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Besserer Zugang zu bibliothekarischen Ressourcen in Frankreich

Berichterstattung weltweit

Die Bestände von Bibliotheken der Hochschul- und Forschungseinrichtungen werden zunehmend digitalisiert oder um digitale Ressourcen ergänzt. In Frankreich wurde aus diesem Grund nun die Struktur des bibliothekarischen Literaturerwerbs grundlegend reformiert.

30 Jahre waren in Frankreich die „Zentren für Erwerb und Verbreitung wissenschaftlicher und technischer Information“ (Centres d’acquisition et de diffusion de l’information scientifique et technique, CADIST) innerhalb verschiedener Bibliotheken ähnlich den deutschen Sondersammelgebieten dafür zuständig, die fachspezifischen Bestände der Bibliotheken zu erweitern. Im Rahmen einer Studie wurde jedoch festgestellt, dass die CADIST den neuen Anforderungen durch die zunehmende Digitalisierung wissenschaftlicher Informationen nicht mehr gewachsen sind. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wünschen sich eine stärkere Digitalisierung gedruckter Dokumente, sie wollen informiert werden, wenn Dokumente, die sie benötigen, digital verfügbar sind (veille documentaire) und sie wollen einzelne Artikel kaufen können. Gleichzeitig muss beachtet werden, dass in den Geistes- und Sozialwissenschaften die Monographie nach wie vor eine große Rolle spielt (gedruckt wie digital) und ein verbesserter Zugang zu Archiven gefragt wird. Zudem werden archivarische Ressourcen durch Suchmaschinen sehr unterschiedlich referenziert und dadurch unter Umständen schlecht gefunden.

Daher wurde das Netzwerk für exzellente Sammlungen CollEx-Persée gegründet, ein gemeinsamer Verbund von Bibliotheken, Plattformen und nationalen Wissenschaftsinformationsdienstleistern. Das Vorhaben ist im Rahmen der Aktualisierung des Plans für Nationale Forschungsinfrastrukturen 2016 entstanden und ersetzt die 25 existierenden CADIST. CollEx-Persée wird von der Straßburger Universitätsbibliothek getragen und vom Ministerium für Hochschulwesen, Forschung und Innovation (Ministère de l’enseignement supérieur, de la recherche et de l’innovation, MESRI) sowie der Dokumenten-Plattform für Geistes- und Sozialwissenschaften Persée mitgesteuert. Die Mitglieder des GIS wurden nach ihrer Expertise und ihrer Fähigkeit, ein fachspezifisches Netzwerk für innovative Datenprojekte zu tragen, ausgewählt. Die Einrichtungen sollen die Projektumsetzung nach dem Willen des MESRI komplett selbst organisieren und insbesondere entscheiden, wie viele Mittel investiert werden. Diese kommen von den Einrichtungen selbst sowie vom MESRI.

Der Forschungsgemeinschaft sollen dadurch unabhängig vom Format (gedruckt oder elektronisch, Bücher, Zeitschriften, Artikel, Archive, Datensätze …) möglichst viele Dokumente zur Verfügung gestellt und durch die Entwicklung neuer Angebote der Zugang und die Nutzung erleichtert werden. Herausragende nationale Sammlungen sollen das CollEx-Label erhalten und so sichtbarer aber besser zugänglich werden. Ziel ist es auch, mehr Dokumente zu digitalisieren und das Referenzierungssystem zu verbessern.

Folgende Einrichtungen sind bisher Mitglied des CollEx-Persée GIS:

  • MESRI
  • Bibliographische Agentur für das Hochschulwesen (Agence bibliographique de l’enseignement supérieur)
  • Nationale Forschungsallianz für Geisteswissenschaften Athéna
  • Technisches Hochschul-Buchzentrum (Centre technique du livre de l’enseignement supérieur)
  • Französische Nationalbibliothek
  • Nationale Universitätsbibliothek Strasbourg
  • Bibliothek des Campus Condorcet (Grand équipement documentaire, GED)
  • Institut für wissenschaftliche und technische Information INIST-CNRS (Institut de l’information scientifique et technique)
  • Nationales Naturkunde-Museum
  • Persée (UMS 3602 - Université de Lyon, CNRS, ENS de Lyon)
  • Sciences Po Paris
  • Université Grenoble Alpes
  • Université Paris 1 Panthéon-Sorbonne
  • Université Paris Descartes
  • Université Paris Nanterre

Dazu kommen zahlreiche assoziierte Bibliotheken und Sammlungen in ganz Frankreich.

Zum Nachlesen:

Quelle: MESRI Redaktion: Länder / Organisationen: Frankreich Themen: Geistes- und Sozialwiss. Information u. Kommunikation Infrastruktur

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