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EU fördert Forschungsprojekt zum informellen Lernen am Arbeitsplatz mit zehn Millionen Euro

Ein internationales Projektkonsortium mit 16 Partnern aus sieben europäischen Ländern, darunter auch die Fakultät für Informatik und Wirtschaftsinformatik der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft, befasst sich in einem Forschungsprojekt mit informellem Lernen am Arbeitsplatz und wird von der Europäischen Union für vier Jahre mit zehn Millionen Euro gefördert.

Das Projekt „Learning Layers – Scaling up Technologies for Informal Learning in SME Clusters“, kurz LAYERS, war im 7. Rahmenprogramm der Europäischen Kommission erfolgreich, sodass nun zum 1. November 2012 die Forschungsarbeiten aufgenommen werden konnten.

Aus dem heutigen Alltag sind mobile und soziale Informations- und Kommunikationsmedien kaum noch wegzudenken: Ganz selbstverständlich verwenden wir mobile Geräte und soziale Netzwerke, um mit Freunden in Kontakt zu bleiben, Informationen zu suchen, einzukaufen und unsere Arbeit zu organisieren. Dabei könnten diese Technologien auch eine ganz zentrale Rolle für das informelle Lernen spielen. Doch nur wenige Unternehmen setzen diese auch systematisch in Aus- und Weiterbildung ein. Insbesondere jenseits traditioneller Weiterbildungsmethoden liegt ein großes Potential im informellen Lernen: die schnelle Hilfe durch die Kollegen, die kurze Zusammenfassung oder das mit dem Smartphone aufgenommene Video, das einem anderen weiterhilft. „Während informelles Lernen in einem kleineren Kollegenkreis gut funktioniert“, so Projektleiter Prof. Dr. Andreas P. Schmidt aus der Fakultät für Informatik und Wirtschaftsinformatik der Hochschule Karlsruhe, „lässt es sich schlecht auf größere Netzwerke ausdehnen – und hier setzen wir mit LAYERS an. Aus dieser Skalierung resultieren jedoch Probleme, die wir analysieren und sowohl konzeptionell als auch durch einfach nutzbare Technik lösen möchten.“ Als Pilotanwender dienen Cluster von kleinen und mittelständischen Unternehmen in zwei Branchen, in denen technologieunterstütztes Lernen in seiner bisherigen Form eher wenig Anklang gefunden hat: das Gesundheitswesen und die Bauwirtschaft. Dabei werden vorwiegend mobile Lösungen entwickelt, die einen schnellen und zielgerichteten Zugang zur Erfahrung anderer Personen ermöglichen und das gemeinsame Nutzen, Teilen und Weiterentwickeln von Materialien (wie z. B. Bilder, Videos oder Dokumente) erleichtern.

Ziel des Projekts ist es, in der vierjährigen Projektlaufzeit bereits eine möglichst große Zahl an Nutzern zu erreichen und das neue System auch für weitere Branchen attraktiv zu gestalten. Das Forscherteam wird dazu mit führenden Unternehmen und Forschungseinrichtungen auf den Gebieten Wissensmanagement, technologiegestütztes Lernen, User-Centered Design, semantische Technologien und Mobile Business intensiv zusammenarbeiten.

„Nach innen und außen möchten wir damit auch verdeutlichen“, betont Prof. Dr. Andreas P. Schmidt, „dass die Wirtschaftsinformatik an der Hochschule Karlsruhe nicht nur eine ausgezeichnete Lehrdisziplin ist, sondern auch in der Forschung auf internationaler Ebene zur Spitze zählt.“

Dr. Andreas P. Schmidt wurde zum Sommersemester 2012 an der Fakultät für Informatik und Wirtschaftsinformatik der Hochschule Karlsruhe zum Professor berufen und vertritt dort die Gebiete Enterprise Social Media & Mobile Business. Zuvor war er mehrere Jahre am Forschungszentrum Informatik (FZI) im Wissensmanagement, Kontextmanagement und Ambient-Assisted Living (Unterstützung des selbstbestimmten Lebens älterer Menschen) forschend tätig. In den vergangenen vier Jahren war er wissenschaftlicher Gesamtkoordinator des EU-Projekts MATURE mit einem Projektbudget von 9,6 Mio. Euro und einer Laufzeit von vier Jahren, in dem es um die wissenschaftliche Untersuchung seines Konzepts zur Wissensreifung in empirischer und technischer Sicht ging.

Quelle: IDW Nachrichten / Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft Redaktion: von Tim Mörsch, VDI Technologiezentrum GmbH Länder / Organisationen: EU Themen: Bildung und Hochschulen Information u. Kommunikation Berufs- und Weiterbildung

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