StartseiteAktuellesNachrichtenEU-Projekt FLY-BAG2: Neue Geräte gegen Bombenanschläge in Flugzeugen

EU-Projekt FLY-BAG2: Neue Geräte gegen Bombenanschläge in Flugzeugen

Seit seiner Vorstellung im Jahr 2011 ist der explosionssichere Gepäckbehälter auf Textilbasis von FLY-BAG einen großen Schritt weitergekommen. Dank einer Finanzierung durch die EU hat das Team nun im Rahmen des FLY-BAG2-Projekts drei neue Explosionsschutzvorrichtungen entwickelt, die nun zur Markteinführung bereitstehen. An dem Projekt sind auch deutsche Partner beteiligt.

Die von den Flughäfen seit dem Anschlag vom 11. September eingeführten drastischen Maßnahmen sind noch von weit davon entfernt, absolute Sicherheit zu bieten. Bei den Sicherheitsüberprüfungen auf Sprengstoffe, die von Passagieren mitgeführt oder im Gepäck versteckt sind, kann keine 100-prozentige Erkennungsrate garantiert werden. Das bedeutet, dass die Fluggesellschaften auf einen Sprengstoffanschlag während des Fluges vorbereitet sein müssen.

Um die Kosten- und Gewichtsprobleme zu lösen, die mit einer systematischen Verstärkung der Flugzeugstruktur und den derzeit verfügbaren gehärteten Gepäckcontainern (HULD) einhergehen, hat das Forscherteam von FLY-BAG drei neuartige Vorrichtungen entwickelt und getestet, die aus bombensicheren Textilien bestehen und drei Schichten eines flexiblen und leichten Materials mit einer Schicht Kevlar kombinieren. Dazu gehört ein Soft-Shell-Container, der in den Gepäckraum von Schmalrumpfflugzeugen eingeführt wird, einer für Großraumflugzeuge und ein etwas kleinerer FlyBag, der in der Kabine untergebracht wird, und in Szenarien von Nutzen sein soll, in denen ein Passagier mit einer Bombe entdeckt wird.

Die Tests wurden mit ausgemusterten Flugzeugen des Typs A320 und B-747 am Flughafen Cotswolds in Gloucertershire, Vereinigtes Königreich, durchgeführt. „Wir freuen uns über den Ausgang der Tests“, sagte Dr. Andy Tyas, Sprengstoffspezialist an der Universität Sheffield und Direktor von Blastech gegenüber BBC News, die bei Tests im vergangenen Monat zugegen waren. Die Vorrichtungen waren bisher nur im Labor im Freien getestet worden und das Team war sich nicht sicher, welche Auswirkungen eine Explosion innerhalb eines Flugzeugs haben könnte: „Wir wussten, dass sich der Sack ausdehnen würde und es stellte sich die Frage, inwiefern diese Ausdehnung ein Problem für die Flugzeugzelle darstellten würde. Würde sie selber zum Überträger der zerstörenden Energie werden? Und wir sahen aber, dass das nicht der Fall ist.“

BBC berichtet, dass die Detonation bei Anwendung des FLY-BAG-Rucksacks keine sichtbaren Auswirkungen hatte, wogegen eine Explosion derselben Intensität ohne Umhüllung die Flugzeugzelle zerstörte. Der Sack ist flexibel und fest genug, um eine Explosionskraft von bis zu 20.000 Meilen pro Stunde (mph) auszuhalten, ausreichend feuerfest bis zu Temperaturen von 3 000°C, genügend dehnbar, um quasi statischem Druck von Gasen zu widerstehen und so widerstandsfähig, dass er verhindert, dass die harten Teile des enthaltenen Gepäcks zu Granatsplittern werden.

Projektkoordinator D’Appolonia ist der Ansicht, dass diese Vorrichtungen jetzt kommerzialisiert werden können und eine Fluggesellschaft, Meridian, hat bereits Interesse gezeigt. „Die Partner des Konsortium sind dabei, einen Nutzungsvertrag für die Kommerzialisierung der FLY-BAG2-Produkte auszuarbeiten“, sagte Alessandro Bozzolo, Gebietsleiter von D'Appolonia und Projektkoordinator von FLY-BAG2 gegenüber IHS Airport 360. Er merkte an, dass die Kosten der Lösung von der Anzahl der Einheiten abhängig seien, die ein spezieller Kunde kaufen würde.

Quelle: Gestützt auf Medienberichte und Informationen von der Projektwebsite.

Quelle: CORDIS - Nachrichten Redaktion: von DLR PT Länder / Organisationen: EU Themen: Sicherheitsforschung Mobilität

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