StartseiteAktuellesNachrichtenDer Kilimandscharo im globalen Wandel: Neues Forschungsprojekt der Universität Bayreuth

Der Kilimandscharo im globalen Wandel: Neues Forschungsprojekt der Universität Bayreuth

Internationalisierung Deutschlands, Bi-/Multilaterales

Die Wechselwirkungen zwischen Mensch und Natur am Kilimandscharo zu analysieren und sie als Teil eines umfassenden sozial-ökologischen Systems zu begreifen, ist das Ziel des neuen Forschungsverbunds „Kili-SES“. Ein botanisches Teilprojekt der Universität Bayreuth wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in den nächsten vier Jahren mit rund 700.000 Euro gefördert.

Insgesamt sind 15 Universitäten und Forschungseinrichtungen aus Deutschland, der Schweiz und Tansania an dem Verbund beteiligt, die Koordination liegt beim Senckenberg-Institut in Frankfurt am Main.

Im Mittelpunkt des Projekts steht die Frage, wie die Natur – im Zusammenspiel mit sozialen und wirtschaftlichen Gegebenheiten – die Lebensverhältnisse der Menschen in der Region des Kilimandscharo beeinflusst. Entscheidende Faktoren sind dabei die Biodiversität und die von ihr abhängigen ökologischen Dienstleistungen, wie etwa sauberes Trinkwasser und fruchtbare Böden. Sie werden durch klimatische Veränderungen und infolge des Bevölkerungswachstums auch durch eine intensivierte Landnutzung geschwächt.

Der Bayreuther Biologe Dr. Andreas Hemp erforscht seit mehr als 30 Jahren gemeinsam mit Partnern in Deutschland, Kenia und Tansania die Pflanzenwelt am höchsten Berg Afrikas. Von 2010 bis 2019 hat er die DFG-Forschergruppe „KiLi“ in Afrika geleitet, die erstmals die Ökosysteme des Kilimandscharo auf 65 Forschungsflächen von der Savanne bis zur Gipfelregion untersucht hat. In zwei Forschungsstationen am Südhang des Berges wird Hemp auch im Rahmen des neuen Projekts mehrmonatige Forschungsaufenthalte verbringen, zusammen mit Dr. Claudia Hemp vom Senckenberg-Institut, die als Koordinatorin für das afrikanische Personal und die Infrastruktur in den Stationen zuständig ist. Wie schon in den Vorjahren ist ein Team afrikanischer Nachwuchsforscher in das Projekt einbezogen.

Einen besonderen Schwerpunkt der Forschungsarbeiten bildet der rund 1.700 Quadratkilometer große Kilimandscharo-Nationalpark, den die UNESCO als Weltnaturerbe ausgezeichnet hat. Er erstreckt sich zwischen einer Höhe von rund 1.800 Metern und der 5.895 Meter hohen Spitze des Kibo, des Hauptgipfels des Kilimandscharo. Wie schon im Jahr 2001 will das Team des Bayreuther Forschers das gesamte Gelände überfliegen und eine erneute Kartierung der Waldschäden vornehmen. Dabei sollen neben illegalen Aktivitäten wie Holzeinschlag, Köhlerei oder Waldweide auch Erdrutsch- und Waldbrandgefahren aufgespürt werden. Für die Weiterentwicklung des Nationalparks und seine touristische Nutzung ergeben sich daraus wertvolle Erkenntnisse, die auch anderen Nationalparks in Ostafrika zugutekommen.

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Quelle: Universität Bayreuth via IDW Nachrichten Redaktion: von Mirjam Buse, VDI Technologiezentrum GmbH Länder / Organisationen: Tansania Schweiz Themen: Förderung Lebenswissenschaften Umwelt u. Nachhaltigkeit

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