StartseiteAktuellesNachrichtenFrankreich: Forschungsministerin Valérie Pécresse zieht Bilanz der von ihr seit drei Jahren verfolgten Innovationspolitik und kündigt mehrere ergänzende Initiativen an

Frankreich: Forschungsministerin Valérie Pécresse zieht Bilanz der von ihr seit drei Jahren verfolgten Innovationspolitik und kündigt mehrere ergänzende Initiativen an

Sie hielt am 4.11.2010 die Eröffnungsansprache zu dem von der Wirtschaftszeitung "Les Echos" ausgerichteten Forum "Economie Recherche Innovation".

Valérie Pécresse stellte an den Anfang ihrer Ansprache den Satz:

" Die Berliner Mauer, die in Frankreich die Welt der Wissenschaft und die Welt der Wirtschaft voneinander trennte, wird dank des Heranwachsens einer neuen Generation von Akteuren der Innovation bald nur noch eine Erinnerung sein".

Im Rückblick auf die 3 Jahre ihrer Tätigkeit als Ministerin für Hochschulwesen und Forschung stellte sie als Elemente der von ihr verfolgten Innovationspolitik heraus:

  • die wirtschaftliche Verwertung von Forschungsergebnissen auch im Bereich der Hochschulen (Zunahme der zur Patentanmeldung reifen Projekte um 76 % binnen 18 Monate; das Zustandekommen von 14 regionalen Zusammenschlüssen zur Patentverwertung)
  • das Zustandekommen von - inzwischen sechs - Forschungsallianzen zwischen staatlichen Forschungseinrichtungen und Universitätsinstituten und anderen Akteuren
  • den schrittweisen Ausbau von Carnot-Instituten (Zunahme um 30 % binnen drei Jahren)
    Bis Ende November 2010 soll ein Projektaufruf "Carnot 2" unter Einschluss der Lebenswissenschaften und der Human- und Sozialwissenschaften gestartet werden.
  • den Ausbau der Gemeinschaftsforschung
  • das gute Abschneiden Frankreichs bei der Auswahl der drei ersten "Netzwerke des Wissens und der Innovation" ("communautés de la connaissance et de l' innovation") durch das "Europäische Technologie-Institut"
  • die Zunahme der Erteilung von Patenten an staatliche Forschungseinrichtungen im Jahre 2009 (35 % innerhalb eines Jahres bei maßgeblicher Beteiligung des CNRS, wobei 38 % der vom CNRS zum Patent angemeldeten Projekte aus einer Partnerschaft mit der Industrie hervorgegangen sind)
  • die Zunahme der Unternehmensforschung (Schaffung von 5000 Forscherstellen im Jahre 2008), die sich im Jahre 2009 fortgesetzt habe
  • die Zunahme ausländischer Investitionen in Frankreich dank des "crédit impôt recherche" (CIR) u.a. durch Eingehung von Partnerschaften mit staatlichen Forschungseinrichtungen 
  • die mit Erfolg betriebene Sensibilisierung von Kleinen und Mittleren Unternehmen (KMU / PME) für die Notwendigkeit eigener Forschung (trotz Wirtschaftskrise Zunahme der Anzahl ihrer Patentnanmeldungen um 7 % im Jahre 2009)
  • die Zunahme der Anzahl von gemeinsam von staatlichen Einrichtungen und der Privatwirtschaft betriebenen Forschungseinrichtungen (jetziger Stand: 214 davon mehr als die Hälfte in weniger als fünf Jahren) und damit eines immer dichteren Angebots von Kontaktmöglichkeiten zwischen staatlicher und privatwirtschaftlicher Forschung
  • die wachsende Zahl von als Unternehmer tätig werdenden Forschern ("chercheurs-entrepreneurs"; "start-up")
  • das  kürzlich vorgestellte "Vademecum", das die Übergänge ("passerelles") zwischen der staatlichen und privaten Forschung darstellt
  • die kürzliche Schaffung von 20 "pôles de l' entreprenariat étudiant" zwischen 230 öffentlichen Einrichtungen und privatwirtschaftlichen Partnern (insbesondere auf dem Boden von Campus-Universitäten)

Die Forschungsministerin erwähnte als weitere auf die Belebung des Innovationsfeldes abzielende Initiativen:

  • die Zusammenarbeit mit der Académie des sciences zur Ausräumung der letzten Hindernisse, die der Mobilität zwschen der staatlichen und der Unternehmensforschung noch entgenstehen (z.B. Beteiligung von Forschern am Kapital von Unternehmen)
  • die gezielte Förderung von "Ausbildung durch Forschung" ("formation par la recherche") insbeondere durch Heranführung von Ingenieuren an einen Doktorats-Abschluss sowie die staatlicherseits bezuschusste Einstellung von Doktoranden durch Unternehmen zwecks betriebsnaher Arbeit an ihren Dissertationen (CIFRE)
    Der Abschluss eines Studiums durch ein Doktorat soll - so die Vorstellungen der Forschungsministerin - zu einem "Abschluss mit Leuchtturm-Wirkung" für das System der französischen Hochschulausbildung - unter Einbeziehung der ENA-Absolventen und der Absolventen der anderen "Grandes écoles - ausgebaut werden.
  • die Gründung von vier bis sechs "Instituten der technologischen Forschung" (IRT) in den vorrangigen Wirtschaftszweigen aus Mitteln des "Plans Zukunftsinvestitionen" im Sinne von Arbeitsplattformen der staatlichen und privaten Akteure.
Quelle: www.recherche.gouv.fr Redaktion: Länder / Organisationen: Frankreich Themen: Förderung Infrastruktur Ethik, Recht, Gesellschaft Innovation

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