwicklung in Biotechnologie relevante öffentliche Einrichtungen sind vom Bildungsministerium (SEP) gemeinsam mit CONACYT getragene Institute (SEP-CONACYT), wie das Zentrum für Biologische Forschungen des Nordwestens (CIBNOR) und das Institut für Ökologie (INECOL). Sonstige öffentliche Einrichtungen, die biotechnologische Forschungen betreiben, sind das Nationale Institut für Forst-, Landwirtschaft- und Fischereiforschung (INIFAP), das Nationale Institut für Ernährungswissenschaften Salvador Zubirán (INNSZ), das Nationale Institut für Genforschung (INMEGEN) sowie das Institut für Epidemologische Diagnostik und Referenz (InDRE).

Unter den privaten Bildungsanstalten führen das Instituto Tecnológico y de Estudios Superiores de Monterrey (ITESM), die Universidad Iberoamericana in Mexiko-Stadt, die Universidad de las Américas in Puebla (UdLAP). Die Universidad de La Salle weist ebenfalls anerkannte Forschungstätigkeiten in der Biotechnologie durch.

Die meisten Studiengänge auf Postgraduiertenebene in Biotechnologie befinden sich am Centro de Investigación y de Estudios Avanzados (CINVESTAV), am Instituto de Biotechnologie der Universidad Nacional Autónoma de Mexiko (UNAM) und an der Universidad Autónoma Metropolitana (UAM), Unidad Iztapalapa. Am IBT wird sowohl Grundlagen- als auch angewandte Forschung betrieben, z.B. in der Mikrobiologie und Molekularmedizin, und durch ein Master und Doktorandenprogramm zur Bildung nationalen Humankapitals beigetragen.

In der Biotechnologie gibt es 14 Master- und acht Promotionsstudiengänge. Ferner wurden 48 Master- und 21 Promotionsstudiengänge registriert, die mit Gebieten der Biotechnologie zusammenhängen wie Biochemie, Biologie, Bioprozesse, Pharmakologie, Genetik und Lebensmitteltechnik.

Wichtige Forschungsbereiche

  • Impfstoffe

Trotz des Einsatzes von Antibiotika und Immunisierungsprogrammen sind Infektionskrankheiten in Mexiko nach wie vor weit verbreitet. Aus diesem Grund wird auch die Entwicklung von Impfstoffen vorangetrieben.

  • Diagnostika

Aufgrund der starken internationalen Abhängigkeit im Diagnostikbereich sollen Tests für die Diagnose und die Beobachtung von Infektionskrankheiten entwickelt werden, die durch Mikroorganismen hervorgerufen werden.

  • Entwicklung von Arzneimitteln

Der Entwicklung und Eigenproduktion von Arzneimitteln für Zivilisationskrankheiten wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen wird aus denselben Gründen wie im Falle der Diagnostika erhöhte Priorität eingeräumt.

  • Molekulare Medizin und Genomwissenschaften

In diesem Bereich wird die Entwicklung der technischen Möglichkeiten für die frühzeitige Erkennung von genetisch bedingten Krankheiten als wichtig angesehen.

Wichtige Regionen

In der Biotechnologie sind rund 3100 Forscher an Hochschulen auf den Gebieten Biotechnologie und Angewandte Biowissenschaften tätig. Davon widmeten sich 8% dem Bereich biologischer Fermentationen, 11% der Molekularbiologie, 13% der Agrarbiotechnologie, 6% der Pflanzenbiotechnologie, 25% der Lebensmittel-Biotechnologie, 14% der Tierzucht-Biotechnologie und 33% sonstigen verwandten Gebieten. Die Bundesländer mit der höchsten Konzentration an Forschern und Einrichtungen mit Schwerpunkt Biotechnologie liegen in Mexikos Zentralregion:

  • Distrito Federal

Der Bundesdistrikt bildet eindeutig das Zentrum der Biotechnologie in Mexiko, denn hier befinden sich die bedeutendsten mit Biotechnologie zusammenhängenden Forschungseinrichtungen und Institute: UNAM, UAM, IPN und CINVESTAV.

  • Guadalajara/Jalisco

Der Bundesstaat Jalisco steht nach der Anzahl seiner Forscher an zweiter Stelle in Mexiko, und seine Hauptstadt Guadalajara beherbergt eine der in der Medizin führenden Universitäten Mexikos, die Universidad Autónoma de Guadalajara. In dieser Region ist Wissen über Pharmakologie sowie über die Entwicklung  und Herstellung medizinischer Geräte konzentriert. Die Forschung ist hauptsächlich spezialisiert auf Gesundheitswesen, Genetik, Lebensmittel, Umwelt und Veterinärwissenschaften.

  • Cuernavaca/Morelos

Besitzt auf Forschung zu biomedizinischer und biomoleklarer Biologie spezialisierte Institute. Verfügt ferner über große Forschungsbereiche für Bioinsektizide, Molekulardiagnostik-Dienstleistungen, Humantherapie und -diagnostik sowie industrielle Mikrobiologie. Hier stehen das Institut für Biotechnologie und das Zentrum für Genomwissenschaften, die beide dem UNAM-Netzwerk angehören.

