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Aktuelle Entwicklungen in der japanischen Hochschullandschaft: Weniger Publikationen, Promovierende und staatliche Finanzierung

Berichterstattung weltweit

Die neuste Ausgabe des Rundschreibens der Japanischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft berichtet in mehreren Artikeln über Entwicklungen an japanischen Universitäten und der Hochschulpolitik.

Die japanische Regierung hat im September 2017 eine Beschränkung der Zulassungszahlen für private Universitäten in Tokio erlassen. In den 23 Regierungsbezirken Tokios dürfen die betroffenen Bildungseinrichtungen im Haushaltsjahr 2018 maximal die gleiche Zahl an Studierenden wie im Vorjahr immatrikulieren. Für das darauffolgende Haushaltsjahr wird zudem die Gründung tertiärer Bildungseinrichtungen beschränkt. Damit will die Regierung der weiteren Konzentration von Studierenden in der Hauptstadt entgegenwirken.

Des Weiteren zeichnet das Rundschreiben des Bonner Büros der Japan Society for the Promotion of Science das Bild eines Hochschulsektors, der mit einer sinkenden staatlichen Grundfinanzierung zu kämpfen hat. Einige japanische Universitäten haben aus diesem Grund in den vergangenen Jahren Verträge mit Crowdfunding-Plattformen geschlossen, um beispielsweise die Anschaffung von Büchern zu finanzieren. Zudem sinkt die Zahl der Promotionen. Im Jahr 2001 lag die Quote der Studierenden, die nach ihrem Masterabschluss promovierten, noch bei 15 Prozent; im Jahr 2016 ist diese auf 9,3 Prozent gesunken. Ursachen hierfür liegen in einer begrenzten Zahl von Stellen und unsicheren Zukunftsperspektiven vor allem im akademischen Bereich. Auch die Zahl der wissenschaftlichen Publikationen nimmt in Japan ab. Nach Angaben des dem japanischen Wissenschaftsministeriums unterstehenden National Institute of Science and Technology Policy NISTEP fiel das Land im globalen Ranking von Platz zwei auf vier, im Bereich der Publikationen, die auf großes Interesse bei anderen Forschenden stießen, sogar von Platz vier auf Platz neun. Auch hier wird die rückläufige staatliche Grundfinanzierung als Hauptursache für diese Entwicklung genannt.

Indes ist die Regierung bezüglich eines Planes des japanischen Premierministers Abe, kostenlose Vorschulbildung und höhere Bildung einzuführen, entzweit. Insbesondere Finanzminister Taro Aso hält das Vorhaben für nicht finanzierbar.

Ausführliche Artikel zu diesen und weiteren Themen finden Sie im Rundschreiben der Japan Society for the Promotion of Science.

Quelle: JSPS Rundschreiben aus Wissenschaft und Forschung Nr. 04/2017 Redaktion: von Tim Mörsch, VDI Technologiezentrum GmbH Länder / Organisationen: Japan Themen: Bildung und Hochschulen Strategie und Rahmenbedingungen

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