StartseiteAktuellesNachrichtenEU-Projekt DROPSA: Sechs Millionen Euro zur Bekämpfung von Obstkrankheiten

EU-Projekt DROPSA: Sechs Millionen Euro zur Bekämpfung von Obstkrankheiten

Jeder, der einen Obstbaum im Garten hat, kennt diese Geschichte: ist das Obst reif, sind oft Schädlinge am Werk oder haben es völlig zerfressen. Für Obstbauern ist die Verhinderung dieser Verluste ein kontinuierlicher Kampf. Das EU-finanzierte Projekt DROPSA sucht jetzt nach Lösungen, um zu helfen. Einziger deutscher Projektpartner ist das Julius Kühn-Institut (Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen).

Das DROPSA-Projekt will Schäden an Obst durch Schädlinge und Krankheitserreger reduzieren und verhindern. Es konzentriert sich vor allem auf Drosophila suzukii (D. suzukii) - allgemein bekannt als Kirschessigfliege. Die ursprünglich in Asien beheimatete D. suzukii ist eine Fliege, die sich gern über Kirschen und andere rote Früchte hermacht. Ihre Ankunft in Spanien wurde 2008 dokumentiert. Seitdem hat sich diese Fliege in den meisten europäischen Ländern eingenistet. Die Weibchen legen ihre Eier in die Früchte, wo die Larven schlüpfen und schließlich die Frucht zerstören.

Andere Krankheitserreger, die von dem Projekt abgedeckt werden, sind Pseudomonas syringae pv. actinidiae, Xanthomonas arboricola pv. pruni und Xanthomonas fragariae, die bakterielle Flecken bzw. Blattdürre hinterlassen.

"Dieses innovative Projekt vereint die höchste Fachkompetenz in der Schädlingsbekämpfung von Obstschädlingen und -krankheiten. Angesicht unserer Zusammenarbeit sind wir zuversichtlich, dass das Projekt zu bahnbrechenden Lösungen führen wird, um Schäden an Obstkulturen zu minimieren und zu verhindern", sagte Neil Audsley, Insektenendokrinologe bei Fera und Koordinator des Projekts, in einer Pressemitteilung. Dazu sollten innovative und wirksame chemische Wirkstoffe, antimikrobielle Verbindungen und biologische Bekämpfungsmittel gehören, die in einer integrierten Schädlingsbekämpfungsstrategie kombiniert werden können.

DROPSA ist ein zweiteiliges Projekt, bei dem die Wissenschaftler zunächst den Weg ermitteln, auf dem die Schädlinge hereinkommen und sich verbreiten, und erst danach Präventionsstrategien und Empfehlungen entwerfen, um ihre Verbreitung zu stoppen. Das Team wird eine umfassende Bewertung der Lebenszyklen von Schädlingen und Krankheitserregern, von deren Fähigkeit sich zu verbreiten, und ihrer Interaktion mit Pflanzen durchführen und schließlich ihre natürlichen Feinde bestimmen.

"Das gewonnene Wissen und die Informationen wird man nutzen, um praktische, kostenwirksame und nachhaltige Lösungen zu liefern, die vom Obstsektor der EU in breiter Front durchgeführt werden können", fügte Audsley hinzu.

Das Team erwartet, dass seine Ergebnisse nicht nur die Verbreitung der anvisierten Schädlinge und Krankheitserreger, sondern gleichermaßen die Einschleppung weiterer gefährlicher Obstschädlinge und Krankheitserreger in Europa verhindern helfen werden. Das 6-Millionen-EUR-Projekt, das im januar diesen Jahres gestartet ist läuft noch bis Februar 2018. Es umfasst 26 internationale Partner, einschließlich weltbekannter Experten aus Europa, Nordamerika, Neuseeland und Japan.

Quelle: CORDIS - Nachrichten Redaktion: von Tim Mörsch, VDI Technologiezentrum GmbH Länder / Organisationen: EU Themen: Umwelt u. Nachhaltigkeit Lebenswissenschaften Förderung

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