  • Monterrey/Nuevo León

Einer der bedeutendsten Technologie- und Industriestandorte Lateinamerikas. Schwerpunkt in Monterrey: Pharmazeutik- und Biotechnologiegewerbe im Bereich klinischer Studien. Hier wurde ein neuer Sektor für die wissenschaftliche Produktion, Innovation und technologische Entwicklung auf dem Gebiet der Lebenswissenschaften gegründet. Im Innovations- und Technologietransferpark PITT steht das CINVESTAV, Zweigstelle Monterrey, sowie Gründerzentren für Firmen mit technologischer Grundlage, u.a. im Bereich Lebenswissenschaften und Informationstechnologien. Ferner befinden sich hier der Mexikanische Verein für Humangenetik e.V. und das ITESM, Campus Monterrey, mit dem Zentrum für Biotechnologie-FEMSA.

  • Irapuato/Guanajuato

Eine wichtige Region weltweit auf dem Gebiet der Agrarbiotechnologie. Hier steht das Nationale Genomiklabor für die Biodiversität (eine Abteilung des CINVESTAV). Schwerpunkte der Forschung: Pflanzenbiologie, Nutzung gentechnisch veränderter Pflanzen zur Produktion aktiver Moleküle, Produktion pflanzlicher Nahrungsergänzungsmittel, der Sequenzanalyse des Pflanzengenoms und der Schädlingsbekämpfung.

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2.5 USA

Gesundheitsforschung

Die Zuständigkeit für den Sektor Gesundheit liegt beim US-amerikanischen Gesundheitsministerium (U.S. Department of Health and Human Services, HHS). Die National Institutes of Health (NIH) sind mit einem jährlichen Forschungsetat von 37,4 Milliarden USD der größte Hauptträger für biomedizinische Forschung. Etwa 80 Prozent des Budgets werden in Form von Fördermitteln für Forschung an über 2.500 Universitäten und anderen Wissenschaftseinrichtungen kompetitiv vergeben. Etwa 10 Prozent der Mittel investiert die NIH in Forschung und Entwicklung in seinen insgesamt 27 Instituten und Zentren, von denen jedes einen eigenen Forschungsschwerpunkt behandelt. Die Mehrzahl der 6.000 Forschenden arbeitet in eigenen NIH-Laboratorien auf dem NIH-Hauptcampus in Bethesda (Maryland).

Dort hat auch das NIH Clinical Center seinen Standort – das weltweit größte Krankenhaus, spezialisiert ausschließlich auf klinische Forschung. Themen, die besonders im Fokus stehen, sind Krebsforschung, Alzheimer, Ebola und Depression. Von dem am 13. Dezember 2016 ins Leben gerufene „21st Century Cures Act" profitieren die NIH am meisten, da ihnen 4.8 Milliarden USD des rund 6.3 Milliarden USD Forschungsetat zugute kommen. Im Zuge dessen erhalten vier hochinnovative Forschungsinitiativen Förderungen:

  • All of Us Research Program (früher „Precision Medicine Initiative (PMI) Program“)
  • BRAIN Initiative („Brain Research through Advancing Innovative Neurotechnologies")
  • Cancer Moonshot
  • Regenerative Medicine Innovation Project.

Zwei der Forschungsprojekte werden im Folgenden genauer erläutert: Die BRAIN-Initiative („Brain Research through Advancing Innovative Neurotechnologies") wurde 2013 initiiert und ist ein neurowissenschaftliches Forschungsprojekt, welches sich mit der Kartierung des menschlichen Gehirns beschäftigt. Ziel ist es, die Entwicklung und Anwendung von innovativen Techniken in den Neurowissenschaften zu beschleunigen, sodass das komplexe Verhältnis von Gehirnfunktionen und Verhalten aufgedeckt wird. Die Heilung, Behandlung und Vorbeugung von Gehirnerkrankungen gehören zu den wichtigsten Zielen der BRAIN-Initiative. Neben den NIH, sind weitere wichtige Forschungsakteure: die National Science Foundation (NSF), die Defense Advanced Research Project Agency (DARPA), die U.S. Food and Drug Administration (FDA), die Intelligence Advanced Research Projects Activity (IARPA) und die „White House BRAIN Initiative" (WH), sowie nicht staatlichen Einrichtungen. Eine Partnerschaft mit ausländischen Organisationen, z.B. aus Deutschland und Japan, wird angestrebt.

Die Cancer Moonshot"-Initiative wurde vom Vizepräsident der Obama-Regierung, Joe Biden, vorangetrieben. Die Forschungsinitiative wurde im Dezember 2016 vom Kongress bewilligt. Das Budget beträgt 1.8 Mrd. USD für einen Forschungszeitraum von sieben Jahren. Das Forschungskonzept wurde durch eine Expertenrunde formuliert und konzentriert sich auf die Themen Krebsvorsorge, Krebsdiagnose und Krebsbehandlung. Dabei hat sich Cancer Moonshot zum Ziel gesetzt, die Zeiträume zur Umsetzung von Forschungsergebnissen erheblich zu verkürzen. Eine Beteiligung deutscher Forschungspartner an Projekten dieser Initiative ist möglich.

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3Asien

3.1 Indien

Agrar- und Biowissenschaften

Ein deutliches Indiz für die Wichtigkeit, die Biotechnologie in Indien einnimmt, ist die Tatsache, dass es ein eigenes Department für Biotechnologie (DBT) unter dem Ministerium für Wissenschaft und Technologie (MST) gibt, das alle Forschungsaktivitäten im Land koordiniert. Die Schwerpunktthemen sind an den Bedürfnissen Indiens orientiert, z. B. die Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion durch biotechnologische Maßnahmen. Etwa 72 Prozent der Bevölkerung Indiens lebt im ländlichen Raum mit einem Pro-Kopf-Einkommen von weniger als 1,10 EUR pro Tag. Die Leistungen machen lediglich einen Anteil von 20 Prozent am BIP Indiens aus. Daher spielt die sogenannte grüne Biotechnologie eine wichtige Rolle in Indien. Das mit Abstand wichtigste Segment ist allerdings die Herstellung von Biopharmazeutika mit 64 Prozent des Gesamtumsatzes der Branche (siehe unter Gesundheitsforschung, Hightech-Region Hyderabad).

