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Frankreich: Neue Verträge mit den Hochschulen

Die Ministerin für Hochschulbildung und Forschung, Valérie Pécresse, unterzeichnete gemeinsam mit 28 Hochschulpräsidenten [1] Verträge für die kommenden vier Jahre (2010-2013). Eine zusätzliche Finanzierung von 75 Millionen Euro soll künftig in die Hochschullandschaft fließen. Das den Hochschulen zur Verfügung stehende Jahresbudget von 491 Millionen Euro wird somit um jährlich 18,5 Millionen Euro (+14%) aufgestockt.

Die Verträge legen die strategische Orientierung der einzelnen Hochschulen fest. Zwei Ziele werden dabei verfolgt:

  • Harmonisierung zwischen den nationalen und regionalen Prioritäten der Regierung und den pädagogischen und wissenschaftlichen Projekten der einzelnen Einrichtungen.
  • Bewertung der einzelnen Einrichtungen, um sicherzustellen, dass die gesetzten Ziele realistisch und während der Vertragslaufzeit umsetzbar sind.

Es handelt sich um Gesamtverträge mit festgelegten Zielen und Mitteln, die den Universitäten größere Freiheiten bei der Umsetzung gewähren. Die Leistungen der einzelnen Einrichtungen werden nach gemeinsamen und zielspezifischen Indikatoren ausgewertet, wie zum Beispiel nach der Erfolgsquote nach drei Jahren Bachelor oder nach der Einstellungsquote von Gast-Professoren. Die neuen Verträge setzen auch neue Vorgaben fest, wie beispielsweise die Förderung von Campus-Zusammenlegungen - die PRES (Zentren für Forschung und Hochschulwesen - Saclay, Condorcet, Universität Lille Nord-de-France) - oder die Zusammenlegung von Ingenieurhochschulen. Durch diese Maßnahme wird die gemeinsame Nutzung von Infrastrukturen und Mitteln gefördert, wodurch die Effizienz der Einrichtungen gesteigert wird und den Studenten neue Dienste angeboten werden können, wie z. B. eine gemeinsame digitale Bibliothek. Die neuen Verträge ermöglichen ebenfalls ein besseres Verständnis der angebotenen Diplomabschlüsse und vermeiden doppelte Master. Des Weiteren verleihen sie der Forschung, durch eine bessere Strukturierung, auf internationaler Ebene größere Sichtbarkeit.

Hinsichtlich des Ausbaus der Autonomie der Universitäten wird die Reform des "Gesetzes über die Freiheit und Verantwortung der Universitäten" (LRU) im kommenden Jahr fortgeführt. 24 weitere Universitäten [2] und 7 andere Hochschuleinrichtungen [3] werden am 1. Januar 2011 ihre Autonomie erhalten. Damit arbeiten 2011 bereits 90% der französischen Universitäten autonom.

Im Rahmen seines Auftrags für die französische Regierung verfasste Philippe Aghion einen zweiten Bericht. Der erste Bericht befasst sich mit der Exzellenz der Hochschulen weltweit. Der zweite Bericht [4], der am 12. Juli 2010 Valérie Pécresse übergeben wurde, befasst sich mit den ersten Jahren an der Universität (Bachelor oder "Licence").

[1] Liste der Hochschulen, die einen Vierjahresvertrag mit dem Ministerin für Hochschulbildung und Forschung unterzeichnet haben:

  • 15 Universitäten: Antilles Guyane, Artois, Cergy Pontoise, Evry, Lille I, Lille II, Lille III, Littoral Côte d'Opale, Paris Descartes, Paris I Panthéon-Sorbonne, Paris IV - Sorbonne, Paris Sud XI, Paris Est Marne la Vallée, Valenciennes et du Hainaut-Cambrésis, Versailles St Quentin (UVSQ)
  • 5 Ingenieurhochschulen: Ecole Nationale Supérieure d'Arts et Métiers (ENSAM), Ecole nationale supérieure de chimie de Lille, Ecole Nationale Supérieure de l'Electronique et de ses Applications (ENSEA), Ecole Nationale Supérieure d'Informatique pour l'Industrie et l'Entreprise (ENSIIE), Institut d''optique théorique et appliquée (IOTA)
  • 8 weitere Hochschuleinrichtungen: Cité internationale universitaire de Paris (CIUP), Ecole Nationale des Chartes, Ecole normale supérieure d’Ulm, Ecole normale supérieure de Cachan, Ecole pratique des hautes Etudes (EPHE), Institut d'études politiques de Lille (IEP), Institut national des langues et civilisations orientales (INALCO), Observatoire de Paris

[2] Amiens, Arras, Bordeaux 3, Bordeaux 4, Caen, Chambéry, Evry, Grenoble 2, Le Havre, Le Mans, Lille 1, Nancy 2, Nîmes, Nouvelle-Calédonie, Orléans, Paris 1, Paris 3, Paris 4, Paris 9, Perpignan, Reims, Réunion, Rouen, Toulouse 2.

[3] Französische Elitehochschule im Bereich Wissenschaft und Bildung (Ecole normale supérieure) in Cachan, Ecole nationale supérieure d'ingénieurs in Bourges, Ecole nationale supérieure de Chimie in Montpellier, Ecole centrale in Nantes, Ecole nationale d'ingénieurs in Tarbes, Institut national des sciences appliquées in Rouen, Chimie Paris Tech.

[4] Unter dieser Adresse finden Sie eine Zusammenfassung des Berichts (auf Französisch): http://media.enseignementsup-recherche.gouv.fr/file/2010/33/3/Presentation_courte_rapport_Pr_Aghion_149333.pdf

Quellen:

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Quelle: Wissenschaftliche Abteilung, Französische Botschaft in der BRD Redaktion: Länder / Organisationen: Frankreich Themen: Bildung und Hochschulen Förderung

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