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Forschungslücken identifizieren und Erkenntnisse im Gesundheitssektor einsetzen

Erfolgsgeschichten

Subsahara-Afrika muss sich einer doppelten Herausforderung stellen: einer enormen Krankheitslast durch Infektionskrankheiten, nicht-übertragbare Krankheiten und Unfälle sowie strukturell, personell und finanziell schwachen Gesundheitssystemen. Umso entscheidender ist die optimale Nutzung wissenschaftlicher Erkenntnisse in der Prävention und Behandlung von Krankheiten.

Das deutsch-afrikanische Netzwerk für Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung und Public Health in Afrika (CEBHA+) zielt darauf ab, langfristig in Afrika Kapazitäten und Infrastruktur in der Primärforschung und Evidenzsynthese (d.h. in der Bewertung aller weltweit verfügbaren und relevanten Forschungsergebnisse) aufzubauen. Die kontinuierliche Einbindung von Vertretern des Gesundheitssystems, z.B. aus Gesundheitsministerien, Kliniken oder Public-Health-Verbänden, schafft die Basis für eine evidenzbasierte Politik und Praxis. So will das CEBHA+-Konsortium nicht nur afrikanische Forschungsinstitutionen stärken, sondern insbesondere nachhaltig Kompetenzen für das Verständnis und die schnelle Nutzung von Evidenz in Gesundheitsinstitutionen schaffen.

Forschungsfragen zu tatsächlichen Wissenslücken

Die strukturierte Vorgehensweise der sogenannten Evidence Maps ist nicht nur in Afrika, sondern weltweit anwendbar. Diese ermöglicht einen schnellen Überblick über den aktuellen Stand der internationalen Forschung zu einem zunächst recht weit gefassten Themenbereich (z.B. Bluthochdruck). So wird sichergestellt, dass neu zu bearbeitende konkrete Forschungsfragestellungen tatsächliche Wissenslücken schließen (z.B. Prävention von Bluthochdruck auf Bevölkerungsebene). Im Gegensatz zum zeitlich aufwändigen (mind. 6 Monate) – wenn auch höherwertigen – Standard der systematischen Übersichtsarbeiten (Systematic Reviews) lassen sich Evidence Maps innerhalb eines kurzen Zeitraums (1 bis 3 Monate) erstellen. Die Methodik ist prinzipiell in allen Bereichen der Medizin und Public Health einsetzbar, darüber hinaus ist sie auf eine Vielzahl anderer Forschungsbereiche (z.B. Grundlagenforschung, Bildungswissenschaften) übertragbar.

Besondere Ergebnisse und Erfolge der Maßnahme

Eine Serie von Artikeln in der medizinischen Fachzeitschrift The Lancet zum Thema „Research: Increasing value, reducing waste“ (2014) kritisiert, basierend auf empirischen Erhebungen, dass oft redundante und für Gesundheitsinstitutionen wenig relevante Forschungsprojekte finanziert und durchgeführt werden, und wie diese geplant, analysiert und berichtet werden. Anknüpfend an diese Ideen wurde im Rahmen der CEBHA+-Vorbereitungsphase eine innovative Methodik zur Identifizierung von Forschungsprioritäten entwickelt. Zunächst wurde, basierend auf den Daten zur afrikanischen Krankheitslast, eine Umfrage mit CEBHA+-Partnern und Entscheidungsträgern im afrikanischen Gesundheitssystem durchgeführt, um Forschungsbereiche festzulegen. Anschließend wurden für diese Forschungsbereiche Evidence Maps erstellt.

Ansprechpartner

PD Eva Rehfuess
LMU München
E-Mail: rehfuess(at)ibe.med.uni-muenchen.de

Redaktion: Länder / Organisationen: Südafrika Ruanda Themen: Lebenswissenschaften

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