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Gesundheitsforschung

Die indische Gesundheitsforschung hat eine vergleichsweise hohe, z.T. internationalen Standards entsprechende Qualität. Die Schwerpunkte liegen derzeit bei Untersuchungen zu Infektionskrankheiten. Indien zählt heute in der pharmazeutischen Industrie (insbesondere bei Generika) zu den bedeutendsten Herstellern weltweit und gilt dank seiner Generikabranche als Weltapotheke. Firmen wie z.B. Ranbaxy unterhalten eigene große Forschungsabteilungen mit international besetzten Forscherteams. Nicht nur die Exporte von Arzneimitteln legen rasch zu, sondern auch der heimische Pharma-Markt. Die Regierung hat die Bedingungen für ausländische Direktinvestitionen in die Branche verbessert und erhofft sich dadurch eine noch höhere Produktion im Inland (Porträt Hightech-Region Hyderabad). Als problematisch erweist sich allerdings nach wie vor der Patentschutz. Indien verweigert sich bisher einem Ausbau des Patentschutzes. Das bereitet der europäischen Pharmaindustrie Sorgen, die den Patentschutz ihrer Produkte in Gefahr sieht (Quelle: GTAI).

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3.2 Japan

Bio- und Agrarwissenschaften

Konkret werden die Ziele im Sektor Lebenswissenschaften im White Paper on Science and Technology 2015 benannt. So lagen und liegen die Schwerpunkte der Grundlagenforschungsförderung im wesentlichen in den Bereichen Genomforschung,  Proteinanalyse, Hirnforschung und Allergologie. Projekte, die zur Bewältigung der gesellschaftlichen Herausforderungen im Bereich Life Innovation beitragen sollen, sind

  1. Klinische und transalationale Forschung
    • schnellere Umsetzung von Forschungsergebnissen in die Anwedung
    • genetische Polymophie
    • Zelldifferenzierung
    • molekulare Biodgebung
    • Effizienzsteigerung bei der Idenifizierung von Wirkstoffen
    • neue Medizintechnologien (in KOoperation mit dem privaten Sektor)
  2. spezielle Therapien (z.B. Krebsbehandlung) und innovativer Medizintechnologien
  3. Infektionskrankheiten
  4. Lebensmittel und Lebensmittelsicherheit
  5. Übergreifende Themen wie Entwicklung von Bioressourcen, Bio-Informatik, Tierexperimente sowie Bioethik

Quelle:

  • White Paper on Science & Technology 2015

Gesundheitsforschung

Der 5. Rahmenplan sieht eine stärkere Fokussierung auf das Feld "Life Innovation" vor. Themen hierunter sind u.a.

  • Entwicklung neuer revolutionärer Präventionsmethoden
  • Entwicklung neuer Frühdiagnose-Methoden
  • Realisierung einer sicheren und hocheffektiven medizinischen Behandlung
  • Verbesserung der Lebensqualität für Kranke, Alte und Behinderte.

Unter der neuen Regierung wird bei den Wachstumstechnologien insbesondere die Medizin in den Fokus gerückt. So soll innerhalb der nächsten 10 Jahre die Regenerative Medizin unter Anwendung von iPS-Stammzellen (Nobelpreis für den Entdecker der Herstellung von iPS-Zellen, Prof. Shinya Yamanaka, 2012, Universität Kyoto) mit insgesamt 110 Mrd. Yen gefördert werden, was einer Verdopplung der bisherigen Förderung entspricht.

Zu den wichtigsten Kompetenzzentren in Japans Genomforschung zählen das 1984 gegründete Riken Tsukuba Insitute of Physical and Chemical Research, das Human Genome Center (HGC) an der Tôkyô Universität und das National Institute for Genetics (NIG), Japans DNA Datenbank.

Der Fachausschuss für Bioethik des Council for Science and Technology Policy (CSTP) veröffentlichte im Juni 2000 den "Grundgedanken über die Humangenomforschung". Anfang August 2001 hat der Fachausschuss des CSTP Richtlinien über menschliche embryonale Stammzellen (ES-Zellen) erlassen, die unter engen Bedingungen die Forschung an menschlichen ES-Zellen ermöglichen sollen. Am 23. Juni 2004 stimmte der Fachausschuss des CSTP für die Zulassung therapeutischen Klonens. Demnach ist Japan nach Korea und den USA ein weiteres Land, welches das Klonen menschlicher Embryos zu medizinischen Zwecken erlaubt.

Im Bereich der Gehirnforschung hat das 1997 eingerichtete Riken Brain Science Center einen international hervorragenden Ruf. Zahlreiche weitere Forschungseinrichtungen (z.B. die nationalen Forschungsinstitute im Okazaki-Wissenschaftspark) und Programme (z.B. das internationale Human Frontier Science Program) sind für die interdisziplinäre biologische, biogenetische und medizinische Forschung von Bedeutung.

