StartseiteAktuellesNachrichtenEU-Projekt LINDA: Vernetzte Daten für besseres Informationsmanagement in KMU

EU-Projekt LINDA: Vernetzte Daten für besseres Informationsmanagement in KMU

Das EU-Projekt LINDA, an dem von deutscher Seite die Universität Bonn und das Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme FOKUS beteiligt sind, will Werkzeuge entwickeln, um Daten zu vernetzen und diese so für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) nutzbar zu machen.

Die Menge der verfügbaren Daten des öffentlichen Sektors ist in den jüngsten Jahren exponentiell gewachsen und wächst auch weiterhin. Angesichts dieser Datenfülle machen sich die Informationsmanager von KMU immer mehr Gedanken darüber, wie diese Datensätzen mit anderen Daten zu verknüpfen und zu kombinieren sind. Sie benötigen standardisierte Werkzeuge, doch viele KMU haben einfach nicht die nötigen Ressourcen, um diese zu produzieren. Außerdem haben öffentliche Organisationen oft ein Problem, wiederverwendbare, maschinell verarbeitbare vernetzte Daten (Linked Data) zu liefern, die von KMU leicht integriert werden können.

Das LINDA-Projekt ("Enabling Linked Data and Analytics for SMEs by renovating public sector information") beabsichtigt die Entwicklung von Werkzeugen, die KMU und Datenlieferanten bei der Erneuerung von öffentlichen Informationen unterstützen werden und den Prozess ihrer Analyse und Verknüpfung mit Unternehmensdaten erleichtern werden.

Bei verknüpften Daten geht es vor allem um die Nutzung des Internets, um bisher unverknüpfte Daten zu verknüpfen, oder um das Internet zu nutzen, um die Hindernisse zur Verknüpfung von Daten, die derzeit mithilfe anderer Methoden verknüpft sind, zu senken. Das LINDA-Projekt, das im Dezember 2013 auf den Weg gebracht wurde und zwei Jahre laufen soll, will zwei zentrale Werkzeuge entwickeln, die KMU zur Annahme des Linked Data-Paradigmas anregen sollen.

Bei dem ersten handelt es sich um eine Cross-Plattform, ein erweiterbares Softwareframework, das zur Entwicklung maßgeschneiderter Lösungen für KMU und Organisation des öffentlichen Sektors genutzt werden kann oder in bestehende offene Datenanwendungen integriert werden kann, um die automatische Umwandlung von Daten in vernetzte Daten, auch Linked Data genannt, zu unterstützen. Das zweite ist ein Repositorium, welches es den KMU ermöglichen wird, Metadaten zu referenzieren und zu nutzen, die von mehreren KMU und Datenlieferanten über unterschiedliche Datenendpunkte verbreitet werden. Dadurch wäre eine automatische Verknüpfung der Datensätze möglich.

Das LINDA-Projekt wird auf der Arbeit vorangegangener und laufender EU-finanzierter Projekte aufbauen, die sich auf Linked Data konzentrieren. LATC ("LOD Around-The-Clock"), das von 2010 bis 2012 lief, unterstützte Institutionen und Individuen bei der Veröffentlichung und dem Konsum qualitativer Linked Data online. Das laufende LOD2-Projekt fördert Linked Data unter den Entwicklern, um dieses zu einem Modell der Wahl für die nächste Generation von IT-Systemen und Anwendungen werden zu lassen. Obwohl diese Bemühungen und andere aufkommende Werkzeuge Linked Data im Hinblick auf Speicherung, Vernetzung und Veröffentlichung erheblich unterstützen, stellen sie für die Aufarbeitung der bestehenden Daten zu Linked Data nur sehr beschränkte Optionen dar. Deshalb kommt LINDA auch entscheidende Bedeutung zu. 

Ein Mitglied des LINDA-Teams bemerkt: "Die Ergebnisse des LINDA-Projekts sollen erhebliche Auswirkungen auf die Effizienz des Informationsmanagements von Unternehmen haben, insbesondere KMU, die sich in den meisten Fällen die Entwicklung und den Unterhalt dedizierter Abteilungen für Informationsanalyse und Management nicht leisten können. [...] Dies wird ihnen eine großen Wettbewerbsvorteil auf dem Markt verschaffen und auf diese Weise zur Kompetenz der europäischen Industrie beitragen."

Die Ergebnisse des LINDA-Projekts werden über diese drei Pilotfälle validiert werden, die ein Netzwerk von Business-Intelligence-Managementberatern, eine IKT-Firma und einen Sender umfassen. Mithilfe der Pilotfälle stellt LINDA sicher, dass KMU an der Entwicklung des Projekts von Anfang beteiligt sind. Weiterhin wird garantiert, dass ihre Arbeit präsentiert wird, um eine rasche Aufnahme des LINDA-Werkzeugkastens anzuregen.

Quelle: CORDIS - Nachrichten Redaktion: von Tim Mörsch, VDI Technologiezentrum GmbH Länder / Organisationen: EU Themen: Information u. Kommunikation Wirtschaft, Märkte

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