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Frankreich startet Fonds für industrielle Innovationen

Berichterstattung weltweit

Die französische Regierung hat einen Fonds in Höhe von zehn Milliarden Euro eingerichtet, mit dem innovative Vorhaben aus der Industrie gefördert werden sollen.

Der französische Wirtschaftsminister Bruno Le Maire gab die Gründung des Innovationsfonds am 15. Januar 2018 bei seiner Neujahrsansprache bekannt: "Wir werden uns die zukünftigen SpaceX oder Hersteller autonomer Fahrzeuge nicht wegschnappen lassen. Wir müssen in der Lage sein, mehr in bahnbrechende aber für die Unternehmen nicht direkt rentable Innovationen zu investieren". Für das Fondskapital wurden, wie bereits im November 2017 angekündigt, staatseigene Aktien der Unternehmen Engie und Renault im Wert von 1,6 Milliarden Euro veräußert sowie Aktien von EDF und Thalès im Wert von 8,4 Milliarden Euro in den Fonds überführt. Die erwarteten Erträge aus diesem Kapital werden auf 200 bis 300 Millionen Euro geschätzt. Perspektivisch sollen die Unternehmensanteile von EDF und Thalès zurück an den Staat gehen und durch Gewinne aus weiteren Aktienverkäufen und Privatisierungen ersetzt werden. Dafür muss aber im Vorfeld eine gesetzliche Grundlage geschaffen werden. 

Der genaue Verwendungszweck des Fonds hängt von den für Februar 2018 angekündigten Ergebnissen einer vierköpfigen Expertengruppe ab, die Premierminister Edouard Philippe im November 2017 beauftragt hatte. Es wird erwartet, dass in diesem Zusammenhang das gesamte Portfolio der verschiedenen staatlichen Innovationsförderungen überarbeitet wird. Das Volumen der aktuell existierenden Fördermaßnahmen beträgt nach Berechnungen des staatlichen Think Thanks France Stratégie zehn Milliarden Euro.

Die öffentliche Investitionsbank Bpifrance wurde mit der Fondsverwaltung beauftragt. Ihr Direktor Nicolas Dufourcq sprach sich in einem Interview bereits dafür aus, dass auch disruptive Innovationen gefördert werden: "Ein großer Teil der Mittel sollte unbedingt den sogenannten Deep-Tech-Startups vorbehalten werden."

Ebenfalls am 15. Januar 2018 kündigte Le Maire an, dass das staatliche Vorbehaltsrecht bei (Anteils-)Verkäufen französischer Unternehmen aus sensiblen Bereichen auf künstliche Intelligenz und Datenspeicherung erweitert werden soll. Bisher umfasst das nach Le Maires Amtsvorgänger benannte „Montebourg-Dekret“, welches diese Frage regelt, die Sektoren Energie, Verteidigung, Transport, Telekommunikationswesen und öffentliche Gesundheit.

Zum Nachlesen (Französisch):

Quelle: Le Monde Redaktion: von Kathleen Schlütter, Deutsch-Französische Hochschule Länder / Organisationen: Frankreich Themen: Förderung Innovation

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