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3.3 Jordanien

Gesundheitsforschung

Neben der Verfügbarkeit von Lebensmitteln und vor allem von sauberem Trinkwasser konzentrieren sich die Gesundheitsforschung und der Pharmasektor in den Bereichen Heilpflanzen und Heilwirkung der Produkte des Toten Meeres. Die relativ gut aufgestellt private Pharmawirtschaft (ca. 20 pharmazeutische Unternehmen gibt es im Land) forscht hingegen wenig. Ein zentrales Wirtschaftskonzept ist hier die Herstellung von Generika.

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3.4 Palästinensische Gebiete

Gesundheitsforschung

Gesundheitsforschung ist eng mit den Themen Umwelt und Klima, insbesondere Wasser und Landwirtschaft verknüpft. Hier steht die Ernährung und Versorgung der Bevölkerung mit sauberem Wasser, ausreichend Nahrungsmitteln und einer sicheren medizinischen Grundversorgung im Mittelpunkt (public health and nutrition). Aber auch die Auswirkungen der Bewältigung von Krieg und Konflikt werden wie zum Beispiel am Palestine Center for Traumatic Stress an der Al-Quds Universität untersucht. 

Bio- und Agrarwissenschaften

Biowissenschaftliche Forschung ist nach wie vor eine Randdisziplin, die vor allem sowohl von den Sozial- und Geisteswissenschaften, als auch den Geowissenschaften in den Schatten gestellt wird. Zurzeit wird nur an drei palästinensischen Universitäten zu diesem Thema geforscht. Dies allerdings mit zunehmendem Erfolg. Vor allem das UNESCO Biotechnology Center der Bethlehem Universität wird dabei immer wieder als Vorzeigeprojekt hervorgehoben.

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3.5 Republik Korea (Südkorea)

Agrar- und Biowissenschaften

Auch die Biotechnologie (insb. Biomedizin) wurde als Wachstumsmotor von der koreanischen Regierung identifiziert. Ziel ist eine "florierende Bioökonomie". Strategische Grundlage ist der von 2007 bis 2017 geltende zweite Rahmenplan für eine Förderung der Biotechnologie. Hervorgehoben wird die Bedeutung von Bioethik, guter wissenschaftlicher Praxis und Redlichkeit in der Forschung. Das Wissenschaftsministerium MSIT will im Jahr 2018 349,0 Mrd. Won für Unterstützungen zur FuE-Förderung im Biosektor wie Hirnforschung, Genomforschung, neue Arzneimittel etc. auszugeben, was im Vorjahresvergleich einen Anstieg von 10,5 Prozent darstellt. (Quelle: 03.01.2018; Korea Economic Daily)

Das wichtigste staatliche Forschungsinstitut ist das Korea Research Institute for Bioscience and Biotechnology (KRIBB). Die Zentren der Bioindustrie sind zahlreich: Bio21-Center in Jinju (Gyeongsang Provinz), Chuncheon Bioindustry Foundation (Gangwon Provinz) und Jeonbuk Institute for Bioindustry (Jeonbuk Provinz). Ein weiteres wichtiges Cluster in der Biotechnologie ist das Gyeonggi Bio-Center in Suwon südlich von Seoul. Hinzu kommen regionale Bioparks. Die wichtigsten sind der Medical Industry Park in Wonju und der Ochang Scientific Industrial Complex. Die Regierung fördert in Osong (Chungcheongbuk Provinz) zudem den Aufbau eines Komplexes für Spitzentechnologien im Bereich der Biopharmazeutika und medizinischer Geräte auf Basis der Biotechnologie. Das Budget dafür beträgt bis 2038 insgesamt 2,9 Mrd. Euro.

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3.6 Türkei

Bio- und Agrarwissenschaften

Laut TÜBITAK sind in den Bio- und Agrarwissenschaften vor allem die Forschungsfelder der Fermentations-Prozesse, der Umweltbiotechnologie und der biomedizinischen Ingenieurswissenschaften als herausragend zu bezeichnen. Dies wurde durch den TÜBITAK mithilfe einer Leitlinie und entsprechenden institutionellen Rahmenbedingungen initiiert. Seit über 30 Jahren unterstützt der TÜBITAK ideell und finanziell die Evaluierung der Bio-Industrien und Forschungsaktivitäten an den biotechnologischen Instituten der türkischen Universitäten.

Quelle:

  • Ozdamar 2009: Biotechnology in Turkey: an overview

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4Europa

4.1 Frankreich

Agrar- und Biowissenschaften

Frankreich gehört zu den wichtigsten europäischen Landwirtschaftsakteuren und will führend im Bereich Agrarökologie werden. Fortschritte in Digitalisierung, Robotik, Biotechnologien, Biokontrolle und Bioökonomie sollen mithilfe des „Wissenschaftlichen Beirates für biologische Landwirtschaft“ besser für die Landwirtschaft genutzt werden. Ein Schwerpunkt ist hierbei Frankreichs Einsatz für weltweite Lebensmittelsicherheit.

Wichtigster Forschungsakteur ist das Nationale Institut für Agronomieforschung INRA mit über 100 Standorten in Frankreich. Es richtet seine Forschungsarbeiten an sechs Metathemen aus: Gesundheit von Pflanzenkulturen; Anpassung der Forstwirtschaft an die Klimaveränderungen; Meta-Genomik mikrobieller Systeme; Gesundheit von Tieren; Fütterungspraktiken; Genomische Selektion. Aber auch das Französische Institut zur Nutzung der Meere IFREMER und das Nationale Forschungsinstitut für Agrar- und Umwelttechnik IRSTEA sind in dem Forschungsbereich aktiv.

