StartseiteAktuellesNachrichtenBMBF zur Corona-Krise: „Achtsamkeit ja, Alarmismus nein“

BMBF zur Corona-Krise: „Achtsamkeit ja, Alarmismus nein“

Internationalisierung Deutschlands, Bi-/Multilaterales

Das Forschungsministerium unterstützt bereits die Entwicklung eines Coronavirus-Impfstoffs. Nun sollen weitere 145 Millionen Euro als Sofort-Maßnahme bereitgestellt werden. Einen entsprechenden Antrag wird der Haushaltsausschuss am Mittwoch, den 11. März 2020, beraten. Das Geld soll größtenteils der Impfstoff-Forschung unter dem Dach der internationalen Impstoff-Initiative CEPI zugutekommen.

Das neuartige Corona-Virus und seine schnelle Ausbreitung erfüllen derzeit viele Menschen mit Sorge. Die Lage hat sich in Europa am Wochenende weiter verschärft. Die Bundesregierung hat die Herausforderungen, die sich durch das Corona-Virus ergeben, als gemeinsame Aufgabe angenommen. Bundesforschungsministerin Anja Karliczek und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn haben die Aktivitäten der Bundesregierung heute in einer Pressekonferenz vorgestellt. Ministerin Karliczek mahnte zu Achtsamkeit, warnte aber zugleich vor Alarmismus.

Die Aufgabe meines Hauses ist, die medizinische Forschung zu unterstützen“, sagte Karliczek. „Genau das tun wir. Und zwar nicht erst seit Ausbruch der Corona-Krise, sondern auch schon zuvor“, so die Ministerin.

Aktuell stehen drei Punkte im Zentrum der Aktivitäten des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF):

1. Wir investieren in Forschung, die dabei hilft, das Virus noch besser zu verstehen.

Das Bundesforschungsministerium hat am vergangenen Dienstag einen Förderaufruf über 10 Millionen Euro veröffentlicht. Damit intensiveren wir die Förderung der virologischen Forschung in Deutschland, die wir seit langem unterstützen. Forschende bekommen dadurch zusätzliche Unterstützung, um die Eigenschaften des Virus weiter zu entschlüsseln. So können weitere Ansatzpunkte für die Therapie- und Impfstoffentwicklung geschaffen werden. Die Forschenden müssen die Biologie und auch die Übertragungsmechanismen und -dynamik noch besser verstehen. Dieses Wissen ist auch wichtig, um geeignete Maßnahmen zur Prävention zu ergreifen. (Mehr dazu lesen Sie hier.)

2. Wir unterstützen die Entwicklung von Medikamenten für die Behandlung von Erkrankten.

Mit dem Förderaufruf wollen wir auch die Entwicklung neuer Medikamente gegen das Corona-Virus unterstützen. Dabei geht es zum einen darum, neue Wirkstoffe zu entwickeln. Zum anderen soll auf bestehende Wirkstoffe aufgebaut werden. Wirkstoffe, die zum Beispiel zur Behandlung anderer viraler Erkrankungen bereits entwickelt worden sind. Das ist aktuell besonders wichtig. Hier gab es in den vergangenen Tagen schon einige ermutigende Nachrichten. Diese Medikamente sollen in klinischen Studien zu Medikamenten gegen das Corona-Virus weiterentwickelt und zugelassen werden. (Mehr dazu lesen Sie hier.)

3. Wir fördern die Entwicklung eines Impfstoffs.

Der dritte wichtige Förderschwerpunkt des BMBF ist die Erforschung und Entwicklung von Impfstoffen. Die internationale Staatengemeinschaft hat aus früheren Epidemien gelernt und die Impfstoff-Initiative CEPI gegründet. Deutschland ist Gründungsmitglied und fördert CEPI seit 2017 mit insgesamt 90 Millionen Euro.

CEPI ist eine öffentlich-private Partnerschaft, in der sowohl staatliche Förderer als auch Stiftungen, Forschungseinrichtungen und Pharma-Unternehmen zusammenarbeiten. Unter dem Dach von CEPI wird derzeit die Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus vorangetrieben. In die von CEPI initiierten Entwicklungsprojekte ist auch ein deutsches Unternehmen eingebunden, die Biotech-Firma CureVac. (Mehr dazu lesen Sie hier.)

Ein Impfstoff ist die beste Methode, das Virus auf mittlere Sicht zurückzudrängen. Die Entwicklung dieses Impfstoffs ist aber auch extrem aufwendig. Daher ist das BMBF mit dem Board von CEPI in engem Austausch. Zudem plant das BMBF weitere 145 Millionen Euro aus Bundesmitteln als Sofort-Maßnahme für die Forschung zum Coronavirus bereitzustellen. Eine entsprechende Vorlage wird dem Haushaltsausschuss noch an diesem Mittwoch vorgelegt. Das Geld soll größtenteils der Impfstoff-Forschung unter dem Dach von CEPI zugutekommen.

Zum Nachlesen

Quelle: Bundesministerium für Bildung und Forschung Redaktion: von Andreas Ratajczak, VDI Technologiezentrum GmbH Länder / Organisationen: Global Themen: Förderung Lebenswissenschaften

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Links neben Mediziner/-in Wabenstruktur mit Icons zum Thema medizinische Forschung vor einem Krankenhausflur

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