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Französischer Innovationsrat vorgestellt

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Der neu gegründete Innovationsrat steuert die französische Innovationspolitik und vergibt jährlich 250 Millionen Euro im Rahmen des Fonds für industrielle Innovationen.

Am 19. Juli 2018 tagte erstmals der neu gegründete französische Innovationsrat (Conseil de l’innovation). Seine Gründung hatte Premierminister Edouard Philippe bereits im Juni 2018 bekannt gegeben. Der 15-köpfige, hochrangig besetzte Rat steuert die Investitionspolitik des mit zehn Milliarden Euro dotierten Fonds für industrielle Innovationen (Fonds pour l’innovation et l’industrie) und definiert die innovationspolitischen Schwerpunkte Frankreichs. Hierbei konzentriert er sich auf die Unterstützung von disruptiven Innovationen und eine Vereinfachung des komplexen öffentlichen Innovations-Fördersystems. Er tagt dreimal jährlich.

Aus den erwarteten jährlichen Erträgen des Fonds für industrielle Innovationen in Höhe von etwa 250 Millionen Euro werden insbesondere mehrjährige Ausschreibungen für große Technologie-Herausforderungen in Bereichen wie Künstliche Intelligenz (KI), Gesundheit, Mobilität oder Cybersicherheit finanziert. Die ausgewählten Ausschreibungsthemen müssen sich hierbei bisher verhältnismäßig wenig untersuchten Feldern widmen, gesellschaftlich relevant sein, wirtschaftliches Potential haben und aus Bereichen stammen, in denen Frankreich bereits forschungsstark ist und französische Unternehmen aktiv sind.

Der Innovationsrat hat bereits zwei solcher Themen identifiziert und sich dabei vor allem auf die Ergebnisse der umfangreichen Studie des Mathematikers und Abgeordneten Cédric Villani zu KI in Frankreich gestützt: erstens der Beitrag von KI zur Verbesserung medizinischer Diagnosen sowie zweitens Sicherheitsvorkehrungen bei automatisierten Systemen, die mit KI arbeiten (zum Beispiel autonomes Fahren). Hierfür werden jährlich etwa 150 Millionen Euro Fördermittel über den Fonds bereitgestellt. Die Entstehung neuer Märkte und die Stärkung der Position französischer Unternehmen in diesen Bereichen sind erklärtes Ziel der Förderpolitik.

Aus den weiteren Fonds-Erträgen werden jährlich 70 Millionen Euro für marktorientierte Projekte im Deeptech-Bereich (Förderung vor allem in Form von Unternehmensbeihilfen und Darlehen) und 25 Millionen für Nanotechnologien bereitgestellt. Die verbleibenden fünf Millionen Euro soll der Innovationsrat nach aktuellem Bedarf verteilen.

Der Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire und die Ministerin für Hochschulbildung, Forschung und Innovation Frédérique Vidal sitzen dem Innovationsrat vor. Ihm gehören auf ministerieller Ebene der Umweltminister Nicolas Hulot, die Verteidigungsministerin Florence Parly, der Minister für Haushalt und öffentliche Ausgaben Gérald Darmanin sowie der Staatssekretär für Digitales Mounir Mahjoubi an. Hinzu kommen der Generalsekretär für Investitionen Guillaume Boudy, die beiden Direktoren der umsetzenden Instanzen (Thierry Damerval von der Nationalen Agentur für Forschungsförderung ANR und Nicolas Dufourcq von der Öffentlichen Investitionsbank Bpifrance) sowie sechs externe Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft. Dazu gehören beispielsweise der CEO des Gas-Konzerns Air Liquide, der Gründer des Digital-Health-Unternehmens Withings oder die kommissarische Direktorin für Transfer und Industriepartnerschaften des Nationalen Forschungsinstituts für Informatik und Automatik INRIA.  

Zum Nachlesen (Französisch)

Quelle: Ministère de lʼEnseignement supérieur, de la Recherche et de lʼInnovation Redaktion: von Kathleen Schlütter, Deutsch-Französische Hochschule Länder / Organisationen: Frankreich Themen: Strategie und Rahmenbedingungen

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