StartseiteAktuellesNachrichtenFrankreich: Eine Explosion in einem Verbrennungsofen für schwach radioaktive metallische Abfälle von CENTRACO im Centre nucléaire de Marcoule hat keine Radioaktivität freigesetzt

Frankreich: Eine Explosion in einem Verbrennungsofen für schwach radioaktive metallische Abfälle von CENTRACO im Centre nucléaire de Marcoule hat keine Radioaktivität freigesetzt

Die Explosion ereignete sich am 12.9.2011 um 12 Uhr 37. Sie forderte einen Toten und vier Verletzte, darunter einen Schwerverletzten (Verbrennungen).

Schon um 16 Uhr 20 veröffentlichte die unabhängige "Autorité de sûreté nucléaire" (ASN) ein Kommuniqué, wonach von CENTRACO (350 Beschäftigte) , einer Anlage von SOCODEI - einer Tochtergesellschaft von EDF, und Spezialeinheiten der Feuerwehr sofort nach der Explosion außerhalb des Gebäudes vorgenommene Messungen ergeben haben, dass bei der Explosion keine Radioaktivität oder gefährliche chemische Substanzen freigesetzt wurden. 

Ein Brand, der zunächst durch die Explosion ausgelöst worden war, konnte - so das Kommuniqué - schon um 13 Uhr unter Kontrolle gebracht werden. Das Gebäude, in dem sich der Verbrennungsofen befindet, wurde nicht beschädigt. Ein Angestellter, der in sich in der Nähe des Verbrennungsofens  befand, verbrannte - so ein EDF-Sprecher - "in Sekundenschnelle". Bei den Verletzten konnten keine Spuren von Radioaktivität festgestellt werden.

Da mit dem Unfall keine radiologischen Gefährdungen mehr verbunden sind, wurden auch Maßnahmen zum Schutze der Bevölkerung nicht mehr für erforderlich gehalten. Die ASN löste deshalb den zunächst von ihr eingesetzten Krisenstab wieder auf. Die Behörde wird jedoch in Kontakt mit den für Fragen des Arbeitsschutzes zuständigen Verwaltungen Inspektionen durchführen, um die Ursache der Explosion zu analysieren.

Ein Sprecher von Centraco betonte mehrmals, es  handele sich um einen Industrieunfall nicht aber um einen Nuklearunfall; von 12 Uhr 37 bis 15 Uhr 22 ruhte der gesamte Betrieb von Centraco, das Personal der Anlage war vorsorglich in Sicherheit gebracht worden.  

Einzelheiten betreffend die Aktivitäten von CENTRACO stehen unter der nachstehenden Internetanschrift zur Verfügung:
www.asn.fr/index.php/L-ASN-en-region/Division-de-Marseille/Gestion-des-dechets-nucleaires/CENTRACO

Umweltministerin Nathalie Koshiusko-Morizet traf am 12.9.2011 schon um 17 Uhr 15 in Marcoule ein, um sich vor Ort persönlich ein Bild von dem Unfall zu verschaffen. Sie will an einer "évaluation précise" der eventuellen radiologischen Auswirkungen der Explosion teilnehmen. Sie erklärte bei ihrer Ankunft, es bestehe kein Grund zur Beunruhigung. 

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEO) hat die französische Regierung um nähere Informationen zu dem Unfall gebeten.

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