Die Bio- und Agrarwissenschaft ist mit zwölf von 68 Clustern zudem ein thematischer Schwerpunkt der Kooperation zwischen Forschung und Unternehmen.

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Gesundheitsforschung

Der größte Teil der medizinischen Forschung wird in Frankreich in 32 regionalen und universitären Klinikzentren (Centres Hospitaliers Régionaux et Universitaires, CHRU), dem Nationalen Institut für Gesundheit und medizinische Forschung Inserm sowie den Instituten Curie (Schwerpunkt Krebsforschung) und Pasteur (Grundlagenforschung mit Schwerpunkt Infektionskrankheiten) durchgeführt. Das Inserm ist das wichtigste Forschungsinstitut zu diesem Thema in Europa. Die Nationale Allianz für Lebenswissenschaften und Gesundheit Aviesan („Alliance nationale pour les sciences de la vie et de la santé“) hat zehn virtuelle Institute gegründet, um die Zusammenarbeit der Forschungseinrichtungen zu zentralen Themen besser zu vernetzen. Aber auch die Forschungsallianzen für Umwelt AllEnvi und für Geistes- und Sozialwissenschaften Athena engagieren sich in dem Bereich. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Kohortenforschung, der auch für die deutsch-französische Forschungskooperation zentral ist.

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4.2 Polen

Bio- und Agrarwissenschaften

Die Entwicklung der Biotechnologie in Polen wird bestimmt durch ein gut qualifiziertes Wissenschaftspotential. Die Bedeutung der Biotechnologie-Fakultäten ist in den letzten Jahren rapid gewachsen. Biotechnologie wird an 21 Universitäten gelehrt (einschließlich fünf Technischen Hochschulen und fünf Hochschulen für Landwirtschaft). Die gesamte Studentenzahl beträgt ca. 5.000 und wächst jährlich um ca. 15%.

Die Zahl der Wissenschaftler, die auf dem Gebiet tätig sind, beträgt über 3.000. Die meisten Institute sind an den Universitäten angesiedelt (15), zehn gehören zur PAN (Polnische Akademie der Wissenschaften), weiterhin gibt es drei Brancheninstitute und ein internationales Forschungsinstitut (International Institut of Molecular and Cell Biology).
Fast jedes Institut und fast jedes Unternehmen sind nicht nur aktiv auf nationaler Ebene sondern auch stark im Bereich der internationalen Kooperation.

Polen bietet deutschen Biotechnologieunternehmen sowohl eine hervorragende Wissenschaftsszene mit gut ausgebildeten Absolventen als auch eine hohe industrielle Nachfrage. Die Biotechnologie in Polen ist im Aufwind. Die Unternehmensausgaben für Forschung und Entwicklung in Polen haben sich in letzten Jahren um 800% (von 61 Mio. € auf 500 Mio. €) erhöht.

Den größten Teil der biotechnologie-Branche bilden kleine Unternehmen, die bis zu zehn Mitarbeiter beschäftigen. Sie sind sehr oft an den Universitäten oder Forschungseinrichtungen angesiedelt.

Polen – Leader oder Outsider Mitteleuropas

Unter diesem Titel fand am 4. Juni 2009 in Łódź eine Konferenz zu den Chancen und Barrieren bei der Biotechnologieentwicklung in Polen statt.

Die Entwicklung innovativer Technologien, eine der Prioritäten aller bisherigen polnischen Regierungen – nach der Wende – wird seit dem Beitritt Polens zur EU mit EU-Mitteln unterstützt. Allein aus dem Operationellen Programm Innovative Wirtschaft können in den Jahren 2007 – 2013 insgesamt 9,71 Mrd. Euro an polnische Firmen, Hochschulen und wissenschaftliche Institute gezahlt werden.

Quellen:

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Gesundheitsforschung

Polnische Wissenschaftler sind auch im Bereich der Gesundheitsforschung sehr aktiv. Deutschland ist hier ein wichtiger Partner für viele bilaterale Projekte.

Im Rahmen der deutsch-polnischen Zusammenarbeit fanden 2002 und 2006 gemeinsame Ausschreibungen des BMBF und des Ministeriums für Wissenschaft und Hochschulwesen (MNiSW) in den klinischen Neurowissenschaften statt, aus der 13 bzw. zehn deutsch-polnische Projekte hervorgingen. Die Begutachtung der Projektanträge erfolgte gemeinsam, die Finanzierung der beteiligten Wissenschaftler durch das jeweilige Ministerium. Die Zusammenarbeit beider Ministerien erfolgt im Rahmen des ERA-Net NEURON, dessen Ziel es ist, die Ergebnisse des Pilot-Projekts Specific Support Action (SSA) NEURON in ein gesamtes ERA-Netz zu erweitern.

Seit 2003 wurden 23 grenzüberschreitende Forschungsprojekte unterstützt. Dabei erarbeiteten die deutsch-polnischen Forschergruppen wichtige Erkenntnisse zu neurologischen Erkrankungen wie Schlaganfall, Alzheimer, Parkinson, Epilepsie, Multiple Sklerose und Hirntumoren. Unter anderem bauten die Universitäten Ulm und Warschau eine gemeinsame Genbank zur Untersuchung der molekularen Grundlagen seltener Erkrankungen wie der Amyotrophen Lateralsklerose auf. 

