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Frankreich: Neuer Staatssekretär für Hochschulwesen und Forschung

Thierry Mandon wurde am 17. Juni 2015 von Staatspräsident François Hollande zum neuen Staatssekretär für Hochschulwesen und Forschung im Rahmen einer Regierungsumbildung ernannt. Er ist der Nachfolger von Geneviève Fioraso, die Anfang März aus gesundheitlichen Gründen zurücktreten musste. Najat Vallaud-Belkacem bleibt Bildungsministerin.

Thierry Mandon gehört seit dem 3. Juni 2014 der französischen Regierung an und war bisher als Staatssekretär für staatliche Reformen und Vereinfachung verantwortlich. Vorher war der Absolvent von Sciences Po Paris Bürgermeister in Ris-Orangis im Département de l‘Essonne im Süden von Paris (1995-2012) sowie Vizepräsident und delegierter Präsident des dortigen Conseil général (1997-2011).

Der 1957 in der Schweiz geborene Mandon nennt auf seiner persönlichen Website u.a. Innovation als einen Tätigkeits- und Interessenschwerpunkt. So stand er insbesondere von 1998 bis 2014 einem der wichtigsten französischen Biotechnologie-Cluster, dem Genopole in Evry, als Präsident vor. Der Generaldirektor von Genopole, Pierre Tambourin, sagte anlässlich der Ernennung Mandons: „Thierry Mandon hat in diesen 16 Jahren eine tiefe Verbundenheit mit Forschung und Innovation bewiesen. Er kennt auch das Hochschulwesen sehr gut, da er während seiner Präsidentschaft enge Verbindungen zu den Universitäten Evry und Paris Sud gepflegt hat.“

Ebenso war der zum damaligen Zeitpunkt Parlamentsabgeordnete von Essonne 2013 für die Finanzkommission der Nationalversammlung als Sonderberichterstatter für Hochschulen und Studium im Rahmen der Vorbereitung des Hochschul- und Forschungsbudgets 2014 zuständig.

Auf den neuen Staatssekretär warten zahlreiche dringliche Dossiers. Das Budget der Hochschulen ist 2015 zwar stabil geblieben, jedoch abzüglich 100 Millonen Euro Rücklagen (fonds de roulement) der Universitäten und Ingenieurhochschulen, die unter Widerstand der betroffenen Einrichtungen mit den staatlichen Zuwendungen verrechnet wurden. Hinzu kommen Gerüchte um anstehende Kürzungen für 2016. Die Neuorganisation der Hochschullandschaft durch die Regruppierung von Einrichtungen in Comues (Communauté d’universités et établissements) wird in den nächsten Monaten zudem für viele Standorte mit der Wahl der Verwaltungsräte und Präsidenten die finale und wichtigste Phase erreichen. Darüber hinaus herrscht über die zweite Runde der Exzellenzinitiative Idex in der Hochschulgemeinschaft Unzufriedenheit, nachdem von 20 Bewerbern nur acht für die Vollbewerbung zugelassen wurden. Ein Viertel der Universitätspräsidenten hat vor kurzem dagegen mit einer Stellungnahme protestiert und kritisiert, dass nur Fusionen und große Standorte gefördert würden. Die Frage der Selektion von Studierenden wiederum sorgt für Debatten zwischen der französischen Hochschulrektorenkonferenz CPU und den Studierenden-Gewerkschaften. Und nicht zuletzt wartet die Öffentlichkeit seit einigen Monaten auf die Veröffentlichung der Nationalen Hochschulstrategie Stranes (Stratégie nationale de l’enseignement supérieur) sowie auf die gesetzliche Grundlage für die konkrete Struktur und Leitung des Evaluierungsrates HCERES, der die AERES ersetzt hat.

Quelle: Elysée, educpros.fr Redaktion: von Kathleen Schlütter, Deutsch-Französische Hochschule Länder / Organisationen: Frankreich Themen: Strategie und Rahmenbedingungen

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