StartseiteAktuellesErfolgsgeschichten20 Jahre Zentrum für interkulturelle und internationale Kommunikation der TU Berlin: Rückblick auf Aufbau von IT-Strukturen in Afghanistan

20 Jahre Zentrum für interkulturelle und internationale Kommunikation der TU Berlin: Rückblick auf Aufbau von IT-Strukturen in Afghanistan

Erfolgsgeschichten

Seit fast 20 Jahren ist das Zentrum für internationale und interkulturelle Kommunikation (ZiiK) der TU Berlin in der Internationalisierung und Entwicklungszusammenarbeit für arme Länder und Krisenländer aktiv. Besonders in Afghanistan, einst von den Taliban baulich und gesellschaftlich völlig zerstört, ist die Bilanz beeindruckend.

Das Zentrum für internationale und interkulturelle Kommunikation blickt auf 20 Jahre Aufbau von IT-Strukturen in Afghanistan zurück. In den fünf mittlerweile dort entstandenen Rechenzentren und in Master-Kursen für afghanische Dozentinnen und Dozenten an der TU Berlin konnten inzwischen rund 30.000 junge Leute ausgebildet werden, die so dem weiteren Aufbau des Landes dienen und ihm Zukunftsperspektiven geben. Zum 20. Jubiläum am 14. Mai 2019 gibt das ZiiK einen Einblick in seine Arbeit.

Die Geschichte des ZiiK – IT-Aufbau in Afghanistan

1999 war Afghanistan abgeschnitten von der Welt: vom Krieg gebeutelt, die Universitäten zerstört, keinerlei Nachrichtenfluss, ohne jegliche IT-Anbindung, die Menschen verzweifelt. Die herrschenden Taliban betrachteten jegliche höhere Bildung und Unterhaltung und moderne Technologie als Teufelswerk und verboten diese. Heute gibt es rund 25 Millionen Mobilfunk-Nutzer, Facebook und Twitter sind rasant gewachsen, Tausende junger Menschen haben bereits eine IT-Ausbildung an den Universitäten genossen. Wichtiger Initiator der vielfältigen Entwicklung auf dem Gebiet der Informationstechnologie vor Ort ist Dr. Nazir Peroz, Leiter des Zentrums für internationale und interkulturelle Kommunikation an der TU Berlin. Seit fast 20 Jahren kämpft er mit seinem Team aus Studierenden und wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes und des Deutschen Akademischen Austauschdienstes, für den Aufbau von Informationstechnologie-Strukturen und -Ausbildungsmöglichkeiten in dem Land am Hindukusch.

Im Rahmen unseres Programms ,Aufbau akademischer Strukturen im Bereich IT in Afghanistan‘ wurden bislang fünf Universitätsrechenzentren an den Universitäten Kabul, Herat, Balkh, Nangarhar und Kandahar aufgebaut, die IT-Infrastrukturen auf dem jeweiligen Campus betreiben und auch Aus- und Weiterbildungen anbieten“, erklärt Nazir Peroz. Bislang wurden am IT-Center der Uni Kabul rund 11.000 Universitätsangehörige ausgebildet.

2003 waren an der Universität Kabul die ersten Computer installiert worden, 2004 entstand ein IT-Department am afghanischen Hochschulministerium in Kabul, um die Projekte zu koordinieren. 2007 wurde an der Universität Herat Afghanistans erste Informatik-Fakultät gegründet. Sah man Anfang 2001 kaum Frauen auf der Straße, geschweige denn in Bildungseinrichtungen, so sind heute von den Studierenden an der Informatik-Fakultät rund ein Drittel Frauen.

Bereits 2007 entstand an der TU Berlin das erfolgreiche Informatik-Master-Programm für afghanische Dozenten. Die hier ausgebildeten Absolventinnen und Absolventen – rund 25 pro Jahrgang – gehen anschließend in ihre Heimat zurück und wirken dort an den Computer-Science-Fakultäten als Ausbilderinnen und Ausbilder sowie als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren. „Mit mir ist die Informationstechnologie in Afghanistan eingezogen“, sagt Informatiker Nazir Peroz. Und das ist keine Übertreibung. 2016 ist der „Vater der IT“, wie er mittlerweile in seinem Heimatland genannt wird, von Staatspräsident Dr. Ashraf Ghani für diese Verdienste mit der Sayed-Dschamal-ad-Din Afghani-Medaille geehrt worden, der höchsten akademischen Auszeichnung des Landes. In der Zukunft wird das ZiiK vor allem an der Umsetzung der „Nationalen IT-Strategie für Afghanistan“ arbeiten und an der Ausarbeitung eines „Nationalen Strategie-Plans für IT-Sicherheit in Afghanistan“, dessen Entwurf dem Staatspräsidenten bereits vorliegt.

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Quelle: Technische Universität Berlin/ IDW Nachrichten Redaktion: von Mirjam Buse, VDI TZ GmbH Länder / Organisationen: Afghanistan Themen: Bildung und Hochschulen Fachkräfte Information u. Kommunikation Infrastruktur

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