StartseiteAktuellesNachrichtenAuswärtiges Amt fördert internationales Projekt zu historischem Wissen zum nationalsozialistischen Völkermord an den Sinti und Roma Europas

Auswärtiges Amt fördert internationales Projekt zu historischem Wissen zum nationalsozialistischen Völkermord an den Sinti und Roma Europas

Internationalisierung Deutschlands, Bi-/Multilaterales

Das historische Wissen zum nationalsozialistischen Völkermord an den Sinti und Roma Europas soll in einer großangelegten Enzyklopädie zusammengeführt und für die Forschung sowie die breite Öffentlichkeit bereitgestellt werden. Angesiedelt ist das internationale Projekt an der Forschungsstelle Antiziganismus der Universität Heidelberg. Die fünfjährigen Forschungsarbeiten werden vom Auswärtigen Amt mit rund 1,2 Millionen Euro gefördert.

Angesiedelt ist das internationale Projekt an der Forschungsstelle Antiziganismus der Universität Heidelberg. Die Ergebnisse werden zunächst online präsentiert. Darauf aufbauend erstellen die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland ein mehrbändiges Handbuch in gedruckter Fassung. Erstmals soll dabei die europäische Dimension des Genozids in den Blick genommen werden. Die fünfjährigen Forschungsarbeiten unter Leitung der Historikerin Dr. Karola Fings, die jetzt gestartet wurden, werden vom Auswärtigen Amt mit rund 1,2 Millionen Euro gefördert.

Zahlreiche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland werden zu der Enzyklopädie beitragen. Sie wird alphabetisch aufgebaut sein und rund 750 Stichwörter umfassen. Für die Handbuchbeiträge sollen überblicksartige Darstellungen zu einzelnen Ländern und Orten erarbeitet werden. Hinzu kommen Beiträge zu Ghettos und Lagern, zur rassistischen Gesetzgebung und zu Verfolgungsmaßnahmen wie Deportationen und Zwangssterilisation. Thematisiert werden auch Ereignisse wie etwa die Ermordung der Sinti und Roma im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau oder die Massaker an der Roma-Bevölkerung in von der Wehrmacht besetzten Ländern. Nicht zuletzt sollen Biographien von Personen – sowohl von Opfern als auch von Tätern – Eingang in die Enzyklopädie finden. Zu weiteren Themen zählen beispielsweise das Leben im Versteck oder Entschädigungszahlungen nach dem Ende des Nationalsozialismus.

An dem Projekt wirken als Kooperationspartner die Bundeszentrale für politische Bildung, das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, das Dokumentationszentrum des österreichischen Widerstands, das Fritz Bauer Institut und die Stiftung Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Juden Europas mit. Ein Beirat wird die Entstehung der Enzyklopädie wissenschaftlich begleiten.

Quelle: Universität Heidelberg via IDW Nachrichten Redaktion: von Mirjam Buse, VDI TZ GmbH Länder / Organisationen: Deutschland Österreich Global Themen: Ethik, Recht, Gesellschaft Geistes- und Sozialwiss.

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