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4.3 Russland

Gesundheitsforschung

Die Förderung der medizinischen Versorgung in der Russischen Föderation gewinnt zunehmend an Bedeutung. Die Regierung legte 2010 ein mit mehreren Milliarden Rubel ausgestattetes Programm zur Förderung öffentlicher Gesundheitseinrichtungen und Investitionen in den Krankenhausausbau auf. Die steigende Bedeutung der Investitionen im Bereich des Gesundheitswesen lässt sich z. B. auch am steigenden Marktvolumen in Russland für Medizintechnik festmachen, welches um 36% von ca. 3 Milliarden Euro in 2010 auf ca. 5 Milliarden Euro in 2012 gestiegen ist. Eine große Herausforderung für das russische Gesundheitswesen besteht u. a. darin, dass die meisten medizinischen Geräte importiert werden müssen. Gleiches gilt auch für den Pharmabereich. Zur Verbesserung der Situation in der Gesundheitsforschung sind verschiedene Föderalen Zielprogrammen bis 2020 erlassen worden (z. B. Pharma 2020 – Modernisierung der russischen Pharmaindustrie und der Medizintechnik).

Biotechnologie und Bioökonomie

Die Forschung und Entwicklung im Bereich Biotechnologie hatte zu Zeiten der Sowjetunion eine hohe wissenschaftliche Reputation, die nach dem Zerfall der Sowjetunion stark gelitten hat. Unter Präsident Medwedew setzte die Russische Föderation neue Akzente für die Bedeutung der Biotechnologie. Im Rahmen der Föderalen Zielprogramme wurden drei Technologieplattformen gegründet, die sich nachhaltig mit den Themen Medizin in der Zukunft, Bioindustrie und Bioressourcen (BioTech 2030) und Bioenergie beschäftigen. Im April 2012 wurde ein staatliches Koordinierungsprogramm zur Entwicklung der Biotechnologie verabschiedet in dessen Durchführung 7 Ministerien, 2 Föderalen Agenturen, verschiedenen Akademien der Wissenschaften, die .o. g. Technologieplattformen und andere Einrichtungen involviert sind. Ziel ist es u .a die Herstellung auf biotechnologiebasierender Produkte von 1% am Bruttosozialprodukt in 2020 bis auf 3 % in 2030 zu steigern. Die Wichtigkeit der Bioökonomie wird auch zunehmend auf russischer Seite betont und spielt insbesondere bei der Technologieplattform Bioindustrie und Bioresourcen eine hervorgehobene Rolle.

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4.4 Ukraine

Bio- und Agrarwissenschaften

In der Ukraine finden wissenschaftliche und wissenschaftlich-technische Aktivitäten im Bereich Agrar- und Biowissenschaften in über 120 Forschungseinrichtungen der Nationalen Akademie der Agrarwissenschaften, des Ministeriums für Agrarpolitik und Nahrungsmittel, der Staatlichen Agentur für Waldressourcen und der Nationalen Universität für Bioressourcen und Naturnutzung statt. Außerdem werden in die Forschungen im Bereich der Landwirtschaft auf Wettbewerbsbasis die hochqualifizierten Wissenschaftler der NAdWU, des Ministeriums für Ökologie und Naturressourcen der Ukraine, der Staatlichen Agentur für Wasserressourcen und der einschlägigen Hochschulen einbezogen.

Eine besondere Rolle im System der Agrarforschung besitzt die Nationale Akademie der Agrarwissenschaften der Ukraine, deren Einrichtungen den größten Teil der Forschungen durchführen. Zu den Hauptrichtungen der Forschungen der Akademie gehören:

  • Begründung der optimalen Struktur der Agrarlandschaften und Entwicklung des adaptiven Ackerbausystems;
  • Züchtung von landwirtschaftlichen Kulturen, deren Saatgut und Entwicklung der Anbautechnologien;
  • Schutz von landwirtschaftlichen Kulturen von Krankheiten, Schädlingen und Unkraut;
  • theoretische und angewandte Forschungen im Bereich der Physiologie, Biochemie, Genforschung bei landwirtschaftlichen Kulturen und Nutzvieh, Erhaltung ihres Genpools;
  • landwirtschaftliche Biotechnologie;
  • Getriebelehre und Entwicklung der Mechanisierungsmittel der Produktionsprozesse in Agrarproduktion, effektive Anwendung der Technik und deren Instandhaltung;
  • Züchtung neuer Nutzvieh-Genotypen und Entwicklung von Produktionstechnologien für tierische Erzeugnisse;
  • Erforschung von Tierkrankheiten und Entwicklung von Methoden und Mitteln für ihre Behandlung;
  • Forschungen im Bereich der Energieerzeugung aus den Produkten der Pflanzenzucht und erneuerbaren Energiequellen und Verfahren für ihre effektive Nutzung.

In der Grundlagenforschung im Zeitraum 2011-2012 wurden 785 wissenschaftlich-technische Produkte entwickelt und 181 davon in die Produktion überführt. Zu den wichtigsten Ergebnissen der Grundlagenforschung im Zeitraum 2011-2012 gehören:

  • nationaler Bericht über die Bodenfruchtbarkeit der Ukraine;
  • Informations- und Auskunftsdatenbank über die Versorgung des Bodens durch bewegliche Formen von Spurenelementen und deren Beweglichkeitskoeffizienten;
  • Methodologie der Modellgestaltung für komplexen Schutz der meliorierten Territorien von der Grundwasserhebung und dem Bodenrückgang;
  • DNS-Technologien für die Auswahl nach molekularen Markern (MAS), Genmarker für die Widerstandsfähigkeit gegenüber Erkrankungen und Genmarker, mit deren Hilfe die wirtschaftliche wertvollen Eigenschaften von Weizen und Gerste kontrolliert werden;
  • Geoinformationsmodell für die Prognostizierung der Verbreitung von Quarantäneorganismen;
  • DNS-Pässe für verschiedene Schweinearten auf der Basis von Interlocus-Genassoziationen.

