StartseiteAktuellesNachrichtenDeutsch-mosambikanisches Projekt FEMOZ untersucht Ernährungsstrukturen in Mosambik

Deutsch-mosambikanisches Projekt FEMOZ untersucht Ernährungsstrukturen in Mosambik

Internationalisierung Deutschlands, Bi-/Multilaterales

Ein Team der TH Köln und der Frankenförder Forschungsgesellschaft (FFG) forscht in Kooperation mit Partnern aus Mosambik zur Ernährungsunsicherheit in verschiedenen Teilen des Landes. Das Projekt "Stärkung der Widerstandsfähigkeit des ländlichen Ernährungsumfelds im Kontext des Katastrophenrisikos und des Klimawandels in Mosambik" (FEMOZ) wird von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung mit über einer Million Euro gefördert.

Unter dem Begriff Ernährungsumfeld versteht man physische, ökonomische, politische und kulturelle Kontexte, in denen Menschen über den Erwerb, die Zubereitung und den Konsum von Lebensmitteln entscheiden. Hierzu zählen auch persönliche Faktoren wie Zugänglichkeit, Erschwinglichkeit, Bequemlichkeit und Begehrlichkeit. Hinzu kommen externe Faktoren wie Verfügbarkeit von Lebensmitteln, Preise, Märkte, Produkteigenschaften, Vermarktung und Regulierung. All dies wird im Zusammenhang mit Katastrophenrisiken und Klimawandel betrachtet. Im Rahmen des Projekts "Stärkung der Widerstandsfähigkeit des ländlichen Ernährungsumfelds im Kontext des Katastrophenrisikos und des Klimawandels in Mosambik" geht ein internationales Team der Frage nach, welche Faktoren für die Ernährungsunsicherheit in den verschiedenen Landesteilen bestimmend sind.

Projektleiterin Prof. Dr. Sabine Schlüter vom Institut für Technologie und Ressourcenmanagement in den Tropen und Subtropen (ITT) der TH Köln führt hierzu aus:

„Die Unterernährung in Mosambik ist im internationalen Vergleich enorm, besonders Kinder sind betroffen. Die Versorgung vor Ort ist dem Klimawandel ausgesetzt: Extremwetterereignisse wie Stürme, Überflutung und Trockenheit sorgen für eine schlechte Produktionslage.“ 

Ihr Kollege Dr. Rui Costa Pedroso ergänzt:

„Die Situationen im Norden, in der Landesmitte und im Süden unterscheiden sich stark. Im Norden wird mehr Nahrung produziert, dort herrscht allerdings die höchste Unterernährungsquote. Wir möchten herausfinden, ob die Menschen dort aus physischen oder ökonomisch Gründen keinen Zugang zu Lebensmitteln haben.“

Geplant sind unter anderem verschiedene Umfragen mit rund 500 Haushalten vor Ort. Ziel ist es, das Ernährungsumfeld in den verschiedenen ländlichen Regionen zu bewerten, sowie zu analysieren, wie sich potenzielle Maßnahmen der ländlichen Entwicklung zur Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion, zur Erhöhung des Einkommens oder zur Senkung der Lebensmittelpreise effektiv auf die Ernährung der Bevölkerung auswirken würden. Die Ergebnisse des Projekts sollen auch in die Entwicklung eines Studiengangs an den Kooperationsuniversitäten einfließen.

Das Projekt wird von der TH Köln und der Frankenförder Forschungsgesellschaft (FFG) durchgeführt. Zu den internationalen Projektpartnern gehören die Eduardo-Mondlane-Universität in Maputo, die Universität Rovuma in Nampula, das Technical Secretariat for Food Security and Nutrition (SETSAN) in Maputo, das National Institute of Disaster Management (INGD), die Network of Food Sovereignty Organizations (ROSA), die Rural Association for Mutual Aid (ORAM) und das Solar Power Stores Mosambiks. Das Projekt läuft bis Februar 2024 und wird von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) mit über einer Million Euro gefördert.

Quelle: Technische Hochschule Köln via IDW Nachrichten Redaktion: von Mirjam Buse, VDI Technologiezentrum GmbH Länder / Organisationen: Mosambik Themen: Lebenswissenschaften Umwelt u. Nachhaltigkeit

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