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Frankreichs nationale und internationale Strategie für Wasser, Ozeane und Klima

Berichterstattung weltweit

Die Umweltministerin Ségolène Royal hat am 8. März 2017 im Ministerrat die nationale und internationale Strategie Frankreichs für Wasser, Ozeane und Klima vorgestellt.

Die Strategie ist in sechs Schwerpunktbereiche aufgeteilt: Meeresschutzgebiete, „blaues Wachstum“, Seeschifffahrtsberufe, Wasserqualität, Verschmutzung und Biodiversität. Frankreich hat in diesen Bereichen bereits Maßnahmen ergriffen, wie zum Beispiel die Schaffung neuer Meeressschutzgebiete, Offshore-Energiequellen oder den Kampf gegen Verschmutzung. Durch seine Übersee-Gebiete ist Frankreich in allen Ozeanen vertreten. Daraus leitet sich für die Umweltministerin eine besondere Verantwortung ab, die Weltmeere müssten „genutzt werden ohne ihnen zu schaden“. Ziel ist es hierbei, die Küsten- und Meeresnutzung, Wirtschaftsinteressen und den Umwelt- und Landschaftsschutz in Einklang zu bringen.

Meeresschutzgebiete

Vor drei Jahren waren nur vier Prozent der französischen Meeresgewässer geschützt, heute sind es 22 Prozent. Und es folgen weitere: im Süden des indischen Ozeans (Terres australes françaises) entsteht mit 1,6 Millionen Quadratkilometern das weltweit größte Meeresschutzgebiet und das Konzept der Schulküstengebiete (aires marines éducatives) findet auch international Anerkennung. Zum Schutz der Biodiversität werden bald 60 Schiffe im Mittelmeer und dem Karibischen Meer mit Anti-Kollisionsprogrammen zum Schutz der Wale ausgestattet. Italien und Spanien denken darüber nach, dieses Programm zu übernehmen. Der Schutz der Wale, Mangroven und Korallen soll auf Vorschlag Frankreichs auch in die Kartagena-Konvention zum Schutz des Karibischen Meers aufgenommen werden, die am 17. März 2017 in Französisch-Guayana diskutiert wird.

„Blaues Wachstum“

Im Bereich der erneuerbaren Energien wurden Offshore-Energiequellen ausgebaut (sechs Offshore-Parks vor der Küste der Normandie, der Bretagne und dem Pays de la Loire; staatliche Förderung von vier Pilotprojekten zu schwimmenden Windkraftanlagen in der Bretagne und dem Mittelmeer). Weiterhin erhalten Schiffe, die dem internationalen Wettbewerb unterstehen, jährlich 80 Millionen Euro für ihre Modernisierung. Für „saubere Fähren“ werden weitere 15 Millionen Euro im Rahmen des Programms für Zukunftsinvestitionen (Programme d’investissement d’avenir - PIA) bereit gestellt. Die Europäische Union hat dank französischen Engagements Anfang des Jahres die Verwendung von Grundschleppnetzen für Tiefen unter 800 Meter untersagt und prüft aktuell ein Verbot der Elektrofischerei. Im Rahmen des 2016 verabschiedeten französischen Gesetzes für Biodiversität sollen zudem Fischerei-Schutzzonen eingerichtet werden.

Seeschiffahrtsberufe

Es werden zwei neue Abschlüsse (BTS) für Fischfang und Meereswirtschaft sowie Schiffahrts-Mechatronik geschaffen. Die französische Regierung unterstützt zudem die Bewerbung der Université de Bretagne occidentale für ein Ozean-Institut der Vereinten Nationen.

Wasserqualität

Hier führt Ségolène Royal mehrere Maßnahmen auf. Unter anderem ist seit 1. Januar 2017 die Verwendung von Pestiziden auf öffentlichen Grünflächen sowie ihr Verkauf an Privatpersonen untersagt. Auch wurden 102 Wasseraufbereitungsanlagen für die Modernisierung identifiziert.

Verschmutzung

Um die Meeresverschmutzung zu bekämpfen, hat Frankreich Einweg-Plastiksäcke verboten und engagiert sich zusammen mit Marokko und Monaco auch international dafür, ebenso wie für die Reduktion von Treibhausgasen in Schiffstransporten. Zudem wurde kürzlich die Verwendung von Mikroplastik in Kosmetik und von Plastik in Wattestäbchen untersagt.

Biodiversität

Handlungsbedarf besteht aus französischer Sicht auch im Hochseebereich, der 70 Prozent der Meeresflächen ausmacht. Frankreich plädiert dafür, dass die Europäische Union und ihre Mitgliedsstaaten bei der nächsten Vollversammlung der Vereinten Nationen (27. März bis 7. April 2017) für die Anerkennung der Weltmeere als Weltnaturerbe eintreten. Die kürzlich dank Frankreichs Unterstützung gegründete „Allianz für Ozeane und Klima“ (Ocean & Climate Initiatives Alliance) fördert ebenfalls den Erhalt der Biodiversität.

Zum Nachlesen

 

Quelle: Elysee.fr, Environnement Magazine Redaktion: von Kathleen Schlütter, Deutsch-Französische Hochschule Länder / Organisationen: Frankreich Themen: Strategie und Rahmenbedingungen Umwelt u. Nachhaltigkeit sonstiges / Querschnittsaktivitäten

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