Im Rahmen der angewandten Forschungen wurden 413 Produkte entwickelt und 183 davon in die Produktion überführt. Die Forschungsinstitute der Akademie entwickelten 10 neue Arten der Technik, 35 ressourcensparenden Technologien; 368 anderen Arten der angewandten Produkte (darunter Verfahren, technische Anforderungen, technologische Handbücher, Empfehlungen, Schädlingsbekämpfungsmittel, Impfungen und Diagnostikmittel, Datenbanken, Methodiken).

Quelle:

  • Ansprechpartner für Forschungskooperationen in Kiew

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Weitere Informationen

5Multilaterales

5.1 G7/G8 - G20

Globale Gesundheit

Das Thema umfasst vier Unterthemen, die von den G7-Staats- und Regierungschefs im Rahmen der "G7 Ise-Shima Vision for Global Health" aufgegriffen wurden. 1. Antibiotikaresistenzen, 2. Beschleunigung von Forschung und Entwicklung in Krisenfällen, 3. Aktives Altern sowie 4. armutsbezogene Infektionskrankheiten (PRDs) und vernachlässigte Tropenkrankheiten (NTDs). Zu Nr. 3 und 4 haben die G7-Wissenschaftsminister 2016 ebenfalls Beschlüsse gefasst.

  • Antibiotikaresistenzen: Die Problematik ist unter anderem dadurch gekennzeichnet, dass pharmazeutische Unternehmen keine neuen Diagnostika und Medikamente herstellen, obwohl diese angesichts von Antibiotikaresistenzen zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten erforderlich sind. Die G7-Staats- und Regierungschefs verpflichteten sich daher, das Potenzial für neue Anreize zur Förderung von Forschung und Entwicklung im Bereich Antiobiotikaresistenzen zu prüfen. Außerdem wird der Ausbau existierender Koordinationsmechanismen wie der "Joint Programming Initiative on Antimicrobial Resistance (JPIAMR)" von den G7 empfohlen ("G7 Ise-Shima Vision for Global Health").
  • Beschleunigung von Forschung und Entwicklung bei Krisenfällen im Bereich der öffentlichen Gesundheit: Für Krisenfälle, insbesondere zur Verhinderung von Epidemien, ist es notwendig, Forschung und Entwicklung zu beschleunigen. Daher begrüßten die G7-Staats- und Regierungschefs 2016 Initiativen wie die "Global Research Collaboration for Infectious Disease Preparedness (GloPID-R)". Möglichkeiten für Partnerschaften wie die "Vaccine Innovation for Pandemic Preparedness Partnership" sollen weiter erkundet werden ("G7 Ise-Shima Vision for Global Health"). 
  • Aktives Altern: Die G7-Wissenschaftsakademien setzten das Thema 2016 unter japanischem Vorsitz auf die Agenda. Die G7 streben eine stärkere internationale Zusammenarbeit bei der Hirnforschung an. Grundlage sind die Erfassung von FuE-Programmen, Open Science und der Austausch von Ergebnissen. Die G7 wollen außerdem voneinander lernen, wie sozialwissenschaftliche Forschung mit medizinischer Versorgung und IKT verbunden werden kann, um aktives Altern sicherzustellen (Abschlusserklärung der G7-Wissenschaftsminister 2016).
  • Armutsbegünstigte Infektionskrankheiten (PRDs) und vernachlässigte Tropenkrankheiten (NTDs): Die G7-Wissenschaftsminister werden in diesem Bereich durch eine Expertengruppe bzw. Arbeitsgruppe unterstützt (Bericht G7 Folgeworkshop Mai 2016). Ziel der G7 ist es, die FuE-Aktivitäten zu PRDs und NTDs umfassend und kontinuierlich zu erfassen und zu koordinieren. Da es bei der Erfassung zu Schwierigkeiten kommt, empfehlen die G7-Wissenschaftsminister, die Interoperabilität einschlägiger Daten und Informationen zu FuE-Maßnahmen zu verbessern. Beabsichtigt ist auch, gemeinsame FuE-Maßnahmen und Aktionsprogramme zu entwickeln. Die G7-Wissenschaftsminister prüfen Möglichkeiten zur Unterstützung des Aufbaus von Kapazitäten in Endemiegebieten (Abschlusserklärung der G7-Wissenschaftsminister 2016). Die G7-Staats- und Regierungschefs heben öffentlich-private Partnerschaften wie zum Beispiel den "Global Health Innovative Technology Fund" oder die "Innovative Medicines Initiative" hervor. Wichtig ist es nach Ansicht der Staats- und Regierungschefs auch, die Nachfrage nach Medizin bzw. Impfstoffen zu stimulieren sowie die regulatorische Zusammenarbeit bei der Zulassung von Arzneimitteln zu verbessern ("G7 Ise-Shima Vision for Global Health").  

