StartseiteAktuellesNachrichtenEU-Projekt RESCUECELL: Mobiltelefone zur Ortung von verschütteten Personen nutzen

EU-Projekt RESCUECELL: Mobiltelefone zur Ortung von verschütteten Personen nutzen

Das EU-Projekt RESCUECELL möchte ein tragbares Gerät entwickeln, mit dem sich Verschüttete nach Erdbeben oder Lawinen über ihr Mobiltelefon orten lassen. Deutscher Partner im Projekt ist die SMI - Südthüringer Multimedia und Information GmbH.

Lawinen und Erdbeben können sehr unberechenbar sein - und enden allzu oft tödlich, wie die jüngsten Tragödien in Pakistan und auf den Philippinen gezeigt haben. Die zunehmende Urbanisierung, vor allem in Entwicklungsländern, wo Bauvorschriften tendenziell weniger streng sind, bedeutet auch, dass das Potenzial für menschliche Todesfälle höher ist.

Darüber hinaus sind Such- und Rettungsdienste (SAR) teuer und angesichts der gegenwärtig zur Verfügung stehenden Werkzeuge auch relativ beschränkt. Viele dieser Werkzeuge sind sehr komplex und erfordern intensives Training oder den Einsatz von spezialisierten Teams. Im Katastrophenfall, wenn eine schnelle, effektive Reaktion benötigt wird, stellt dies eine erhebliche Einschränkung dar. Bei dem Versuch, Menschen aus einer Lawine oder etwa einem eingestürzten Gebäude zu retten, zählt jede Minute.

Das Ziel des EU-geförderten Projekts RESCUECELL, das im Jahr 2013 auf den Weg gebracht wurde, war es, durch die Entwicklung einer kostengünstigen, robusten und leichtgewichtigen Technologie, die leicht in die betroffene Zone transportiert werden kann, dieses Problem zu lösen. Ein Konsortium aus acht Unternehmen hat erfolgreich eine innovative Möglichkeit zur Erfassung der Mobiltelefone von Menschen ermittelt, die bei Lawinen, Erdbeben und unter eingestürzten Gebäuden verschüttet wurden, und will nun ein rentables Produkt auf den Markt bringen.

Bis Ende 2015 wird das Team den Prototyp eines neuartigen tragbaren Notfallkoffers für Suchdienste entwickeln, mit dem sich vermisste Personen schnell und genau lokalisieren lassen. Dies bedeutet mehr Überlebende und eine Senkung der Rettungskosten. Das System ist einfach zu bedienen. Es gibt dem Retter an, wie die Knoten zu verteilen sind, um die beste Abdeckung der betroffenen Zone sicherzustellen. Dann liefert es genaue Angaben über die Lage der verschütteten Menschen. Auf diese Weise wird das System in der Lage sein, die existierenden Verfahren, etwa die Verwendung von Spürhunden, zu ergänzen und zu verbessern.

RESCUECELL ist ein Projekt aus dem Themenbereich Forschung zugunsten von KMU mit einem Budget von 1,4 Mio. EUR. Die Europäische Kommission hat über das Finanzierungsprogramm des RP7 1,1 Mio. EUR zur Kofinanzierung dieses Projekts zur Verfügung gestellt.

Die Quintessenz ist, dass mit dieser Technologie Leben gerettet werden können. Seit 1900 sind bei Lawinenunglücken 1.201 Menschen in Europa ums Leben gekommen, mit 13.199 betroffenen Personen und Schäden in Höhe von 775 Mio. EUR. Von 1998 bis 2009 haben Erdbeben 18.864 Leben gefordert und Schäden in Höhe von 29 Mrd. EUR in Europa verursacht. Deshalb sind das Konsortium und die Kommission der Ansicht, dass RESCUECELL diese Investition wert ist.

Quelle: CORDIS - Nachrichten Redaktion: von Tim Mörsch, VDI Technologiezentrum GmbH Länder / Organisationen: EU Themen: Information u. Kommunikation Sicherheitsforschung

Eine Initiative vom

Projektträger