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70. Lindauer Nobelpreisträgertagung: Rund 70 Preisträger treffen junge Wissenschaftler aus über 100 Ländern

Internationalisierung Deutschlands, Bi-/Multilaterales

Neben dem Austausch der Preisträger mit über 600 jungen Wissenschaftlern aus ca. 100 Ländern steht unter anderem die Verabschiedung der "Lindau Guidelines für eine globale, nachhaltige und offene Wissenschaft im 21. Jahrhundert" und eine Zwischenbilanz des Gastlands Großbritanniens zu Brexit und Wissenschaft auf dem Programm.

Anlässlich der 70. Lindauer Nobelpreisträgertagungen freuen sich die Organisatoren über eine Rekordteilnahme an hoch dekorierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern: Rund 70 Preisträger haben bereits ihre Teilnahme für die Woche vom 28. Juni bis 3. Juli 2020 zugesagt. Das sind fast doppelt so viele wie bei den jüngsten Tagungen. Der Grund: Alle fünf Jahre – so auch 2020 – findet eine interdisziplinäre Tagung mit allen drei naturwissenschaftlichen Nobelpreis-Disziplinen statt (2015: 65 Laureaten).

Dazu Bettina Gräfin Bernadotte, Präsidentin des Kuratoriums:

„Wir freuen uns über ein weltumspannendes und generationenübergreifendes Netzwerk von Wissenschaftlern.“

Für den in Lindau einzigartigen Austausch mit Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern haben fast 200 akademische Partner weltweit – Akademien, Universitäten und Stiftungen – junge Forschende aus über 100 Ländern nominiert, (Auswahlverfahren läuft noch, Teilnehmer aus diesem Kreis stehen Ende Februar fest). Die Nobelpreisträgerinnen und -träger repräsentieren 13 verschiedene Nationalitäten, zehn von ihnen kommen aus Deutschland.

Die jüngeren wie auch die älteren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden gemeinsam die „Lindau Guidelines“ diskutieren und diese im Lauf der Tagung verabschieden: Sie sollen Orientierung geben für eine globale, nachhaltige und offene, d. h. auch auf Zusammenarbeit ausgelegte Wissenschaft im 21. Jahrhundert. Diese Initiative geht auf die Nobelpreisträgerin Elizabeth Blackburn (Physiologie oder Medizin, 2009) und die 68. Lindauer Tagung 2018 zurück.

Der traditionelle International Day am Montag der Tagungswoche wird vom Vereinigten Königreich als Gastland gestaltet werden. Dabei wird unter anderem Venkatraman Ramakrishnan (Chemie, 2009), der auch Präsident der Royal Society ist, eine Zwischenbilanz ziehen: Wie ist es 150 Tage nach dem Brexit um die Strukturen in der Wissenschaft des Landes und die Beziehungen zur EU bestellt?

Neben der interdisziplinären Tagung findet Ende August wie alle drei Jahre die 7. Lindauer Tagung der Wirtschaftswissenschaften statt (25.-29.8.).

Über die Lindauer Nobelpreisträgertagungen

Seit ihrer Gründung 1951 haben sich die Lindauer Nobelpreisträger-tagungen zu einem einzigartigen internationalen wissenschaftlichen Forum entwickelt. Die jährlichen Tagungen dienen dem Austausch zwischen unterschiedlichen Generationen, Kulturen und Disziplinen. So sind die Tagungen abwechselnd der Physiologie und Medizin, Physik oder Chemie gewidmet – den drei naturwissenschaftlichen Nobelpreis-Disziplinen. Alle fünf Jahre findet eine interdisziplinäre Tagung statt und alle drei Jahre die Lindauer Tagung der Wirtschaftswissenschaften. Im Rahmen verschiedener Deklarationen (2015 zum Klimawandel, 1955 gegen die Nutzung von Nuklearwaffen) brachten sich die Wissenschaftler immer wieder mit politischen Appellen in die öffentliche Debatte ein.

Quelle: Kuratorium für die Tagungen der Nobelpreisträger in Lindau e.V. via IDW Nachrichten Redaktion: von Tim Mörsch, VDI Technologiezentrum GmbH Länder / Organisationen: Global Themen: sonstiges / Querschnittsaktivitäten

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