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Deutsch-ukrainische Biologin erhält Leibniz-Preis

Berichterstattung weltweit

Marina Rodnina, Direktorin am Göttinger Max-Planck-Institut (MPI) für biophysikalische Chemie, erhält den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis 2016. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ehrt die Biochemikerin damit für ihre wegweisenden Beiträge zum Verständnis der Funktion von Ribosomen. Der wichtigste deutsche Wissenschaftspreis ist mit 2,5 Millionen Euro dotiert.

Marina Rodnina stammt aus der Ukraine. Sie hat in Kiew Biologie studiert und dort 1989 promoviert. Anschließend kam sie mit einem Forschungsstipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung an die Universität Witten/Herdecke, wo sie von 1992 bis 1997 als wissenschaftliche Assistentin arbeitete. Nach der Habilitation 1997 wurde sie dort zur Universitätsprofessorin berufen und hatte von 2000 bis 2009 den Lehrstuhl für Physikalische Biochemie inne. 2008 wechselte sie als Direktorin an das MPI für biophysikalische Chemie in Göttingen, wo sie seither die Abteilung Physikalische Biochemie leitet.

Marina Rodnina ist es gelungen, zentrale Prinzipien der Funktionsweise von Ribosomen – den Proteinfabriken lebender Zellen – aufzuklären. Ihre Erkenntnisse haben dazu beigetragen, die hohe Präzision bei der Proteinherstellung zu verstehen. Die Bauanleitungen für Proteine sind als genetische Information in der DNA einer jeden Zelle festgeschrieben.

Rodnina und ihr Team nutzen zur Untersuchung verschiedene biophysikalische Methoden wie Fluoreszenzmessungen und Verfahren, die den Ablauf schneller chemischer Reaktionen verfolgen. Ihre Abteilung Physikalische Biochemie setzt weltweit Maßstäbe, diese komplexen Methoden für die Ribosomenforschung anzuwenden und weiterzuentwickeln. „Der Leibniz-Preis gibt uns große Freiheit, unsere Forschungsvorhaben weiter voranzutreiben“, erklärt die Biologin.

Der Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis

Neben Marina Rodnina zeichnet die DFG neun weitere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus verschiedenen Forschungsbereichen aus. Der Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis wird seit 1986 jährlich von der DFG verliehen. Neben dem hohen Renommee verschafft die Auszeichnung den Wissenschaftlern mehr Freiheit für ihre Forschung. Sie können das Preisgeld von bis zu 2,5 Millionen Euro über einen Zeitraum von sieben Jahren nach ihren eigenen Vorstellungen und ohne bürokratischen Aufwand verwenden. Es soll die Forschungsbedingungen verbessern, von administrativen Aufgaben entlasten und die Einstellung besonders qualifizierter Nachwuchswissenschaftler erleichtern. Mit den zehn Auszeichnungen für 2016 haben bislang insgesamt 364 Wissenschaftler den Leibniz-Preis erhalten. Die Leibniz-Preise 2016 werden am 1. März 2016 in Berlin überreicht.

Quelle: Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie Redaktion: Länder / Organisationen: Ukraine Themen: Fachkräfte Grundlagenforschung Lebenswissenschaften

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