StartseiteAktuellesNachrichtenBMBF-Bürgerwissenschaftsprojekt "Plastikpiraten" wird auf europäische Ebene ausgeweitet

BMBF-Bürgerwissenschaftsprojekt "Plastikpiraten" wird auf europäische Ebene ausgeweitet

Internationalisierung Deutschlands, Bi-/Multilaterales

Das Bürgerwissenschaftsprojekt "Plastikpiraten" erhält einen Nachfolger in Europa. Kinder und Jugendliche aus Deutschland, Portugal und Slowenien erforschen ab dem 15. September die Müllverschmutzung von Flüssen. Ziele der Aktion sind die Stärkung der wissenschaftlichen Zusammenarbeit in Europa, die Förderung des bürgerwissenschaftlichen Engagements und die Sensibilisierung für einen bewussten und schonenden Umgang mit der Umwelt.

Anlässlich der Trio-Präsidentschaft von Deutschland, Portugal und Slowenien über die kommenden 18 Monate im Rat der Europäischen Union findet das Citizen-Science-Folgeprojekt "Plastic Pirates - Go Europe!" im Zeitraum 2020-2021 erstmals in drei europäischen Ländern zeitgleich statt. Die wissenschaftliche Koordination des großangelegten Projektes liegt bei der Kieler Forschungswerkstatt, die die Jugendaktion 2016 gemeinsam mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ins Leben gerufen hat und seit 2018 vom Ecologic Institut in Berlin unterstützt wird. Förderer sind das BMBF sowie das portugiesische Ministerium für Wissenschaft, Technologie und Hochschulbildung und das slowenische Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Sport.

Die Bundesministerin für Bildung und Forschung Anja Karliczek, der portugiesische Minister für Wissenschaft, Technologie und Hochschulbildung Manuel Heitor und die slowenische Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Sport Dr. Simona Kustec Lipicer eröffneten das Projekt im Rahmen des informellen Treffens der EU-Forschungsministerinnen und -minister, das bedingt durch die aktuelle Situation als Videokonferenz stattfand.

Im ersten gemeinsamen Aktionszeitraum vom 15. September bis 15. November 2020 widmen sich die „Plastic Pirates“ den Flussufern in den teilnehmenden Ländern. Wie viel Plastikmüll findet sich an und in europäischen Flüssen? Woher stammt der Müll? Und werden auch kleine Plastikpartikel in europäischen Flüssen Richtung Meer transportiert? Diese Fragen erforschen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in den drei Ländern mit wissenschaftlichen Methoden und laden ihre Daten anschließend auf einer gemeinsamen Aktionswebseite hoch. Hier sind sie dann für die Öffentlichkeit einsehbar. Die Auswertung der Daten erfolgt in der Kieler Forschungswerkstatt sowie in Einrichtungen aus dem Wissenschafts- und Bildungsbereich in den Partnerländern. Langfristig soll die Aktion sogar in der ganzen EU stattfinden und somit eine noch breitere Datenbasis liefern.

Seit 2016 wurden in der Kieler Forschungswerkstatt die Daten von 749 Schulen und Organisationen sowie von insgesamt mehr als 14.000 Teilnehmenden zusammengetragen. Einen Teil der Daten der Kinder und Jugendlichen aus bisher insgesamt sechs Aktionszeiträumen konnten die Kieler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bereits auswerten. Dabei zeigt sich, dass Plastikteile und Zigarettenkippen einen Großteil des Mülls an deutschen Flussufern ausmachen. Die Flussbesucherinnen und -besucher sind hauptsächlich für diesen Müll verantwortlich. Außerdem hat sich gezeigt, dass auch in Deutschland Mikroplastik in vielen Flüssen ein Problem ist.

Neben der für die Wissenschaft wertvollen großen Anzahl an erhobenen Datenpunkten und Proben, vermitteln Citizen-Science-Projekte auch Fachwissen und ermöglichen einen Einblick, wie Wissenschaft funktioniert. Zudem erlangen solche Aktionen auch eine gesellschaftspolitische Bedeutung, wenn sie dazu führen, dass Schülerinnen und Schüler das eigene Konsumverhalten überdenken.

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Quelle: Christian-Albrechts-Universität zu Kiel / BMBF Redaktion: von Anna März, VDI TZ GmbH Länder / Organisationen: Deutschland Portugal Slowenien EU Themen: Umwelt u. Nachhaltigkeit

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