Unter dem Titel „Globale Gesundheit im Mittelpunkt der Forschung“ hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ein eigenes Förderkonzept für vernachlässigte und armutsbegünstigte Krankheiten entwickelt. Wichtiger Bestandteil ist die Stärkung der Gesundheitssysteme in Entwicklungsländern. Das Konzept bietet auch einen Einblick in die Aktivitäten anderer deutscher Organisationen sowie in internationale Initiativen.

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Gesundheit

G7/G8

Die Bekämpfung ansteckender Krankheiten war von den G8 schon früh zu einem weltweiten Ziel erklärt und mit erheblichen Mitteln unterstützt worden. In Genua wurde bereits 2001 der Beschluss gefasst, den Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria ("Global Fund") einzurichten. Allerdings finanziert der Fonds nicht primär die Entwicklung neuer Arzneimittel oder Impfstoffe: im Vordergrund stehen Zugang zu Prävention, Behandlung, Versorgung und Unterstützung. Im Rahmen der Agenda 2030 wurde festgelegt, dass bis zum Jahr 2030 Aids, Tuberkulose und Malaria (sowie die vernachlässigten Tropenkrankheiten) besiegt sein sollten (Nachhaltigkeitsziel 3.3). Zu diesem Zweck sind G7-Länder weiterhin aufgerufen, Beiträge zu dem "Global Fund" zu leisten.

Unter japanischem Vorsitz war das Thema Gesundheit im Jahr 2016 eine Priorität ("G7 Ise-Shima Vision for Global Health"). Die Staats- und Regierungschefs der G7 bekannten sich in der Abschlusserklärung des G7-Gipfels in Ise-Shima zu folgenden Zielen:

  • Förderung der allgemeinen Gesundheitsversorgung („Universal Health Coverage“), basierend auf Nachhaltigkeitsziel 3.8 der Agenda 2030;
  • Stärkung der Reaktionsfähigkeit auf Krisenfälle im Bereich der öffentlichen Gesundheit. Ausgangspunkt sind hier die Erfahrungen mit der Ebola-Krise;
  • Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen: Dieses Thema war ursprünglich von dem Wissenschaftsministertreffen 2013 in London in die G7 eingebracht worden. Im Jahr 2015 nahm die Weltgesundheitsorganisation WHO einen globalen Aktionsplan dazu an.
  • Förderung von Forschung und Entwicklung sowie von Innovation in diesen und anderen Gesundheitsbereichen.

Auf der Basis dieser Beschlüsse und derjenigen der G7-Wissenschaftsminister gibt es inzwischen eine eigene G7-Forschungsagenda für Gesundheit (siehe unter Forschung G7 Globale Gesundheit).

G20

Erstmals wird 2017 unter deutschem Vorsitz ein Treffen der G20-Gesundheitsminister stattfinden. Dabei wird das Thema „globale Gesundheit“ auf die Tagesordnung rücken. Schwerpunkte werden sich unter anderem an der Arbeit der G7 orientieren: Globale Notfallsysteme für Infektionskrankheiten, bessere Gesundheitssysteme in den Entwicklungsländern sowie Antibiotikaresistenzen. Die Staats- und Regierungschefs der G20 können diese Beschlüsse aufgreifen und darauf aufbauen.

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Weitere Informationen
Links/Institutionen
Dokumente

6Ozeanien

6.1 Australien alt

Bio- und Agrarwissenschaften

Das Queensland Bioscience Precinct in Brisbane zählt zu den vielversprechendsten Initiativen Australiens auf dem Gebiet der Biowissenschaften. Die an dem Projekt beteiligten 700 Wissenschaftler/innen, die mit der CSIRO und dem ebenfalls an der University of Queensland angesiedelten Institute for Molecular Bioscience kooperieren, befassen sich mit folgenden Themen:

  • genome mapping
  • bioinformatics
  • tropical and agricultural landscapes
  • resource futures
  • rangelands and savannas
  • crops for northern Australia including wheat, sugar, soybean and macadamia.

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Gesundheitsforschung

Die Medizinforschung, einer der Leuchttürme der australischen Wissenschaft, soll unter der neuen Abbott-Regierung dauerhaft zusätzliche Mittel erhalten. Hierzu soll ein aus verschiedenen Quellen gespeister Medical Research Future Fund in Höhe von rd. 20 Mrd. AUD eingerichet werden, dessen Zinseinnahmen  für die Förderung der Gesundheitsforschung zur Verfügung gestellt werden sollen. Zusätzlich sollen für die Demenzforschung über die kommenden fünf Jahre 200 Mio. AUD zur Verfügung stehen.

Unter dem Terminus "Health and Wellbeing" hat die Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation (CSIRO) einen Forschungsbereich eingerichtet, der folgende Aspekte der Gesundheitsforschung untersucht:

  • Nutrition. Lifestyle and DNA
  • The CSIRO Wellbeing Plan for Kids
  • Food Bioactives for health
  • Food Safety
  • Bowel cancer and gut health
  • Dementia and Alzheimer´s disease
  • Advances in medical imaging
  • Environmental health.

Ein Zentrum der Gesundheitsforschung stellt Melbourne dar, z.B. der Parkville Precinct der University of Melbourne (UoM). Im Parkville Precinct konzentriert sich lt. eigener Aussage die größte biomedizinische Kapazität der südlichen Hemisphäre. Biomedizinische Forschung und Anwendung in mehreren Kliniken auf dem Gelände sind räumlich eng verbunden. Insgesamt sind bisher mehr als 5 Mrd. AUD in den Parkville Precinct investiert worden.  

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