StartseiteAktuellesNachrichtenFrankreich: Prioritätensetzung von IFREMER bei den Forschungsstrategien zur marinen Biodiversität

Frankreich: Prioritätensetzung von IFREMER bei den Forschungsstrategien zur marinen Biodiversität

Der Präsident von IFREMER, Jean-Yves Perrot, hat Umweltstaatssekretärin Chantal Jouanno einen Bericht über die Prioritäten bezüglich der Forschungsstrategien von IFREMER auf dem Gebiet der marinen Biodiversität vorgelegt. Ausgehend von den als Ergebnis des "Grenelle de la mer" seitens der beteiligten Akteure zugunsten der marinen Biodiversität eingegangenen Verpflichtungen überprüft IFREMER seine strategischen Orientierungen, um seine Aktionen in der Grundlagenforschung zum Nutzen der marinen Biodiversität zu verstärken.

Der am 26.08.2010 vorgelegte 138 Seiten umfassende Bericht "Biodiversité en environnement marin" ist das Ergebnis einer wissenschaftlichen Gemeinschaftsexpertise, an der 14 Forscher sowie französische und ausländische Spezialisten unter dem Vorsitz von Gilles Boeuf, Präsident des "Musée Nationale d' Histoire Naturelle", beteiligt waren.

Die sehr reichhaltige Arbeit - so ein Kommuniqué des französischen Umweltministeriums vom 31.08.2010 - wird es erlauben, in die laufenden Arbeiten zur Revision der "Nationalen Biodiversitätsstrategie" neue Gedanken einzuführen. Die fünf von der Expertengruppe herausgearbeiteten Achsen der marinen Biodiversitätsforschung sind:

  1. die Definition und Katalogisierung der marinen Biodiversität und ihre geographische Verteilung.

  2. das Verständnis der ökologischen und entwicklungsgeschichtlichen Prozesse, die für die Varietät, die Zahl und die Qualität der Gene, der Populationen, die zusammengehörigen Gemeinschaften sowie Ökosysteme in Raum und Zeit bestimmend sind; die wirtschaftlichen und politischen Beeinflussungen dieser Prozesse durch ihre Nutzung sollen hierbei einbezogen werden.

  3. die Aufhellung der Mechanismen, durch die die Komponenten der Biodiversität die Funktionen der Populationen, Gemeinschaften und Ökosysteme beeinflussen und nachhaltig die Produktion ökosystemischer Aufgaben sicherstellen.

  4. das Verständnis und die Vorausschau, wie die Biodiversität, die Funktionen und Aufgaben der Ökosysteme auf menschliche und Umwelteinflüsse reagieren und wie menschliche Verhaltensformen auf Änderungen der Biodiversität reagieren und sich ihnen anpassen.
    Hiermit sollen retrospektive Analyse und vergleichende Vorgehensweise sowie die Entwicklung von Zukunftsszenarien Hand in Hand gehen.

  5. Vorschläge für initiative Schritte, Behandlungs- und Vorgehensweisen, um die marine Biodiversität in wirksamer Weise zu schützen, zu bewahren oder wiederherzustellen.

  6. Ein Bericht über Stand und Entwicklung der durch die Biodiversität wahrgenommenen Aufgaben und die Wirksamkeit der im Umgang mit ihnen gewonnenen Erfahrungen soll erstellt werden. Dabei sollen ökologische, wirtschaftliche, soziale und organisatorische Indikatoren zugrunde gelegt werden.

Der jetzt vorgelegte Bericht hat auch die Entwicklung von Forschungsprojekten zweier verschiedener Kategorien zum Gegenstand:

  • zwei "Leuchtturmprojekte", die es IFREMER erlauben, dank seiner fachlichen Kompetenz und seiner ihm zur Verfügung stehenden technologischen Mittel seine Führungsrolle zu unterstreichen.
  • fünf allgemeine bzw. Querschnittsprojekte, die zum Ziel haben, große Fragen, die die Gesellschaft an die Wissenschaft stellt, in Forschungsprojekte zu kleiden.

Weitere Informationen

Projektträger