StartseiteAktuellesNachrichtenFH Mittelstand Partner im europäischen Projekt "Case Management in der Beschäftigungsförderung und im Gesundheitswesen"

FH Mittelstand Partner im europäischen Projekt "Case Management in der Beschäftigungsförderung und im Gesundheitswesen"

Case Management als Handlungskonzept in den Humandiensten und ihren Einrichtungen im Sozial- und Gesundheitswesen hat sich in Deutschland bereits etabliert. Im Vergleich dazu ist dieser Ansatz in anderen europäischen Ländern weitestgehend unbekannt. Die Fachhochschule des Mittelstandes ist Partner in einem europäischen Projekt, das diesen Umstand ändern möchte.

Leitidee des LEONARDO DA VINCI Innovationstransfer Projekts „Case Management in der Beschäftigungsförderung und im Gesundheitswesen“, das aus den Mitteln der Europäischen Kommission finanziert wird, ist es, Case Management in diese Länder zu transferieren. Die FHM Bielefeld, arbeitet dabei mit Partnern aus Slowenien, Lettland, Polen, Griechenland und Großbritannien zusammen.

Was ist Case Management?

Case Management zielt darauf, Menschen in herausfordernden Lebenssituationen wie z.B. Pflege- und Betreuungsbedürftigkeit, Krankheit, Arbeitslosigkeit u. a. bedarfsentsprechend zu unterstützen. Im Mittelpunkt des Case Managements steht die individuelle, am Einzelfall orientierte Arbeit mit dem Kunden / Klienten / Patienten (Fallmanagement) sowie die effektive und effiziente Steuerung des Leistungsprozesses im Versorgungssystem (Systemmanagement).

„Aufgabe ist es, ein zielgerichtetes System von Zusammenarbeit zu organisieren, zu kontrollieren und auszuwerten, das am konkreten Unterstützungsbedarf der einzelnen Person ausgerichtet ist und an deren Herstellung die betroffene Person konkret beteiligt wird“.

Case Management ist Programm und Handlungsstrategie zugleich und kommt beispielsweise in der Beschäftigungsförderung, in der Arbeit mit schwer vermittelbaren Personen, der Pflegeberatung, der Betreuung von psychisch kranken Menschen und Menschen mit Behinderungen, in der sozialpädagogischen Familienhilfe, im Entlassmanagement und in der Jugendhilfe zur Anwendung.

Warum Case Management in europäischen Kontexten?

Im Sinne eine Innovationstransfers sollen die Partner in Lettland, Slowenien, Polen und Griechenland Case Management kennenlernen und befähigt werden, dieses Handlungskonzept entsprechend ihrer länderspezifischen Gegebenheiten und Problemlagen in der Beschäftigungsförderung und im Gesundheitswesen anzuwenden. Case Management ist für diese Länder ein weitgehend unbekannter und insofern innovativer Ansatz.

Im Sinne eines best practice-Ansatzes sollen Impulse gegeben werden, die mit dazu beitragen, länderspezifische Probleme im Bereich der Beschäftigungsförderung, der Arbeitsvermittlung sowie im Bereich des Gesundheitswesens zu lösen. Diese Effekte werden insbesondere im Hinblick auf passgenaue Unterstützungsleistungen sowie deren Effektivität, Effizienz und Nachhaltigkeit erwartet. 

Dazu sind folgende Projektschritte geplant:

  • Bestandsaufnahme länderspezifischer Rahmenbedingungen und Strukturen
  • Identifikation fachlicher und überfachlicher Kompetenzen an Case MangerInnen und Erstellung eines Anforderungsprofiles für Case ManagerInnen
  • Anpassung bzw. Entwicklung eines Weiterbildungsprogramms „Case Management in der Beschäftigungsförderung“ und „Case Management im Gesundheitswesen“
  • Schulung der Fachkräfte aus den Partnerländern auf der Grundlage der Weiterbildungsprogramme in den jeweiligen Partnerländer
  • Evaluation und Qualitätssicherung
  • Verbreitung und Sicherung der Nachhaltigkeit

Im Projekt besetzen die Partnerländer zwei zentrale Themenschwerpunkte des Case Managements: Gesundheitswesen - Griechenland und Lettland sowie Beschäftigungsförderung - Slowenien und Polen.

Worin liegt der Gewinn?

Case Management ist ein ressourcenorientierter Ansatz und lenkt den Blick von einem defizitorientierten Denken zu einer Fokussierung von Stärken. Damit verbunden ist zugleich ein grundlegender Paradigmenwechsel: Insofern ist Case Management ein Ressourcenmanagement. Diese veränderte Sichtweise von Herausforderungen und Problemlagen hat Auswirkungen auf die Effizienz von Maßnahmen auch in den Partnerländern. Die Innovationskraft und der Mehrwert Case Management in die Partnerländer zu transferieren, liegt zudem in einem Wissens- und Erfahrungstransfer. Dabei profitieren die Partnerländer von den langjährigen Erfahrungen der Fachhochschule des Mittelstands als zertifiziertem Ausbildungsinstitut für Case Management.

Für die Partnerländer wird auf der Basis des in Deutschland anerkannten und zertifizierten Weiterbildungskonzeptes Case Management als ein neues Bildungsprodukt entwickelt. Da in den jeweiligen Partnerländern ausgewählte Fachkräfte für die Tätigkeit als Case Manager/Case Managerin ausgebildet werden, vertritt das Projekt einen partizipatorischen Ansatz. Damit wird zugleich ein Beitrag geleistet, um beispielsweise im Bereich der Beschäftigungsförderung die Beschäftigungsfähigkeit von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zu unterstützen und so perspektivisch die Teilnahme am europäischen Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Auf der operativen Ebene trägt die Implementierung von Case Management dazu bei, die Zusammenarbeit von und zwischen Einrichtungen und Organisationen, Unternehmen und Sozialpartnern in den Partnerländern zu fördern.

Das Projekt läuft seit Oktober 2012 und kann bereits Zwischenergebnisse präsentieren: Eine erste Analyse der Status Quo Situation im Hinblick auf die rechtlichen und strukturellen Rahmenbedingungen in den einzelnen Partnerländern (siehe IDW-Artikel).  

Quelle: IDW Nachrichten / Fachhochschule des Mittelstands (FHM) Redaktion: von Tim Mörsch, VDI Technologiezentrum GmbH Länder / Organisationen: EU Griechenland Vereinigtes Königreich (Großbritannien) Lettland Polen Slowenien Themen: Berufs- und Weiterbildung Dienstleistungsforschung Lebenswissenschaften

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